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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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hernach auch das bekannte Recueil de Picces pour servir & 1 Hittoire an. 1640. heraus gegeben, worein lauter solche stucke ge-bracht worden < welche für den Cardinal de Richelieu , und umdenselben wider so viel anzügliche schriften zu vertheidigen, ge-schrieben worden, oder sonsten zu diesein zweck vor andern dienenkonnten, wie dann auch die dafür gesetzte vorrede in der thatnichts anders als eine gar künstlich ausgearbeitete schutz-rede fürdiesen Cardinal ist. In folgender zeit, als man auch dem Herrnvon Bouteville, und Marschall von Montmorcnci den proceßmachte, hat er sich sehr bemühet, gnade für dieselbe zu erlangen ,nicht ohne Widerwillen und zorn des Cardinals , vielleicht umdie scharte wieder auszuwetzen, welche er in Marillacs Handelseiner ehre gemacht halte. Er starb den 6. april an. 16,6. sei-nes alters 4z. jähr, 5. monate, und hinterließ einige schriften.Er war schön von ansehen, behertzt, von einem muntern ver-stände, und redete sehr wohl. tehjjon, hist. de lAcadem.Franq. *

Haydeck, siehe Hetdeck.

la Haye , eine stadt in Touraine , in dem Gouvernementvon Orleans , an dem flusse Claise, allwo Cartesius gebohrenworden. Delicts dc la l'rance.

Haye, (Johannes de la) ein Französischer Edelmann, wel-cher zwar vor sich sehr arm war, hernach aber mit einer reichenadelichen wittwe, deren angelegcnheiten er zu Paris vor gerich-te in acht genommen hatte, sich verhcurathete, und mit derengelbe die charge eines Königlichen Lieutenant-General in cbiUfachen zu Poitiers erkaufte. Als nachgchends an. 1569. diesestadt durch den Admiral von Coligny belagert ward, ließ er inderen beschützung eine so sonderbare tapferkeit sehen, daß ihndie Grossen ihrer freundschafft würdigten, und er selbst sich mitunter die Kriegs-Häupter zu zehlen anfieng. Nun besaß er inder that sehr viel gute eigenschafften , indem er einen vortref.lichen und subtilen verstand, einen behertzten muth, eine un-gemeine beredtsamkeit, und gegen alle dieienige, so seine ge-wogcnheit suchten, eine sehr angenehme gefälligkeit hatte. Al-lein sein unermeßlicher ehrgeitz verderbte alles, und weil er, umdenselben auf eine oder die andere art zu befriedigen, alle nurersinnliche räncke hervor suchte, so stürtzle er endlich sich selbstin das gröste unglück. Er suchte anfangs die stelle eines Re-quetenmeisters, und nachgchends die würde eines Maire vonPoitiers . Da ihm aber sowvl das eine als andere, wider seinvermuthen, war abgeschlagen worden , gieng er tag und nachtdamit um, wie er entweder den Reformirten einen recht nach-drücklichen streich beybringen, und sich dadurch an dem Köni-glichen Hofe recommendiren, oder im gegentheil den gedachtenReformirten zu einem sonderbaren Vortheil verhelffen, und da-durch unter ihnen sich recht groß machen möchte. In dieser un-gewissen und betrüglichen absicht war er einer von den erstenUrhebern der Vereinigung des sogenannten Boni publici oderder Politicorum mit den Reformirten. Hernach reisete er fastohne aufhören bald nach Hofe, bald nach Rochelle (an welchemletztem orte er mit dem berühmten la Noue eine absonderlichefreundschafft stiftete) und that allenthalben vortheilhaffte vor-schlüge , in geheim aber erbot er sich an einem jeden orte dengegentheil zu betrügen; wiewol er dißfaüs bey den Reformirtenschlechten glauben fand. , Jmmittelst hatte er überall seineheimliche spionen und anhünger, machte hier und da verborge-ne anschlüge, und lautete auf eine gute gelegenheit, da er mitNachtheil derjenigen partey, so sich am wenigsten vorsehen wür-de , sein glück befördern könnte. Insonderheit suchte er ent-weder Rochelle, oder Fontenay oder Poitiers zu überrumpeln.Wiewol nun sein anfchlag auf Fontenay war hintertrieben wor-den , so ließ er sich dennoch nicht abschrecken, denjenigen, wel-chen er aufPoitiers gemacht, zu continuiren, um so vielmehr,weil er in solcher stadt einige feinde hatte, an welchen er sich zugleicher zeit zu rächen lvünschte. Er selbst war in eines MüllersHabit in dem letzt-gemeldetcn orte gewesen, und hatte mit seinencorrespondenten alles so künstlich veranstaltet, baß er an einemglücklichen ausgange gar nicht zweifelte. Allein der Gouver-neur von Poitiers , nahmens Jay Boisseguin, erfuhr den Han-del durch die Unvorsichtigkeit eines von den confpiranten, nah-mens Bastardin, welcher einen seiner guten freunde vor derbevorstehenden Plünderung gewarnct hatte. Nachdem dieserBastardin alles entdeckt, ward er den 16. jul. an. 157;. ent-hauptet, und io. bis 12. von den mit-schuldigen wurden ge-henckt. Zu gleicher zeit exequirte man Johannem de la Hayeim biidnisse; danncnhcro seine freunde ihm riechen, er solltesich fortmachen, welches sie aber nicht von ihm erhalten konn-ten, indem er vielmehr auf seinem land-guth la Begaudiere, wel-ches gantz offen und nur eine meile von Poitiers war, gleichsamzum trotz einmal wie das andere blieb. Unterdessen aber würck-te sein tob - feind, Joseph Daniel Sainte-Soulme, einen Kö-niglichen befthl aus, daß man ihn lebendig oder todt hinwegnehmen sollte, und umringte darauf mit 360. mann zu pftrdeden ort, wo er sich aufhielt, ve la Haye, da er sich solcher ge-stalt überfallen, und cinen schmählichen tod vor äugen sahe, thatsein äusserstes, daß er durch eines soldaten Hand sterben möchte,welches auch wegen seiner heftigen gegenwehr erfolgte. Seincörper aber ward zu Poitiers durch des henckers Hand gevter-theilt, der köpf neben sein gehencktes bildnis aufgesteckt, und einjedes von den 4. theilen an 4. unterschiedene pfähle aufgehenckt.Man hat von ihm ein journal von der belagerung der stadt Poi-

tiers, ingleichen Commentarios de Aquitanis Statu. Tkucm. hist.lib.LVll.LX. Ma. hist. de France tom.lll. p.299.359.57s.576.

t Haye , (Johannes de la ) eist Franciscaner - Mönch,war zu Paris den 20. mart. an. 1593. gebohren. Seine eiternschickten ihn gar jung in Spanien , allwo er an. i6n. meinkloster gieng, und weil er in den studien wohl zunahm, wur-de er vor tüchtig gehalten , in der Philosophie und Theolo-gie zu lehren. Nachmals gieng er zurück in Franckreich, undwurde bey der Kömgin Anna von Oesterreich zum Predigerbestellet, wie er denn auch zu vielen andern dingen, zumalin seinem orden, gebraucht wurde. Er starb endlich den 15.oclobr. an. 1661. Unter den wercken, die er ediret, sind vor-nemlich die Biblia maxima in 19. vol. Man hat auch vonihm Comment. in Gencsin , Parts 1633. ttt fol. in Exodum,ibid. 1638. in sol. Annotationes ad Alexandri Alesii Com-ment. in Apocalypsin, ibid. 1647. in fol. ingleichen eine ver-mehrte aussage von St. Vernardini Senensis wercken, ibid.1635. in fol. Simo», hist. erit, du V. T. Hatlervord. bibl.Burberini bibl.

Haye, (Wilhelmus von) war ein Advocat zu Paris , undwiro vor des Roberti von Haye söhn gehalten. Er erlangte einesolche reputation, daß er die stelle eines Präsidenten des Collegiider Regneten im pallast erhielte. Nachmals , als König Lu-bovicus XI. welcher ihn in verschiedenen wichtigen Verrichtun-gen gebraucht hatte, ihn auch wegen seinen dtensten belohnenwollte, machte er ihn ausser der ordnung zum Präsidenten dergrossen Cammer des Parlements zu Paris . Er führte solche derdienungen unter der regierung Königs Caroli VIII. fort, wurdean. 1484. Ober-Aufseher der kausleuthe von Paris , durch wel-chen nahmen der höchste Magistrat in dem Stadt - Rath dervornehmsten städte Franckreichs pfleget angedeutet zu werden,und lebte noch zu Königs Ludovici XII. reiten an. 1497. B/«».cbard, hist. des Presidens au Parlemcnt. *

* Daye , ( Gildert de la) ein Dominicaner aus Ryssel, ge-bohren an. 1640. nahm daselbst den orden an, wurde nach Ver-waltung verschiedener chargen Praedicator generalis, und endlichProcurator des Ordens-Generals in den Niederlande » , wo erden 17. jiin. an. 1692. gestorben. Er hat la Vie des S. MartyrsLugle & Luglian, Ryssel 1673. in 12. und Fondation du Mona-stere de S. Margueritc dans la VilledeS. Omer, Douay 1688.in 8. heraus gegeben , und Gompendium Historie ProvincisGermania ; inferioris Ord. Prsdic. omniumque Conventuum acDomorum vicarialium , dabey sich auch Noch Notitia Congre-gationis Hollandis befindet ; ingleichen InPulas Belgo-Domini-canas ; Bibliothecam Belgo-Dominicanam ; lnnumera Memo-rabilia Conventuum omnium utriusque Belgii &c. im Manu-skript hinterlassen. Echard, bibl. Domin. tom. II. p. 732.

* Haymerrn, oder Haymarm, (Magdalena) von Re,genspurg, war ein gelehrtes srauenzimmcr, auch eine gute Poe.lin, und im jähr 1572. berühmt , sie verfertigte in Teutschenreimen unterschiedliche bücher, die noch vorhanden sind, alsJesus Sprach, 1571. und 1578. Sonntags-Episteln über dasgantze >ahr, gesangs-weise gestellet, Nürnberg 1568. und 69. i«8.das Buch Tvbiä , samt etlichen geistlichen liebern und kinder-gesprächen, 1580. Weyhnacht - Ostern - und Psingst- Gesänge;dle Apostel -Geschichte in Teutschen gesangen, Straßburg 1 586.in 8- Nicol. BaJJaut , in catalog. üb. ab ann. 1564. uiquead 1592. editor. P. II. paulmi gel. fraucnzimmer.

Haymo, verbuch Heimo, Äimo, Hemmo, Haiminus,und Heums bey den Alten genennet wird, der dritte Bischosszu Hälberstadt, war von geburt (nicht ein Teutscher, wieTrithemius will, ) sondern ein Angel-Sachse, ein naher an-verwandter Bedä, Älcuini schüler und Rabani Mauri, desberühmten Abts zu Fulda , mit-schüler. Er ist seinem lehrmei-ster Älcuino nach Tours in Franckreich gefolgct, von bannener nebst Rabano Mauro nach Teutschland in das Stift Fulda gekommen , wo dieser an. 822. Abt, unser Haymo aber LedorTheologis worden. Hier hat er unter andern den Henricumoder Herricum Antisiodorensem, ( von Aurerre) welcher nein»lieh in dem kloster St.Germain l'Auxerrois Benedictincr-Mönchwar, unterrichtet. An. 839. ist er zu einem Lehrer zu Cordenund Hirschftld (nicht aber, wie etliche wollen, zum Abt andem letzter»» orte) bestellt worden, wo er fleißig an seinen Com-mentariis über die heilige Schrift , davon so gleich, gearbeitet.Das jähr darauf (nicht an. 841.) ist er zum BiDoff zu Hal,berstadt beruffen worden , wo er durch erbauliche predigtenund ein heiliges leben viel gutes gestiftet. Damit er der unler-richtung sowvl seiner Canonicorum als des gemeinen volcks destoungehinderter abwarten könnte, übergab er die weltliche ad-ministration des Stifts einem gewissen bcamten, nahmensRuodger, dem er ein land-guth ohnweit Halberstadt bauenließ , welches zu einem dorfe erwachsen, und von dem stlfterHaim oder Hoym genennet worden , wie denn auch aus diesesProcuratoris geschlechtr die adeliche familie deren von Hoym her-stammen soll, wiewol die fache nicht gäntzlich ausgemacht ist.Er hat das jetzo stcularisirte kloster an der Bude St. Wiperti,so zu erbauung der benachbarten stadt Quedlinburg gelegenheitgegeben, gestiftet, und seinen alten schul-freund RabanumManrum» den die widerspenstigen Mönche von seiner Ab-tey zu Fulda verjagt hatten, zum Probst daselbst gemacht,im übrigen aber das kloster mit Benedictiner - Mön->, die er zu Hirschfeld unterrichtet hatte, besetzt. Er hat

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