?o b l a
flöhe aber dennoch an. 1558. nach Polen , woselbst er von denReformirten sehr wohl aufgenommen wurde. An. 1563. wur-de er von dem Fürsten Johann Sigismund zum Leib - Mediconach Siebenbürgen bernffen, daselbst fieng er an, seine lehreöffentlich auszubreiten, sonderlich, nachdem er nebst FranciscoDavidis wider einige Lehrer der Reformirten kirchen in gegen-wart des Hofes eine disputation gehalten, und es dahin ge-bracht , daß der Fürst Johann Sigismund die lehre der Antim-niwriorum angenommen, worinnen auch derselbige an. 1570.starb. Hierauf wurde Blandrata Medicus bey Stephane, undhernach bey Christophoro Bathori, Fürsten von Siebenbürgen ,behielt auch diese dignität bey Stephano, da derselbe König inPolen wurde, welcher ihn über dieses zu seinem geheimen Rathmachte. Er zerfiel aber mit Francisco Davidis, welcher nichtallein die Gottheit Christi läugnete, sondern auch behauptete,daß man dcnsilbigen nicht andäten sollte, in welchem letztemstücke sich ihm Blandrata heftig widersetzte, und deswegen Fau-stum Socinum aus der Schwein an. 1578. nach Siebenbür gen an sich zog. Zuletzt brachte ihn sein grosser geitz dahin, daßer dem Könige von Polen und Fürsten von Siebenbürgen zugefallen, fich den Jesuiten sehr geneigt erzeigte. Er wurde end-lich von seines eignen bruders söhn im schlaf erstickt, welchersein gesammketes geld wegnahm. Die zeit seines todes ist sogar gewiß nicht, doch ist dieses ausgemacht, daß er bereits an.1392. gestorben, und noch an. 158;. gelebet habe. Von seinenschriften hat man nur einige disputationes , briefe und obscr-vationes von der anbätung Christi , welche in andern schriftenmit gedruckt sind. Doch sind auch einige vorhanden, zu wel-chen Blandrata, ob er sie wol nicht gemacht, ein grosses mitbeygetragen , als zwey disputationes , die zu Weissendurg an.1366. und 68 . gehalten ; iugleichen ein buch de Falfa &Veraunius Dei Cognitione ; und Refutatio Scripti Georgii Majoris,in quo Deutn trinum in personis & unurn effentia , unicumdeinde ejus filium in persona & duplicem in naturis probareconatus est, &c. Sand» biblioth. Äntitrinitar. p. 28. seq. Lu-biensky, bist. Reform. Poion. Eeza, in vita Calvini & epist. 81.Hornbec. appar. adv. Socinian. Maimbourg, bist. de l’Arianis-me. Bayle.
* Blandrata , (Jvh. Franciscus) ein Cardinal mit dembeynahmen Vt. Clementis, aus einem Gräflichen geschlechte ge-bohren , wurde aus dem Bißthum Aqui, worein ihn Si.rruSV. den 12. aug. an. 1383. eingesetzt, von Elemente VIII. den16. apr. an. 1603. in das zu Faenza versetzt. Er hatte bereitsalle geistliche ehren-stufen bestiegen, als ihm gedachter Clemensden Cardinals-Hut ertheilte, auch hat er etliche Legationen ver-richtet , und ist mit dem grösten rühm, wie dessen in schwar-tzen marmor eingehauene tnscription bezeuget, in dem 6--. jähreseines alters zwisihen dem 19. und 20. juiil an. 1609. gestorben.Vghetlus, Ital. sacr. tom. II. p. 50z. seq. IV. p. 3 31.
Blanes , eine kleine stadl nebst einem Hafen auf der Catalo-nischen see-küste, sieben Französische meilen von Girona , mittag-wärts gelegen, allwo die Franzosen an. 169?. übel gehaustthaben.
* Blangv 1 lat. Blangiacum und Blanziacum , erstlich einberühmtes Benedictiner-Nonnen- hernach aber Mönchs-klosterin der Grafschafft Artois, am fluß Ternois, drey meilen von derstadt Hesdin , welches die Gräfin St. Berta gestiftet, und dieerste Aebtißin darinnen war. Als es nach diesem von denNormännern verheeret wurde, so erbauete es eine edle Matrone,nahmens Herfendis, zu zeiten Graf Baldutni Barbad von Flan dern , und beschenckte es reichlich. Bucelin. Germ. sacr. P. II.p. 13. Martern, voyage litteraire , P. II. p. 177. Mir aus, sup-plem. P. III. c. 8. & 9.
Blanmont, oder Blamont, Teutsch Blanckenburg, einekleine stadt in Lothringen mit dem titul einer Grafschafft. Sieliegt an dem fluß Vesouze, an dem fuß des gebürges, so auf derseile von Teutschland ist, gegen Sarbruck und Pfaltzburg. Siewar vormals bevestiget, nunmehro aber ist sie in schlechtem an-sehen.
* Blanquefort, lat. Blanquefortium, oder Blancofortium,eine kleine stadt in dem Gouvernement Guienne, in Franck-reich, in dem ländgen Medoc, 2. stunden von der stadt Bour-deaux gegen west-nord gelegen.
Blansac, eine kleine stadt in Angoumois, an dem flußNai, unter das General - Gouvernement von Guienne ge-hörig.
* Blaquernä, ist ein quartier der stadt Byzantz, gegen deminnern theil des Hafens auf der abend-seiten, welches also ge-nannt wurde, entweder von einem Barbarischen Fürsten , wel-cher der erste in diesem theil Thraciens regierte, und seinen pal-last an diesem ort hatte, oder von dem Griechischen WortßAayycv , welches Fahrenkraut bedeutet, weilen diß ort vor-mals mit diesem kraut gautz bedeckt war. An diesem ort baueteman eine der schönen Vorstädten Cvnstantinopels, in welcherman unter andern kostbaren gcbäuden den prächtigen pallast derBlanquernen sahe, welcher Pentapyrgion wegen seinen fünfthürnen aenennt wurde, wohin sich, seit Anastafio, welcherihn sehr kostbar auszierte, die Kayser öfters verfügten, um fichalldortcn für eine zcitlang zu erquicken. Man bewunderte auchdaselbst die berühmte kirche, so die Kayserin Pulcheria zu ehrender Lieben Frauen , deren schweiß-tuch man allda alS ein sehrkostbarqs heiligthum aufbehaltet, hat aufbauen lassen. Le»
b l a
Magnus fügte solchem eine in form einer rotonds gebaute kost-bare capellen bey, um daselbst den rock gleicher H. Jungfrauen,der Mutter GOttes, aufzubehalten. Weilen auch in den nach-folgenden zeiten die Barbaren sehr oft bis um Constantinopetstreiften, so ließ Heraclius diesen tempel und dicstn pallast indie stadt einschliessen. Man siehet annoch einige überbleibfejvon dem pallast der Blaquernen neben dem thor Tylocernos.
Du Cange, bist. de Constantinople . Maimbourg, bist. desIconoclastes.
* Blasaus, (Iacobus) von Brüggen aus Flandern , warein Minorit zu Douay, welcher wegen seiner frömmiakeit,wohlredenheit und eifer, mit welchem er predigte,in allen stadtendes Artois und Hennegau sich mustc hören lassen. Er erwarbsich einen so grossen rühm dadurch , daß er an. 1396. zu demBißthum von Namur und an. 1600. zu dem Bißthum von St. Omer befördert wurde. An. 1398. hielt er mit allgemeinembeyfaü die leich-rede Philippi II. zu Brüssel in Französischer spräche. Er starb zu St.Omer an. 1613. Gr. allgem. HoU.Lcxicon.
* Blasco , (Petrus ) ein Prediger-Mönch aus Montal inAragonien , schlug aus liebe zu seinem orden alle obschon nochfo wichtige geistliche bedienungcn aus, die ihm von dem Neapo-litanischen Vice-König und Grafen zu Benevento , Joh. AIph.Pimente!, angetragen Wurden. Vinc. Blasco de Lanuza, bist.Arag. V. 46. Er starb ums jähr 1614. und hinterließ Historiade la translacion de las reliquias de S. Vicente Ferrer deFrancia a Espanna , Valentz 1611. Tratado de la vida espiri-tual, ib. 1612. in 8. Anton. bibl. Hisp. Ecbard, script. 0 . P.tom. II. p. 391.
* Blasco Numies Vela, ein Spanischer Hauptmannder leib-wacht, wurde in dem jähr 1 343. mit der bcsoldung von40. ducaten alltäglich, zum Vrce-König des Peru gemacht, umdie von dem König in Spanien diesem land kurtz vorher gege-bene gesetze beobachten zu machen ; und war solches um destomehr nothwendlg, weilen die Spanier die ihnen bey entdeckungdieses lands ertheilten freyheitm mißbrauchten , und mit denlands-leuthen sehr grausirm handelten. Blasco langte zu No-vembre de Dios den 10. jen. 1344. und kurtz darauf zu Panama an. Er setzte alsobald alle Indianer, so er allda wiedererlangenkonnte, in die freyheit, trat aber erst den 4. mertz in seinGubernament. Tombez, die erste stadt, so ihn aufnahm, warauch die erste, allwo er die neuen gesetzt beobachten machte. DieSpanier, welche alle gleich den tyrannen waren, wurden ge-nöthiget, ihre sclaven wicdrum los zu lassen, dorften nicht mehreinen zeden, der ihnen vorkam, ohne bezahlung mit ihren qü-thern oder fahrenber haab beladen, noch die nahruna ohne ba.res geld fordern. Er that ein gleiches zu St. Michel, allwodie Verordnungen bekannt gemacht wurden , und zu Truriüv;in dieser letzter» stadt aber appellirten die Spanier von denVerordnungen und ihrer Vollziehung. Dieses diente den andernzu einem epcmpel; die lands-leuth aber vermehreten die unvrd-J,ung, waren auf ihre freyheit allzu begierig, und weigerten sichso gar das seid zu bauen, nur damit sie ihre herrschsslchtigen mei-stere desto mehr plagen konnten. Der erste, welcher sich widerden Vice-König einen ansehnlichen anhang machte, war Vaccade Castro, ein vornehmer mann, welcher kurtz vorher ein wich-tiges Gubernament in Peru erhalten hatte. Blasco ließ ihn ge-fangen sitzen, stillete aber dadurch den tumult nicht, sondernvermehrte ihn vielmehr; dann Gonzalla Pizarro nahm die par-tey der aufrührer an, welche ihn zu ihrem General-Haupt-mann ernannten: Die städte von Cusco , Guamangua und dela Plata rc. traten m das bündnis ein, und sahe man alsobalddiesen rcbeüen als ein Oberhaupt von vierhundert mann sowolzu pferd als zu fuß. Blasco hätte ohne zweifel nicht viel mühegehabt, diesen mann aus dem weg zu räumen, wann er nichtso mißträuisch gewesen wäre. Dann nachdem er ihn als einenrebellen und der beleidigten Maj. schuldigen erklären lassen, auchdie vollziehung der Verordnungen für zwey jähr aufgeschoben,ver-weiletc er sich in unnöthigcr Untersuchung des Vorhabens derje,nigen, welche ihm nachfolgten; gab auf blosse verdacht befthl,selbige ums leben zu bringen, und widerrufte solche mit glei-cher leichtsinnigkeit, gab auch seine geringsten gedancken antag, und nöthigte also sidcrmann, sich vor ihm in acht zu neh-men, insonderheit aber, da man sahe, daß er den Factorn vonPeru , Wilhelmum L-uares von Carvaial, einen dem Königsehr getreuen mann umbringen ließ, welcher unter allen sichdie gröste mühe gab, die aufrührischen wiedrum zu beobach-tung ihrer schuldigen Pflicht zu verleiten. Die wider ihn ge-hegte Verachtung sitzte ihn in solchen schrecken, daß er Lima zu verlassen im sinn hatte, es verhinderten aber solches diechm aus Spanien zugegebene vier Auditoren; und als er die-sis zum zweyten mal versuchen wollte, sitzte man ihn vest; undnachdem man mit ihm zu verschiedenen malen sehr übel um-gegangen , vertraute man ihn Älvarezio einem Auditorn , wel-cher versprach , ihn wiedrum in Lvanien zu überliefern. Eshatte aber dieser gantz andre gedancken,und war nur darauf be-dacht , wie er den Vice-König bey gegebener gcleqenhcit wie-drum loslassen könnte; er befreyete ihn auch würcklich zu Gau-rs , und schlugen sich alsobald so viel lcuthe zu ihm, daß er diefrechheit hatte, den Gonzalla Pizarro, welcher sich mit ciu-stimmung der andern dreyen Auditoren und des Parlemcnts ei-nen Gubernatorn in Peru nennte, in die äusserste noth zu trei-ben ;