Lauenburaischen, entspringt in dem amte Steinhorst, fleust beyTrtttow, Rcinbeck, Bergerdorff vorbey , formtet nebst einemarm die von ihm so genannte insut Bistwerder, und vereinigetsich mit besagtem arm der Elbe nahe oberhalbHamburg. Danck-werths Schleßw. P. III. c. 2.
* Billecvq, (Joh. Franciscus) ein Französischer Dominica-ner-Mönch aus der stadt Moreuil, trat zu Amiens an. 16z;. alser 20. ,ahr alt war, in obigen orden, lehrte darauf an. 1660.die Philosophie. Nach diesem legte er sich aufs predigen, undstarb den 19. octobr. an. 1711. im 78. jähre seines alters zuAbbeville , wo er Prior gewesen war. Er hat, wiewol ohnebeyfttzung seines nahmens, folgende schriften heraus gegeben:Instructions familieres für les pratiques de la vraie devotion,Abbeville 167;. in 12. Paris 1689. in 12. L'Adoration perpe-tuelle du 8. Sacrernent , Amiens 1686. in 12. L’ U sage du S.Sacrcment tire de l’Ecriture , des Conciles & des Peres, ibid.1690. m 12. Les Voi'es de Dieu , ib. 169;. in 12. Ecbard ,script. 0. P. tom. II. p. 779·
B'llerbeck, eine von den ältesten^und ansehnlichsten fami-lien in Pommern , welche in dem Stettinischen einige gütherbesitzet, und sich auch in der Marck Brandenburg auf dem Hau-se Jagow ausgebreitet hat. Marquard und Hellwig wurdenan. 1411. von dem Abte zu Caübatz in den bann gethan. Gün-ther kündigte an. 1460. nebst andern von Adel der stadt Stet tin , im nahmen der stadt Stargard , den krieg an. Peter warum das jähr izzo. Hof-Richter zu Pyritz , und an. i6;6. starbHans zu Jagow als Pommerifcher Land-Rath, Hof-Gerichts-Verwalter, und Vice-Dom zu Camin. Cmm. lib. II. c. 21.Frideborn. Stet. chron.
* Billerebay, ist ein flecken in diesem orientalischen theil derGrafschafft Ester , so man Barnstable nennet. Diel. Angi.
* Billettes , (Aegidius Filleau des) ward gebohren zu Poi-tiers m dem jähr i 6?4. Sem vatter war Nicolaus Filleau, einStallmeister, welcher sich mit einem frauenzimmer von gutemAdel aus Poitou vermahlet hatte. Er hatte zwey altere brüder,den Herrn von la Chaise und Herrn von St. Martin, deren sichder einte durch das leben St. Ludovici; und der andre durchdie Übersetzung des Dom Quichote bekannt gemacht. Diesedrey brüder kamen naher Paris , und hiengen der Madame deLongueville, und dem Grafen von Roancs an. Der Herr vonBillettes, dessen sitten und leben sehr eingezogen waren, lebteohne ehr - begierd, und folgte seiner tust in den studien nach.Er wäre der Historie, der Genealogie, her hohen Häusern Eu-ropä und der erkänntnis der büchern sehr wohl erfahren; in-sonderheit aber waren ihm die bewandmis und beschaffenheitder künsten bewust. Da nun die Academie der wissenschaff-ten sich vorgenommen hatte, eine beschreibung derselben zu ma-chen, so hielte sie sich den Herrn von Billettes für nothwendig,und ernannte ihn bey ihrer erneuerung in dem iahr 1699. füreinen Pensionaire. Die von ihm über die künste gemachte be-schreibungen, werden mit einer grossen anzahl anderer in demauszug, so die Academie davon hat sollen bekannt machen, zumVorschein kommen. Er starb den 10. angst. an. 1720. in dem 86.jähr seines alters, und obgleich er sich zum zweyten mal verheu-ralhet hatte, hinterließ er dennoch keine Ander. Memoire de
1 ’Academie Royale des Sciences , pour l’annee 1720.
Billi, oder Bilius, (Andreas) von Mayland, ein Augu-stiner-Mönch , lebte ums jähr 1420. und hinterließ Commenta-rium de Detrimento fidei Orientis feu de Origine TurCarum;Historias Mediolanenfes ; Historias Longobardorum; de Or-dinis Augustinianorum propagatione , &c. Pamphil. in bibl.Aug. Vojjius , lib. III. de Hist . Lat. c. 5. Hendreich (tfc.
* Billich, (Eberhard) von Cöln , ein Carmeliter, welcherim XVI. fceulo lebte, erwarbe sich in seinem orden vieles an-sehen , dessen regierung er auch einige mal m den Niederlandengeführel hat. Er wohnte dem Tridentinischen Concilio bey,und da er davon wieder zurück kam, gab er heraus eilten tractatde Diffidiis Ecclcfias componendis ; und Judicium Universita-tis & Cleri Coloniensis &c. Er war auch bey dem Collo-quio zu Regenspurg, welches an. 1546. auf befehl Caroli V.gehalten wurde. Er wurde hierauf 8uffraganeus des Ertz-Bi-
S zu Cöln, und starb an. 1562. Thuanus sagt, er seye zu»t gestorben. _ Pojfivin. appar. sacr. Lucius , bibl. Carme-lit. Mir aus. Tcijjicr.
Billichgrätz, ein vortresiiches schloß, nebst einer Herr-schafft in Ober-Erain, ;. weilen von Laybach gelegen. Gegenüber liegt das zerfallene schloß Billichgrätz, das stamm-haus derFreyherren dieses nahmens, wovor die Ungarn an. 1416. ab-ziehen müssen. Es ist diese Herrschafft in vorigen zeiten an un-terschiedene Herren, nunmehro aber wieder an die Freyherrenvon Billichgrätz gelanget. Valvas. ehre desHertzogthums Crain,lib. XI. p. ?2. seq.
Billickheim, ein städtgen in der Unter-Pfaltz, im amtGermersheim , 2. meilen von Landau gelegen. Der ort istsehr alt, und soll den nahmen davon haben, daß Julius Cä sar den Arivvistum allda überwunden, und nach erhaltenemsiege eine veste erbauet, welche man daher Victoriam Bellonamgenennet, wiewol es allzu gewiß, daß Jul. Cäsar gar fern vondiesem orte mit den Teutschen geschlagen hat. An. 450. aberhat sie Attila verheeret, daß nachgehends nichts als ein dorf dagestanden, in welchem Kayser Conradus II. eine kirche erbauetHlstor. Ltxicon II. Theil.
haben soll. Nach diesem hat es zum Reiche gehört, und hates Kayser Carolus IV. vor 4000. gülden verpfändet, vor welchenpfand-schiUing es Churfürst Rupert der ältere von der Pfaltz,krassl des dem Laufe Pfaltz zustehenden lösungs-rechts, an sichgelofet. Churfürst Friedrich II. hat es zu einer stadt gemacht,welche man damals vor unüberwindlich gehalten. Leedti in vi-ta Frid. II. p. 294. Tollner. H. P. p. 51. & 77.
BiUing, (Herrmann) siehe Hermannus Billingus.
* Billingham, ist ein flecken Engellands in der gegend derGrafschafft Northumberland , so man Tindale nennet. Diäten.
Anglois.
* Billingsley, (Heinrich) ein vortreflicher Mathematicusund Lord Mayor von Londen , unter der regierung der KöniginElisabeth, war von Canterbury gebürtig. Er studirte;. jährlang zu Oxford , und geriethe in dieser zeit in eine genaue freund-schaffk mit einem grossen Mathematico, nahmens Whitehead,der ein Augustiner-Mönch zu Oxford war. Indessen wardBillingsley wiedrum von den studiis weggenommen, und naherLonden zu einem Hutmacher in die lehr gethan. Er hat sichnachwerts durch die Handlung so bereichert, daß er endlich an.1597. zum Lord Mayor von Londen crwehlet und zum Rittergemachet worden. Nachdem unter der regierung Königs Hen-rici VIII. die klöster abgethan worden, nähme Billingsley seinenehemaligen guten bekannten Whitehead zu sich in feine behau-sung auf, und versorgte ihn bis an seinen tod. Billingsleymachte in dieser zeit grosse progressen bey ihm in der Mathema-tic, und als Whitehead starb,übergab er an Billingsley alle seinemathematische obfervationes und seine mit grosser mühe überEuclidis Elementa gemachte anmerckungen. Billingsley starbin einem hohen alter den 22. nov. 1606. und halte an. 1570, eineEnglische Übersetzung der Elementorum Euclidis in sol. zu Lon den , mit vielen anmerckungen heraus gegeben. Engl . Bayie.
Billom , Bilhon, ein städtgen in Auvergne , an dem kleinenflusse Richocher, in einer fruchtbaren gegend gelegen. Sie haxgute manufacturen, und gehört dem Bischoff von Clermont .
Billon, (Hugo Seguinus) aus der Französischen land-schafft Auvergne gebürtig, trat in dem -6. jähre seines altersin den Dominicaner-orden , und erlangte nach vielen probenseiner gelehrsamkeit die vodor-würde,worauf er zu Rom in demkloster St. Sabinä eine zeitlang öffentlich docirte. Nachmalsward er zum Ertz-Bischoff von Lion, und an. 1288. von NicolaoIV. zum Cardinal, mit dem titul St. Sabinä gemacht, worzuCölestinus V. noch die Bißthümmer von Ostia und Velitri bin-zu setzte. Er starb zu Rom an. 1296. den ;o. dec. und zwar'mitdem rührn eines geführten heiligen Wandels. Von schriften hater hinterlassen: Commentaria in Thren. Jeremiae, in 4. librosSententiarum, de immediata Visione Divin® Elfentias, contraCorruptorium Thomae Aquinatis , Sermones und andere mehr.Chron. Ord. Pradicator. Ant. Senens. bibl. Pnedic. Ugheüi. Pan-vin. Frt2on,
Billon, (Franciscus de) gebürtig von Paris , scheint Secre-tarius bey Wilyelmo du Bellay gewesen zu seyn, und hatte einenBischoff von Scnlis zum vncle. Er gab an. ein buch her-aus unter dem titul: le Fort inexpugnable de l’honneur du iexefeminin , welches er der Catharina von Medicis und andernPrintzeßinnen dedicirte. Der mann mag wol für ein muster einesertzpedanten dienen, als der in ermeldtem buch eine lange ab-ge,chmackte, und gleichwolen gantz ernsthaffte vergleichung zwi-schen den Propheten des alten Testaments und den Königl.Französ. Secrelarien seiner zeit anstellet, und solches zwar, wieglaublich, aus blossem Mangel eines bessern Verstandes, undohne anderes schlimmes absehen, als daß er sich etwa durchsolche schmeicheleyen gute freunde zu machen gesuchet. Desgröbsten anjetzo nicht zu gedencken, so giebet er da -dem Hey-land zuvorderst den titul des vielgeliebten Cantzlers GOt«tes, folgends machet er Mosen mit Mfr. Hu rauft, Königl.Ober-8ecretaire und grand Äudiancier de France , Iosuammit dem Controleur Mir. d'Orne, den Propheten Samuel mitdem Uoien oder ältesten der Secretaires Mfr. Longuet, zu paa-ren gehen, und so setzet er diese vergleichung auch zwischen an-dern dergestalten fort, daß er auch einem jeden der geringstenHofschreibern einen aus den kleinenProphcten oder doch eine an-dere in heil.Schrift vorkommende person an die feite stellet. Ammeisten aber ist zu bewundern, daß ein solches buch mit privi-legio hat können gedruckt werden , alldieweilen zu gleicher zeitwegen bekänntnis der reinen Evangelischen lehre so viele men-schen,die nach ihrem besten wissen und gewissenGOtt dienen woll-ten, jämmerlich gemartert und verbrannt wurden. La Croix duMaine. Henry Etienne , apol. d’Herod. ch. 14. Bayle. *
* Billoüet, (Dom Philippus) ein Bcnedictiner aus der Con-gregatione St. Mauri, war zu Roucn an. 1684. gebohren, undlegte sein qelübd an. 1702. ab. Seine vortrefliche gaaben hattenbillich grosse Hoffnung von ihm gegeben, allein er starb zu Or-leans den 2. mertz an. 1720. in seinem ;6. jähr, weilen er seinekräfften durch unmäßiges studiren erschöpfet hatte. An. 1712.hak er in der Abtey St. Etienne das Hebräische gelehret, und daMr. Prousteau denen Benedictinern zu Orleans seinen bücher-vorrath vermachet hatte, mit dem beding, daß sie eine öffentlichebibliokheck seyn sollte , ward 0. Biüonet zum Bibliothecariodarüber ernennet, worauf er sich angelegen seyn lassen, einencatalogum davon zu machen, welcher durch 0. Meri ist fortge-
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