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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Die Haupt-stadt von Bigorre ist Tarbe, die andern sind Bak-gneres, Campan , Lourdc nebst einem vesten schloß, Vic-Btgor-re, Rabasteins, Benac ein Hertzogthum, Parabere und An-tin, Marggrafschafften, Lastetloubon genannt Lavedan eineVicomte, Barege , rc. In diesem lande haben vormals die al-ten Bigerri und Bigerrones gewöhnet, deren Cäsar, Plinius ,Ausonius und Sidonius Apollinaris gedencken, und welche vonden Tabellianern unterschieden sind. Die gebürge in Bigorredienen zu einer schieds-mauer zwischen Franckreich und Spa­ nien , und giebt es vier schwere Passagen darüber, so die ein-wohner müssen besetzt halten, als Azun, Lauteres, Baregeund Campan, welche letztere auch in die landschafft Aure gehet.Es befindet sich sonst in Bigorre marmor , jaspis und schiefer,und die gebürge haben verschiedene silber - kupfer - bley - und ei-sen-adern , welche aber nicht bebauet sind. Die flüsse darinnensind Adour, Esches, Arros , le Gave de Lavedan, so ausder Barege und Lauteres bestehet, und der dach Azun nebstdrey seen.

Dieses land hat unter den Römern und den Königen inFranckreich aus dem ersten stamm gleiches glück mit Aqnitaniengehabt, folgends aber eigene Herren bekommen. Denn EnecoAristo besaß dieses land als eine Grafschafft um das jähr 828.ehenoch das Königreich Navarra aufgerichtet wurde. Du Chönehat noch von etlichen andern Grafen die nahmen zusammen ge-sucht, welche bey ihm können gelestn werden. Raimundus,welcher ums jähr 94;. gelebet, hinterließ Ludovicum an. 960.welchem stur bruder Arnaldus an. 98°. succedirte, worauf seinsöhn, Garstas Arnaldus, diesem Bernhardus I. und hieraufBernhardus II. gcfolget, welcher nur eine einige tochter, nah-mens Beatrix, hinterließ, so sich an. 1078. an Centulum vonBearn verheurathete, der an. 1096. ermordet worden, undbekam sein anderer söhn,Bernhardus III. die Grafschafft Bigor-re. Dieser ließ die alten gewohnheiten des landes zusammenfassen, starb aber ohne erben ums jähr n;;. und es succedirteihm sein bruder Centulus II. der ums jähr ii; 8. oder ^ ver-starb , und nur eine tochter, nahmens Beatrix oder Benetris,nach sich ließ, so an Petrum, Vicomte von Marsan, verheu-rathet wurde. Aus dieser ehe ward Centulus III. gebohren, derihnen ums jähr 1170. nachfolgte, und Stephaniam, Bernhar-dt Grafen von Comenge gemahlin, hinterließ, so aber nur einetochter Petronillam zeugte, welche zu ihrem dritten gemahlan. 1216. Guidonem , den andern söhn Simonis Grafen von Montfort , erwehlte, und von ihm Alis oder Adelheit und Pe-rettam oder Peronellam hatte, davon diese an Rudolphum vonTheisson, jene an Esquivat ll. Herrn von Chabanois und Con-folant verheurathet wurde, dem sie Esquivatum, Grafen vonBigorre, Jordanem und Eleonoram , Vicomtesse von Turen -ne gebohren. Nach seinem absterben ist sie zur andern ehe mitRavldo von Courtenay geschritten, dem sie Mathildtn, Gräfinvon Chietti, gebohren, und an. 12$$. gestorben. Ihre mutterPeronella aber nahm zu ihrem fünften gemahl ums jähr 1223.Bosonem de Mastas, Herrn von Coignac, von welchem sie Mar-tham, eine gemahlin Gastonts VII. von Bearn, zeugte. An.1231. machte sie ihr testamenr, darinnen sie ihren enckel Esqui-vat zum erben einsetzte, und ihm seinen bruder Jordanem sub-stituirte, wenn diese aber ohne erben adgiengen, sollte ihre tochter, Martha, Gastonis von Bearn gemahlin, succediren. Allein/ diese prätendirte am ersten die nachfolge, welche gleichwol an.1256. durch Rogerium, Grafen von Foix , Esquivato, sei,nem schwieger-sohn, zugesprochen wurde. Esquivat begab sichfolgends unter die protection Simonis, Grafen von Montfort ,und überließ ihm seine Grafschafft, doch war er in die längeauch nicht damit zufrieden, machte andere anstalten, und starban. 128;. nachdem er seine schwester Eleonoram , Vicomtessevon Turenne, zur erbin eingesetzt. Hierwider lehnte sich Con-stantia von Bearn, eine tochter der Martha, Wilhelm Teis-jön , ein söhn der Peronelle, und Mathildis , Gräfin vonChietti, aus. Allein Simon von Montfort gründete sich auf dieerste donation , so ihm von Esquivato geschehen, überließ seinrecht Theobaldo II. Könige in Navarra , welchem er auch an.126;. das schloß Lourde abtrat. Theobaldus hinterließ an. 1270.seine länder Henrico dem dicken seinem bruder, welcher, alser an. 1274. starb, nur eine tochter Ivhannam nachließ, diean. 1284. an Philippum Pulchrum, König in Franckreich, ver-mählet wurde. Sie führte den titul einer Gräfin von Bigorre,und trieb die Constantiam von Bearn, vermöge eines ausspruchsvom Parlement, an. 1290. heraus. Die kirche zu Puy tratauch das recht der superiorität über diese Grafschafft an den Ko-mg ab, und Carolus Pulcher , ehe er die regierung erlangte,nennte sich einen Grafen von Bigorre, und nach seinem todewurde Bigorre geachtet, als wenn es mit der Crone vereinigetwäre. An. i;69. gab sie Eduard, Hertzog von Guienne, Jo-hann! II. Herrn von Grailli, welcher von Carolo V. heraus ge-trieben ward. Allein sein enckel Johannes, Graf von Foix,Gouverneur von Languedoc , erhielt sie an.142;. von Carolo VII.weil er von der Petronilla herstammte. Worauf seine nach-kommen sie bis auf Henricum IV. besessen , welcher sie mit derCrone vereiniget, als er an. 1607. alle Vornamen eingezogen.De Ma.rca , hist. de Bearn liv. I. & IX. Oibenart. not. utriusq.Vase. Olhagari hist. de Foix . Du Pui , droits du Roi. DuChene Sainte-Marthe, Du Boucbet. g?e.

Biaot, (Emeritus) war an. 1626. zu Rouen aus ei-uemanschnlichen geschlechte gebohren, und hattest» grosse lust

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zum studiren, daß er deswegen alle öffentliche bedienurtgenausschlug. Er vermehrte mit grosser sorgfalt die schöne bi->blwtheck, dre er von seinem vatter bekommen hatte , unvwöchentlich kamen bey ihm viel Gelchrte zusammen, umvon allerhand gelehrten fachen sich zu unterreden, auch hielter eine grosse correspondentz, und diente vielen, die etwasschreiben wollten. Palladium vom leben des Chrysostomi hater in Griechischer sprach heraus gegeben, und eine LateinischeVersion nebst einigen andern tractaten hinzu gefüget, würdeauch noch mehr gethan haben, wenn ihn nicht sein tod, deran. 1689. den i8. dec. zu Rom erfolgte, daran gehindert hätte.Er war bey seiner gelehrsamkeit sehr modest, und den streitigkei-ten der Gelehrten feind. Menagius und Nicolaus Heinsius waren seine vertrautesten freunde. Hictoire des Ouvrages de*Savans an. 1690. mense Febi. P. Jacob , des biblioth. p. 681.Menagiana p.73. Bayte.

Bigot, (Wilhelmus) er ist an. 1302. zu Lava! in der land-schafft Maine gebohren, und gleich in seiner ersten jugendvielem Unglücke unterworffen gewesen, ward aber nachwärtsein gelehrter Philosophus und Medicus , als derentwegen erauch von I. C. Scaliger sonderlich Hoch geschätzt worden. Erwar mit zwey zähnen gebohren , daher ihn niemand in derstadt säugen wollte. Man holte ihm eine amme vom dorfe,und die starb, da er kaum ein jähr alt war, mit noch andern1;. Personen in demselben Hause an der pest. Des armen jun-gen wollte sich niemand annehmen ; man legte ihn hinter eineHecke an die Heer-strasse, wo ihn zu allem glück sein eigener vat-ter fand. Er >vard nicht zum besten erzogen, wurde liederlich,und muste sich um dieser Ursache willen von Angers wegmachen,wiewol dieses Unglück zu seinem besten ausschlug, und ihn wie-der zu den studien brachte. Von seinen Praeceptoribus hatteer etwas latetn erlernet, aber in der Philosophie, Astronomie,Astrologie und Medicin war er ein auvcJiiscurm. Einige zeitdaraufreisete er mit Mr. du Bellay de Langey nach Teutschland,und erhielte zu Tübingen eine Philosophische Profession , alser sich aber mit seinen collegen nicht vertragen konnte, gienger nach Basel an. i;;6. und von da wieder nach Franckreich,wo er bey dem Herrn du Bellay seine zuflucht fand. Bellaywollte ihm eine Professionem Regiam zuwege bringen, aberCastellanus war dawider. Man vvcirte ihn nach Padua , daSschlug er aus, und man employirte ihn zu Nismes, wo Ba-duellus eine Academie angeleget hatte. Allein er machte sichauch da feinde, die den Baduellus wieder nach Nismes beruf-ten , worüber ein heftiger krieg zwischen diesen beyden Professo-ribus und ihren sthülern entstand. Bigot wandte sich nach Ho-fe , und hätte seine fache vielleicht erhalten und alisgeführet,wenn ihn nicht seine frau in andere Verdrießlichkeiten verwickelthätte. Sie hatte indeß brav courtoisiret, worüber aber endlichder galan ein Musicus , nahmens Petrus Fontanus, AbelardSstrafe leiden und seine mannheit verliehren muste. Seine feindemachten sich diese fache zu nutze, wurssen seiner stauen einen cri-minal-proccß an hals, und weil er sich vor seine frau intereßirte,ward er auch ins gefängnis geworssen , aus dem er nach langerzeit und in einem sehr elenden zustande befteyet wurde. Zu sei-nen schriften gehöret Latoptron ad Emendationem juventutisfactum carmen; Epithalamium quoddam & Epigramma iaEmpiricum, somnium ad Guilielmum Bellajum Langaeum ,Maecenatem suum , in quo tum alia, tum Imperatoris Carolidescribitur ab Regno Galliae depulsio &c. it. Christianae Philo-sophiae praeludium, opus cum aliorum tum hominis substan-tiam luculentis expromens & exemplis & rationibus &c.Melanchtb. in responsi contra Clerum Colon. Gatiandtus , invita Petri Castell. n. 74. Scaliger , de subtil, contra Card.exerc. 307. La Croix. Du Maine. Vauprivas , bibi. Franq.Bayle.

* Bigot, (Clemens) ein Dominicaner-Mönch aus Franck-reich , trat zu Chartres in diesen orden. Er hat um das jähr1364. floriret, und einen sonderbaren religions-eifer bezeuget,insonderheit aber wider die Lutheraner und Calvinisten scharfgeprediget, und verschiedenes pro side geschrieben. Nie. le Fe.

vre, in praedicatore Carnuto. Fontana. Altamura. Ecbard ,script. O. ?. tom. II. p. 186.

Btguba, ein Afrikanisches Königreich in Nigritien, so auchCantory genennet wird, am fluß Niger gelegen.

* Bigus, oder Bicus, (Ludov.) ein Italiäner aus Fer-rara, florirte zu ansang des XVI. sieculi, er war ein guterPoet, und schrieb Meditationem de Oratione Dominica ; Ora-tiones duas , nempe ad Christum & Virginem Mariam, Vene-dig 1 ;o2. in 8 . Paraphrasim Psalmorum Davidis, 1; 10. Hym-nos atque Epitaphia ad ccelites; Epigrammatum lib. II. Fer-tatst 1514. Satyrica sacra, Epigrammata , Elegias & Epitaphialib. II. ib. 1314. Venedig i;i6. Coriceam ; Carminum librosVI. Orriciorum Poematum libri III. Vened. 1322. Hendreicb.

BiHaret Gespanschafft in Ober - Ungarn , lat. Comita-tus Bihariensis, liegt zwischen dem Krasnenser, Zabolczenftr,Szolnocker und Torontaler Comitat, stösset auch an das landder Cumaner und an Siebenbürgen , oder vielmehr an denstrich landes, Partes Regni Hungaria: genannt, und hat dennahmen von dem schloß Bihar . Der vornehmste ort darinnenist Groß-Wardein.

* Bikend, ist eine stadt in Transoxana, eine taqreise von derstadt Bochara, deren sie unterworffen, entftrnet. Es setzen sie so

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