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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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den Genfern an. i? 6 r. heraus gegeben worden. Doch istwol die beste und fleißigste die von Ioh. Diodati aus den grund-sprachen verfertigte und mit noten versehene Übersetzung, wel-che an. - 607. zu Genf aus licht gestellet, der Urheber aber/ weiler dieselbe in seinen lösten hat drucken lassen / zu gründ gerichtetworden. Disquis. critic. de variis Bibl. edit. Simon , critiq.Le Long, biblioth. sacr. Sentim. de quelq. Theol. de Holl. *

Lateinische Bibel ; Man hat gleichfalls unterschiedene La­ teinische Übersetzungen. Die älteste / so uns bekannt , ist dieje-nige / welche man Italam nennet / deren man sich in der erstenOccidentalischen kirche, bis auf die zeiten Gregorii M. bedienethat. Sie war nach den 70. Dolmetschern verfertiget, und istvon derselben nichts mehr, als einige fragmenta , darunter son-derlich die Übersetzung der Psalmen/ vorhanden. Der fleißigeBenedictiner Dom. Martianai hat noch neulich getrachtet, die-selbe so viel möglich, zu ersetzen / indem er alle spruche, mUche von den Lateinischen Kirchen-Lehrern angezogen werden,und theils vor Verfertigung des Hieronymi Version geschrieben /theils zwar nach derselbigen, aber so, daß sie sich dennoch de-ren nicht gebraucht, zusammen gelesen hat. Allein es ist leichtzu erweisen, daß diese art eine dolmetschung der heiligen Schrift

B ersetzen, eben die sicherste nicht seye ; indem diese scribentenfast nimmer an die Wort gebunden / und die spräche der heil.Schrift meist aus ihrem gedachtnis angezogen, da sie zwar denverstand derselben richtig treffen , die wort selbst aber und ge-naueste ausdrückungen gar selten zu behalten pflegen. Die an«dere nennet man Vulgatam , welche gemeiniglich dem Hierony-mo pflegt beygelegt zu werden, bis auf die Psalmen, welcheman aus der alten Übersetzung soll behalten haben. Diese Vul-gata ist von dem Concilio zu Trident in der Catholischen kircheöffentlich eingeführet worden, und da sich in den editionibusein grosser unterscheid befand , hat sich erst Sixtus V. und her-nach Clemens VIII. angelegen seyn lassen , eine verbesserte edi-tion darzustellen. Vorhero aber hatten sich gleichfalls einige Ca-tholische Theologi bemühet, diese version zu verbessern, da denninsonderheit die edition der Löwenschen Theologorum Hoch ge-schätzet,und derjenigen,welche die Theolog! zu Paris Heraus gege-ben/vvrgezvgen wird. Robertus StepHanus hat auch seinen fleißhierinnen erweisen wollen, darüber aber mit den Theolog!« zuParis viel streit bekommen. Isidorus Clarius , ein Abt zuBrixen , Hat gleichfalls die Vulgatam nach dem Hebräischen ver-bessert , wodurch er ebenfalls bey vielen schlechten danck verdie-net. Es sind auch einige gantz neue verfion.es , als unter denCatholischen Santis Pagnini, welche Benedictus Arias Mon-tanus verbessert, und seiner Bibel mit einverleibet; unter denResormirten Sebastiani Münsteri, Sebastiani Castalionis,die Zürcher,welche version auch sonst unter dem nahmen Vatablibekannt ist,Emanuelrs Tremellii und Francisci Junii; unter denLutheranern Lucä Osiandri, welcher aber vielmehr die Vulga-tam nur verändert hat, und Sebastiani Schmidii. DaS NeueTestament ist insonderheit von Erasmo Roterodamo, Schmidiound Beza übersetzet worden. Waltheri officina bibl. W<m>e-rius , synt. de Graec. & Lat. interp. Calov. in crit. sacra. DaPin , prolegom. für Jes Bibl. Simon. Kortholt . Pfeiffer. &c. *

* Litthautsche Bibel. Davon ist ehedem in Engelland an.1660. eine edition zum Vorschein gekommen. LeLong, bibl.sacr. Das Seminarium Lithuanicum zu Halle hat vor einigerzeit versprochen, eine neu-verbesserte aufläge zu besorgen. Gel.Zeitung, 1729. p. 6,9.

* Malabarische Bibel. Davon hat man bis dato das NeueTestament im druck gesehen, welches Bartholomäus Ziegen-balck und Johann Ernst Gründler übersetzet, und zu Trangue-bar unter die presse gegeben. Man verhoffet zu seiner zeit auchdas Alte Testament in dieser spräche, bie sonst auch die Dame-lische heisset, zu lesen. Rtlationes Malabarica.

* Malerische Bibel. In dieser spräche ist anfangs das erstebuch Mosis , die IV. Evangelisten und Apostel Geschichte be-kannt gewesen; bis an. i sog. Daniel Browerius das gantzeMalaische Reue Testament heraus gegeben, und zu Amster­ dam hat drucken lassen.

Moscowitische Bibel, ist in dem XVI. und XVII. soculoetliche mal gedruckt worden. Einige geben für, sie sey nach derVulgata gemacht; es ist aber gewiß, daß sie nach der Griechi-schen , welcher sich die Orientalische kirche bedienet, verfertigetworden , wie denn Scaliger , Breerewood und andere sehrwahrscheinliche gründe angeben, daß sie Cyrillus und Melho-dius verfertiget. Zu ansang dieses soculi hat man auf befehlPetri Alexowitz, des Czaarn , eine neue nach dem grund-texteingerichtete deutlichere version zu verfertigen angefangen, dar-an Ern. Glück gearbeitet hat. Okarü reise, üb. III. c. 22.

Ba.ngit ceelum Orient.p. 207. Simon. Kortholt . Pfeiffer. sseNtzelgmonatl. Unterredung an. 1690. Mem. deTrevoux, an. 1706. *

persische Bibel. Die alten Kirchen-Vätter gedencken einerÜbersetzung der Bibel in die Persische spräche, davon aber vonlanger zeit her nichts mehr vorhanden gewesen. Die Iüden zuConstantinopel haben eine Persische version von den fimf düchernMosis mitHebraischen buchstaben drucken lassen,welche man her-nach mit Persischen charactern in den Polyglotte in Engellandwieder ausgeleget. Diese ist von einem Iüden, Jacob Tawo-sus oder Tauujus, verfertiget. Man hat auch eine doppelte Über-setzung der IV. Evangelisten, ingleichen eine doppelte version des

Psalters. Hotting. dissert. Philol. Theol. ;. Kortholt . Pfeif·fer. &c. *

polnische Bibel. Schon in dem XIV. Lculo soll aus ver-sorg der Königin Hebwigs, Iagellonis gemahlin, die Bibel indiese spräche übersetzt worden seyn: andere schreiben ein gleichesIagellonis letztern ehegemahlin Sophiä bey. An. 1^99. wardeine Bibel aus der Vulgata übersetzt und gedruckt. So findensich Übersetzungen der Teutschen version Lutheri. Aus vorsorgNicol. Radziwil haben auch die Socinianer eine Übersetzungaus den grund-sprachen zu stand gebracht , und an. 156;. inLitthauen drucken lassen. Kortholt , de variis Script. edit. Re~genvolfcius, in hist. eccl. Slav . *

Ramondtsche Bibel. An. 1720. ist die Bibel in diemondische oder Romanisch-Pündtnerische sprach übersetzt, zuChur das erste mal heraus gegeben worden. *

Gamarttanische Bibel. Die Samaritaner nehmen nichtmehr als die fünf bücher Mosis an, welche sie sowol als die Iu,den in Hebräischer spräche lesen, nur daß sie in den buchstabenvon einander unterschieden sind, wie schon Hieronymus ange-mercket, und es der klare augenschein von selbst giebet. Möri-nus hat sie am ersten drucken lassen mit einer Übersetzung, wel-che die Samaritanische genennet wird, wiewvl sie aus einer sprä-che bestehet , die von der Chaldäischen nicht viel unterschieben.Beyde befinden sich in der grossen Bibel des Herrn le Iay, undin den Englischen Polyglottis. Sonst haben die Samaritanernoch eine Arabische Version von den fünf büchern Mosis, soaber noch nicht gedruckt und sehr rar ist. Einige wollen auch,daß eine Griechische version dieses Pentateuchi soll vorhandengewesen seyn, welches aber andere in zweifel ziehen. Der Ara-bische Übersetzer nennet sich Abusaid, Fil. Abul Hakeim, und hatauf dem rande einige noten dabey geschrieben. Weil ihm desX. Saadiä , welchen er Phiumenfem nennet , von der stadt undlandschafft Phium in Ober-Egypten zur lincken des Ril-flussesgelegen, version nicht anstünde, ward er bewogen, diese neueÜbersetzung zum behus der Samaritanern zu verfertigen. Die-selbe schrieb sich hernach ein gewisser Abul bircat auch zu. Siehaben zwar auch die Historie von Iosua , halten selbige aber nichtvor canonisch , und kommt dieielbige auch nicht mit dem rech-ten buch Iosua überein. Morinus hat den Samaritanische»Pentateuehum dem Jüdischen vorgezogen , aber darüber grof-sen streit bekommen, und Haben sich ihm insonderheit Simonde Muis, Johann Heinr. Hottingerus, Franc. Tailerus,und Arnold Bootius widersetzet. Morini exercit. de Peru tateucho Samarit. Hottingerus , exercit. Anti - Moriniana &differt. Philol. Theol. IValtonus , in prolegom. Biblior.Anglic. Leus den. in Philol. Hebrseo mixto. Konhoit. PfeifferSimon. &c.

* Schwedische Bibel. An. 1 z; 4. ist die gantze Bibel in die-ser spräche zum ersten mal, dann an. 1541. zu Upsal in fol. ge-druckt , an. 1617. aber auf befehl Gustavi Adolphi, von neuemübersehen, wieder aufgelegt worden. Sie ist nach Lutheri Über-setzung gemacht. Lnccenii hist. Suecan. VI. p. }o6.

* Slavonische Bibel. Man hat derselben verschiedene.Wie einige glauben, soll Hieronymus , oder Methodus und Cy-rillus schon die Bibel in die Slavonische spräche übersetzet haben.Wir lassen dieses an seinen ort gestellet seyn, und bemerckennur, daß die erste Slavonische Bibel durch Veranstaltung Con-stantini Hertzogs zu Ostronien an. 1581. hernach an. 166;. unterder regierung des Rußischen Czaars Michaelowitz, wie auch zuWittenberg an. 1548. heraus gekommen. Kohl. introd. instör. & rem litterar. Slavor.

Spanische Bibel. Ob eine gantze Bibel schon in dem XIII.feculo unter der regierung Jacobi sey verfertiget worden, wiedu Fresne berichtet, ist nicht gantz richtig : daß aber schonlängst vor der Reformation unterschiedliche stücke davon in diesesprach übersetzt worden, erweisen die unterschiedliche in biblio-thecken befindliche manuscripten. Caßiodorus de Reyna hateine Spanische version der gantzen Bibel nach dem grund-textund Pagnini Übersetzung ausgefertiget, mit notis und argu-mentis versehen, und an. 1569. zu Basel in 4. drucken lassen.Diese ist von Cypriano de Valera ferner übersehen, nach demgrund-text verbessert, und an. 1602. zu Amsterdam in fol. herausgegeben worden. Das Neue Testament hat Franc.Enzinas oderDryander aus dem Griechischen in die Castlltanische sprächeübersetzt zu Antwerpen an. 1^42. ans licht gegeben. Sonstfinden sich auch Spanische von den Juden gemachte Versionendes Alten Testaments , wie dann sonderlich die zu Ferrara durchHier. de Vargas und Edoarb Ptnel an. 15;;. verfertigte edi-twn, welche hernach von Menasse ben Israel wieder übersehenund tn druck gegeben worden, bekannt ist. Ein rares stück istder in Hebräisch, Spanisch, neu Griechisch und Chaldäischmlt Iarchi comment. zu Constantinopel an. 1547. mit Hebräi-schen buchstaben gedruckte Pentatenchns. R. Simon . Difquif.critic. Du Cange, gloffar. Lat . Le Long> &c. *

Syrische Bibel; Man hat zweyerley Übersetzungen des Al­ ten Testaments in die Syrische spräche. Die erste ist nach demGriechischen der 70. Dolmetscher gemacht, und niemals ge-druckt. Die andere nach dem Hebräischen, und das erste malin der grossen Bibel des Herrn le Iay heraus gegeben. Es ge-brauchen sich derselben die Syrische Christen tm Morgenlande.Den Psalter hat Gabriel Sionita mit einer version und Puncten,

A 4 und