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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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gestellek, und zugleich auch ansuchung gethan ward, daß, denverleumderischen anbringen seiner feinden kein glaube mochtezugestellet werden. Der König in Portugall vergnügte sich da-mit , und Vincentius Bichi hatte sich so vest in seine ärmsten

« , daß der König kurtz hernach einen Cardinals-Hut fürgehrte. Allein da der Cardinal Carolus Bichi den 7.nov. 1718. zu sterben gekommen, stelleten die übrige Cardinäledem Papst vor, wie es keineswegs anständig wäre, den Cardi-nals-Hut einem Prälaten zu geben, wider dene so hohe Häuptersich beklaget hätten. Nachdem tod Clementis XI. an. 1721.erneuerte der Portugiesische Hofsein begehren bey InnocentioXIII. und berufte sich auf das von dem Römischen Papst selbstdem Vincentio Bichi ertheilte zeugnis. Innocentius XIII. lies-se sich dadurch nicht bewegen, sondern berufte vielmehr Vin-centium Bichi zurück, und schickte Iosephum Firrao an seinestattuaher Lisabona; allein der König in Portugall wollte ihnnicht annehmen. Odwvlen nun Vincentius Bichi in dem sep-tembr. ,721. bey dem König seine abschieds - audientz gehabt,so wollte dieser Monarch ihn dennoch seine rückreise nicht an-treten lassen, er hätte dann zuvor von Rom die Versicherungerhalten, daß er zum Cardinal sollte gemachet werden. Hier-auf ward zu Rom in einer Congregation in Vorschlag gebracht,man sollte Vincentium Bichi zurück beruffen, und ihm, imfall er nicht gehorchen würde, mit der kirchen-censur droben,allein der tod Innocentii XIII. unterbräche dieses geschasst.Benedictus XIII . sein Nachfolger ward von neuem ersuchet fürVincentium Bichi. Obwolen nun dieser Papst geneigt war,den Portugiesischen Hof zu vergnügen, so hat es doch die gegen«partey dahingebracht, daß Bichi auf das feyerlichste von derCardinais-würde in einer in gegenwart des Papsts den 3. mertzan. 1728. gehaltenen Congregation ausgeschlossen ward. Danun der König in Portugall solches in erfahrung gebracht,brach er auf einmal alle gemeinfchafft und Handel mit demRömischen Hof und dem Päpstlichen gebieth ab. Dieses den3. jnlii an. 1728. ergangene vecretum warb erst den 31. oct.17z i. widerruffen, nachdem dem Portugiesischen Hof warhinterbracht worden, daß Vincentius Bichi den 24. sept. diesesjahres von Elemente XII. wäre zum Cardinal gemachet wor-den. Hierauf nun ist die so viele jähre gewährte zwistigkeitauf einmal gehoben worden. Vincentius Bichi, welcher Por-lugall mit genehmhaltung des Königs verlassen hatte, warden. junii an. 1731. in Italien angelanget. Er hatte sicherstlich nahe bey Livorno , und hernach zu Siena in seinem vat-terland aufgehalten, und endlich kam er den 8. februarii an.1732. auf den abend zu Roman, und stieg in dem xallastseines bruders des Marchese Bichi ab. Er hielte seinen öffent-lichen einzug in Rom den 17. besagten monats febr. und ge-langete zu der audientz des Papsts, welcher ihm in einem den;. mertz gehaltenen Consiitorio den Cardinals-Hut öffentlich er-theilete, und hernach ihm den titul S. Petri inMontorio bey-legte. Supplement de Paris .

*LMML-(Alexander) ein söhn Bernardini und Cosä Ban»dinWafurwenckeldes Cardinals Metelli Bichi, aus Siena gebürtig, wurde an. 1628. den 5. may Bischoff von Isola,und Apostolischer Nuntius zu Neapolis, an. 1630. aber Bi-schoff zu Carpentras in Franckreich, und bekam zugleich die Le-gation an Ludovicum XIII. Urbanus III. gab ihm daraufan. 1633. den 28. novembr. den Cardinals-Hut mit dem titul8. Sabinae. Er starb zu Rom den 23. may an. 1637. in dem 61,jähre seines alters. Ugheii. Ital. sacr. tom. IX. p. 3«.

* Bichms, (Anwuchs) ein söhn Firmani und enckel desCardinals Fabii, der hernach unter dem nahmen AlexandriVII. Papst worden, war zu Siena an. 1614. gebohren, underhielt den n. dec. an. 1632. nachdem er schon 3. jähr Päpst-licher Internuntius zu Cöln gewesen, das Bißthum zu MonteAlcino, von dar wurde er von Älexandro VII. den 6. mart.an. 1636. zum Bischoff zu Offmo, denn im folgenden jährezum Protektor des Carthäuser-ordens, und den 10. nov. an.1639. zum Cardinal-Presb^ter mit dem titul 8 . Mariae Ange-lorum erhoben. Diesen letzter» titul aber ließ er wieder fah-ren, als er an. 1687. den 3. mart. in das Bißthum Pa-lestrina eingesetzet wurde. Weil er geschickter war, ein Bischoff,als ein Cardinal zu seyn, und wenig verstand und wissenschafftch staats - geschähen besaß, hielten ihn die Chigi unter Ale-xandri VII. regierung immer von Rom entfernet, da er dennseine meiste zeit zu Osimo zubrachte, woselbst er auch den 21.febr. an. 1691. an der Wassersucht gestorben. Ugbetius , Ital.sacr. tom. I. p. 226. 313. & 997. Cennare, relat. dc la Coutde Rome.

* Bichiuo, (Carl) ein bruder des vorhergehenden Antonii,Cardinal und Abt von Montmchvur lez Ärles, war an. 1638.zu Siena gebohren. Er hatte anfänglich eine bedienung beydem Malthefer-orden, vor dessen einkünste er forge trug, undcvmmandirte hernach die Päpstlichen galeen als General -Lieu-tenant in Candia, wo er wenig ehre einlegte, und sich den vor-wurff auf den hals lud, daß er mit dem ihm hierzu anvertrau-ten gelbe nicht gar richtig umgegangen. Sonst war er garein verständiger mann, der sich wohl verstellen konnte, daherdie Chigi, die ihm nicht trauten, seiner erhebung zur Carbi-nals-würde lange zeit zuwider waren. Unter Älexandro VIII.aber ward er dennoch an. 1690. nachdem er vorher General,Auditor bey der Päpstlichen Cammer gewesen war, Cardinal-

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Diaconus . Er starb an. 1718. im 8r. jähre feines alters zuRom . Cornaro, relat. de la Cour de Rome. Hiß. des Con-claves, app. p. 174.

Dicken, ein adelichrs, und nunmehro Freyherrliches ge-schlecht am Rheine , aus welchem einer, nahmens Philipp, schonum das jähr 1080. bekannt gewesen. Conrad, der gegen aus-gang des XV. saeculi verstorben, nannte sich zugleich ernm Herrnzum Hahn, welche Herrschafft mit einer Gräfin von Nassau andiese familie gekommen. Johann Adam war von an. 1601 bis1604. Ertz-Bischvff und Churfürst zu Mayntzmnd ließ sich ernst-lich angelegen seyn, die Lutherische lehre aus seinem lande zuschaffen. Seines bruders söhn, nahmens Caspar, schrieb sich zuerst einen Freyherrn von Bicken . Er war Chur-Mayntzischergeheimer Rath und Vitzdum auf dem Eichsfelde, und starb an.168S. Von feinen söhnen war Friedrich Wilhelm Dom-Herrzu Mayntz und Trier , Probst zu Klingenmünster , KayserlicherReichs-Hof-Rath, geheimer Rath zu Mayntz , und an. 1717.Statthalter zu Erfurt . Humbr. vom R. A. tab. VI. Lebender Churf. zu Mayntz, p. 639· sq.

Bickendach, ist ein altes schloß und Herrschafft ohnfern Er-pach in Francken und im Odenwald gelegen, gehörte ehedessenden Freyherren gleiches nahmens,welche von Kaysers Henri« I.Seiten bis an. 1470. berühmt gewesen. Nachdem aber im be-meldten jähre dieses geschlecht mit Conraden aussturbe, überkamGrafAlbrecht zu Mansfeld wegen seiner gemahlin diest Herr-schafft , überließ aber selbige an. 1488. mit bewilligung Ertz-Bi-schoff Berchtolds von Mayntz,als Lehn-Herrn derselben,Schen-cken Erasmo von Erpach um geld, dem es Landgraf Wilhelm indem Pfältzischen kriege an. 1304. abgenommen. Endlich hatPhilipp der großmüthiae, Landgrafvvn Hessen, an. 1321. sol-che kaufs-weise an sich gebracht, und von Chur-Mayntz zu einemerb-lehn empfangen,von welcher zeit an die Herrschafft der Ober-Grafschafft Catzenelnbogen einverleibt worden, winckelm. be-schreib. von Hessen , p. II. c. 2. p. 96. Telner. bitt. Palat. p. 18.Gpangenb. Adelsp. p. 273.

* Bickley, (Thomas) der 44. Bischoff zu Chichester , in derEnglischen prvvintz Sussex, wurde mit eingang des jahrs1383. darzu erwehlt, als er bereits sein 8°. jähr erreichen woll-te. Er war aus Stoa in der Grafschafft Buckhingham, undin dem Magdalener-CoUegio erzogen, gieng aber, als die Köni-gin Maria den thron bestiegen, freywillig ins elend, hielt sicheine zeitlang zu Paris und Orleans auf, kehrte jedoch nach derKönigin Mariä tod nach Engelland zurück, worauf ihn derErtz-BischoffParkerus von Canterbury zu seinem Haus-Capel-lan machte, und nicht lange darnach zum Gardian des Col-legii Mertonensis bestellen half. Nach diesem versähe ihn derBischoff zu Lichfield , Bentomus, mit einer Präbende und demÄrchidiaconat zu Staffordshire . Endlich ward er zum obge-dachten Bischoff erwehlet, und starb in dem 90. jähre seinesalters den 30. april an. 1396. unverheurathet. God-a>m. dePrastlil. Angl. P. I. p. 362.

Bicon, ein Grieche, war eifersüchtig darüber, daß seinlandsmann Athenodorus den titul eines Königs angenommen,und sich zum Haupt derjenigen trouppen aufgeworffen, welcheals colonien um Bactra herum in Indien von Älexandro M.geschickt waren. Es stellte ihm derohalben Bicon hinterlistignach, bat ihn zu gaste» und ließ ihn von einem, nahmens Boxus,ermorden. Den folgenden tag überredete Bicon die meisten sol-daten, daß ihm Athenodorus nach dem leben getrachtet hätte;den andern aber kam es verdächtig vor, so daß sie sich entschloj-sen, ihn bey erster gelegenheit umzubringen, davon sie dennochihre Officirer abhielten. Als er aber nicht lange hernach denen,so ihm das leben erhalten, nachstellete, nahmen sie ihn nebstBoxo gefangen, da sie denn diesen alsvbald tödteten, den Bi-con aber zu tobe martern wollten. Indem er nun auf der fol-ter lag, und die Griechischen soldaten aus einer unbekanntenUrsache zu den Waffen liessen, befohlen diejenigen, so ihm diesemarter zugesprochen, damit nachzulassen, weil sie fürchte-ten , daß deswegen der ausiauf entstanden. Bicon lief hier-auf nackend zu den Griechen, welche durch solches elendespectacul bewogen nmrden, ihn frey zu lassen. Curtius ,iib. IX. c. 7.

Bicoque, oder Bicoca, ein adeliches landguth, eine meilevon der stadt Mayland, nach Lvdi zu gelegen. Die Kayscrlichensetzten sich daselbst an. r 3 22. auf eine so vortheilhafftige art, zwi-schen lauter grüben und, gebüsche, daß der Französische GeneralLautrec, da er sie mit hülffe der Schweitzer an diesem orte an-griff , mit grossem vertust zurück geschlagen ward. Man nenntnoch heutiges tages, zumal in der Französischen spräche, von die-sem platze alle diejenigen örter Bicoquen, welche schlecht odergar Nicht bevestigt sind. Mczeray, bitt. de Franc. tom. II. pag.927. Diflioniea.ire de Trevoux.

* Bictwel, (Henricus) ein Dominicaner-Mönch aus En-aelland, storirte im XIV. feculo, und schrieb Opus adver-sus ejus sseculi novatores Joannem de Poliaco & Joannent"Wiclef, Wie stUd) adversus Richard. Primatem Armachanum.Rainaldus in annal. eccles. gedencket seiner mit vielem lobe.Erhard , script. 0 . P. tom. I. p. 647.

Btdache, eine kleine stadt in der lanbschfft Bearn, fünfoder sechs Französische meilen von Bayonne , an dem ffuß Äidou-se, welcher sich oberhalb Bayonne in den fluß Adour ergiesset.

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