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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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und Churfürst zu Cöln, welcher wegen seiner ubeln auffuhrungwar abgesetzet worden, und sich dem an seine stelle gekomme-nen Landgrafen Hermanno aus Hessen widersetzte, von ge-dachtem Hermanno gefangen, und auf die vestung Blan-ckenstein gesetzt, und nachdem er öffentlich resigmret, und Her-mannum für rechtmäßigen Ertz-Bischoff und Churfürsten zuCöln erkannt, so stürbe er darauf an. 148°. In den innerli-chen kriegen zwischen Hessen-Cassel und Hessen-Darmstadt wur-de auch an. 1646. den 18. novemb. dieses lchloß eingenommen,und gäntzlich eingeäschert, da denn hernach an. 1650. darunterein neues amt-haus erbauet worden. Dieses gehöret Hessen- Darmstadt , und bestehet aus mehr als 4°. ^oifent. Unwertdiesem eingeäscherten schlösse lieget eine schone schiefer - grübe,und gegen über bey dem flecken Gladebach ein stlber-bergwerck.Melifsantis neu-eröfneter schau-platz denckw. geschrcht. p. II.Itit. 102. p. 211. seqq. , _ . ...

* Blanckenstein, Blanckstein, eine uralte adeliche faimltein Schlesien, welche vor diesem rn dem Oelsnischen die gutherBuckewieir und Jackschenau besessen, vor jetzo aber Pangau rnnehat. Theodorus und Conradus, gebrüdere, kauften an. i zyo.das gedachte Buckcwien, von welchen der letztere an. h° 7 . beyConrado III. Hertzoge zu Oels, Rath gewesen, welche stelle auchNicolaus von Blanckenstein an. 1411. bey gedachtem Hertzogebekleidet. Theodoricus von Blanckenstein aufIacksthenau,stundan. i 4?8. bey Conrado dem schwarten, Hertzoge zu Oelsund Kofel, gleichwie Bernhard an. 1488. bey Conrado demweissen, zu Wolau in besonderm ansehen. Caspar von Blanck-stein auf Pangau, war an. iüü6. Landes-Aeltester in dem Für-stenthum Oels, und hinterließ George Heinrichen, welcher an.1679.Land-Lommillsrius in dem jetztgedachten Furstenthumworden, und an. 1711. mit tode abgegangen. Von seinen mitAnna Catharina von Studnitz erzeugten beyden söhnen, lebtean. 1728. Johann Caspar von Blanckenstein auf Pangau, ge-wesener Königlicher Preußischer Hauptmann. Stäupt Schief,curios tom.'I. p. 268. & tom. II. p. 529.

* Blanckhoff, (Johannes) ein söhn Antonii Blanckhoff ei-nes mahlers, ward zu Alckmar an. 1628. gebohren. Sein erstermeistcr,Adrian Teerlinq,war ein schlechter Pfuscher lind stümper,bey dem er in der Mahlerey wenig erlernen konnte. Der zweytemeister, bey welchem er sich aufhielt, war Petrus Scheynburg,und der dritte Cäsar Everdingen. Da er diesen verließ, begaber sich gen Rom , und ließ sich alsbald nach seiner ankunft in diemahler-gesellschafft Dend genannt aufnehmen. Man gab ihmden nahmen Jan-Maat oder Johannes Gesell, und ist er inder that unter diesem nahmen bekannter als unter seinem eignengeschlechts-nahmen. Erhat dreymal die reise naher Rom ge-machet. Auf eine zeit kam ihm der gelüst an, sich aufder nachCandia gewiedmeten flotte mit einzuschiffen, damit er nach seinerneigung sich ersättigen möchte, stürme zur see und von den wil-den wellen hin und her getriebene schiffe nach der natur zu mah-len. Er ist seit dem jähr 1670. mit tode abgegangen. Jac. Cam-po Wey ermann, vies des Peintres Flamans, tom. II.

* Blanconibus, (Jacob de) ein Dominicaner-Mönch ausMevan, jetzo Bevagna genannt, starb allda den 22. aug. an.izoi. und ließ 8peouIurn humanitatis Christi; wie auch Spe-culum peccatorum & de Judicio extremo. Sein leben hatBvnav. Camasseus beschrieben. Jacobiüi bibl. Umbr. p. 74. &143. Leander, p. 228· Lußtanus. Pius, P. I. Üb. I. §. 2^0. P. II.üb. I. p. uz. tontana. Altamura. Ecbard , seript. O. P. tom.I P- 492 .

* Blancus , (Andreas) ein Jesuite von Genua , gebohrenan. 1S87. Er lehrte die Philosophie und Rhetoric, ward auchzum Prediger gebraucht, und starb in seinem vatterlande den29. mart. an. 1657. Er hat geschrieben : Quasstiones Philoso-phicas Academicas , GeNU« i6;z. in 4. Pistomachiam , ibid.1649. ist 8. Suspiria Animas , · ib. eod. in 8. Epigrammata ,Mayland 16;?. in 8> Genua 1659. in 8. ferner unter dem nah-men Landidi Philalethis einen tractat wider den Probabilismum,ib. 1642. in 8. Madrid 164;. in 8. Cremona 1646. in 8. in-

gleichen de Cambio , Genua i6;2. in 8. und de Piis Moribus& sanctis amoribus, ib. 165z. in 8- In Italiänischer sprächehat man von ihm Conciones de sellis Chriiti & SS. & Sacra-mento , ib. 1648. in 4. Sermones 12. de passione Christi, ib.16$ 1. in 4. Sermones 30. depastione Christi figurata & histo-rica , ib. 1652. in 4. Paraphralin in Psalmum miserere , ib.1647. in 12. Es haben einige mit unrecht vorgegeben, daß erder erste Jesuit in Italien gewesen , der den Probabilismum inschrillen angegriffen , sintemal solches vor ihm Paulus Comi-tvlus gethan. Alegambe. Bayle. Hendreicb.

" Blancus , (Mare. Antonius) ein vortreflicher Mus zuPadua , lehrte daselbst die Rechte, und advocirte dabey. Erstarb in dem 50. jähre seines alters den 8 . vct. an. 1548, und ließPracticam criminalem , welche sein bruder Dominicus her-aus gegeben : Tr. de Exceptionibus litis ingressum impedienti-bus ; Consilia ; Commentaria de Compromissis ; Wie auch deIndiciis homicidii ex proposito commissi, und de Indiciis &conjecturis cujuslibet occultas casdis vel furti. Scardeon. de3 Ctis Patav. p. 19;. Gbilini theatro.

* Blancus de Garexio , (Franc. Maria) ein Dominica-ner-Mönch , von seinem geburts-ort in Insudrien also zuge-nannk, florirte an. 1650. und war erst Inquisitor zu Turin , her-nach zu Saluzzv. Er hat, wie Rvvetta ad an. 1650. und Riva-Histor. Ltxiem II. Theil.

lius bezeugen, ein buch dei Rosario della beata Virgine , stellesue indulgenze , della meditatione de sacri misteri e dellelodi della Madonna genannt, geschrieben. Es gedencket auchAlb. Brandanus in seinem Roseto Matiano dieses werckleins.Ecbard, seript. O. P. tom. II. p. 562.

* Blanda , oder Blandä, eine stadt in Lucanien, deren ei-gentliche läge die scribenten nicht an einen ort setzen. Ptole-mäus setzt sie ins land hinein , nicht weit von Potenza . MelaII. 4. hingegen will, daß sie am ufer zwischen Buxento und Ve-lia gelegen. Nicht weniger thut derselben Plinius III. ;. Li-vius XXIV. 20. und die Tabula Peutingeriana Meldung. DemMelä sind Cluverius Ital. antiq. Ferrarius in Lexico und fastalle neue gcfolget. Unter diesen aber sind einige, die das alteBlanda zu dem heutigen Castella a mare della brucca machen.Cluverius suchte es unter dem heutigen Maratia, Holstenius un-ter Porto de Sapri , und endlich Gabriel Borrius will, paßes das heutige Belvedere sey. Die stadt Blanda hat ehedemein Bißthum gehabt, welches aber wol zeitlich mag eingegan-gen seyn. Wenigstens findet man weiter keinen als einen Pa-schalem , der dem an. 649. gehaltenen Concilio Lateranensi sichmit unterschrieben. Ughellus , Ital. sacr. tom. X. p. 29. Cello,rius , notit. orb. ant. II. 9. §. 614.

* Blandford, (Walter) ein Engelländer, studirte zu Oxford erstlich in Christ-Church, ums jähr 1635. und hernach in Wad.Ham-College unter George Ashwell. Zur zeit des allgemeinenaufruhrs begab er sich aufs land, und besorgte in der familiedes Lord Lovelace den gottesdienst. Nachdem der König wiederins land beruffen war, ward er Warden des obgedachten Col-legii undEavellan des Lord Hyde, des Cautzlers. Im jähr1660. erhielt er die wurde eines Doctoris Theologi*, wardPrebendary of the Church of Gloucester , und einer von desKönigs Sacellans. Zweymal, nemlich an. 1662. und 166;.erwehlte ihn vorerwehnte Academie für ihren Vice-Cantzler.An. 166;. ward er an Dr. William Paul statt Bischoff zu Ox­ ford , hierauf machte ihn der König zum Dean of the RoyalChanel, und an. 1671. stim Bischoff zu Worcester. Endlichstarb er den 9. julii 1675. seines alters 59. jähr. LenthemsEnglij. schul- und kirchen-staat, 29. §. 211.

Blandiac, ein flecken in dem Bißthum Usez in Languedoc ,woselbst Johannes de Blandiac, Bischoff von Nimes und her-nach Cardinal, gebohren worden. Siehe Johannes ste Blan-diac.

Blandin, eine Benedictiner-Abtey, welche der NiederländerApostel, St. Amandus, an. 608. auf dem Blandinberge, nahebey Gent in Flandern , gestiftet. Sie ist heut zu tage eine vonden vier freyen und vornehmsten Abteyen in den Niederlanden.Mir aus, de orig. Monast. Ist). II. Bucel. Monast. Germ.

* Blandin, (Petrus ) ein Dominicaner-Mönch aus Vitry1 e Franqois, trat zu Chalons in gedachten orden den 8. jun.an. 162;. Er hat zu Paris studiret, und I8> Orationes para-nymphales allda gehalten, die er auch in druck gegeben. Erwar in den sprachen und litteris humanioribus ungemein er-fahren , predigte mit grosser wohlredenheit, und hatte ein über-aus fertiges ingenium. Er ist einst Prior seines klosters gewe-sen , und an. 1670. gestorben. Ausser oberwehnten orationibushat er auch eine de Heroicis D. Dominici & FF. Prasdicatorumgestis gehalten, welche zu Paris an. 16;;. in 8. gedruckt worden.

Ecbard, seript. O. P. tom. II. p. 618.

Blandina , eine von den Märtyrern, welche an. 177. zuLyon gelitten, und deren in einem briefe der kirchen zu Vienne und Lyon , beym Eusebio in bist. eccl. üb. V. gedacht wird.

* Blandinus , (Petrus ) ein Medicus , schrieb Observatio-nem de ingenti calculo renum & aliis observationibus in ca-davere repertis; ingleichen Epistolam de gravissima commo-tione cerebri & exinde secuta visus deperditione , beydes istin Wilh. Fabri Hildani Observat. Chirurgicis cent. IV. pag.106. & cent. V. p. 29. befindlich. Hendreicb.

* Blandonius, oder Brandanus, oder Brandonius,(Arias) ein Portugiesischer Jesuite , lebte nach der mitte desXVI. sasculi, und schrieb in jolcher spräche: Epistolam de re-bus gestis in India a Jesuitis, Goa 1554. welche Ioh. Petr.Maffäus ins Lateinische übersetzet: Epistolarum de rebus Japo-nicis üb. I. und eine andre dahin gehörige epistel, so zu Vene­ dig 15 6 ;. gedruckt. Hendreicb.

Blandrata , (Georgius) ein Italiänischer Medicus, gebür-tig aus der Marggrafschafft Saluzzo , war wegen seiner irr-rhümmer in der religion berühmt. Er hatte sich schon in Polen und Siebenbürgen durch seine medicinische wissenschafft bekanntgemacht, da er sich ,wieder nach Italien begab. Indem er sichaber zu Pavia aufhielt, wäre er bald der Inquisition in die Hän-de gerathen, wenn er sich nicht nach Genfretiriret hätte. Da-selbst bekannte er sich zu der Reformirten kirche, zog aber her-nach die Gottheit Christi in zweifel, und hielt mit Calvinohierüber ein gespräch, welcher auch eine schrift wider ihn her-aus gab. Man machte auch in dem Consistorio der Italiäni-schen kirchen eine verordnung wider diese neue Arianer, alsBlandratam, Alciatum und Valentinum Gentilem, undsetzte ein scharfes glaubens-bekänntnis auf, welches sie unter-schreiben , und dabey versprechen musten , ohne consens derObrigkeit nicht von Genf zu weichen. Calvinus versichertezwar Blandratam, daß ihm nichts widerfahren sollte; er ent-

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