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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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gar einige scribenteu in die 12. Persische Meilen im umkreis ha-bende mauer, welche alle flecken von Bochara in sich begreift.Bikend hat eine sehr veste mauer, wie auch einen schonen Ma-hometanischen tempel samt einer halle , dessen zierrathen mitgold und lasur-steinen besetzet sind. Man stimmet wegen ih-rem lager nicht gar wohl überein, dann einige geben chro 96.die andern 97. grad zo. Minuten lonZituäini», und 39. oder40. grad laticudinis leptentrionalis. D' Herbelot , biblioth.Orient.

Bilagines, siehe Bellagines.

Bilbao , die Haupt-stadt in Biscaya , wird insgemein vordes Ptolemäi Flaviobriga gehalten. Sie liegt am fluß Nervio,der fönst auch Jbaicaval genannt wird , 2. meilen vom meer meiner fruchtbaren gegend, und hat vortreflich ge,unde luft. Sieist groß, wohl gebäuet, und wegen ihres starcken Handels be-rühmt. Petr. de Modem, descr. Hisp. Mariana, lib. XV. c. 3.Merula , cosmogr. P. II. Nanius &c.

* Bilder, oder Berber, ist eine Persische stadt. Man fin-det solche in unterschiedlichen (harten in einer gegend von <chi-gistan f Circan genannt, an der quelle des flusses Jlmentel,welcher sich nachgehends in den fluß Ilment ergeußt. Manmuthmasset, Bilder könnte vielleicht die alle Arbis/kinc stadtGedrosiä, seyn. Maty , Diction.

Bilbilis , eine alte stadt der Celtiberen an dem fluß Talo inHispania farraeonenft, war wegen des guten eisens, so daselbstgegraben wurde, berühmt. Sie war das vatterland des Lici-niani , und des Martialis , wie dieser selbst lib. I. epigr. 50.und 62. bezeuget. Villanovanus hält sie vor das heutige Ca-latayud , und Varrertus vor Tiloca. Es ist auch nach IustiniMeldung ein fluß in diesem lande, nahmens Bilbilis , dessenWasser euie »«gemeine strafft hat das eisen zu härten. Allein es istnicht zu zweifeln, daß hier Justinus den nahmen der stadt dembey ihr vorbey lausenden fluß aus irriger meynung beygelegthabe, weil Martialis, welcher am besten um die fache muß ge-wust haben, diese traft dem fluß Salo mit ausdrücklichen Wor-ten zuschreibet, ep. 90. und hingegen in eben diesen versen, da eralle in der nähe der stadt Bilbilis ihm bekannte merckwürdigeörter, Wälder, Wasser, rc. erzehlet, gar von keinem fluß diesesnahmens Meldung thut. Er wird von einigen vor den fluß Bau-bula gehalten, und gehet in den fluß Talon. Ju/tm. üb. XLIV.

Baudrand. *

* Bilco, ein General der Syracusaner, verlohr eine schlachtwider Deucetium, und gaben ihm die Syracusaner schuld,er sey auf des Deucetii feite gewesen, und habe ihm den siegin die Hände gespielt, daher sie ihm das leben nahmen. D«-

dorus Siculus, XI. p. 69.

* Bilde, (Brigitta) war eine adeliche Matrone aus-nemarck, eine tochter des berühmten Ritters des güldenenVließ 1 und Rathsherrn des Königreichs Dänemarcks, Claudii» Bilde; sie war in der Poesie sehr geschickt, und hat in einemDänischen carmine die genealogie ihres vatters beschrieben, wel-che an. 1634. in 4 . heraus gekommen. Bartholm. de script.Dan. p. 6.

* Bildennüt, ein Nonnen-kloster St. Augustini - ordens indem Nürnbergischen Walde, welches Ludovicus Bavarus, Rö-mischer Kayser, an. 1340. bauen lassen, als etliche aus derKayferin frauenzimmer zu dem einsamen leben tust bekamen.Es hat obigen nahmen daher erhalten, weil ermeldter Kay-fer das bild eines creutzes an dem orte, wo es hingehauetworden, gesehen haben will. Adlzteiter , p. II. annai. Boic.III. 31. Buudn. Gerraan, iacr. P. II. fol. 71. Zeilers Reichs-Geogr. VI. p. 69 z.

* Bilderbeck, (Andreas) ein JCtus aus Lübeck , war alldaden 23. vctobr. an. 1643. gebohren. Er setzte seine studien,zu denen er in seiner vatter - stadt unter ansührung Tribbecho-vii insonderheit und Bangerti einen guten gründ geleget hatte, zuJena und Leiden fort, that darauf eine reise durch die Nieder­ lande , Franckreich und Teutschland, wurde zu Heidelberg an.1672. Licentiatus , und starb den 14. mart. an. 1701. Novalitter. Mar. Balth. 1701. p. 124. A Seele» , Athen . Lubec. P.

III. p. 3.

Bilderstürmer, siehe ICONOMACHI.

Bildhausen, ein Cistercienser-kloster in Francken, in derWürtzburgischen Diceces, ohmveit Neustadt an der Saale gele-gen , ist an. 1106. von Pfaltzgraf Hermann bey Rhein, weicherdaselbst begraben liegt, gestiftet, und dem stifte Würtzburgübergeben worden. Fries. Würtzb. chron. Sartorius, in Ci-fterc. bis tertio.

Bildschnitzer-oder Bildhauerkunst, ist die kunst, da manaus stein, holtz oder metall bilder und figuren macht. Werder erste erfinder derselben gewesen, kan man schwerlich wissen;daß sie aber schon vor uralten zelten geübet worden, erhelletdaraus , daß bereits Laban götzen-bilder gehabt, welche ihmRahel entwendet. Es beweiset auch solches das güldene kalb,welches die Jsraeliten in der wüsten machten. Einige gebenvor, daß ein gewisser töpser in Sicyon , einer stadt in Pelopon-neso, Dibutades genannt, den ersten gründ geleget, und daßdeffelbigen tochter das conterfeyen zu erst angefangen, da sie ih-res liebhabers dildnis nach desselbigen schatten an einer mauerentworfen. Andere halten davor, daß sie in der insul Sa-mos ihren ansang genommen, und daß Jdeocus und Theodo-

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rus die ersten erfinder noch vor Dibntadis zeiten daselbst gear-beitet, Demaratus, Tarquinii Prisci vatter, aber habe sel-bige in Italien gebracht; wornechst man berichtet, daß derRömische König Tarquinius Taurianum, einen sehr geschick-ten künstler, holen lassen, um des Jupiters statue und 4.pftrde von gebackener ekde zu machen, welche forne an desgedachten abgotts tempel gesetzt werden sollten. Es ist sehrvermuthlich, daß auch die bilder der meisten andern Heydnischengottheiten von dieser Materie gewesen. Welches schon Praxiteli,der hiervon ohne zweifel am besten zu urtheilen gewust, den an-las gegeben, daß er gesagt: die kunst bilder aus thon zu ma-chm, wäre gleichsam die mutter, so die künste auch von er«und marmor bilder zu verfertigen, aus sich gezeuget hätte. Die-se letztere kamen ungefehr 300. jähr nach erbauung Rom zu ih-rer grösten Vollkommenheit. Phidias , ein Athenienser, übertrafalle seine vorfahren. Polycletus , einer von dessen schülern,wurde von jedermann bewundert, und nach ihm Mvron. Infolgenden zeiten war Lysippus berühmt, welcher allein das pri-vilegium hatte, Alexander M. bild in kupfer zu giessen; nachdiesem waren Praxiteles und Scopas in ansehen, von dessenarbeit noch bis jetzo einige pferde zu Rom auf dem monte Ca-yallo zu sehen sind. Diese berühmte künstler hinterliessen soviel ftatuen in Griechenland und Italien , daß deren endlichzu Rom fast so viel waren als einwohner, wie denn unter an-dern Marcus Scaurus, als er Baumeister war, das von ihmdaselbst erbauete Theatrum mit 3000. ftatuen von ertz zierte.Diese bilder waren sehr hoch und dicke; inmassen einige vondenen, welche Lucullus nach Rom brachte, 30. eilen hoch wa-ren. Der Colvssus zu Rhodus war 70. ellen hoch. Neronisstatue, die Zenodorus gemacht, war no. schuh hoch. Es istmerckwürdig, daß diese kunst nach des Phidias zeiten, welcherA. U. 320. lebte, nur noch i zo. jähr floriret, und so dann un-vermerckt ins abnehmen kommen. Ferner ist zu mercken, daßdie in Griechenland verfertigte statuen wegen ihrer kunst ammeisten ästimiret wurden, und von den Römischen darinnen un-terschieden waren , daß sie nacket und unbekleidet waren, gleich-wie dieienigen Personen zu seyn pflegten, welche sich im ringenund wettlauffen u. s. f. übeten; da hingegen die andern ihre be-sondere zierrathen und kleidungen hatten. Fernen, principesdes arts. *

Bileam , oder Balaam , ein söhn Beor, ein Prophet, oderwie andere dafür halten, ein schwartzkünstler, lebte A. M. 2584.und wurde von Balak , dem König der Moabiter , verlanget,daß er dem volck Israel fluchen sollte. Allein GOtt, der seineeselin redend machte, regierre auch seinen mund, daß er dasIsraelitische volck segnete. Damit aber Bileam die versproche-ne belohnung bekommen möchte, rieth er dem Balak, Moadi-tische weiber in das Jjraelitische lager zu senden, so dieses volckzum dienst des BaalHeors verleiten möchten, welches auch ge-schehen , er wurde aber hernach zur strafe unter den von Jostiaerschlagenen todt gefunden. Num. XXII. seq. 2 . Petr. II. jud.v. II. Joseph, lib. IV. c. 6. antiq. Tomiel. A. M. 2(83.Na^XVlII.

* Bilecka, oder Balicha, ein fluß in Mesopotamien , anwelchem die stadt Jchna gestanden, und wegen der schlacht,so daselbst zuerst zwischen den Parthern und Crasso vorgefal-len , insonderheit berühmt ist; dieser Bilecha fällt endlich inden Euphrat . Ißdorus Characenu> p. 3. Ceüarius, notit. orb.ant. III. i(. §. 30.

Bilechilde, eine Königin in Franckreich, Childerici II. ge-mahlin, wurde, als sie schwanger war, nebst ihrem gemahlund einem kleinen söhn, durch Bodillon, einen ansehnlichenHerrn des landes, aus raachgier umgebracht, weil ihn der Kö-nig Childericus hatte an einen pfähl anbinden, und unbarmher-tzig geisseln lassen. Mezeray

Bilechilde, die erste gemahlin Theodeberti II. Königs in Au-strasien, war eine schöne und junge sclavin, welche Brunechil,dis zu Metz gekauft halte, und Theodeberto beylegen ließ, dermit ihr 2. söhne und eine tochter zeugte; als er aber mit ihreraufführung nicht mehr zufrieden war, ließ er sie an. 609. um-bringen. Fredegar. ehr. c. 35. Valeßus, de gest. Franc,tom. II.

Biledulgerid, eine grosse landschasst in Africa, gegen demMittelländischen meer, erstrecket sich von often gegen Westen.Vor diesem sollen die Getulier die gegend bewohnt haben. Siegrentzet gegen osten an Egypten , gegen Westen an das Atlanti-sche meer, gegen norden an die Barbarey, und gegen süden andie wüsteney Saara. Ihr meister reichthum bestehet in gersten,datteln, cameelen, Pferden und andern viehe. Die einwohnersind Mahometaner und Juden, und ihre Könige, deren unter-schiedene gefunden werden , find fast insgesamt den Türcken znAlgier , Tunis und Tripoli zinsbar. Das eigentliche Biledul-aerid ist das Dattelland, welches gegen norden an Tunis undTripoli, gegen abend an Zeb, gegen mittag an die wüsten vonLempta und Berdoa, und gegen morgen an Barca grentzet.siehe NUMtdia. Sanfin. Du Val. &c. *

* Bilefeld, (Christian) ein gebohrner Lübecker , allwo seinvatter Hermann ein schul-college war. Er studirte zu Wttken-berg, ward Facultatis Philosophie* Adjunctus , disputirte an.i6(i, de Conversione hominis, und gab an. 16(4. eine Qus-ftionem politicam heraus t an diverse religionis homines foe-

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