2
b i a
SN. 1502. Carimbert , lib. III. & IV. CoDenut. lib. V. Dupleix ,hist. de France. Bzovius , A. C. 1290. n. $· Aubery , hist. desCard. Onupbr. Ciacon. &c.
* Biancht, (Julius Maria) ein Venetianischer Dominica-ner-Mönch/ war aus vornehmem geschlechte, studirte zu Sala-manca und Alcala äe Henares, lehrte hernach drey jähr dtePhilosophie. Hierauf kehrte er wieder nach Venedig , und gabsolche proben seiner gelehrsamkeit, daß ihn seine Obern an.1630.auf den Ordens-Convent nach Rom schickten, um die Thomi-stischen lehr-sätze zu vertheidigen, welches er auch , ob er schonkaum 3°. jähr alt war, mit solcher geschicklichkeit gethan, ,daßer nach diesem das Rcctorat an dem Gymnasio St. Thomä zuNeapolis davon trug; weil aber die pest allda graßirte, warder nach Nom zurück beruffen, und von Jnnocentio XI. an.rS84.zum Secretario Judicis gemacht, nachdem er die von dessen vor-fahrn angetragene Bißthümmer zu Squillaci, Spalatro, Corfuund Acfaray ausgefchlagen. Er starb an. 17,10. und hinterließIndicem librorum prohibitorum. Ecbard, script. 0 . P. tom. II.pag. 776.
* Bianchi, (Vendramino) von Venedig , Secretarius deSCollegii der X. ward wegen seiner gelehrsamkeit hoch geschähet,und schrieb unter dem nahmen Arminio Dannebuchi, Rela-tione dei Paese degli Suizzeri & Grigioni & loro Alleati 8vo ;ingleichen Istorica Relatione della pace di Passarovitz 4to,welche beyde sehr wohl aufgenommen worden. Er starb züVenedig den 12. jen. 1738. Gelehrte Zeitung.
• * Bianchini', oder Bianchini, (Franeiseus) ein gelehrterItalianer, war an.1662. den 13. dec. zu Verona gebohren. Erstudirte in dem Jesu iter-Col legio zu Bononien drey jähr diePhilosophie und Geometrie, hernach zu Padua die Theologie,worinnen er auch Doctor wurde. Nachdem er nun in denwissenschafften eine grosse einstcht erlanget, richtete er zu Verona eine gelehrte Academie auf, unter dem nahmen der Aletofili,welche die Untersuchung der Natur-lehre und Mathematic zumzweck hatte, wobey er eine sehr gelehrte rede hielt. Als er vonda an. 1684. nach Rom gereiftt war, machte ihn der CardinalOttoboni zu seinem Ribliothecario , wo er sich sonderlich aufdie wissenschafft der alten steine und müntzen legte, und wurdeer so hoch geschätzt, daß er in die berühmtesten Academien zummitgliede aufgenommen wurde. Als der Cardinal Ottoboni an.1689. unter dem nahmen Alexandri VIII. Papst wurde, gab erdem Bianchini ein Canonicat bey der kirche St. Maria Rotun-da. Er hätte ihn auch noch höher erhoben, wenn er länger ge-lebt, und Bianchini den Priester-orden anzunehmen lust gehabthätte. Nach des Papsts absterben nahm ihn desselben enckel derCardinal Petrus Ottoboni zu seinem Ribliothecario an, gabihm ein Canonicat an seiner kirche St. Laurentii und Damast.Papst Clemens XI. machte ihn zu seinem Ehren-Cämmerling,trug ihm das Canonicat Dt. Mariä Majoris, das Sub-Diaconatder Päpstlichen capelle, und Secretariat dell’ Aqua Paola auf,zog ihn zu einigen Congregationen, vornemlich aber brauchteer ihn bey den streitigkeiten wegen Verbesserung des calenders,indem er bey der hierüber niedergesetzten Congregation ihn zumSecretario bestellte, gab ihm auch befthl, eine mittags-linie inder kirche St. Maria de Angelis oder in denen Thermis Dio-cletiani ju ziehen. Bey der calender -sache that er sich sonderlichdurch seine wissenschafft in kirchen-und astronomischen fachen,und eine bey solchen streitigkeiten sehr seltene fittsamkeit hervor.Die mittags-linie aber brachte er in der gröften Vollkommenheitzu stande , wie solches aus seinem tractat de Nummis & Gno-mone Clementino zu sehen. Einige jähre hernach zog er aufbe-fehl des Hertzogs von Parma eben dergleichen linie zu Colamo.Weil nun Caßino durch gantz Franckrcich eine mittags-linie ge-zogen , wollte er auch eben dergleichen thun, wendete auch achtgantzer jähr auf observationes , weil aber andre gefchäffte dar-zwischen kamen, konnte er sie nicht heraus geben. Papst Cle mens XI. trug ihm auch die aufsicht und erhaltung der al-terthümmer auf, und zog ihn sowol bey den wichtigsten alsauch bey geringen fachen zu rathe. Hierauf wurde er als Ge-schicht-schreiber der Gesandtschafft des Cardinals Barberini an-genommen. Da er als Legat bey König Philippo V. in Spa nien nach Neapolis gieng, muste er den Cardinals-hut in unter-schiedene Königreiche überbringen, daher er unterfthiebene län-der zu sehen bekam, und auch nach Engelland übergieng. In nocentius XIII . machte ihn zum Referendario von beydenSignaturen und zu seinem Haus-Prälaten. Unter BenedictoXÜI. hatte er die erste stelle unter den Geschieht - schreibern desan. 1725. gehaltenen Römischen Concilii , wie ihm denn durchein Päpstliches Rreve der ausdrückliche beseht gegeben wurde,die Urkunden der kirchen St. Mariä Majoris , dieses Conci-lium betreffend, zu sammle» und in vrdnung zu bringen. In-dem er nun mit den geschäfften des Römischen Hofs über-häuft, und zugleich seine gelehrten arbeiten auszuführen beflissenwar, fiel er endlich in eine kranckheit, welche ihn mitten unter sei-nen geschafften an. 1729. den 2. mertz des lebens beraubete. Sei-ne hinterlassene schrtften sind nachfolgende: Historia universale,provata con Monumenti , Roma 1697. 4to ; Epistola de la-pide Antiati ad Franciscum Aquaviva, Roma: 1698. 4to ; deCalendario & Cyclo Cesaris, de cyclo Paschali S. Hippolyti,Episcopi & Martyris , adjecta est epistola de nummo & gno-mone Clementino , Roma: 170;. sol. Solutio Problematis Pa-schali«, Romse 1703. fol. Coniiderazioni Teoriche, per tras-
b i a
portar Ia Colona Antoniana, trovata nel campo Martio, inRoma 1704. Jura in caussa Romana fontis baptismatis adlc-gata pro Ecclesia S. Laurentii in Damaso contra Eccl. S. Ca-roli di Cattinari, Romae 1706. sol. Memorie concernenti laCittä di Urbino , in Roma 1724. sol. in Welcher V0M Cardinal Albani heraus gegebenen sammlung zwey schriften von Bian-chini befindlich find, nemlich Spicgazione delle scolture conte-nute neile LXXlI. Tavole marmo, e basii rilievi collocatinel basamento esteriore del palazzo di Urb'ino und Notizie ePruove della Cprografia della Cittä medesmia, e delle vi-cine, ehe servono a stabilste quella di tutta la Italia ; Came-ra ed Iscrizioni Sepulcrali &c. in Roma 1727. fol. AnastasiiBibliothecarii de vitis Roman. Pontis, liber , Romae tomus I.an. 1718. tom. II. 1723. tomus III. 1728. fol. Hesperi & PhoÜphori nova phaenomena , Romae 1728. Man hat auch unter,schiedene kleine schriften von ihm, als: 1.) Eine rede von derheil. Dreyfaltigkeit, an. 1684. 2.) Eine von der Himmelfahrt,1689. Eine Leichen-rede aufden Kayser Leopold, an.170;.4.) Eine, so er in Versammlung der Cardinäle von der wähl desPapsts nach Jnnvcentii X1H. tobe, an. 1724. gehalten. 5.) Einkarten-spiel zu erlernung der Historie, Rom 1717. 6.) Epi-stola dedicatoria ad Historiam Legationis Pontificiae Cardin.Barberini ad Regem Catholicum Philippum V. Neapoli 1702.7.) de Eclipsi solis die 22. maji 1724. Romae. 8 ) Vita diGeminiano Montanari . 9.) Vita del Cardinale Noris. 10.)de Principe Electorali Bavariae in villa Burghesia magnificen-ter excepto 1716. n.)De aureis & argenteis cimeliis in arcePerusina effossis, an. 1717. Unter seinen nachgelassenen manu,scriptis sind nachfolgende vollkommen ausgearbeitet. 1.) Pianta,Alzato ed Ornamenti del Palazzo de’ antichi Cesari di Roma.2.) Globus Farnesianus & in eo rudimenta Astronomie acChronologie & Historie etatis Heronice, a Grecis ad nostransmissa. 3.) Dissertatio de anno passionis Christi. 4.) LeOsservazioni per il meridiano d’Italia. 3.) Offervazioni Fisici.6.) Dichirazione di scrvirsi &c. Gelehrte ZeitUNg , «N.1731. seq. p. 14;. seqq.
Bianchino, (Bartholomäus) ein Patricius von Bono-nien , lebte ums jähr 1500. und schrieb unter andern dasleben Philippi Beroaldi, Codri Urcei rc. Er hatte eine gutewissenschafft von Medaillen und andern antiquitäten, machteauch ziemliche verse. Albern descr. Ital. & hist. Bonon. Bu.tttaldi bibl. Bonon. VoJJius , de Hist . Latin. lib. III. c. 12.Hendreicb , &c.
*Bianco, (Christoph, del) gebürtig von Montajone, einemschloß in dem Florentmifchen, lebte in dem ansang des XVII.seculi, und stunde in so genauer freundschafft mit dem bekann-ten Scipione Ammirato , einem Canonico zu Florentz, daß diesergleichsam gemeinschafftlich mit ihm studirte, und auch nach sei-nem lod ihme durch sein testament sein gantzes vermögen über-liesse, mit dem beding, daß er seinen nahmen und wapen anneh-men sollte, welches Bianco auch richtig erfüllete,und sich vonstund an Scipione Ammirato den lungern schriebe, wieer dann diesen nahmen auch sich gegeben in der von ihm an.1647. besorgten, und mit anmercküngen begleiteten ausgab derFlorentinischen geschichten des Scivwne Ammirato des ältern.Übrigens hat er auch das von seinem freund Guidi geschriebenebuch, genannt Albero e Storia della famiglia di Conti, &c.vermehret. Die zeit seines todes ist unbekannt.
* Biandra, oder Biandrate, war ehemals eine stadt, jetzoaber nur ein dorf in dem gebiethe von Novara , im HertzogthumMayland, an den grentzen der Herrschafft Vercelli , an demfluß Sesia , 2. meilen von der stadt Novara gelegen. Dieser ortgehöret dem Grafen von Tornielli.
Biarchus , war ein Kayferl. bedienter, der vor der solda-ten Proviant sorgen muste , und gehörte mit zur Schola agen-tium in rebus, t'rejn. gloss.
* Biardus, (Petrus ) ein Jesuite, gebohren zu Grenoble an. 1565. war Professor Theologie zu Lyon und Missionariusim nördlichen theil von America , allwo er aber von den En-gelländern bey deren einfall in Canada gefangen wurde. Nacherlangter freyheit muste er wieder nach Franckreich kehren. Erstarb zu Avignon an. 1622. den 19. nov. im 57. jähre seines äl-ters, nachdem er Relationem expeditionis Anglorum in Cana-dam und pro Autoritate Pontificis contra Martinellum, Mini-strum Reformatum, Lyon 1616. in 12. in Französischer sprä-che aber einen bericht von Neu-Franckreich geschrieben. Ale ·
gambe.
Biarole, (Wilhelmus de) siehe Bragosus.
Bias, ein Philosophus , und einer von den 7. Weisen inGriechenland , war gebürtig aus der stadt Priene in Ionien , einsoHn Tutamis, und florirte A. M. 3176. A. C. 6 og. U. C. 146.Olymp. XL 111 .1. Zu seiner zeit funden einige fifcher einen göl-denen dreyfuß, mit dieser Umschrift: dem weisesten; welchensie ihm überbrachten, den er aber wieder zurück in den temveldes Apollinis schickte. Wiewolen andere wollen , der dreyfußwäre zuerst dem Thales zugesendet worden, der ihn dem Bias,dieser dem Pittacus und Pittacus ferners einem andern über-bringen lassen , bis also selbiger dreyfuß unter denen damalsberühmten sieben Weifen gleichsam den kreis gemacht, undzuletzt an den Solon kommen, welcher ihn erst naherDelphos gewiedmet. Er leistete seiner vatter-stadt gute dienste.