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dadurch verlustig zu werden. Sie warbe demnach bey denEydgenossen nach, daß man sie bey ihrem alten Wesen wollebleiben lassen. Es nahmen sich auch die übrige EydgenoßischeStände insgesamt und darunter absonderlich Freyburg undSo-lothurn nicht nur auf der an. 1309. zu Baden gehaltenen Tag-sätzung , sondern auch nachgehends der Bielern so eifrig an, daßendlich nach langer zeit dieser tausch durch einen zwischen Bi-schoff Wilhelm Rtnck von Baldenstein, und der stadt Viel an.i6io. getroffenen vergleich rückstellig gemacht wurde. An.1718.verfiel die stadt Viel in einen verdrießlichen Handel mit ihremHerrn Johann Conrad Bischoff von Basel , aus anlas ihresStadtschreibers, welcher an gehaltenem sogenannten Leyd-tageseines amts gewisser Ursachen halber entlassen worden. Dennals sich selbiger deswegen an dem Hof zu Bruntrut als über eineimverhörter weise wider ihn ausgesprochene sententz beschwe-ret , ließ der Bischoff scharfe monitoria deshalben an den Magi-strat zu Viel ergehen, um gedachten Stadtschreiber anzuhören,ernannte auch zu solchem ende eine Commißion. Weilen aberder Magistrat dafür hielte, daß dieses unternehmen ihremStadt - policey - recht und denen im tractat von an. 1610. vor-behaltenen freyheiten zuwider lauste, so trug er bedencken hierin-nen parition zu leisten: mittlerweite ward von feiten des Fürstl.Meyers Herrn Thellons wider dieses des Raths verfahren eineprotestation eingelegt, auch gericht und recht eingestellt, alsworauf von dem Rath eine gegenseitige protestation erfolgte.Ferner wurde das übel um so viel grösser, als da zu gleicherzeit aus anlas des Fürstl. Schaffners die gantze bürgerschafft er-reget , und dieser in seinem Haus überfallen ward, welches viel-fältige ungemach zusamt der Hiebey entstandenen trennung derbürgerschafft, und des Fürstens angekündeter ungnade,die gutestadt in grosse Verwirrung setzte; so daß sie sich endlich genöthi-get sahe, den Canton Bern als ihren ältesten bunds - genossenum rath und hülffe anzuflehen, als welcher auch die Mediationmit genehmhaltung des Fürsten Übernahme, und dem zu folgean. 1720. im junio eine ansehnliche Gesandtschafft nach Brunt-rut sandte, als nahmentlich, Herrn Hieronymum von Erlach,General und Welsch - Seckelmeister (nunmehro Schultheiß )Herrn Johann Rudolph Tillier, des Raths, Herrn JohannJacob Sinner, Alt - Landvogt von Lausanne , und Herrn Carl, Thormann, des grossen Raths. Zu gleicher zeit ward auch vonfeiten der stadt eine Deputation, mit Zuziehung Herrn JohannRudolphs von Waldkirch, J. U. D. damals zu Bern , jetzun-der zu Basel Professors, abgesandt, allwo auch endlich nachgeschehener fleißiger abhandlung, auf allseitiger parteyen gut-heißen , ein Vergleichs - project entworffen, und damit dieconferentz geendiget worden. Nachdem aber einige in diesemproject begriffene artickel dem Magistrat sowol zu Bern alssonderlich zu Viel so sehr mißfielen, daß sie sich weigerten selbi-gen einzugehen , bliebe dessen genehmhaltung allerseits zurück,hiemit auch die streitigkeiten unerörtert, bis endlich da sich diefach zu neuen und gefährlichen Weiterungen anliesse, an. 1721.im januario eine zweyte zusammenkunft zu Büren beliebet, all-da ein neues project errichtet, auch allerseits angenommen,mithin das Regiment zu Viel an. 17-2. im mertz wiederum be-setzt , und alle unruhe gestillet worden. Stumpf, üb. VIII.p. 267. b. Simler. a) Eydgenvs. Bunds - hist. P.I. in append.p.9. b) Ibid. p. 3. c) TJ'chudy, chron. Micr. P. I. p. m. 659.d ) ldem P. 1 . ad an. 1367. p. m. 101$. seq. Urßis. chron. Ba-sil.lib.IV.pl 182. Haller, contin. Buüinger. histor. Msc. lib.LVÜ. Stettler. P. II. lib. X. Act. publ. & Mercur. Helvet. addd. ann. *
Biel, (Gabriel) war aus der Schweitz , oder wie anderesagen, von Speyer oder von Tübingen gebürtig. An diesemletzten orte wurde er Doctor, und lehrte daselbst die Theologieund Philosophie mit gutem rühme, begab sich auch unter dieClericos Reguläres, welche de Vita communi genennet Wurden,und von Gerhards AI. gestiftet sind. Er starb an. 149;. undhinterließ Epitomen & Coilectorium circa Petri Lombardi sen-tentias ; Canonis Misste mysticam & literalem expofitionem ;Sermones, &c. Man legt ihm auch einen tractat de Moneta-rum Potestate & Utilitate bey, welcher an. 1542. zu Nürnberg gedruckt worden» Trithem. Beilarmin, de scr. eccl. Mir aus,Labbe. Pqßevin. Wbarton. in append. ad Cave bist. Ist. Quen-ßedt, de patr. illustr. vir. Hendreicb.
* Diel, ein flecken Spaniens in dem theil des in Aragonien
a enen Bißthums von Pampelune, an dem fluß Biel , ohn-r vierzehen meilen von der stadt Saragossa gegen morgengelegen. Maty , Diction.
Biela, oder Biella , Bugella, Gaumellum und Lau-mellum, eine grosse aber mit wenig Häusern versehene stadt andem fluß Cervo in Piemont in der landschafft Verceüese. Dasumliegende gebieth wird il Bielese genennet.
Biela, oder Weiffwasser, eine stadt in Böhmen , indemBuntzlauer-kreis , nicht weit von Jung - Buntzel, hatte vordiesem ein vestes schloß, und gehörte den Herren Michaleczen.Nicht weit davon ist der gröste thier - garten in Böhmen , voneilf meilen im bezirck. Desgleichen hat Carolus IV. einen sehrgroffen fisch - teich ohnweit davon graben lassen. Sonst liegtauch ein schloß gleiches nahmens in dem Bechiner - kreis ohnweitPolna, zehen meilen von Prag . ZeU. topogr. Hohem. p. 12.Balbin. miscell. dec. I. lib. III. c. 7. §. 4. p. 77. VdgtMSjetzt!. Böhm. 9.
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t * Biela, eitt kleiner fluß in Ober - Schlesien, welcher in^jss.6'urstenchum Tefchcn entspringet, durch die HerrschafftPlesse lauft, und in dem Polnischen Hertzogthum Aufchwitzoder Osvieczin in die Weichsel fällt.
Biela - Ozero, siehe Viele - Jezora.
*Bielche, oder de Bielke, Bielkis, (Janus) war Cantz-ler in Norwegen , und starb in dem 80. jähre seines alters an.1659. Er hat geschrieben Expofitionem Orationis Dominica;,Coppenhagen 1624. 1646. in I2M0 ; Summaria Bibliorum,ibid. 1634. in 4to; Summam legum Norvegicarum , ibid. in4to; Summam legum Danico-Norvegicarum, ib. 1634. in 4to.Hendreicb,
Bielcke, ein sehr altes und berühmtes geschlecht in Schwe den , von welchem Ketillus, ein Ritter zu den zelten deäKönigs Birgeri, um das jähr 1300. gelcbet, und nebst dreytochtern zwey söhne gezeuget hat. Unter diesen hatte Turv,Ritter und Reichs-Rath, vier söhne, von welchen Nicolaus, Bc-nedictus und Steno das geschlecht fortgeführet. Nicolaus wardReichs-Drossel, und der erste Landes-Höfding in Finnland ,und hinterließ Ericum. Steno zeugte einen söhn mit ihm glei-ches nahmens, so Landes-Höfding in Westmannland worden;und Benedictus, Reichs-Rath, hinterließ Stenonem und Tu-ronem , von welchen dieser Landes-Höfding von Upland wurde,und Stenonein nach sich ließ, welcher drey söhne und so vieltochter hatte. Jener aber, nemlich Steno in Mariendurg,Reichs-Rath und Marschall, starb an. 1438. nachdem er Turo-nem und Ericum gezeuget. Turo, Reichs-Rath, und Landes-Hofdlng von Upland , vermahlte sich zweymal. Aus der erstenehe wurde ihm gebohren Ericus, welcher Turonem gezeuget,und Brigitta, welche an den König Carolum VIII. in Schweden vermahlet worden. Aus der andern ehe war Turo in Krake-rum , Reichs - Rath, welcher Ericum , Stenonem und Pe-ttum nach sich ließ. Ericus, Herr in Penhannar und Reichs-Rath , hatte einen söhn, Axelium , Herrn von Heresette,Reichs-Rath und Gouverneur von Ost-Gothland, dessensöhn Johannes, gleichfalls Gouverneur von Ost-Gothland, zeug-te rmt Elisabetha, Axelii Posse tochter, Gunilam, so an. 1,85.an Johannem III. in Schweden vermählet worden. Petrus ,der dritte söhn Turonis und Erici bruder, Herr in Krakerum,zeugte mit Catharina von Wyck, Nicolaum und Turonem,wie auch drey tochter, von welchen Margaretha eine gemah-lin Axeln Bauer in Diursholm worden. Nicolaus, Herr inAlceroe und Reichs - Rath, ertranck an. 1355. den 20. may,nachdem er mit Anna, Clementis Hogenskild tochter, Ho-genskieldium, Turonem und Claudium gezeuget. Der erst-gebohrne, Hogenskield, nahm diesen zunahmen von der mut-ier an. Dieser bediente unter Erico XIV . da er wider Fride-ricum in Dänemarck, kriegte, eine Generals - charge, wurdevon dem folgenden Könige Johanne zum Freyherrn von Leckioan dem tage seiner cronung,folgends zum Reichs-Rath gemacht,und auf Caroli IX. beseht, weil er der partey Sigismundi,Königs in Polen anhieng , an. 1600. enthauptet, nachdem ermit Anna, Suantonis Sturä tochter, Ebbam, Suantonemund Stenonem gezeuget. Sein bruder Turo, so gleichfallsan. 1600. enthauptet worden, hatte von Margaretha, Grä-fin von Westerwyck, zwey söhne, und eine tochter, Martham,welche den Grafen Gabrielem Oxenstirn geheurathet. Vonden söhnen aber ist Nicolaus, Herr in Alceröe, zum Reichs-Schatzmeister gemacht worden. Er vermählte sich mit Cathari-na, Gräfin von Orenstirn, welche ihm. gebohren Turonem,
S errn in Alceröe und Erfwala, Sigrid , so an Graf Gustavorn, und Margaretham, so an Graf Ernst Oxenstirn ver-mahlet worden. Claudius, Nicolai dritter söhn, Hogens-kieldt und Turonis bruder, Herr in Wyck, wurde Reichs-Drosset, hatte zwey söhne, die aber in ihren jungen jährenverstorben, und fünf töchter, davon Catharina erstlich CanutoUlph Sparn, hernach Carolo Lilie, und drittens HaraldsStaake beygelegt worden. Die andere tochter, Gunila, wurdean Nicolaum Guldenstirn, die übrige an das Brahische undFlemmingische, Steenbockische, Rymnigische und Oxenstirni-fche haus vermahlt. Turo, Petri anderer söhn und Nicolaibruder, Herr in Sahlestadt, lebte um das jähr 1370. warReichs - Rath, und nahm den nahmen Bielcke zu erst an. Erhatte zwey gemahlinnen, und von der ersten Suantonem, Frey-Herrn zu Krakerum, Reichs-Rath und Reichs-Cantzlcr, welchenCarolus IX. an. 1603. zum Freyherrn machte. Er wurdevon der Gräfin von Löwenhaupt, ein vattcr zweyer töchter, Chri-stinä , so an Carolum Baner, und Annä, -welche an NicolaumBrahe, Grafen von Wisingsburg, vermählt gewesen. Turonisandere gemahlin gebahr ihm zwey töchter, davon Christina GrafClaudii Horns gemahlin worden, und zwey söhne, darunter Ni-colaus, Herr in Sahlestadt und Reichs-Rath, zu mercken. Erwar an. 15 67. gebohren, stund dem Hertzoge Carolo von Suder-manland wider Sigismundum III. in Polen bey, und half erst-gedachten Carolum zum König in Schweden erwehlen. Hieraufwurde er in den Freyherren-stand erhoben,auchKöniglicherCam-mer-Rath, Landes - Höfding in Smaland , Gouverneur vonFinnland , und bey Gustav! Adolphi kriegs-zug in Teutschland,Regierungs-Rath. Von seinen söhnen sind Steno, Gustavusund Turo zu mercken. Steno, Freyherr in Korpo, wurde an.1637. zum Reichs - Rath ernennet, und an. 1672. zum Rcichs-Schatzmeister. Er starb an. 1684. nachdem er mit seiner ersten
gemahlin,