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auf einem gantz ebenem schönen und fruchtbaren boden, und wirdvon 4 wassern, der Lauch, Dur, Fechr und der Ille, die theilsdurch die stadt, theils nicht weit davon gehen, befeuchtet. Manhält dafür, daß sie aus den ruderibus der stadt Ardurg, Horburgoder Argentuaria, welche bey den alten Teutschen in grossem anse-hen gewesen, und auch wegen der victorie berühmt ist, die der Kay-fer Gratianus an. 378 wider die Teutschen und Alemanuier beyderselben defochten, erbauet sey. So viel ist ausser streit,daß sie ei-ne sehr alte stadt in Teutschlanv ist. Nach dem tode des KayftrsFriderici II gab es allhier grosse ungelegenheit, indem es ein theilder einwohner mit dem Bischoffe von Straßburg , der andere mitdem Grafen vonHadspurg,Rudolpho,so zugleich Landgrafvon El-saß war, hielte. Und da hernach Rudolphüs Kayser ward, wollenihn die von Coimar nicht dafür erkennen,oder schlugen sich vielmehrbald darauf wegen noch währender Verbitterung zu dem detrieger,welcher sich erst um das jähr 1290 für Kayser Friedrich den II, alsob der annoch lebte, ausgab; derowegen sie der Kaystr belagerte,und zu straff vier tausend marck silbers herzugeben zwange. Hin-gegen hielte es diese stadt desto eifriger mitRobolfi söhn,Alberto,wi-der Adolphen von Nassau, welcher sie deswegen an. 129; belager-te, und vermittelst des gemeinen volcks, so ihme bey nacht ein thoröffnete, eindekam,da dann sonderlich der Schultheiß Walther Rus-selmann, als für das Oesterreichische intereil'e sehr eyserig, deme erauch sein amt und ansehen in der stadt zu dancken hatte, hart ge-strafft wurde. Massen da ihme das leben auf fürbitt des Bischoffsvon Basel , in dessen Hände er gefallen war, noch geschencket wurde,der Kayser ihne dannoch auf ein rad binden liesse, und also lebendmit aufgereckter Hand zum zeichen des begangenen meineyds allerorten mit sich herum führete, biß er vor kummer und elend ver-schmachtete. An. 157; ist die reformativn nach art derSchweitze-rischen kirche allhier vorgenomen worden; allein da die Kayserl.im anfange des ;o jährigen krieges den meister spielten, wurde indem jähr 1627 die Cacholiscbe religion allda wiederum mit gewalteingeführet. Wobey die Kayserl. Commitfarii, Graf Hans ErnstFugger und Doctor Johann Lindtener, nachdeme sie von dem bißdahin geweßten Reformirten Rath, auf dessen eigenes begehrenwegen der bißherigen Verwaltung genaue rcchnung empfangen,den-selbigen sowol durch schrifftliche Urkunden, als durch eine vor demverfammleten volck aufdem platz vorm Münster von der allda de-sindlichen Cantzel öffentlich abgelesenen proclamation, das zeugnußgegeben, wie sie alles wohl und getreulich besorget, und also nun-mehro nicht wegen üblen regimentö, sonder« allein, weilen JhroKayserl. Majest. keine andere als dir Catholische religion fernersallda dulden wolten, ohne addruch ihrer ehren, der getragenen äm-teren erlassen wurden. Hieraufzogen die beste geschlechter gen Ba,sei, Müllhausen und in andere orter, wo sie zum theil annoch in ih-ren nachkommenden blühen. Der Rath ward mit Catholischen,die meist fremde waren, besetzt. Jedoch bliebe die übrige bürger-schafft, wiewolen ohne öffentliche Übung des gottesdiensts, meist re-formirt, genösse auch das heil. Abendmahl, so osst sichs thun liesse,oder einen jeden fein eifer antriebe, zu Müllhausen oder Basel . Alsnachgehends die Protestirende fachen durch glücklichen fortgangder Schwedischen waffen auf einen bessern fuß kamen, und der Ge-neral GrafGustav Horn, gegen ende desiahrs «stauchins El-saß eingerückt, Bennfelben eingenomen, und Schlettstadt aufs äus-serste gebracht hatte, bediente sich Colmar dieser gelegenheit; undweil ohnedem die Kayserl. besatzung sich sehr tyrannisch erzeigte,ward sie von den bürgern angegriffen und ausgejagt. Gleich dar-auf, und namentlich den 10 dec. schlösse die stadt ihren vergleich mitvbgemeldtem Grafen, nachdeme selbigem auch das beste dieserstadt, und insonderheit die Wiederherstellung der Reformirten reli-gion von der stadt Basel kräfftigst wäre recommendirt worden.Wie nun der Graf von Horn hierinnen der stadt Bafel in einembrieff vom zo nov. iü; 2 gütigst entsprochen, und ausdrücklich ge-meldet hatte: daß Jhro damalen gantz neu verstorbenen Königl.Schweb. Majest. glorwürdigste intention jederzeit gewesen, auchderselben hinterlassener getreuen Reichs-Räthen und vornehmenOfficianten noch seye, den bctrangten gewissen in Teutschland, oh-ne unterscheid oder scrupulofität der religion/ die hülfflicheHand, ja um Gottes und seiner ehre willen, zu bieten,einen jeden beydeme, was ihme Gott aegönnet, sowol in geistlich als leiblichen zulassen, d»e unbillig darüber geängstigt« und verjagte möglichst wie.derum zu stabiliren, rc. also gicnge auch eben dieser General mit derstadt Colmar deme zufolg einen gantz billiche» vergleich ein, datirtHorburg den iv dec., worinnen gar heiter enthalten, daß selbige,als eine stadt und stände des H. R. Reichs, bey ihrem herbringen,freyheiten, rc. sowol in geist-als weltlichem wesen , wie solches man. 1626 bestanden, ruhig verbleiben solle. Bey solcher bewandnußder fachen, und klarem innhalt sowol des von dem Grafen vonHorn gethanen verfprechen, als deren geschlossenen capitulations-puncten beklagten sich hernach die alte Reformirte burger undtheils gewesene glieder des reqimenls gar sehr, danach einzug derSchwedischen besatzung H.D.Johann Schmid, Prediger und deskirchen-convents Präsident in Slraßburg, die erste Predigt allda zu<hun beruffen ward, auch solcher darinnen deutlich meldete: wieer von Herr General Horn gnädigst begehret / und voni£. E. Rath der stadt Straßburg / welche glezchwohlen medie geringste jurisdiction oder oberherriichkcit über Colmar gehabtnoch prätendirt, dahin geschickt wäre/um die reine unver-änderte Augfpurgische Confeßion wieder einzuführen;und daraufin der predigt selbst durch sehr anzügliche reden gegendie Reformirte lehre, und alle diejenige, welche selbige biß dahinin Colmar geprediget, deutlich zu erkennen gäbe, wie man, un.««acht alles vvrgemeldten, die religions-fachen in Colmar auf ei.

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nen gantz anderen fuß zu setzen gesinnet wäre, a!S solche In an. 1626gestanden. Wirwot nun von feiten der interessirlen beweglicheklagen geführet worden, und sogar auch zusamt denen behorchenbeweißthumen und Urkunden in druck keinen, linterm litul: RurtztVerantwortung und erklärung über die predigt / vonHerr D. Ioh. Schmtden in des Heil. R. R. stadt Colmargehalten; so hinderte doch solches nicht, daß alle kirchen undjchulen mit Evangelijch-Lutherischen Personen besetzt, und von derzelt an biß zur Frantzösischen reunion keine andere, als vbgemeldtereligion allda grübet wurde; welches auch eine nrsach, baß vondenen zu zeit der an. 1627 vorgenommen änderunq weggezogenenfamilien ein ziemlicher theil an denen orten,wo sie sich damalen nie-dergelassen, verblieben sind; wiewolen auch mehrere andere Refor»mirte nach diesem ohne Hinderung allhier gewöhnet/ und da sie sichim übrigen sowol zu Hause als bey dem Evangelischen gvttesdienstin Colmar erbauet, das heilige Abendmahl jeweilen zu Müllhausen oder Basel empfangen haben. Man hat sich um so mehr bemüssl-gel gefunden, die wahren umstände dieser Veränderungen genauauszuführen,als eben in der zeit, da dir Verbesserung gegenwärtigenLexia nahe an dem articul Colmar gebracht ward, von Hoher Handaus Rcgenspurg der bericht einkamen ist, wie styl kurtzem in einemgewissen zu Hinderung der so nöthigen und heilsamen einigkeit dersämtlichen Evangelischen abzielenden schrifft die stadt Colmar an.gezogen werde, als ein Muster derjenigen qewallthätigkeiten, welchevon Reformirter feite gegen die Evangelisch- Lutherische sollen seyngebraucht morden. Ob nun gleich der hierüber nöthige und be-gehrte bericht unverzüglich und durch andere angewiesene wcgean behörigen orl istgejendet worden, so achtet man sich doch ver-pflichtet, bey so guter fügender gelegenheit die fach noch allgemei-ner bekannt zu machen, und eine so gar ungegründele klage, welchenoch absonderlich zu einem solchen vorhaben will mißbraucht wer-den, worüber viele ehrliche und christliebende gemüther aufs bitter-ste seufftzen und rrauren müssen, mir Nachdruck abzulehnen. Nach-gehends als an. 1634 die Schweden bey Nördlmgen den kürtzernzogen, und sie allenthalben ihre desatzungen zusammen ziehen mu-sten, überredeten sie diese stadt, daß sie sich unter Frantzösischenschütz begab, wie denn solches, nachdem man darüber tractiret, ge-schahe, und Frantzösische desatzung elngenommenwurde. In demWestphälischen ftiedens-schlussean. 1048 kam es dahin, baß zwardie gantzc Landgrafschafft Elsaß miß allen dependentien, und alsoauch insonderheit die landvogtey Hagenau von dem Oesterreichi-schen hause an Franckreich abgelrelten wurde, doch mit dem aus-drücklichen vorbehält, daß auch insonderheit Colmar bey ihrerReichs-imlnedietät solte gelassen werden. Dannenhero diese stadtan. 16;; dem Römischen Kayser aufs neue geschworen. Weilaber der krieg hernach mit Franckreich wiederum angieng,so ergabsich Colmar an. 167; an die Frantzosen ohne sonderbahre gegen«wehr, als welche sie auch, ba keine Hoffnung einiges entsatzes vor-handen war, aus eigenen kräfften gegen die gäntze Frantzösischemacht zu thun gar nicht im stände war; worauf sie die dürger ent-waffneten,stücke und Munition nach Breysach führten,und die wälleund mauren niederrissen. Ob auch gleich durch den Niemägischeufriedens-schluß alles wieder in den vorigen stand kam, so legte dochder König in Franckreich bald darauf die reunions-kammcr an,und nahm nebst den übrigen freyen Reichs-städten auch Eolmaewieder weg, in welchem stände sie sich anjetzo noch befindet. Dengegenwärtigen zustand der religion betreffend, so bestehet nun, seytdeme die Frantzösische dothmaßigkeit allhier fest gesetzt, der stadt,rath zu Colmar , halb aus Evangelischen und halb aus Catholi-schen ; aber unter der burgerschafft sind die altere und zum theil diereichste geschlechter, auch sonsten noch der gröste theil der gemeindeder ersteren religion zugethan. Hingegen bestehet das hier befind-liche Conseil l'ouVerain, welches im übrigen der stadt grosses ansehenbringet, aus lauter Catholischen Raths-gliederm. C'hron. Coimx-rienle. Beat. Khenan. rer. Germ. Cujptnian. in Rudolph. & Adol-pho. Urflijii Baiiler-chronick. Crujtt annal. Suev. P.i 1 . 1 c. 5 P.J1 .4 c. 6. Reujner. de urb. imper. Apologia der stadt Colmar , welchean. 1645 gedruckt ist. Zeile r,'topogr. Alsat. &c. *

Lolmars/ eine kleine stadt in Ober-Provence am Suffe Ver-done, in der didces von Senez, ist berühmt wegen ihrer jahr-märck-te und zeug-manufacturen.

Lolme / ist ein fluß in der Niederländischen Grafschafft Artois,der in die obere und untere Colme abgetheilet wird, und Winoxder,gen vorbey aufDünkirchen und allda in das meer siiesset. *

(Lolmenar/ ist i) eine kleine stadt in Neu-Castilien, welchenicht weit von dem Escnrial, auf einem Hügel, an dem »fer dessiusseS Maiwanares, zwischen lauter bergen ligfund den Hertzogenvon Jnsantado gehört. 2) Eine kleine stadt, gleichfalls in Neu-Ca,stillen, nahe bey Aranjnez. 3) Eine kleine stadt in Alt-Castilien,nahe bey dem Ursprünge des flusses Tormes. colmenar deüc. de

l’Esp. 300,301.

Eolnagus / (Bernhardus) gebohre» zu Catanea in Sicilienvon vornehmen cltern. Er begab sich an. 1 ;öo zu Meßina in diesocietät Jesu, und docirte nachgehends zu Palermo 18 lahr die Phi-losophie und theologie. Hieraufberusste man ihn nach Rom , dieCensur der dücher, welche die societät heraus geben wolte, mit zuversehen, da er denn Ludovico Maser:« an der kirche 8. JohannrsLateranensis adjungiret ward. Er setzte sich durch seine erbaulichepredigten sowol als durch sein heiliges und miraculeusts leben ingrosses ansehen, und starb an. i6n in seinem vaterlande, in dem66 ,ahre seines alters. Alegambe bibi. S. j.

COLOBIUM. war bey den Römern und alten Christen ein kleid1 Theil. Kkkkkk ohne