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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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* Biron , ein altes adeliches geschlccht in Curland, so sich ehe-mals Buren oder Sirn schrieb, von welchem sich hauptsächlichfolgende 2. brüdcr hervor gethan: i. ) Der älteste, JohannesEenestus von Biron , wurde nicht nur von der Rußischen Kay-serin Anna, bey der er die charge eines Ober-Cammcr.Hcrrnbekleidet, mit dem Ritter-orden des heil. Älexandri Newsky be-ehret, und in den Rußischen Grafen -stand erhoben; sondernauch von dem Könige von Polen und Churfürsten zu Sachsen ,Augusto II . In den ordcn des weissen Adlers angenommen,und von dem Kayser Carolo VI. in des H. Röm. Reichs Gra-feii-stand versetzet. An. 17;;. kaufte er von Alberto Chrlsto-phoro, Grafen von Dohna , die freye Standes-Hcrrschafft War-tenberg , und «11.17,7. hatte er die ehre, daß ihn die Stande vonCurland einmülhig zu ihrem Hertzog ernennten. An. 174°.ward er von der Kayserin Anna zum Regenten von Rußland ernennet; allein da er kaum etliche Wochen, nemlich von demtodes-tag der Kayserin an , diese hohe stelle genossen hatte, warder den 19. nov. samt seiner gemahlin gefangen genommen, sei-ner Regenten-stelle entsetzet, des Hertzoqthums Curland verlustigerkläret, seine qüther allzumal confisciret, und er zu einer ewigengefangenschafst in Sibericn verurtheilet. Von seiner gemahlin,einer gebohrncn von Trotta, genannt Treyden, hatte er zweysöhne, Petrum und Carolum, ingleichen eine tochter Elisa-beth am leben, r.) Gustavus Graf von Biron, Johannis Er-ncsti, Hertzogs in Curland, bruder, stund an. 1737. als Gene­ ral -Major in Rußischen diensten. Derselbe verehlichte sich an.17,2. den 1,. may, da er Major bey der Jsmailowischen gardewar, mit des an. 1729. in Siberien verstorbenen Fürstens Ale-xandri Mcnzikow einziger hinterlassenen tochter, Alexandra,bussete sie aber an. 17,6. den 24. dec. durch den tod ein, nach-dem sie ihr alter auf 24. jähr gebracht hatte. An. 174--. warder auch nebst seinem bruder gefänglich angehalten.

BIROTA , oder BIROTUM, ein wagen mit zwey rädern, da-vor nian drey maulthiere spannte, und ohngesehr 200. pfundschwer laden konnte. Kayser Constantinus M. hat sie zumbehuf des gemeinen Wesens angeordnet, mit dem anhang, daß,wo man eine last darauf zu laden hätte, solche nie über 200.pfund schwer seyn sollte ; wo aber leuthe darinnen fahrenwollten, dursten deren nach Valentiniani verordnung nicht mehrals zwey oder drey seyn. I. 8. & l. 22. Cod. Theod. deCursu publico. Pancirotl. not. Imp. Orient, c. 6. Du Fres-ne. *

* Birquet eINatroun,vder Natron-see,eine see in der wüsteSt. Macarii, 2. meilen von.dem kloster Dir el Syadet oderU. L. Frauen, welcher deswegen sehenswürdig ist, weil er alswie ein grosser zugefrorner teich mit eise, darüber etwas schneegefallen, zu seyn scheinet. Er theilet sich in 2. theile, von wel-chen der erste, der nach norden gehet, von einem Wasser ent-stehet,welches unter der erden ohne einige Wahrnehmung des ortsentspringet: der gegen luden aber entstehet aus einer hervor stru-delnden quell, dessen Wasser einem bis an die knie gehet, und röth-lich ist. Dieses rinnet alsbald zusammen, und formiret gleich-falls grosse stücken eis, generirct auch das Natron, welches sichgemeiniglich in einem jähre durch dieses Wasser vollkommen ma-chet , worüber ein roth saltz 6 . oder 7. finger dick, darnach einschwartz Natron, welches man in Egypten zur wäsch-lauge ge-braucht, und alsdann das Natron, welches wie das erste saltz,aber viel dichter ist, lieget. Bey diesem see stehet eine fontaine,welche Arm Llgür genennet wird. Thevenots Morgenländifchereift, tom. I. lib. II. c. 71. p. 34°·

Birs , ist ein kleiner fluß, der in dem Bißthum Bafel,oberhalb Dachsfelden , aus dem Jurten gerad unter demdurchgehauenen felsen oder paß, Pierre pertuise, entspringt.Er durchstreicht das Münster - Delsperger-und Lauffenthal, undnachdem er bey Deüsperg die Sorn, bey Lauffen die Lützel undsonst noch einige geringere bäche verschlungen , langet er un-ten an Pfäffingen , Angenstein , Dorneck und Monchensteinvorbey, eine viertel-stund oberhalb der stadt Basel in Rhein .Er trägt keine schiffe, wohl aber holtz-flösse. In diesem flußwird alljährlich im srühling eine erstaunliche menge gewisser fi-sche, so man naftn nennet, in denen zu solchem end aufge-spannten garnen gefangen, so daß deren zuweilen in einernacht viele tausend auf einmal eingethan werden, und diegantze stadt und landschafft Basel sich einige Wochen durch umeinen wohlfeilen preis daran satt essen kan. Stumpf, üb. XII.p. 384· b. *

Birseck, ist ein Bifthoff-Baftlisches schloß und Herrschafft,bey Arlesheim , zwischen Monchenstein und Dorneck ändert«halbe stund von Basel gelegen, allwo der Bifthöffliche Ober-Vogt seine Wohnung hat. Es gehörte vor altem den Gra-fen von Frodurg , aus welchen Ludwig und sein söhn Hart-mann die Herrschafft Bifthoff Lutolden an. 1243. verkauftethaben. Bifthoff Johannes de Vienna, hat sie mit zugehöri-gen dörfern Arlesheim , Rheynach, Oberweyler, Allfchweyler, rc.an. 137,3. an Herrn Rudolph von Ramstein verpfändet, aberBischoff Johannes von Fleckenstein hat alles wiederum zu derStift Handen eingelöset. Urßis. chron. Basil. üb. I. p.2;. *

Birsig , ein kleiner fluß, so mitten durch die stadt Basel flies-stt, zuweilen aber durch die angehende Wasser in eine solche

grosse erwachset, daß er einen theil dieser stadt überschwem-met , und in nicht geringe gefahr setzet. Die grösten Über-schwemmungen sind an. 1329. 1530. und 1701. gesche-hen. *

Birthalmer, ein grosser flecken in Siebenbürgen , zweyMeilen von Medwisch gelegen , in deren gegend sehr guterwein wächset. Allhier wohnet der Bischoff der Sächsischen nalion, welcher alle Geistliche vrdiniret, und zugleich an die-sem orte Pastor primarius ist. Zeil.

Birthric , König der West-Sachsen in Britannien, auSdem geschlccht Kerdios, des ersten stifters dieses Königreichs,succcdirte darinnen an. 786. seinem anverwandten, Kinwulff.Er vermählte sich mit Eadburgh, einer tochter des Königs Of-fa, von Mercia , zeugte aber kein kindmttihr, nndmustedan-nenhero mit seinem grossen Verdruß den Drintzen Ecbert, alsseinen Cron-erden ansehen, welchen er durch allerhand Nach-stellungen nöthigte, seine flucht nach Franckreich zu nehmen.Er selbst aber starb an. 802. nachdem er unversehens einen gif-tigen tranck zu sich genommen, welchen gedachte seine gemah-lin vor einen andern zubereitet hatte. The compUat bist. osEngland, vol. l. p. 48. 30. siehe Eadburgh.

Lirtport, siehe Lridport.

Birze, oder Birse, eine kleine stadt nebst einem schloß inSamvgitien, zwischen Mietau und Braslaw gelegen, un-dem Fürsten von Radzivil gehörig.

Bisaccia , eine kleine stadt im Königreich Neapolis , inPnncipato oltra, ist wenig bewohnt, auch in schlechtem an-sehen. Sie führt den titul eines Hertzogthums, und hat einenBifthoff, welcher unter den Ertz-Bisthoff zu Conza gehört.

Bisacciomus, (Majolinus) Graf von Jeßi in der Anco-nitanischen Marck, und Cammer-Juncker des Königs in Franck-reich, ein fleißiger Historicus im XVII. feculo , hat sich langereit in Teutschland aufgehalten, und sich daselbst die sprächeund sitten des landeS bekannt gemacht. Er schrieb Memoriehistoriche della Mossa darmi di Guftavo Adolfo in Germania lanno 1630. in sino al 1634; Historia universale de Turchidi Sansovino accresciuta; Historia delle Guerre civili, doppol> a nno 1610. al 1631 ; Sensi civili sopra il Capitano delDucadi Rohan; Descrizzione universale dei Mondo di Luca deLinda; Albergo Fabula ; la Cleopatra ; Clorinda Cassandra ;Ercole in Lydia; il Mithridate. Zeilerus, de Historicis p. 3.

Jiendreich.

Bisagno , Besagn», Bisamnis und Feritor , ein (Ji.fi indem genuesischen gebiethe, welcher aus dem Apenniniichengeburge entspringet, und sich nahe bey der stadt Genua das Mittelländische meer ergiesset. ^

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*Bisaqno, oder Bisegna, ist einstecken und bera.glei-ches nahmens, in Abruzzo ultra, einer provintz des König-reichs Neapolis, zwischen der stadt Aquila und Aftol» gele-gen. Maty , Diction.

* BIS ALTiE. alte Thr arische völcker in Maeedonirn, welche

zwischen dem fluß Chabris und Strymon, jetzo Jscar genannt,und den städten Thessalonich undContesa in der gegmd, wodie stadt Euporia liegt. Comn , m exc. Photu CLXXXVI.ao. Livius, XXXV. 39. 3 °· IV. 10. Virgilius , georg.

III. 461.

*Bisantius, Ertz-Biftlioff zu Bari , erwchlt den 14. jul.an 1028. Er wurde von Johanne XX. dazu eingeweyhet, er-hielt auch von demselben dre bestatlguna des pnyilegii, krafftdessen er zwölf Weyh-Btschoffe seines Ertz-Stifts zu ernennestberechtiget seyn solle. Er war ein vatter derer waysen, einstiller der Haupt-kirche zu Bari , und ein tapferer beschutzer die-ser stadt wider die Griechen. Er starb zu Constantinopel an.

1033 Chronicon Ducis Andvis apud Anton. Caracciolum inchron Lupi Protosoadae. CamiUus Cerrui, in catal. Archiep.Barens. Ughellus , ltal. sacr. tom. VII. p. 601. seqq.

* Vsifantiuö, der ältere, aus einer vornehmen familie, warweaen seiner beredtsamkeit und gelehrten wissenschafft berühmt.Er ward Ertz-Bifthoff zu Tram, und wohnte der einweyhungder kirche zu Casino bey, welche Alexander II. «».107/. ver-richtete Anonym, hist. consecrat. eccl. Caiinens. Er hat St.

Nicolaüm Peregrinum in Trani nicht nur willig aufgenommen,sondern auch, als er an. 1098. den 2. ,mi. gestorben , ftlbst be-graben helffen, von dessen leben Vetr. ^eNatat m catal. Sanct,V -78 Ferrarius, in catal. SS. Italia: Mld David Romeus, in catal.SS. regn. Neapol. handelt. Ugheüus, ltal. sacr. tom. VII.p. 894 ·

* Biiantius, der jüngere, war von dem vorstehenden al-tern Bssantio von jugend aufwohl erzogen, und (owol in den^.Mii^en orden als kirchcn-sachen unterwiesen worden, wor-Ea«. »L das Ertz-Bssthum zu Trani erhielt, da er denndie Ist Nicolao Peregrino zu ehren angefangene kirche vollends

stände brachte, und dessen leib an. 1143. den 7. oct. mit grof-An gepränge darein schaffen liesse. Die Historie solcher verft-nüna bat Amandus damaliger Diaconus , nachheriger BifthoffT Tränt oder vielmehr zu V-glia, wie andre wollen, aufge-jkichnet. Ugheüus , ltal. säet. tom. VII. p. 9®·· * ^