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der andre, allwo er die zwölf monat des iahrS vorgestellet, gehörtedem Herrn von Bullion dem Ober-Ausseher der Cammer-gefal-len. Das beste seiner gemählden ist die heradsteigung des H.Geistes. Die eintheilung davon ist von einer sonderbaren schön-heit; vor allen dingen aber ist das licht so lebhafft, »nd auf al-len feiten so wohl zertheilet, daß solches höchst bewunderns wür-dig ist. Blanchart starb in seinem 38. jähr. Er hatte fich zwey-mal verhcurathet , und hatte von seiner ersten ehefrauen ei-nen söhn und zwey töchter. Der söhn legte sich bey seifen aufgleiche kunst, und wüste den rühm seines vatters sehr wohl zuerhallen. Man hallet dafür, es habe unter allen Französischen mahlern keiner die färbe» besser aufgetragen als Blanchart.Man siehet zwar nicht, daß er viele grosse wercke gemacht; wasman aber von ihm aus denen erst-gcmcldlen gängen, nebst deingemahld in der kirchen U. L. F. siehet, giebt zur gnüge zu erken-nen , daß es ihm an wissenschafft nicht gemangelt habe; undobschon er nicht viele zeichnungen gemacht hat, so ist nichts an-ders daran ursach , als weilen er allezeit mit gemählden vonden H. Jungfrauen beschäfftiget wäre, welche arbeit ihm diezeit benähme von andern Materien zu handeln. De PHes, ab-rege de la vie des Peiritres. Perrault , les hommes illustresqui ont paru en France, tome II.
Blanchefort, (Guido de) der 41. Großmeister desJohan-niter-ordens von Jerusalem zu Rhodis , war ein söhn Guido-nis von Blanchefort, Herrn von Bois-Lami, und der Souve-raine von Aubusson , einer schwester Pelri von Aubusson , derebenfalls Großmeister und Cardinal gewesen. Er wurde nachabsterben Emerici von Ambosse, so den 13. nov. an. 13,2.geschehen, erwehlet, nachdem er seit an. 1497. das Gcoß-Prio-ral von Auvergne verwaltet hatte. AIS er aber zu Nizza zuschiffe gehen, und nach Rbodis segeln wollte, starb er unter-wegs nahe bey der insul Zante den 24. nov. an. 1313. undhatte Fabricium de Caretto zum Nachfolger. In diesem jährbeschwerten sich die Ober.Häupter der zungen , daß Emericusvon Ambosse 3. listen in marmor gehauen, über das thor, soauf die pastey nahe bey dem pallast erbauet, hatte setzen las-sen, welches schien, als wenn der Cron Franckreicd einige su-periorität zugestanden würde. Endlich nach vielem streit wur-den die listen auf befehl des Raths abgenommen, und über dasFranzösische quartier gesetzt, auch den andern zungen zugelassen,daß ste die wapen ihrer Printzen ebenfalls aushängen möchten.B*ßo, bist. de l’ordte de S. Jean de Jerus. Naberatb, privileg.de l’ordre.
* Blanchetta, (Johanna) gebürtig von Bononien aus Ita lien , war MatthäiBlanchetti tochter, und des bekannten Bon-signorii ehe - gemahiin, ein sehr gelehrtes weid, inmassen sienicht nur Lateinisch und Italiänisch , sondern auch Teutsch undBöhmisch reden können. Ltand. Albert . in descr. Romanul.pag. 313·
* Blanchetti, (Laurenlius) ein Cardinal, welcher auf derslniversität zu Paris zum voistore Juris gemacht wurde, begabsich naher Rom , allwo ihn der Papst Gregorius XIII . zum Prä-laten der heiligen Consulta und Äuditore Rotse machte. Erverträte dieses amt fünf jähr lang, und schrieb drey bänd unterdem titul : Decisiones Rots, welche in der bidliotheck von Ri-mini sind aufbehalten worden. Er wurde unter der regierungPapsts Sirti V. mit dem Cardinal Cajetano in Franckreich, nach-gehends mit dem Cardinal Hippolyto Aldobrandino in Polen gesandt; und da dieser letztere unter dem nahmen ClementisVIII. zum Papst ernannt wurde, machte er ihn den 3. brach-monat an. 1396. zum Cardinal, zu einem Mitglied verschie-dener Congregationen, und endlich zum Beschützer der kirchenvon Loretto. Und als er zweyma! beynahem zum Papst er-wehlet wurde, starb er in dem jähr 1612. in dem 67. jähr sei-nes alters, und wurde in der kirche JEsu begraben. Er warein bruder Marci Antonii Blanchetti, Rathsherrn von Bo logna und Rittern von Calatrava, welcher von Alexandra vonCarminati, aus einer vornehmen fainilie von Mayland, eineneinigen söhn Cäsar Blanchetti hinterließ , welcher sich in demjähr 1602. mit Ermelina vonGambalunga aus einer alten fami-jie von Rimini vermählete, von deren er neun kinder erzeuget,nemlich Georg Ludwig Blanchetti, welcher nach seinem vatterRathsherr von Bologna war; Julium, Obersten eines regi-ments des Papsts, welche eine zahlreiche nachkommenschafft hin-terlassen haben, die annoch bestehet; Johann Abt von MonteArmato, Apostolischer Protonotarius und Prälat der 8. Con-sulta ; fünf töchter, welche klostcr-iungsrauen waren; und X.Blanchetti, vermählet an Scipion Butrigeri, aus einer berühm-ten familie von Bologna entsprossen. Cäsar wird von einigenBianchetti, und nntcr andern auch von dem autbore seinesledens zu Bologna gedruckt, genannt. Hiß. des ordrer relig.imprimee en 1719. tom. VIII.
* Blanchi, (Archangelus) ein Dominicaner-Mönch aus Vi-gevano in Jnsubrien, woselbst er auch den ordcn angenommen.Nach ein und andern verwalteten bcdiennngen machte ihn PinsV. an. 1366. den 13. sept. zum Blschoff von Theano, und an.1370. den 17. may zum Cardinal mit dem titul St. Cäsarii,worauf er an. 1373. sein Bißthum aufgab. Unter Gregorio XIII. bekleidete er das amt eines Prxlidis von der Congregationdels. Officio. Er starb in seinem 63. jähre den rg. ja», an.1 , 38 °. lind ließ, Wie Rovclta meldet, 3. vol. de Libris expurga-tis & expurgandis turn & noxiis proicribendis , so noch im
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manufcript liegen. Echard , script. 0 . P. tom. II. p. 23 6 .
P· 347 .
* Blanchinus, ( Johannes ) ein Italiänischer Mathemati-cus, war von Bononien gebürtig , hielte sich meistens zu Fer-rara auf, und verfertigte allda, nach an. 1440. neue astronomi-sche Tabulas, die er dem Kayser Friderico III. bey welchem erin grossen gnaden stunde, dedicirte. Diese Tabuste gelangtenerst an. 1362. mit des Lucä Gaurici Vermehrung und verbesse.rung in Venedig zum druck. Ricc. caet. chron. Math. P. II.pag- 17 ·
* Blanchis, (Anton. Maria) ein Minorite ordlnis de ob-servantia aus Venedig , wurde Professor Metaphysices zu Pa.dua, und setzte sich in solches ansehen, daß er der andere Aristo teles zngenannt wurde. Nach der zeit bekam er das Genera -lat seines ordens. Er hat Theses Theologicas und andere un-ter dem titul : Quidquid disserit Scotus de incarnatione Verbi,bei>6 disserit, an. 1666. zu Rom drucken lassen. Hendreicb.
. * Llanchot, (Petruö) ein Minorite aus dem orden St. Fran-cisci de Paulla, Hat Bibliothecam SS. Patrum concionatoriamgeschrieben , Paris 1631. in 4. Cöln 1633. in 8. Mich. de laNove, ebenfalls ein Minorite gedachten ordens, Hat selbige starckvermehret heraus gegeben, Paris 1644. m 4. und Petrus Piiar-tius hat bey seiner neuen aufläge desgleichen gethan , ib. 1633.Mld 1633. in fol. ferner Regulas generales (L partieuiares deperfecta devotione in Französischer spräche. Eiwge legen ihmauch Idearn Libliotbec-e univerlalis bey , welche zu Paris an.1643. gedruckt ist. Hendreicb.
* Blanckenau, oder Blanckenowe, ein Cistercienser-klo-ster nebst einem flecken ,m Stift Paderborn zur lincken der We-ser, ein wenig unter Beverungen , dem flecken Meinbreren ge-gen über gelegen. Schneiders befchreibnng des alten Sach-jenlandes, p. 99. Bucelin, Germ. sacr. P. 11 . p. iy.
* Blanckenau, ein flecken in der landschafft Buchau, an demkleinen fluß Luder gelegen. Schneiders beschreibung des al-ten Sachsenlandes, p. 47.
Blanckenberg, eine kleine stadt nebst einem guten Hafen, undschloß an der see, in dem Oesterreichischen Flandern , 2. stundenvon Brügge , zwischen Ostende und Sluys gelegen.
Blanckenberg, oder Blanckenburg, eine stadt und schloßim Hertzogthum Bergen an der Siege, eine meile oberhalb Sieg burg gelegen.
Blanckenburg, Blanckenberg, eine kleine stadt und Herr.schafft in Thüringen , eine meile von Saalfeld , dem Fürsten vonRudelstadt gehörig. Das daselbst befindliche wüste schloß ist ehe-mals der Grafen von Schwartzburg residentz gewesen.
Blanckenburg, die haupt-stadt und residentz-schloß einer da.her benamten Braunschweig -Wolffenbüttcllschen Grafschafftundnunmehrigen Fürstenthums an der Halbcrstädtischen grentze, r.Meilen von Quedlinburg , und so viel von Halberstadt , hat dennahmen von dem weissen und blancken fels, darauf das schloßgedauet, welches sehr hoch lieget, aber doch mit der in einenhalben mond gebaueten stadt in einerley mauren eingeschlossen.Sie ist ehedem eine rksidentz der daher benamten Grafen ge-wesen, von denen so fort; seit an. 1690, aber von LudovicoRudolpho, Hertzoge zu Braunschweig -Wvlffenbüttelischer linie,bewohnt worden. Dieser war gebohren den 22. iulii an. 1671.succedirte seinem bruder August Wilhelm in den» HertzogthumWolffenbüttel an. 1731. und starb den 1. martii an. 1733.
Die Grasschafft und nunmehrige Fürstenthum Blanckenburgist bis zum ansang des XI l. feculi unter dem nahmen desHartingou oder Hertzgebietes bekannt, und darauf mit derGrasschafft Reinstein vereiniget gewesen^ und hat viele örterbegriffen, welche theils durch die Bsschöffe aus diesem hausean das Stift Halberstadt , theils auch an Braunschweig gekom-men. So wie sie von dem Hause Braunschweig-Wölssenbüt-tel «nd respective Chnr-Brandcndurg besessen wird, ist sie vondem Stift Quedlinburg , dem Fürstenthum Anhalt, den Graf-schafften Stollberg , Hvhnstein, Fürstenthum Calenberg , undGrasschafft Wernigeroda umschlossen, und hat auf den unge-heuren bergen sehr viele, aber meist eingegangene schlösser, fer-ner Michelstein, ein ehemals sehr reiches Cistercienser - klvster,Hafelseld eine stadt, und die flecken und ämter zum Stiege,Hoimburg, Mandorff, Westerhausen , rc. In dieser Grasschafftentspringt auch der Bode-fluß; es ist darinnen der Brocksberg,die berühmte Baumans-Hvle, rc. Nach abgang der Grafen vonBlanckenburg, von denen so fort, ist diese Grasschafft an Braun.schweig-Wolssenbüttel gefallen, seit an. 1690. einem Printzendieses Hauses Ludovico Rudolpho gegeben, und an. 1708. zugunsten der Vermählung Kaysers Caroli VI. mit dessen Printzcßintochter zu einem Fürstenthum erhoben worden.
Was nun die Grafen von Blanckenburg betrift, so ist,wo nicht der allererste,doch der erste,dessen gedächtnis noch übrig,Hans , der an. 933. sich bey Kayser Heinrichen in dem zugwider die Hunnen befunden. Gegen das ende des XI. faeculistarb Graf Bodo von Blanckenburg, und hinterließ 2. söhne,Hugvnem, der Archidiaconus zu Halberstadt worden, und her-nach das klvster St. Victoris zu Paris meistentheils angeleget;und Popponem, der 3. söhne hinterließ, Reinhard, Conrad undSiegfried; Reinhard war Bischoff zu Halberstadt von an. 1107.bis n22, Conrad ist, wie Leuckseld wahrscheinlich erweiset,
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