Sie Mel den titul eines FürstenthumS,und hat ein schloß, wel-ches der Kayser Carolus V. niemals hat erobern können.
* Bidal, ein ansehnliches geschlecht in Franckreich. PetrusBidal, Baron von Asfeld , wurde von der Königin Christinatn Schweden, deren General-Agent er in Franckreich, Italien und Spanien gewesen, an. 1633. den 12. oct. in den^Baro-nm-stand erhöben, und mit Wildenbruch in Pommern , wieauch mit Hersefeld in Bremen , welches letztere man nachge?hends Asfeld genennet, beschencket, dergestalt, daß er sich einenFreyherrn von Wildenbruch und Herrn von Asfeld zu schrei-ben berechtiget seyn sollte. Nach diesem trug ihm der KonigLudomcus XlV. die stelle eines Residenten in Hamburg undNieber-Sachsen auf. Er hat mit Catharina Bastonneau, dieihm an. 16,7. den 23. jan. beygeleget worden, und erst an.,691. den 2i. jan. zu Paris im wittwen-stande gestorben, un-ter andern folgende sechs söhne gezeuget: i.) Stephanus, Bi-dal wurde an. 1680. Doctor Theologie bey der Facultat zuParis , und an. 1690. Abbe commendataire der Cistercienser-Abtey von Xötre-Darne äs Hcal in der Dioeces von Tarbes ,worauf er sich als Königlicher Französischer Resident und aus-ftrordentlicher Abgesandter zu Hamburg bis an. 170;. auf-hielt, und an. 1722. zu Paris bey den Patribus Oratorii daszeitliche gestgncte. 2.) Alexius Bidal, Baron von Asfeld ,war an. 1676. bey einem dragoner- regiment Obrister, an.1681. Brigadier, und an. 1688. Marechal de camp, verthei-digte an. 1689. die vestung Bonn , darinnen er die stelle einesCommendanten vertrat, mit grosser tapferkeit, muste sie aberden 12. octobr. mit accord übergeben, da er dann ins badnach Aachen gieng, und daselbst bald hernach an einer in wäh-render belagerung empfangenen wunde, in dem jähre sei-nes alters, starb, 3.) Andreas Bidal beschloß sein leben,welches er auf achtzehen jähr gebracht hatte, an. 167;. den4. nov. 4.) Benedictus Bidal, Baron von Asfeld , wurde an.1691. Brigadier, an. 1696. Marechal de camp , und an. 170;.Ritter des heiligen Ludwigs, wohnte in diesem jetzt-gedachtenjähre den belagerungen von Breysach und Landau bey , undhinterließ bey seinem tobe, der an. 171;. den 29. apr. zu Pa ris erfolgte, von Anna Pucelle, eine einzige tochter, Thecle Fe-Jidte Bidal von Asfeld, welche an. 1721. Iohannem le Raingeheurathet, und demselben den titul eines Barons von Asfeld zugebracht hat. 3.) Jacobus Vicentius Bidal von Asfeld , soan. 1664. gebohren, wurde an. 1688. Abbe commendatai-re der Cistercienfer-Abtey la Vieuville in der Dioeces von Dol,und' an. 1692. Doctor Theologie bey der Facultät zu Paris .Er lebte noch an. 17;?. und stund beydes wegen seiner gelehr-samkeit und frömmigkeit in grossem ansehen. 6.) ClaudiusFranciscus Bidal, Marquis von Asstld, der viele jähre unterdem nahmen des Ritters von Asfeld bekannt gewesen, warObrister über ein regiment dragoner, als er an. 1694. zumBrigadier erkläret wurde. An. 1702. den 2;. dec. ward er.Marechal de camp, und «tt. 170;. den 20. jan. Ritter desheiligen Ludwigs, worauf ihn sein König zu ende dieses jahrsvefehlichte, nach Spanien zu gehen, und an. 1704. den 26.octobr. zum General-Lieutenant ernannte, da er denn bis aufden Utrechtischen frieden in Spanien verblieb, und an allenwichtigen Unternehmungen theil nahm. An. 171z. half er so-wvl Landau als Freyburg erobern, und wurde an diesem letz-ten orte zum Commendanten bestellet. An. 1714. diente er un-ter dem Marschall von Berwick bey der belagerung von Bar-cellona, und hatte nach deren eroberung die ehre, daß manihm das general-commando in Catalonien anvertrauete, wor-auf er an. 1715. die insul Majorca unter Philippi V. gehor-sam brachte, welcher ihm den 22. aug. den orden des gülde-nen Vliesses, und den 30. aug. den titul eines Marquis ertheil-te. Nach seiner zurücktu nft in Franckreich wurde er im nov.an. 1713. zum General-Director der sortificationen, wie auchzum mitgliede des neu-errichteten Kriegs-und See-Raths ver-ordnet. An. 1719. muste er, in abwesenheit des Marschallsvon Berwick, in Guienne das ober-commando auf sich neh-men. An. 17;;. half er in Italien Ghiera d'Adda, wie auchdas schloß zu Mayland erobern; an. 1734. aber befand ersich in Teutschland, woselbst er, als ältester General -Lieute-nant, nach des Hertzogs von Berwick den 12. junii erfolgtentode, das commando der armee bekam, und sich den 18. juliivon der vestung Philippsburg meister machte. Immittelst hat-te ihn sein König den 14. junii zum Marschall von Franck-reich erhoben , welcher ihm auch im aug. das Gouvernementvon Straßburg zueignete. Er hat sich an. 1717. den 18. apr.mit Johanna Louise Joly de Fleury, und an. 1718. den 20.sept. mit Anna le Clerc Lesscville verehlichet. Die erste ist an.1717. den 23. nov. die andere aber an. 1728. den 30. jan. mittobe abgegangen. Mit der letzter» hat er 2. söhne, ClaudiumStephanum nnd Iohannem Wilhelmum Bidal von Asfcld, in-gleichen 2. köchter, Annam Bidal, Damoiselle von Asfeld , undFranciscam Charlotten Bidal, Damoiselle von Avaux, gezeuget.
Ex manuscripto.
Bidassoa , lat. Vedasus , ein ffuß, welcher aus dem Pyre-näischen gebürge, auf der feite von Maja, entspringet, und sichin das Btscayische meer bey Fuenlarabia stürtzet. Er scheidetFranckreich von Spanien , und macht eine insul, die phasanen-insul genannt, darauf an. 1659. der Pyrenäische friede ge-schlossen worden.
Histor. Ltxkrn II. Theil.
* Bidault, (Ludov. ä St. Maria) ein Dominicaner-Mönch, war zu Paris im monat mart. an. 1618. gebohren,und trat daselbst, nachdem er die Humaniora gefastet, den 8.september an. 1633. in gedachten orden. Er legte sich haupt-sächlich auf das predigen, und erwarb sich dadurch einen gros-sen rühm, wie denn jedermann , wenn er predigte, zulief. Erstarb den 7. martii an. 1694. Seine schriften sind: Da Di-vine methodq de reciter le S. Rosaire par articles , DvUgy1677, in 8vo ; La Divine methode de reciter le S. Rosairepar articles, pratiquee par S. Dominique & plusieurs autresSS. personnages , Amtens 1679. in i2mo; Chalvns 1680.Toul . 1681. in i2mo-; Paris 1Ü84. in !2rno; de la Devotiondes quinze commtmions pendant quinze mardis, Paris 1684.in !2rno ; Toul . 168;. in 121110. Ecbard , script. 0 . P. tom.
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Bibel!, oder Biddle, (Johannes) ein Englischer Antitri-nitarius, ist gebohren in der Grafschafft Glocester ungefehr an.1616. Er studirte zu Oxford unter Joh. Oxenbridge, von wel-chem er viel seltzames soll erlernet haben; und allda ward erauch AI agitier, und hernach Schulmeister in Glocester. Beydem einheimischen krieg, da jedweder anfieng zu lehren , wasihm gefiel, zog er eine anzahl anhänger an sich, welchen er vielneue meynungen beybrachte. Hierauf ward er von feiner stellvertrieben, kam nach Londen , und publicirte etliche bücher,darinnen er die Gottheit Christi angriss. Hierüber ward er fürdas Parlement citirt, und an. 1654. zur gefängnis, sein Ca-techismus aber zum feuer verdammt. Man trachtete zwarihn bey Crvmwell wieder auszubitten, allein vergeblich: gestal-ten er hierauf nach Plymouth und dann nach der insul Syllyversandt worden, da er bis zum ende seines lebens, so an. 1638.erfolgt, in der gefangenschafft verbleiben muste. Andereschreiben, er sey vom Cromwell zweymal der gefängnis entlas-sen , und erst unter Carolo II. wieder mit derselben belegt wor-den, darinnen er an. 1662. verstorben- Erhielt es fast durch-aus mit Socino, ausgenommen, daß er den H. Geist zu einerperson,und zwar zu dem fürnehmsten enget gemacht hat. Seineanhänger, Bidellianer genannt, sollen in Engelland noch ihresonderbare Versammlungen haben. Er schrieb in Engl. sprach
12. beweis-gründe, daß der H. Geist nicht GOtt seye, und zweyCatechisinos, einen grösser« und kleinern, mehrentheils mit Wor-ten heil. Schrift verfasset: so von Rat. Stuckey ins Latein über-setzt worden. Das erste wercklein ist von I. Clovpenburg, dieCatechismi aber von I. Owen untersucht und widerlegt worden.Sandii biblioth. Antitrinit. Wood. antiq. Oxon. Arnolds kir-chen- und ketzer-historie rc. *
* Bidembach, eine ehedessen berühmte familie, aus welcherviele Gelehrte und Geistliche entsprossen, die sich im Würtem-bergischen und sonst wohl verdient gemacht. Der stamm-vat-ter davon, Johann Bidembach , kam an. 1334. aus Hessen inWürtemberg, wurde Vogt zu Brackenheim , und hinterließdrey söhne, welche in die wichtigste kirchen - ämter gesetzt, unddurch schriften bekannt worden. Der erste und älteste darun-ter war Eberhard , gebohren den 2. julii an. 1328. zu Grün berg in Hessen. , Er legte den gründ seines stubirens zu Stutt-gard unter anfnhrung Erhard Schnepffens. Hernach ward erin das Fürstliche Stipendium zu Tübingen aufgenommen. Fol-gends an. 1332. erlangte er das Diaconat zu Herrnberg, undwurde an. 1357. Doctor Theologie, an. 1338. Special-Su-perintendent und Stadt-Pfarrer zu Vayhingen, und dannendlich zwey jähr hernach Fürstlicher Rath, General - Su-perintendent, Abt zu Bebenhausen , und Landschaffts - Assessor.Er wohnte an. 1396. dem mit Sam. Huber auf befehl eini-
er Fürsten angestellten Lolloquio zu Regenspurg bey; undarb das jähr darauf den 24. april. Er hat eine dedicationund präfation zu dem zweyten band Operum Brentii geschrie-ben 7 auch auf Hertzog Christophs, und Hertzog Ludwigs tobleich-predigten drucken lassen. Verhüt app. hist. fec. XVI. p.128. Fischtmi eleg. üb. IV. Der zweyte war Balthasar;welcher ebenfalls zu Grünberg an. 1333. gebohren war. Nach-dem er seine studien in dem Fürstlichen Stipendio zu Tübin gen geendet, wurde er anfangs Special-Superintendent undStadt-Pfarrer zu Blaubeyern, hernach an. 1362. Conflstorial-Rath und Hof-Prediger. In eben diesem jähr wurde er nebstJacob Andreä , Jacob Beuerlin, und Melch. von Salhausenauf das Lolloquiurn nach Poissy verschickt, bey welcher gele-genheit ihn Andreä zu Paris in der Sorbonne öffentlich zumDoctor Theologie crcirle. (a) An. 1364. wohnte er mit sei-nem Fürsten dem Lolloquio zu Maulbrunn bey. An.13S8. ver-fertigte er nebst Luc. Osiandro eine schrift, welche das funda-ment von der Eormnla Concordise seyn sollte, (b) An. 1370.folgte er Brentio in der Probstey zu Stuttgard, und denen übri-gen damit verknüpften ämtern. Auf Churfürstlich-PfältzifcheSbegehren lehrete er auch eine zeitlang zu Heidelberg . (c) Amende feines lebens fiel er durch melancholischen affect in har-te Versuchungen, und starb den 17. aug. 1378. Seine schrif-ten sind: Auslegung des I. und II. buchs Samuelis mit an-aehengter Tabula Chronolog. Regum , Tüb. 1604, fol. 122.Predigten über die Epistel an die Romer, Franckfurt 1613. 4.Bericht von dem leben und tob Hertzog Christophs, Tüb. 1370.4. Epistolx VI. ad Marbachium , welche Fechtius P. IV. her-aus gegeben, (a) Caroli memorabilia tom. I. Üb. II. c. 8.(b) Unschuldige Nachrichten, tom. IV. p. 84. (c) Epist. ad
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