Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

Christen, die sich in verschiedenen ländern befinden, sie ist nachden 70. Dolmetschern gemacht. Einige geben für, daß Chry-sostomus derselben urheber sey , wiewol die Armenier selbst ch-ren ersten Patriarchen, Georgium, davor ausgegeben; ande-re aber wollen sie andern beylegen. Weil die geschriebenenexemplgris viel kosteten, hat ein Ertz - Bischoff von dieser na-tion eine gantze Armenische Bibel an. 1664. zu Amsterdam dru-cken lassen. Längst zuvor aber hatte man schon denArmenischenPsalter gedruckt. So sind auch an. 1680. zu Venedig die vierEvangelia in dieser sprach heraus gegeben worden. Sixt. Senen-ßs, bibl. Sanct. üb. VI. annot. 132. Kircberus , in prodromoCopt. c. 5. Bria». Waitoma , de linguis Orient, n. 83- Kort.bolt. Pfeiffer. Rieb. Simon. &c. *

Böhmische Bibel. Schon vor Johann Huß war etwasvon der Bibel in diese spräche versetzet. Die Thaboriten liesseneine gantze Bibel in dieser spräche verfertigen, welche zu Vene­ dig an. 1506. gedruckt worden. Nach dieser zeit, als unter-schiedliche gute und nach dem grund-text eingerichtete LateinischeVersionen , hin und her an tag gekommen, haben sich die Fra-tres Bohemi deren bedienet , um eine gute Übersetzung in ihrerspräche zu verfertigen : wie denn deren unterschiedliche auch mitanmerckungen versehen, im druck erschienen. Zach. Theobaid.in bello Hussit. J- Am. Commenius , de bono Unit. Regenvol-scius, in hiit. eccles. Sclavon. *

Chaldäische Bibel, sonst auch Targum genannt, ist vonunterschiedenen Personen zu unterschiedener zeit, mit unterschie-denem stylo gemacht, erstrecket sich nicht auf gar alle Biblischebücher des Alten Testaments , ist auch nicht auf gleiche werfeausgeführt. Der erste und älteste, der uns bekannt, ist Iona-than, der söhn Uziel, welcher ein discivel des Hilelis und Mit-schüler des Simconis, welcher Christum auf fernen armen hat-te , soll gewesen seyn. Dieser hat die Prophetas priores undosteriores, das ist die bücher Josua , der Richter, Samuelis,er Könige, die drey grossen und zwölf kleine Propheten überse-tzet. Der andere ist Onkelos, welcher die fünf bücher Mosisübersetzet hat. Diejenigen, welche die übrigen bücher, nemlichdie Hagiographa , vertirel, sind unbekannt, oder aufs wenig-ste ungewiß, doch hält man gemeiniglich dafür, daß k. JosephCoecus selbige Übersetzung verfertiget; wiewolen in ansehungder ungleichen schreib - art nicht zu zweifeln, daß sie nicht garverschiedene urheber haben. Man hat auch zwey andere para-phrases über den Pentateuchum, davon die eine Targum Hiero-sclymitanum genennet wird, welche aber unvollkommen; dieandere, so vollkommen, wird gedachtem Jonathan, aberfälschlich, beygemessen. Beyde sind gany voll von Jüdischen fa-beln und traditionen. Und kan die, so den nahmen Jonathansträgt, unmöglich von dem Jonathan seyn , der die Prophetenin Chaldäisch übersetzet. Über das buch Esther ist gleichfalls eindoppelter Targum vorhanden. Im aegentheil hat man über diebücher Danielis, Esrä und Nchemia keine Chaldäische Überse-tzung , über die beyden bücher der Chronica ist auch keine ge-druckt gewesen, bis Matthias Fridericus Beckius selbige an.1680. und 83. mit einer Lateinischen Version und notis herausgegeben. Nach diesem ist sie von v. Wilckins aus einem besserncodice zu Amsterdam mit anmerckungen heraus gegeben wor-den. Waltheri offic. bibl. p. 233. Mutiern-, in Judaisino pro-leg. Hottinger. thes. phil. üb. I. c. 3. Waltonus. Kortholt .Pfeiffer. Rieb. Simo». &C. *

Lophtische Bibel; dieser gebrauchen sich die Christen inEgypten, so man Cophten nennet. Sie ist in der alten sprächedieses landes geschrieben, und noch niemals gedruckt, doch fin-det sie sich geschrieben in einigen Europäischen bibliothecken;weil aber das volck diese spräche nicht verstehet, ist sie in dasArabische übersetzet worden. Dahero man von langer zeit herder Cophtischen Version eine Arabische hat pflegen beyzufügen.Zuletzt hat v. Wilckins ein Cophtrsches Neues Testament mitLateinischer Übersetzung zu Oxford in dem Theatro Scheldenianoan. 1716. drucken lassen. Kircberus, in prodr. Copt. Kortboit.Pfeiffer. &c. *

Crobatische, oder windische Bibel: Nachdem einigewohlmeynende Prediger Augspurgischer Confeßion vermercket, inwas elendem zustand sonderlich ln ansehung der anarentzendenTürcken, die so genannten Windischen oder Croatischen Chri-sten , welche in Bosuia, Servia, Bulgaria und umliegendenländern wohnhaffc und dem Griechischen glauben zugethan sind,sich befinden, haben sie sich bemühet, denenselben eine Überse-tzung des Neuen Testaments in ihre sprach , Massen sie bisdahin nur etliche schlechte breviaria und Meßbücher gehabt ha-ben, zu verfertigen: welches sie auch glücklich zu stand gebracht,und mit gedoppelten buchstaben um das jähr 1563. in druck ge-eben. Bey der Croatischen edition, welche mit Cyrulischenuchstaben ausgedruckt ist, haben sich nach der dedication un-terschrieben Primus Trüber Creime, Antonius Dalmata, undStephanus Conlul Histrianus, Tübingen 1363. Die in Gla-golischen buchstaben verfaßte edition führt allein den nahmenPrimi Trüben , Pfarrherrn zu Urach , an. 1362. Sonst hatman auch ein Neues Testament in Windisther sprach mit Latei-nischen buchstaben. *

* Dänische Bibel. Von den verschiedenen auflagen dersel-ben findet man einige Nachricht in Le Long biblioth. sacra,pag. 287-292. ed. Bosrn. welche zwar in ermanglung einer aus-füyrlichern angenehm zu lesen, aber doch viel zu kurtz ist.

Htstor, Leute»» 11 . Theil.

Man hat versprochen, in einer gewissen monat-schrift, so unterdem titul: Dänische Bibliotheck, an. 1738. in 8V0, hatangefangen heraus gegeben zu werden, von den ältesten, so vor-handen sind, Nachricht zu ertheilen. Unter denenselben kömmtzu erst das Neue Testament vor, welches an. 1324. in 8vo indieser sprach genau nach dem Lateinischen übersetzt, heraus ge-kommen. Es ist zu Leipzig bey Melchior Lotter gedruckt. Kö-nig Christiernus II. ließ es übersetzen, und haben verschiedenean der Übersetzung der IV. Evangelisten und der Apostel Ge-schichten gearbeitet. So wenig aber ausgemacht ist, wer solchegewesen sind, so gewiß ist es, daß Hans Mickelftn insonder-heit den andern theil, nemlich die Apostolische schriften übersetzthabe, von welchem ein eigener artickul nachzusehen. Es solldasselbe N. Testament von Christian Perersen , einem Canonicozu Lunden , im jähr 1331.neu übersetzt und heraus gegeben wor-den seyn. Es wird auch gefunden: der Psalter Davids insDänische übersetzt von Francisco Vormordo , einem Carmeliter,welcher an. 1528. zu Rostock gedruckt worden. Die erste Über-setzung der gantzen Bibel aber wurde durch Petr. Palladius ,Olaus Chrysostomus, Johann Synningius, und Ioh. Mac-cabäus, aus der ersten ausgab Lutheri verfertiget, und an.

gedruckt. Ioh. Paul Resenius, Bischoff in Seeland,gab an. 1605. eine neue Version nach dem grund-text heraus;welche Christian IV. König in Dänemarck an. 1633. verbessernliesse. Dänische Bibliotheck, I. und III. theil.

Englische Bibel: Es hat schon Ioh. Wicleff eine Überse-tzung in das Englische verfertiget, und zwar aus der LateinifchenVulgata , mir,etwas marginal-noten, weiche sich sowol gantzals stückweis öfters in denen Englischen bibliothecken findet:was einige von einer noch ältern Version vermelden, hat nichtseine völlige richtigkeit. Um die zeit der Reformation machtensich Wilh. Tyndal und Miles Coverdale daran, die Bibel ausden grund-fprachen zu übersetzen, welches zu stand kam an. 1363.;doch wurde diese Version von Henrico VIII. verboten, und eintheil davon verbrannt: wie denn Tyndalen selbsten ein gleicheswiderfahren. Man hält dafür, die unter Th. Mathai nah-men ausgekommene Version sey von obiger nicht unterschieden.An. 1562. kam die Genfer -edition durch Coverdale, Good-mann rc. zum ersten Vorschein: weil sie aber den Bischöfflichennicht anständig, hat M. Parker, Ertz - Bischoff zu Cantelberg,mit Zuziehung anderer Gelehrten unter Königin Elisabeth dieso genannte Bischöfliche Bibel verfertiget, welche zuerst umdas jähr 1373. an tag gekommen , und in öffentlichen gottes-dienst ist eingeführet worden. Weil aber dieselbe nicht gar ge,nau dem gründ - text nachfolgt, ist durch Jacobum I. die des,halben genannte Rönigliche Bibel procurirt, und an. 1612.zu stand gebracht worden: daran haben 47. gelehrte männergearbeitet, als da waren Andrews, Overal, Clark, King, Li-veleus, Reinold und andere. Sie drucket den gründ - text wohlaus; Die Ilebrailmi sind an den rand gesetzt; so auch, wozweyerley auslegungen platz haben, steht eine in dem text, die an-dere am rand rc. derselben bedient sich die Englische kirche bisauf den heutigen tag, obfchon die so genannte Genfer Übersetzungnicht gäntzlich in vergeß gerathen. Die Catholischen haben aucheine Englische Version aus der Vulgata durch das Collegium zuDouay, mit anmerckungen ausfertigen lassen an. 1609. Sohaben sie auch das Neue Testament, übersetzt von dem Collegiozu Rheims, an. 1382. gedruckt. Durell. vindic. eccles. Angl.Bootius, in animadv. ad V. T. Hody, de Biblior. text. Simon.Le Long, &c *

* Finnische Bibel. An. 1642. ist die gantze Bibel zuStockholm in dieser spräche gedruckt, und an. 1648. wiederaufgelegt worden.

* Formosanische Bibel. In dieser spräche hat Daniel Gravius die Evangelia Johannis und Matthäi an. 1661. zuAmsterdam , nebst einer Holländischen Übersetzung an der feite,und einer feinen vorrede drucken lassen. Le Läng, P. n.

Französische Bibel: Ehe die Waldenser entstanden, findensich keine Französischen Übersetzungen der gantzen Bibel. Umdie jähr 1170. und n8o. ließ sich Petrus Waldus , obfchon erkein Gelehrter war, die fach angelegen seyn, und procurirtedurch Stevhanum de Ansa oder Emja eine Übersetzung, welcheaber niemalen gedruckt, und heutiges tags schwerlich in manu-script wird gefunden werden. Zu end des XIII. faecuB gabGuiard des Moulins , ein Canonicus von St. Pierre d'Aire,eine andere Übersetzung heraus: welche in manustript hin undwieder in bibliothecken befindlich: und auch an. 1487. zuParis gedruckt worden, ist aber mehrentheils eine ledige Über-setzung der Hißoriaä Scholasticae Petri Comestoris, und führt dentitul: Bible Historiäle . So ward auf befehl Caroli V. Kö-nigs in Franckreich, von Radulfo de Praelles eine Französische Version verfertiget, welche doch andere Oresmo, einem Cano-nico der kirche,1 zu Rouan zuschreiben. Die erste aus dengrund-fprachen verfertigte, und in druck heraus gegebene Überse-tzung war P. Roberti Olivetani, so ans taglicht kommen zuWelsch - Neuenburq , sonsten Neufchatel genannt, in derSchweitz an.1335.Ioh. Calvinus that dabey gute dienst: wie erdenn hernach dieselbe oft, sonderlich in der redens-art verbessert.Und diß ist eben die bekannte Genfer - Version, welche sehr oftvon neuem übersehen, und nicht nur in der schreib - art,sondern auch in dem verstand mercklich ist verbessert wor-den, als sonderlich an. i;88. von Bertram, Bera, Fane rc.

A r Eben