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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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und Erpenius zu gleicher zeit mit einer andern von sich verftr-tigten Lateinischen Version, aber ohne Puncten, edirt. Das Sy-rische Neue Testament hält man vor sehr alt, so gar daß geglaubtwird, es sey zu der Apostel reiten gemacht worden. Weil esden Griechijchen text sehr wohl exprimiret, wird es ins gemeingar hoch geschätzt. Albertus Widmanstadius, OesterreichischerCantzler, hat es an. 1362. am ersten zu Wien in Oesterreich mit schönen Syrischen buchstaben drucken lassen, doch ohne Ver-sion , welche hernach Guido Fadricius Äoderianus, dessenÜbersetzung sich in dem Spanischen Öftere Biblico befindet, in-gleichen Tremellius und Trostius verfertiget. Doch mangeltenin dieser und andern editionen bisher einige stücke: gestalten erstan. 1627. Lud. de Die» aus einem manuscript I. Scaligeridie Offenbarung Johannis, und an. 16,0. Ed. Pococke, aus derBodlejanischen bioliotheck das erste mal, die andere Epistel Pe«tri, die zweyte und dritte Johannis und die Epistel Judä in die-ser sprach zu Leiben hatte drucken lassen. Hernach hat es Aegi-dius Gutbier und nach ihm I. Leusden und C. Schaaf wiederausgegeben, und dasjenige, so in des Widmanstadii edition feh-let, hinzu gethan. Fabricius , prcefat. in Gymnas. Crinesii. Wal-tberi offic.bibl. Franzius, interpr. Script.S. Waltonus. Kortb. *

Teutsche Bibel. Einige wollen behaupten, es seye bereitszu den Zeiten Caroli IYI. die heil. Schrift in die Teutsche sprächeübersetzet, welches auch nicht unglaublich, wenn man dengrossen eifer dieses Kaysers vor die Christliche religion bedenckt.Doch hat man bisher kein recht glaubwürdiges zeugnis aus al-ten scribenten beygebracht, und der jüngern ihres, als Fran-cisci Junii, Amerdachii und Espencäi, wollen nicht zulänglichseyn , wiewol sehr wahrscheinlich, daß aufs wenigste einige stü-cke übersetzt worden. Daß man aber zu den zeiten Ludovici Piidie gantze Schrift in Teutsche reimen übersetzet, erhellet aus dervorrede eines alten in Sächsischer spräche geschriebenen buchsbey dem Andrea du Chsne. Es ist aber selbige Version, wie ei-nige Gelehrte angemercket, nicht mehr vorhanden. Von denbesondern Übersetzungen einiger theile, als der IV. Evangelisten,durch Ottfridum, einen Mönch zu Weissenburg , und des Psal-ters , so Notgerus Labeo, ums jähr 980. soll verfertiget haben,wollen wir anjetzo nichts gedencken. In den folgenden zeitenfind einige andere Übersetzungen gemacht worden, davon sich un-terschiedene , sowol geschriebene als auch gedruckte exemplariahin und wieder in den bibliothecken befinden, insonderheit hatman gedruckte Teutsche Bibeln zu Nürnberg von an. 1477- inwelchem jähr auch zu Augspurg dieselbe zweymal gedruckt wor-den ; wiederum zu Nürnberg an. 148;. und zu Augspurg an.148». 8;. und 87 . rc. Doch wollen einige behaupten, daß dieallererste an. 1467. gedruckt sey. Hierauf hat Lutherus eineÜbersetzung verfertiget, in welcher arbeit ihm v. Bugenhagen,Justus Jonas, Melanchthon , Cruciger, Aurogallus, Äernh.Zieglerus, v. Forsterus rc. hülfliche Hand geboten; da er dennan. 1 5 r2. das Neue Testament, an. 1 5 2z . die fünf bücher Mo-fis, an. 1524. die historischen bücher, nebst dem Hiob und Psal-men, an. 1527. wie es scheint, die übrigen voetischen bücher,an. 1529. den Esajam und 1331. und 32. die übrigen Prophetenheraus gegeben. Endlich hat man an. 1534. die völlige Bibelans licht gestellel, doch so, daß man vörhero eins und das an-dere darinnen geändert, und von dem Psalter nicht die Versionvon an. 1324. sondern eine andere von 133'. hinein gesetzt, weiljene gar zu viel von der Hebräischen redens-art behalten hatte,und dahero etwas undeutlich geschienen; deswegen die ersteÜbersetzung von an. 1324. ziemlich rar gewesen. Weil aber vie-le selbige zu lesen verlanget, hat man sie demjenigen tomo derschriften Lutheri, welcher an. 1370. zu Halle gedruckt, mit ein-verleibet. Hierauf ist diese Übersetzung der Bibel noch bey led-zeiten Lutheri etliche mal aufgeleget worden, und hat er sonder-lich die an. 1341. zu Wittenberg gedruckte edition revidiret, auchunterschiedenes darinnen geändert. In selbigem jähre hat manauch zu Leipzig die Teutsche Bibel gedruckt, aber nicht nach die-ser letztern, sondern nach der ersten edition. Er hat gleichfallsgeschehen lassen , daß in den folgenden editionibus eines undhas andere geändert worden. Nach seinem tobe hat M. GeorgeRörer, welcher sonst die Bibel allezeit corrigiret, in einer edi-tion eines und das andere auf verlangen v. Lutheri, wie er vor-gegeben , und mit vorbewust der theologischen Facultät zu Wit-tenberg, geändert. Unter den vielen editionen dieser Versionhaben auch ein gutes lob die zwey mit vielen anmerckungen ver-sehene Baßler-editione8 ; an deren erster» P. Werenfels, Dan.Schönauer rc. an der andern aber Friedrich Battier und Theo-dor Gernler gearbeitet. Diese Übersetzung hat zu unterschiede-nen andern Teutschen Versionen geleqenheit gegeben, insonder-heit hat unter den Catholischen Hieronymus Emserus dasNeue, und Johannes Eccius, ein Theologus zu Jngolstadt, dasAlte Testament, Johannes Dietenbergerus aber die gantze hei-lige Schrift, doch nach der Lateinischen Vulgata übersetzet. Indem XVII. feculo hat Caspar Ulenbergius, ein Professor undPastor zu Cöln, auf befehl seines Churfürsten , Ferdinandi, dieBibel ins Teutsche versetzt; dergleichen auch die MäyntzischenTheologi an. 1362. auf befehl des Churfürsten zu Mäyntz, Jo-hannis Philippi, gethan. Die Reformirten haben auch zu Zü­ rich eine neue Version verfertiget, so nach der Schweizerischen mund-art eingerichtet. Weil aber diese Übersetzung von Luthe-ri seiner nicht viel differiret, hat Johannes Piscator eine neueÜbersetzung heraus gegeben, welche hauptsächlich nach Tre-

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mellii und Junii Lateinischer Version, jedoch nicht ohne genauezusammenhaltung gegen dem grund-text, eingerichtet. Sonst hatauch unter den Socinianern Johannes Crellius und JoachimSteamannus eine Teutsche Übersetzung des N. T. gemacht,welche an. 1630. zu Rackau gedruckt worden. Es hat abernachmals Jeremias Felbinger noch eine andere Übersetzung desN. T. verfertiget, darinnen er sich bemühet, die Schrift nochmehr nach der Socinianischen Theologie zu verkehren.Die Jüdenhaben gleichfalls das A. T. nach ihrer art ins Teutsche gebracht;und gedencket bereits Matthesius einer solchen Version von denfünf büchern Mosis; Lutherus aber scheinet an einem orte an-zuzeigen , daß sie die Propheten übersetzet haben. Unter denneuern ist sonderlich bekannt des Josephi Athiä seine, welche zuAmsterdam an. 1670. mit permißion der Staaten von Holland ,und des Uri Veibsch, welche an. 1679. mit permißion des Kö-nigs in Polen , Johannis III. ans licht gekommen. Unter dieallerneuesten Übersetzungen aber gehören zwey, so von demN. T. von einigen, die sich zur Lutherischen lehre bekennen,verfertiget worden, davon die eine von Caspar Ernst Triller an.1703. und zwar nach vorgeben des titul-blats zu Amsterdam edirt; die andere aber hat Johann Heinrich Reih gemacht,und zu Offenbach am Mayn eben dasselbige jähr heraus ge-geben. Du Cbhse, tom. II. script. Franc. p. 326. Hott'm^erus ,in Bibliothecario lib. I. c. 3. UfJerius , de Scripturis ver-nac. Morhof. von der Teutschen spräche, P. II. c. 7. TenyelsUnterredung, an. 1692. an. 1693. &c. Matthesius , de vita Lu-theri conc. 13. Waltherus, offic. bibl. Franzius , de in-terp. Script. S. Mayer , hist. version. Germ. Bibl. Lutheri.Calovius , in prxloquio Bibl. illustr. Gerhard, exegesi locor.loc. 1. Sixt. Senensis , Bibl. S. lib. IV. Greifer, de novistranslat. Bibl. c. x. Simon , bist. erst. du V. T. Kortholt, deScript. S. edit. c. 2;. Pfeiffers critica S &c. *

Türckische Bibel. Bisher ist wenig biblisches in dieserspräche zum Vorschein gekommen : allein Guilielmus Seamanhat das Neue Testament darin» an. 1666 . zu Oxford im drucklassen ausgehen. *

* Virginische Bibel. Diese hat man vor einiger zeit ver-sprochen , uns ist aber noch nicht wissend, ob es würcklich erfül-let worden. Gelehrte Zeitung, 1728. p. 982.

Wallische Bibel. In dieser sprach, welche sonst auch dieCambrische genannt wird, und die wahre mutter-sprach deralten Britannier gewesen, ist eine Bibel unter der Königin Elisa-beth von Wilh. Morgan und Rich. Davies verfertiget, von denBischöffen übersehen und approbirt, und an. 1388. zu Londen gedruckt worden: welche hernach zu unterschiedlichen malenverbessert wieder aufgelegt worden. *

* wendische Bibel . Man hat erstlich an. 1703. auskostender Frau Gersdörffin, einer gebohrnen von Friesen , den Psal-ter in der Sorben spräche übersetzet. An. 1706. machte sichMich. Frentzel über das Neue Testament, und gab selbiges ingedachter spräche heraus. Endlich vereinigten sich vier Laußnitzi-sche Prediger, Joh . Lange, Matth . Jobisch, Joh. Böhmer undJoh. Wauer , dieses werck zu stände zu dringen. Jeder nahmsich einen theil vor zu übersetzen, und kamen deswegen fünfundvierzig mal zu Bautzen zusammen , giengen mit einander ihreÜbersetzungen durch , untersuchten auch jeder des andern seinearbeit zu Hause, und brachten also von dem 14. april 1716. bisden 27. sept. 1727. das gantze werck zu stände, darauf es an.1728. zu Bautzen im druck unter folgender aufschrift herauskommen: Biblia , to je Zyle ßwiate Ptfimo, starecho aito weho Sakonia. predy do niemskeje wot v. Mer-tena Luthera, nitko do bornej wucziskese ßeerskejere czesewshitkeje ßwier no szu a prozu wot nikorrviaEvangeltskitz priderow pshe wozena. Gishcza naw Bu-deschin, 1728. IN 4to. AHa Erud. 1729. in decemb. Auserlese-ne Theologische bibliotheck, P. XXXVII. p. 40. seqq.

Btbelöburg, siehe wiflisburg.

Biben, Crainerifch pitschem, lat. Petina, Pedena, einestadt in dem Histerreich, in der Grafschafft Mitterburg, nichtweit von dem stuß Arsa, auf einem hohen berge gelegen. Sie istnicht gar zu groß, schlecht gebauet, und hin und wieder voll fei-sen; die gegend aber da herum ist sehr fruchtbar, und mit köst-lichen Weinbergen, ölbäumen und Wäldern umgeben. Diestadt sowol als das daselbst befindliche Bißthum, welches unterAquileja gehöret, und 2. städte nebst r i. dörfern unter sich be-greift , hat der Kayser Constantinus M. sündirt, nachdem dercorper des Märtyrers Nicephori an. 324. hieher gebracht wor-den. Der Kayser Henricus schenckte diese stadt an. ioix. demPatriarchen zu Aquileja , von dem sie an Graf Albrechten vonGörtz, nachgehends an das Haus Aursperg, und endlich an denMarchesen de Prie gekommen. Megifer. Carinth. Lazius , demigr. p. 219. Vakasirr . Crain.

* Biber, ein flecken und amt in der Grafschafft Hanau , into Wetterau . Aus diesem amte wird zugleich anjetzo das klei-ne amt Altcnhaseln mit verwaltet, welches ehedem seine eigenenOber-Schultheissen hatte.

Biberach , eine freye Reichs-stadt in der landschafft Algöwin Schwaden , liegt an dem kleinen fluß Rüß, 4. meilen vonUlm , und treibt guten Handel mit barchent. Es befindet sich dar-innen ein reiches Hospital, welches ein alylum vor unvermesse-ne todtschiäger hat, und an. 1239. von zwey brüdern von Eschen-

dorss