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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Bianca , von Valois, war Caroli Grafen von Valois toch-ter , und Philipp! Valesit, Königs in Franckreich, schwester.Sie wurde ums jähr i;;c>. da sie kaum 7. jähr alt war, anCarolum von Luxenburg, der unter dem nahmen Caroli IV.Kayser worden, da er sich am Französischen Hofe aufhielt,verlobet, und soll ihm etliche tochter zur welk gebohren haben,als Margaretham, so an Ludovicum, König in Ungarn , Eli-sadetham, die an Albertum III. genannt mit dem Zopf, Her-tzog von Oesterreich , Catharinam, die gleichfalls a» den Her-tzog von Oesterreich , Rudolphum IV. den sinnreichen, undAnnam, so an Ottonem von Bayern vermählt worden; wie-wol andere ihr nur 2. töchter, die andere aber den beyden letz-tern gemahlinnen Caroli IV. beylegen. Sie starb an. 1348.

Bl-rnca. Königin in Franckreich, war eine tochter AlphonsiIX. in Castilien , und wurde an Ludovicum VIII. in Franck-reich den 2;. may an. 1200. vermählt, auch nebst ihm den6 . aug. an. 122;. gecrönet. Sie hat mit ihm unter andernLudovicum IX. oder Sanctum gezeuget, welcher nur 12. jähralt war, als sein vatter starb; daher sie über denselben die vor-mundschafft und regierung in Franckreich führte, bis solcherdas 21. jähr, als die damalige zeit der mcyorennität, erreichethatte. Sie hatte zwar viel Widerwärtigkeit, und es entstundenzum öfter» einige troublen in ihrem Reich, sie wüste aber die-selben durch ihre geschicklichkeit und klugheit zu stillen. Inson-derheit bediente sie sich der liebe, welche der Graf von Cham-pagne, und nachmalige König in Navarra, Thibaldus, zu ihrtrug, darzu, daß sie ihn von allen unruhen wider den Königabhielte, und durch ihn der übrigen Vasallen aufstand zernich-tete. Doch ist es kaum wahrscheinlich, daß sie bey der gan-tzen liebes-fache den Grafen mlt der blossen Hoffnung abgespei-set. (siehe Thibaldus, König in Navarra .) Sie machte auchdem krieg wider die Albigenfer ein ende. (siehe RaimundusVII. Graf von Toulouse .) Als Ludovicus IX. einige «ahr »achselbst geführter regierung an. 1248. einen zug m das gelobteland that, verordnete er sie aufs neue zur Regentin, seine ge-mahlin aber nahm er mir sich, weil sie sich mit seiner Mutter,die allzu herrschjnchtig war, nicht wohl vertragen konnte. Bian-ca ließ auch bey dieser regierung abermal ihre geschicklichkeitund courage verspüren, starb aber den i. dec. an. 1252. ehe derKönig wieder nach Hanse kam. JoinviOe , chron. du Roi s.Louis. Guit. du Nangiaco , gesta S. Ludov. IX. hiitoire deS. Louis ; VAutevile , hüt. de Planche. Bar Mas, minorenn.d e S. Louis. Bayle. Siehe den artickul Ludovicus IX. Kö-nig in Franckreich.

Bianca, Gräfin von Burgund , Königin in Franckreich,war eine tochter Ottonis IV. Grafen von Burgund, und der Ma-thildis, Gräfin von Artois. An. > zog. wurde sie an Carolumvon Franckreich, Grafen de la Marche, vermählet, welcher her-nach unter dem nahmen des IV. König ward , dessen bruder ,Philippus V. die ältere schwester der Bianca, Iohannam, zurgemahlin hatte. Sie wurden alle beyde des ehevruchs , undzwar mit den gcbrüdern von Launoy, Philipp und Walther ,überführet. Hierauf wurden diese 2. ehedrecher lebendig ge-schunden, alsdenn über eine frisch gemähete wiese geschleppet,hernach enthauptet, und die cörper an beyden armen an einenäalgen ausgehänget. Bianca muste sich auf das schloß Gail-lard ä'Andeli verweisen, und unter dem verwand gar zu na,her bluls-freundschafft an. 1322. verstossen lassen, zuletzt begabsie sich in die Abtey zu Maubuisson, und ward eine Nonne.Villani. Sammartb. bist. de France. Meierai.

Bianca von Franckreich, vermählte Königin von Böhmen ,war eine tochker des Königs Philippi des kühnen, und seinerandern gemahlin Maria von Brabant . Ihr erster gemahl warJohannes von Namur, der älteste söhn Guidonis, Grafen vonFlandern ; der andere aber, Johannes von Avesnes , Grafvon Ostrevant. Endlich wurde sie zum dritten mal an. 1299.auf der zusammenkmist des Kaysers Alberti I. und Philippi,Königs in Franckreich, zu Vaucouleur in Burgund an des er-ster» söhn Rudolphum III. König von Böhmen , versprochen ,welcher hernach zu Paris mit ihr beylager hielt. Sie starbzu Wien an. 1;°;. Birckens ehren-fpiegel, lib. II. c. 7. & z.

Bianca von Franckreich, Königin von Castilien , war einetochter St. Ludovici, und Margarethä von Provence . Sie warzu Jaffa in Syrien an. 1232. gebohren, und an. 1266. an Fer-dinandum de la Cerba, Infamen von Castilien , den ältestenlohn Königs Alphonsi X. versprochen, waraufan. ,269. zu Bur-gos das beylager gehalten ward, aus welcher ehe Alphonsus,Herr von Lunel , und Ferdinand, Herr de Lara, gebohren wor-den, welche ihr groß-vatter des Reichs beraubte. Als aber Fer-dinand an. 127;. zu Valladolid gestorben war, kehrte die Kö-nigin Bianca wieder nach Franckreich, bauete zu Paris ein theilan der Barfüsser-kirche in der vorstadt St. Marcel, und lebtedaselbst in dem Königlichen hause, bis sie den 17. jun. an.iz2o. starb.

Bianca von Bonrbon, Königin von Castilien , war eine toch-ter Petri I. Hertzogs von Bourbon, und Jsabellä von Valois,einer schwester Ludovici II. Hertzogs von Bourbon. Sie warschon und von gutem verstände, und ward an. 1352. im 14.jähre ihres altcrs an Petrnm, genannt den grausamen, Kö-nig von Castilien , vermahlet, welcher sie nicht nur aufs härte-ste tractirke, sondern auch, weil er von seiner concnbine, Jo-hanna de Padilla, gantz bezaubcrt war, nach einem langwieri-

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gen aefängniS an. 1361. zu Medina Sidonia mit gift hinrich-ten ließ. Sammarth. bist. de Fr. Mariana , lib. XVI. &XVII. Mezer. &c.

Bianca von Artois, Königin von Navarra, war eine loch.ter Roberti I. von Franckreich, Grafen von Artois, und derMathildis von Brabant. An. 1269. wurde sie auf Päpstlichedispensation an Henricum I. den dicken, König von Navarra ,und Grafen von Champagne vermählet, dem sie Iohannam ,so hernach eine gemahlin Königs Philippi Pulchri worden,gebohren. Als der Konig von Navarra an. 1274. gestorben,schritte Bianca zur andern ehe mit Edmunds von Engelland,Grafen von Lancaster, stiftete auch vor die Cistercienfer - Non-nen die Abtey zu Argenfoles, und starb zu Paris den 2. mayan. 1302. Sammartb. Oibenart.

Bianca, Königin von Navarra, war eine tochter CaroliIII. genannt des edlen , Königs von Navarra, und der Eleono,ra von Castilien . Ob sie gleich das sechste kind dieses Königswar, so erdete sie doch an. 1425. alle desselben länder. Als sienoch sehr jung war, ward sie an Martinum von Aragonien ,König von Sicilien, vermählet, und nachdem er an. 1409. ge-storben, heurarheke sie Johannen« von Aragonien , Hertzog vonPennafiel, so hernach König von Navarra »ind Aragomen wor-den. An. 1429. den 13. may «vard sie zu Pampelona gecrö.net, und starb in Castilien den 1. apr. an. 1441. Ihre linderwaren Carolus, Printz von Viane, und 2. töchter, davon die äl-teste, gleichfalls Bianca genannt, Carolo dem ohnmächtigen,König in Castilien , zu Valladolid an. 1440. angetrauet, vonihin aber durch den ausspruch des Papsts wiederum an. 1433.geschieden worden. Sie starb endlich ohne kinder zu Lescaran. 1464. Surita, lib. XII. Mariana, lib. XXII. seq. Oibenart,not. utriusque Vascon. Galland. mem. de Navarre. Sam-martb. hist. geneal. &c.

Bianca, Baptistä de la Porta, eines bürgers von Padua ,chefrau, hat sich durch ihre keuschheit und hertzhasstigkeit be-rühmt gemacht. Sie gieng an. 1233. mit ihrem mann nachBajsano in die Tarviser-Marck, als er von Padua dahin ge-schickt worden, die garnison zu commandiren, und vertheidigtediesen ort tapfer wider den tyrannen Azzolini. Als er ihn aberendlich durch verrälherey einbekommen, und ihr mann geblie-ben war, wurde sie gebunden vor den Azzolini geführet, wel-cher sie zu seinem «Villen zwingen wollte ; ob sie nun gleichdurchs fenster entkarn, wurde sie doch wieder gefangen genom,men, u»,d ihr noch schärfer zugesetzt. Weil sie ihm nun nichtmehr widerstehen konnte, bat sie sich aus, ihren mann nocheininal in seinem grabe zu sehen, und als ihr solches erlaubetwurde, warf sie sich zu «hin hinein, und ließ den leichen-stein miteiner solchen Heftigkeit zufallen, daß er ihr den köpf zerquetsch.1 e. Scardeon. hilt. Patav. lib. III.

* Bianca, Marggräfiu zu Montferrat, eine maitresse Kay.fers Friderici II. mit welcher er Manfredum, Hertzog zu Ta-rento, und Encium, oder Heintzen, König in Sardinien undHertzog in der Lombardey, zeugte. Luca Fürsten-saal, p. 33.

* Blancanus, (Iofephus) ein Iesuite und Professor Ma-thematum zu Parma und andern orten in Italien , war zuBologna an. 1366. gebohren, und starb an. 1624.de» 7. jun.im 38. jähre seines alters. Er schrieb : In Aristotelis loca Ma-thematica·, Chronologiam Mathematicorum , Bologna 1613.Venedig 1616. Spheram mundi, Venedig 1621. Modena 1633.in fol. Adparatum ad rerum Mathematicarum & Geometrica-rum iludium ; Echometriam, Modena 1613. in 4. und 1633.auch 1634. in fol. Bologna 1620. 1633. in 4. de Vocabulo-rum Italicorum Etymologiis. Alegambe. Hcndreicb. Morbof.polyhirt. tom. II. lib. IV. n. 1.

* Blancard, (Alexander oder Candidus) ein Carmelite auSGent, gab an. 1347. zu Cöln die Bibel in Niederländischer spräche , und Judicium Calvini de Sanctorum reliquiis colla-tum cum Ecclesite Rom. Catholicae Patrum sententia , wieauch Orationem de Retribotione Justorum statim a morte, ib.1331. in 8. heraus. Hendreich.

* Blancardus, (Nicolaus) gebohren zu Leiden an. 1624.verlohr seine eltern frühzeitig, und genoß von seinen nächstenbluts-freunden eine gute auferziehung. Er trieb die studien inseiner vatter-stadt, und erlernte unter Boxhornio die Historie, un-ter Golio aber die Persische und Arabische spräche. Salmasius liebte ihn wegen seines ungemeinen flcisses sehr, und verstatteteihm täglichen zutritt. Als er kaum 20. jähr alt war, erhielt erdie Professionem Philosophie und Hiitoriarum auf dem Gym-nasio zu Steinfmt. Nach einiger zeit kam er nach Middelburg ,und «vurde von den Staaten von Seeland zu ihrem HHtoricoernennet. Hierauf begab er sich nach Frießland, als ProfessorGracie Linguae, und machte sich durch gelehrte anmerckungenüber den Flvrum, Curtium, Arrianum, Harpvcrattonem,und Thomain Magistrum berühmt, bis er endlich an. 1703.den !3. may gestorben. Hendreich.

* Blancardus, (Steph.) ein sehr berühmter vockor derPhilosophie und Medicin zu.Amsterdain, welcher erst vor wenigjähren gestorben, hat in Niederländischer spräche geschrieben undheraus gegeben : Novum Lumen &PraxinIYIedicam, Amster­ dam 1678. in 8. de Chymia, ib. eod. in 8. welche zu Hanno­ ver Teutsch heraus gekommen; de Educatione, nutritione &morbis infantum, ib. 1684. M 8. de Variolis & accidentibus

circa