auch viele voll den hohen Häuptern desselben Reichs gesprochen.Welche reift Daniel Ercmita, ein Niederländischer von Ades so ihnauf derselben begleitet, in einem trackat unter dem litul: Irer 6er-manicum, live epiitola ad equitem Camillum Guidum scripta delegatione ad Rudolphum Ca:s. Aug. & aliquot Germania ; Principes»
mit ziemlicher anzüqlichkeit gegen einige Teutsche Höfe beschriebenhat. An. >614 schickte ihn der Groß Heryog unter seinem bruderFrancisco alS Lapitain über 100 adeliche cüraßirer dem Hertzoge zuMaNtua wider den Hertzag von Savoyen zu hülffe,machte ihn zum6'apirain über eine compagnie seiner garde , die aus lauter Edelleu-ten bestand, und bestätigte ihm das cammer-direttorium, so crbereits unter seinem vater erhalten. Weil auch jetztgcvachter Her-tzog die 7 letzter» jähre seines lebens stets unpäßlich war, vertrauteer'dem Colloredo, nebst wenig andern, die vornemsten Staats-gcschäffte an, und verordnete thu nebst ; andern bey seinem an.iüri erfolgten absterben zu seiner gemahlin und ftines hinterlas-senen Printzen Ferdinandi II vornehmsten Minister. In diesesletzler» nainen hat er auch den nach Florentz kommenden Polni-schen Printzen liladislaum Sigismundum auf den grantzen em-pfangen. Ferner machte ihn Ferdinandus II zum Gouverneur vonSieiia, »ud da er solches amt 5 iahr verwaltet, derieff er ihn alseinen Staats - Rath und Oder - Hofmeister nach Florentz. End-lich niachte er ihn auch zum Marquis von S. Sophia und Prior zuLunegiana. Es starb dieser Colloredo an. 164z im 69stenjahre sei-nes aiters, nachdem er dreyer Groß-Hertzoge von Florentz bestän-dige gnade in die 58 jähr unverrückt genossen, auch in ihrem na-men zü iegationen verivaltcl. Im übrigen, weil er sich nicht ver-heyrarhet hatte, fiel seine erbschassk aufscines brudern söhn Nicola-
um Colloredo. Pnorato feena degli huom. illullri.
Eolloredo / (Hicronymus) ein söhn Ludovici, der den Kay-ser Rudolphum auf seiner reise nach Spanien begleitet, und her-nach bey ihm Cälnmerer gewesen, begab sich in seiner lügend in denkrieg , und stieg durch unterschiedene stuffen, biß er endlich unterdem Kayftc Ferdinando II Oberster wurde. Erwohnte an. iü;rder schlacht bey Lätzen mit ftmem regiment bey, ward daraufGe-neral-Wachrmcistcr, und coinmaudirte an. 1654 eine armee inSchlesien wider die Chur-Sachsische völcker, welchen er auch indemselbigen jähre den ? may eine schlachr bey Licgnitz liefferte,darinnen er aber von dem Sächsischen General-Lieutenant Ar-nimb mit grossem verlast geschlagen ward; derowegen man ihnauch auf Käyserlichen beseht in arrejt irahm und nach Oedenburg führte. Nachdem er wieder seine freyheit erlanget, that er unterdem General Gallas einen zug in Burgund , und wurde von denFrantzoftn gefangen, doch nach einiger zeit wieder losgelassen.Bald darauf, alö er nebst andern Käyserlichen und Spanischen völckern unter dem Printz Thoma Francisco von Savoyen, dievon denen Frantzoftn belagerte stadt 8-Omer in Artois an. 1638entsetzte, und die sämtliche reuterey commandirte, wurde er durchHncn pistolen-schuß verwundet, daran er auch starb. Spin söhnLudvvlcus,Graf von Colloredo , Kayserlicher würckiicher geheimerRath und Hatschier-Hauptmann, starb zu Wien den -8 dec. an.1S98, von seiner gemahlin Maria Susanna, Alderti Grasen vonZintzendorfftochter,A»toniam hinterlassende,welche an LeopoldumPhilippum, Fürsten von Montecuculi, vermählt gewesen. Seinbruder Rudolphus, Gras von Colloredo , war Groß-Prior des Mal-theftr-vrdens in Böhmen , und hat alldaei» sehr ansehnliches lldei-comrnickum angeordnet, welches nachgehends noch dergestalt ver-mehret morden, daß es sich auseineMillion belauffensoll.
Colloredo/ (Johannes Baptist») Graf von Walsee , warein söhn Horatii Colloredo, und begab sich im 16 jähre ftines al-ters in den krieg, erhieltauch durch beförderung seines vettern, desGrasen Rudolphi Colloredo, Kayserliche dienste, wurde erstlichCapitain miD stieg ferner durch alle stuffen biß er Oberster wurde.An. 1642 befand er sich in der schlacht, welche der Ertz-HertzogLeopoldus Wilhelmus bey Leivziq dein Schwedischen General-Feld-Marschall Torstensohn lieferte, und that mit 400 Pferden denersten angriff, wvdey er eine probe seiner sonderlichen tavfferkeit ab-legte ; dannenhero ihm der Ertz-Hertzog sein eigen lejb-rcgimcntübergab. Er continuirte also die Kayserliche dienste, wohnte un-terschiedenen belagerungenin Böhmen, Oesterreich und Mahren bey, und erhielt endlich die Charge eines General-Majors. An.1648 derieffihn die Rcpudlic Venedig zu ihren diensten als ihrenUnterthan, schickt ihn nach Candia, und trug ihm das general-commando übet die militz in selbigem Königreich auf; darr denndie stadt Candia mit grosser tapfferkeit wider die Türcken defendir-te. Bald daraufaber, als er einen posten recognoscirte, wurde ergeschossen, davon er auch im oct. an. 1649 starb. n«»* hist. deVenise P. 2 -t. 1 .
Edckloredo / (Leandro) Cardinal und Pater der congregation8. Philippi Nerli zu Rom , wurde nach einiger ftridenten meynungan. ,6f9 den rsssept. und nach anderer an. 1Ü40 in dem Friauli-schen gebühren. Nachdem er sich dem geistlichen leben gewidmet,erlangte er den namen eines andächtigen und gelehrten manus.Durch diese qualitäten erwarb er sich bey verschiedenen Pädstengrosse Hochachtung, die ihn auch zuweilen zu congregationcn zogen.JmwcenttuS XI war ihm sonderlich gewogen, und schenckke ihman. ,686 den Cardinals-H»t; welchen er jedoch, wie man sagt,fast wider seinen willen angenommen. Das amt eines PäbstlichenOder-beichtvaters, vermittelst dessen er den Pabst in der letzten to-des-noth absvlvirct, erhicltcr gleichfalls von JnnocentioXI, undverwaltete solches bey dem absterben des ietztgedachtcn Pabstes,wie auch Alcrandri VIII und JnnocentiiXII. Jnnocenctus Xlsoll ihn vor seinem rode den Cardinalen zu seinem nachfolget rccom.
inendiret haben. Er würde auch , nach einiger meynung, würck-lich zur Päbstlichen würde gekommen seyn, wenn ihm, als einemKäyserlichen Vasallen, die Frantzoftn nicht allemal zuwider gewe-sen. Es wird von ihm gerühmet, daß er sich modest, demü-thig und als ein ftinb des ehrgeitzes aufgeführet habe. Eigentliche
abbildungdes jetzigen conclave p. 63 leq. Hällisehe relation an.170511. 7.
Lolloredo / (Rudolphus) Graf von Walsee, Malteser-Rit-ter, Groß-Prior von Böhmen und Kayserlicher General-Feld-Marschall unter dem Kayser Ferdinando Hund III, war ein söhnLudovici Colloredo und Perlä Gräfin von Polcenico, gedohrenden 2 nov. an. i;8;. Der Kayfer Rudolphus II, welcher seinpalhe war, verschaffte ihm die comthurey Gros-Tintz in Schlesien .Er wurde dadurch bewogen, dem Hause Oesterreich bey verschie,denen begedcnhelten seine treue zu erzeigen. Wie er dann vor sel-biges in dem berühmten treffen bey Lätzen gefochten, und 7 wun-den empfangen; auch demselbigen wider den General Wollenstemgebienet. Ferdinandus II und Ferdinandus III belohnten feinedienste mit der Charge eines General-Feld-Marfchalls, und nach-dem der WestpHalifche friede erfolget, wurde er Gouverneur vonPrag , allwo er den 24 jan. an. 1657 gestorben. Luc* Schief,chronick.
(Lollot / (Philipp) ist der erste, der die wissenschafft die steinein dein menschlichen leibe zu fthnerden, die er von feinem vater Lo-rentz Collot erlernet hatte, zur vollkonunenheitgebracht, wiewolfein vater, großvater und ältervater, (wovon der letztere diese kunstund die sonderdahre damal neue art selbige zu verrichten von Octa-ve äe Vüle, wie dieser von Marianv8anto di Barletta, und end-lich Mariano von dem ersten erfindet selbst Johanne de Romaniserlernet, ) auch schon gar geschickt darinnen gewesen, die er aberallerseits übertroffen. Er war an. 1593 gebohren, und starb an.1656 ju Lucon , wohin cr sich zu einem krancken begeben hatte.Sein söhn und enckel haben diese kunst noch höher getrieben, sindaber wie ihre vorfahren mit ihrein geheimnisse überaus neidisch.Indessen ist sehr merckwürdig, daß dieses Philippi Collot sein groß-lohn hiemit der sechste aus diesem geschlecht, so die gemeldte schwerekunst getrieben, seinen eigenen vater auf dessen ausdrücklichen de-fchl, und zwar mit gantz glücklichem ausgang an einem ziemlichgrossen stein geschnitten hat. Ambroise Pure Traite des monstres.Perrault les hommes illultres. *
Colluthus/ ein Priester in Alexandricn, verursachte umdas jähr ;i; oder iS ein eigen fchisma, zu welcher zeit auch Anusseine irrtyümer aufdie bahn brachte. Er unterstund sich Priesterzu orduuren, als wenn er ein Blschoff wäre, und lehrete, daßvon Gott nichts böses herkommen fönte, so gar, daß auch die straf-fen und krübsale, so die menschen in dieser weit beträffen, keinesweges von ihn, herrührten. Die ketzerey des Arii muste ihm gleich,falls zu einem verwand dienen, indem er sich wider den Patriar-chen Alexandrum beschwerte, daß er sich derselben nicht mkt genüg-samen ernst widersetzte. Es hat aber dieses fchisma nicht langegewähret, indem er auf dem Lonciiio, welches Hosius an. zchoder 20 zu Alepandrien gehalten, davon abstehen müssen. Einigeseiner diftiput habe» sich theils zu den Arianern, theils zu den Me-lelianern geschlagen. Athanas apol. I, 8. hpiphun. har. 61. Au.gujiin.de h*rei. c. 65. Philaftrius de haref. c. 8. Baremus A. C.315 num. 28,29. an. 319 nuni. 23.
. Collytus/ ein gewisser ort in der stadt Athen, davon manvorgab, daß die kmder, so daselbst gedohren, einen monat zeit-licher reden lerneten als die andere. An diesem ort ist der berühm-te Plato und der bekannte leute-scheu Timvn gestorben, spon. her.
Ital.
S. Colmann oder Colomaitnus / ei» Inländer von geburt,gienge zu zelten Henrici I I durch Trutfthland, um als ein Pilgrimrns gelobte land zu gehen. Er ward in dem Oestcrreichischen, weilman ihn für einen kundschaffter ansähe, gefangengenommen undnach Stockerau in Niedcr-Oestcrreich gebracht, wo man ihm diegrausamsten martern angethan, die er alle mit grosser gedultaus-geltanden. Er ward an. 10,2 zwischen 2 räubern gehangen, undda deren beyden cörper von den raben gefressen worden, soll derfemigc unverleyt geblieben seyn, und das bürre holtz, an dem erseine matter ausgestanden, zu grünen angefangen haben, andererwunder zu geschweige«, die seine Unschuld zu erkenne» gegeben.Die geistlichen und das volck um diese gegend, so ihn als ei-nen Märtyrer angesehen, brachten seinen leichnam in die kirchenach Stockerau , da die vielen wunder, die er gethan, denMarggraf Heinrich von Oesterreich sollen bewogen haben, ihn101; nach Melck zu bringen, wohin auch zu bewahrung feinerreliquicn gewisse Mönche Bencdictiner-ordens gesetzt worden.Von derselben zeit an begehet man daselbst den i; oct. das festdieses Heiligen, und die Oesterreicher verehren ihn als einen ihrerPatronen. Ditmar.Merfeb. chron. 1 . 7. Lambtccius tom. 2 bibl.Vindob. Bai'ltt vies des faints Octobr.
Colmcttt/ mit dem zunamen der weise / ein berühmter En-gelländischer hiitoricus, lebte in dem izten feculo. Er hat einchronicon > einen catalogum der Engelländischen Könige, ei-nen diaiogum de bellisDanicis und andere schrlfften herausgege-ben. Lelund. Bai*us. Pitjeus, de scr. Angl. Voßius de hüt. Lat .1.2C. $6·
(solitirtr i lat. Colmaria > auch vor zelten Columbaria, eineElsaßische stadt, so vor diesem eine Reichsstadt war, und zu derlanb-vogtey Hagenau gehörte. Sie liegt fast mitten im Elsaß ,
aus