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Hütten des Stifts aufgerichtet^ Das dritte handelt von denopfern , Priestern , und gesehen. Das vierte erzehlt die reifedes volcks Israel aus Egypten, und eine nochmalige austhei-lung des volcks und Wiederholung einiger gesetzt. Das letzte istgleichfalls eine Wiederholung der dem volckIfrael erzeigten wohl,thaten, und daraufder gesetzt, nebst beygefügten Verheißungenund drohungen, und endlich eine erzehlung desjenigen, was sichkurtz vor Mosis tode zugetragen. In dem buche Iosua wird diegeschieht des volcks GOttes von dem tode Mosis an , 17. jährlang fortgeführet, wie nemlich dasselbe unter der anführung Jo-suä das gelobte land eingenommen , und unter die stämme aus-getheilet. Das buch der Richter continuiret diese Historie, bisan den tod Simsons , und erzehlet was unter den Richtern inIsrael vorgegangen. Das buch Ruth enthält die geschichtevon der Ruth und ihrer Heurath mit Boas . Die zwey bucherGamuelis, davon das erste die Historie von den HohenpriesternEli und Samuel , dem Könige Saul , und den ansang vonDavids thaten bey leb-zeiten Sauls; das andere die fortsctzungder Historie Davids, bis zu der zeit, da er das volck gezehlet, vor-stellet. Die zwey bücher der Röntge, welche auch nach derLateinischen Bibel das dritte und vierte buch der Könige heissen,weil die beyden bücher Samuelis die zwey ersten bücher der Kö-nige genenner werden, begreiffen die Historie von dem tode Da-vids , der regierung Salomonis, und der folgenden Könige inIsrael und Iuda , bis auf die Babylonische gefängnis. Diezwey bücher der Chronick wiederholen die geschichte der Köni-ge in Israel und Iuda , mit hinzufügung einiger umstände, so inden buchern der Könige ausgelassen worden, und mir vorherse-tzung eines stamm-registers der Alt-Vatter in allen 12. stämmenund des geschlechts Davids, bis nach der Babylonischen gefäng-nis. Das erste buch Esra begreift die Historie von der freylasssung des Jüdischen volcks aus der Babylonischen gefängnis,voncrbauung des tempels und von allerhand anstalten, so Esra ge-macht , von dem ersten jähr des Königs Cyri, bis auf das 20.jähr Artaxerxis Longimani. Das andere buch Esrä, oder wiees von seinem Urheber genennt wird, das buch Nehemia, füh-ret diese erzehlung fort bis auf den ansang der regierung DariiNothi. Das buch Esther und Hiob melden dasjenige, wassich mit diesen beyden Personen , davon sie den nahmen führen,zugetragen. Die Psalmen, sind lieber zum lobe GOttes undWeissagungen von Christo, davon David die meisten verfertigethat. Die Sprüche und der Prediger Salomonis zeigen denweg zu der wahren glückseligreit. Das hohe Lied Salomo-nis beschreibet die geistliche Vermählung Christi mit der gläubi-gen seele. Die Propheten weissagen von dem zustande desJüdischen volcks, von der zukunft des Meßiä , und von demzustande der Christlichen kirche. Es werden aber die Prophetenrn die grosse und kleine Propheten eingetheilet. Die grossensind: Iesaias, Ieremias, Hefekiel und Daniel. Derkleinen sind 12. nemlich: Hoseas, Joel, Amos , Obadias ,Ionas , Michas, Nahum , Habacuc, Zephanias, Hag-gat, Zacharias und Malachtas. Alle diese haben in einerzeit von 400. jähren, als von der regierung des Königs Loseäan , bis einige jähre nach der Babylonischen gefängnis gelebet.Diese bisher erzehlte bücher pfleget man Canonicos zu nennen,weil sie sowol von Iüden als Christen von Göttlicher autoritätangenommen werden. Apocryphi hingegen werden diejenigengenennet, deren eigentliche Verfertigung man nicht weiß, und diekeine kennzeichen der Göttlichen autorität spüren lassen. Als dasbuch Judith, so eine Historie von dieser weibs-person begreift,wie sie durch enthauptung des Holofernes Israel von den Assy-rern errettet hat, welches aber einige vor ein geticht halten.Das buch der Weisheit, und das buch Jesus Syrach ,zeigen den weg zur wahren Weisheit zu gelangen, und derselbennutzen. Das buch Tobiä ist eine Historie von einem manndieses nahmens und dessen söhn , enthaltet auch viele umständevon dem, so den Iüden in der zeit der Assyrischen gefangen-schafft begegnet. Der Prophet Baruch, die zwey bücherder Maccabäer, beschreiben die Verfolgung und kriege der Iü-den , unter der regierung der Könige in Lryrien, ohngefchr 40.jähr lang, bis auf das 130. jähr vor Christi geburt. Hernachsind noch einige tragmema, als stücke in Esther, Historie vonder Susanna und Daniel, vom Bel zu Babel, vomdrachen zu Babel, das gcbat Asaria, der gesang derdrey männer im feuer, und das gebat Manasse. Diebisher erzehlte bücher sind meistentheils in Hebräischer sprächegeschrieben , ausgenommen etliche derjenigen, so mattApocry-phos nennet, wiewol keines derselben mehr in Hebräischer sprä-che vorhanden. Es wollen einige vorgeben , daß die ältestenbuchstaben, die sie darzu gebrauchet, Samaritanisch gewesen,und daß sich nach der Babylonischen gefängnis die Iüden derneuen Chaldäischen buchstaben bedienet hätten. Sie sind auchzum öfter», vornemlich aber auf begehrendes Egyptischen Kö-nigs von den 70. Dolmetschern, ins Griechische übersetzet.Aquila, Theodotion und Symmachus haben nach der zeit auchihre Übersetzung gemacht, und noch andere mehr von etlichen bü-chern her Bibel. Origenes hat alle diese verstones in seinen He-xaplis zusammen gefast, und in gewisse columnen neben einan-der und den Hebräischen text mit Hebräischen und Griechischenbuchstaben auf der feite darneben gesetzt. Die Evangelisten,Apostel und alten Kirchen - Vätter haben sich der Übersetzung der70. Dolmetscher bedient, und die alte Lateinische version ist auchdarnach gemacht. St. Hieronymus aber hat den grösten theil
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des Alten Testaments nach dem Hebräischen ins Latein versetzet,welche insgemein die Vulgata genennet wird, ausgenommen dieÜbersetzung der Psalmen, welche von des Hieronymt seiner un-terschieden ist, und noch von der zuvor in Übung gewesenen fogenannten Italischen Version übergeblieben. Die bücherdes Neuen Testaments sind die 4. Evangelisten, oder dieHistorie von JEsu Christo , die Apostel- Geschichte, 14.Episteln pauli, 2. Episteln petrt, 3. Episteln Johannis,die Epistel an die Hebräer, die Epistel Jacobi, die Epl,stel Iuda und die Offenbarung Gl. Johannis. Der ersteunter den Evangelisten ist St. Matthäus, von welchem etlichevorgeben, daß er den Iüden zu liebe Hebräisch geschrieben, foaber nicht bewiesen ist. St. Marcus, welcher in vielen stü-cken dem Matthao nachfolget, und denselben fast nur in derkürtze zusammen gezogen. St. Lucas, als er sahe, daß vieledas leben Christi ohne genügsame Nachricht schrieben, gab er ei-ne wahrhaftige erzehlung von dessen Verrichtungen. Er verfer-tigte auch das buch, der Apostel Geschichte genannt, und begriffdarinnen einen grossen theil der kirchen-historie von der Himmel fahrt Christi bis auf das vierte jähr Neronis. St.Johannes,der liebste jünger JEsu, hat am ende seines lebens, bey naheioo. jähr nach Christi geburt, sein Evangelium geschrieben, diewahre Gottheit Christi wider Ebionem und Cerinthum zu be-haupten. Man hat auch von ihm 3. Episteln und die Offen-barung oder Weissagung von dem zustande der Christlichen kir-che bis auf die letztern zelten, so er auf der insul Pathmos ge-schrieben. Von den Episteln pauli ist die erste an die Römer,die andern beyde an die Corinthier, alsdenn eine an die Gala-ter, eine an die Epheser, eine an die Philipper, eine an dieColosser, 2. an die Theffalonicher, 2. an den Timotheum,eine an den Titum, und eine an den philemonem, welchendie Epistel an die Ebräer hinzu gethan wird, obgleich einigezweifeln wollen, daß sie Paulus gemacht habe. Die erste Epi-stel petri ist zu Babylon, und die andere zu ende des lebensdieses Apostels geschrieben. Die Epistel Jacobi hat derjenigeIacobus, so ein anverwandter Christi war, verfertiget. DieEpistel Iudä hat des Jacobi und Simons bruder, ein söhnAlphei,geschrieben. Alle diese schriften sind in Griechischer sprä-che verfertiget, und als Canonische aufgenommen, obgleich ei-nige von der andern Epistel Petri, der Epistel Iudä, der an-dern und dritten Epistel Iohannis , und der Offenbarung Io-hannis , zweifelhafftig gewesen. Waltberi officina biblica.D« Pin , biblioth. des auteurs eccles. tom. I. & proleg. fürla Bible. Richard Simon , hist. critiq. du V. & du N. T.und die dawider heraus gegebene bücher. Heideggers enchirid.bibl.
Aethiopische Bibel; die gantze Bibel soll zwar in die Ae-thiopische spräche übersetzt worden seyn, man hat aber bishernur einige stucke davon gesehen, als den Psalter, das hohe LiedSalomonis, und das Neue Testament, welche absonderlichgedrucket, und hernach den Bibliis Polyglottis in Engelland ein-verleibet sind. Der Psalter ist auch aufs neue an. 1701. miteiner Lateinischen Version, wie auch variis lectionibus, undnotis philologicis von Jobo Ludolfo und Johann HenricoMichaelis, LL. 00 . auf der Universität Halle Professore,heraus gegeben worden. Es ist aber die Aethiopische Überse-tzung nach den 70. Dolmetschern gemacht, und vielleicht auchwol nach der Cophtischen, welche man aus den 70. Dolmet-schern genommen.
*Angel-Sachsische Bibel. Dieselbe soll schon vor altemübersetzt worden seyn von einem gewissen Aelfrico, Abt zu Mal.mesbury. Wilhelm Lisle ,ein Engelländer, ließ an. 16;8. eini-ge stücke der durch Aelfricum übersetzten Bibel drucken. EdmundTwatts gab erst an. 1699. die gantze Übersetzung zu Oxford her-aus. Die vier Evangelia aber hatte schon Matthäus Parcker zuLonden an. 1571. herausgegeben; welche Thomas Marschallan. 1665. mit Angel - Sächsischen charactern wieder auflegenliesse. Ioh. Speelmann gab an. 1640. die Psalmen in ebendieser sprach heraus. D. Caimct, Diction.
Arabische Bibel; es giebt unterschiedene Arabische Bibeln,der einen art bedienen sich die Iüden in demselben lande, wosie Arabisch reden , und ist dieselbe von dem R. Saadias , mitdem zunahmen Haggaon oder Excellens, der im IX. feculo gele-bet , verfertiget worden; der andern die Christen im Morgen-lande , wo diese spräche im schwang gehet. Jene find nach demHebräischen, aber der Christen ihre nach unterschiedlichen andernÜbersetzungen gemacht. Also haben ;. e. die Syrer ihre Bibelins Arabische vertiret, weil das gemeine volck nicht mehr die Sv«rische spräche verstehet. Aus eben dieser Ursache haben es auchdie Cophtischen Christen gethan , und dannenhero wird von etli,chen die eine Übersetzung die Antiochenische, die andere die Ale.xandrinische genennet. Die Alexandrinische soll diejenige seyn,welche in den Englischen und Parisischen Bibliis Polygottis anzu-treffen , von welcher aber andere vorgeben, daß sie des R. Saa.dias sey, oder doch aufs wenigste sehr mit derselben übercinkommet. Auguflinus. JuJUnianus , in Psalm. XIV. v. 84· Erpeniipraefat. in Pentateuchum Arabicum. Pocock. specim. Arabic .Hottingerus , thesaur. Philol. lib. I. c. 3. fest. 2. & inanalect.histor. Theolog. Waltonus , prolegom. Kortkolt, de Scripc. S.edition. c. 17. Pfeifer, in critica S. &c.
Armenische Bibel; es ist von der gantzen Bibel eine ziem-lich alte Version vorhanden, zum gebrauch der Armenischen
Christen,