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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Iäuo / oder de Bie, (Jacobus)ein Medailleur aus Antwerpen ,florirte an. 1613. war in der an«tiquität und müntz-wissenschafftwohl erfahren, und verfertigte

Tabulas sereas ImperatorumRom. a Julio Csiare ad Hera-clium , fo mit Johannis Heme-larii Gornmemario heraus ge-kommen , Antwerpen 1614. und

1627. in 4w; Numismata aureaRom. a Romulo ad JustinianumImp. worüber ein gelehrter Ano-nymus commentiret, ib. 1054.16^7. in fol. Numisniata Gras-cise , welche Ludovicus Nonius, ein Medieus allda, erläuterthat, ibid. in fol. Effigies Regum Galliae , Paris i6;6. in fol.Ea France metallique, ib. i6;6. in fol. Ees kawilles de France,ib.;4. 1656. in fol. Ieonologie , worüber Bauboin mora-lische anmerckungen gemacht, ib. 1677. in 4W. Hendreicb.

Biafara, eine stadt in Guinea , liegt an dem fluß dos Ca-marones, und giebt den nahmen einem Königreich , welcheszwischen dem Königreich Benin, Nigritien und dem lande Con-go lieget.

Biala, eine stadt in der Litthauischen Woywodfchafft Bres-sici, etwa 2;. weilen von Lublin gelegen. Es ist daselbst ein be-rühmtes Gymnasium, und ein schöner pallast , so vormals dmFürsten von Radzivil zugestanden, daraus aber nachgehends einCollegium gemacht worden.

* Biale , eine see in Polen , welche auch die Weisse-see qenen-net wird, vermuthlich per antiphrasin , weil dieses Wasser imapril und may den festen eine schwärtzliche färbe giebet.

* Bialobrescius, (Martinus) Bischoff zu Caminiec imXVI. feculo, wurde von Sigismundo Augusto zu Gesandt-schafften gebraucht. Er war den Griechen sehr zuwider, undschrieb mit hülffe Matthäi a Costen Homllias ; ingleichen Or-thodoxam Confeffionem, Cöln 1579. in 8vo. Starovoiscü script.Tolon. centur.

Bialocerkiew, Bialaceria, eine mittelmäßige und be-vestigte stadt in Polen , in Nieder-Volhynien oder der Woywod-schafft Kiow. Sie liegt an dem fluß Ros, und ist schlecht ge-bauet. An. 1711. ward sie von den Russen eingenommen, undnoch in selbigem jähre von dem Woywoden zu Kiow drey malvergebens bestürmet.

Bialogrod, eine Türckische stadt in Bessarabien , zwey wei-len vom einfluß des Dniestcrs in das Schwartze meer, soll derAlten Tyras gewesen , oder von deren ruinen erbauet wordenseyn.

Bialogrodko, eine den Moscowitern gehörige stadt in Nie,der-Volhynien an dem fluß Donetz, welcher in den Don fällt.Sie liegt auf beyden feiten zwischen zwey hohen bergen, undwird in zwey stadte eingetheilet, davon die alte stadt mit wällenund graben , die Neustadt aber mit Pallisaden versehen ist.Nicht weit davon ist ein grosser berg von lauter kreide, aufwelchem ehemals die stadt gestanden, und davon den nahmenBialogrodko, das ist, weisse stadt, bekommen hat. Nach-gehends ist sie eine halbe stunde davon in einen tiefen gründgeleget, jederzeit mit einer starcken besatzung gegen die Tartarnversehen, und vor den schlussel zu dem Coßacken-lande gehaltenworden. Allein an. 1706. den 26. jul. ist sie durch einen brandfast gantz und gar zu gründe gegangen, und anjetzo nicht mehrin vorigem ansehen.

* Bialy-Ramen, welches so viel als Weissenfels heisset,Histor. Ltxkon ii. Theil.

eine kleine stadt in Roth-Reussen, an dem fluß Bug, 20. meilenvon Lemderg gegen morgen gelegen.

Biancavilla , ein ort in Sicilien in dem Bißthum Ger-^entiso von an. 16,8. den titul eines Hertzogthums

* Bianchettt, (Cäsar) ward gebohren den 8. may izgz. ineiner der fürnehmsten familien von Bologna , welche versichernwill, sie stamme von Roberto Blanchetti, einem nepoten Theo-dorici Saronis, Hertzogs von Burgund , her, welcher sich ,dem vorgeben nach, um das jähr 804. zu Bologna nieder gelastfen hat. Zunder zeit, da Cäsar gebohren wurde, befände sich zuRom ein Prälat dieser familie, nahmens Laurentius, welcher,nachdem er unterschiedliche ansehnliche ämter verwaltet, vondem Papst Elemente VIII. den 5. brachmonat 1596. mit dempurpur beehret wurde, und in dem jähr 1612. starbe. Manbehaltet in seiner familie drey volumlna Decisiones Rotje,welche er zusammen gelesen hat. Cäsar sein nepot wurde schonin stimm achtzehenden jähr an Ermeline Gambalunga vermäh-let, von deren er neun kinder erzeugte, drey söhn und sechs töch-ter. Seine ämter eines Rathsherrn, Vorstehers der Gerich-ten , und eines Schlüssel-Verwahrers des paüasts verhindertenihne nicht, nach dem sich in dem jähr 16;8. ereigneten absterbenErmelinä, alle mögliche sorg an ihre auferziehung zu wenden.Er nähme sich vor, mehr als er jemalen gethan hatte, an seinemheyl zu arbeiten; um sich nun zu gleicher zeit dem gemeinen We-sen nützlich zu machen, unternahm er die wiederaufrichtungder Christlichen schulen , welche ihren stiftungen gemäß, durcheinen Rathsherrn sollten regieret werden, die man aber schiergäntzlich hindan gesetzt und verabsäumet hatte. Eine durchseinen ffeiß formirte bruderschafft von Edelleuthen erleichterteihm diese Unternehmung nicht wenig; er wollte auch nachge-hends , daß sich diese brüderschafft an gewissen tagen versamm-len sollte, und als er solches zum stand gebracht, hatte er an-'noch im sinn eine brüderschafft zu stiften, welche leuthe ein ge-meinsamliches leben fuhren, und sich aus die Unterweisung derunwissenden legen sollten. In dieser bruderschafft, so man zuBologna die bruderschafft von St. Gabriel nennet, ist diesessonderbar anzumercken, daß man keine andern, als weltlichePersonen, darein aufnimmt, welche ein ansehnliches und zu ih,rer Unterhaltung genügsames guth haben; daß sie kleider nachihrem belieben, auch st gar von seyden, tragen können, welcheaber schwartz seyn müssen; und daß, wann sie in die stadt ge-hen , sie sich von ihren dienern können begleiten lassen; daß aberin ihrem kloster alles unter ihnen gemein seyn solle. Man nimmtniemand darein auf ohne vorhergehende drey prob-jahr; manlegt auch alldort kein gelübd ab, man kan aber in austheilungder ämtern, dasjenige, so einem zukommt, nicht ausschlagen.Diese brüderschafft wurde in dem jähr 1644. gestiftet, und kurtzdaraufdurch den Cardinal Franciscnm Barbcrinum gut geheis-sen. Der stifler starb in dem jähr 165in dem 70. jähr seinesalters. Charies-Antoine de Frate , welcher stin leben beschrie-ben, und welches buch zu Bologna in dem iahr 1704. gedrucktworden.

Bianchi, (Gerhard) ein Cardinal, gebürtig von Gaina-ge, einem kleinen dorf in dem gebiethe von Parma. Nach-dem er von dem Pfarrer desselben dorfs in der gramma-tick war unterrichtet worden, begriff er in kurtzer zeit soviel, daß er sich selber helffen konnte. Einige zahre her-nach kam er nach Parma , woselbst er eiri Canonicat erlang-te. Folgends ward er nach Rom geschickt, und stand Nico-lao m. so wohl an, daß er ihn an. 127z. den 12. meryzum Cardinal machte, und 4. jähr darauf schickte ihn Mar-tinns II. als Legaten nach der Sicilianischen vesper in die-ses Königreich. Er gieng auch mit eben diesem charactecnach Franckreich, und starb hierauf zu Rom den 1. mery

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