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richtete in feinem Hans eine Academie neuer rntdeckungenauf. Er hielt den angehenden Chirurgis lectionen, welcheer Cours de Chirurgie nennete. Den apotheckern gab erlectiones, die er Cour« äs Pharmacie hiesse. Den perrnckcn-machern hielt er lectiones, welchen er den nahmen eines Cour«de Perruques beylegte. Man ward vermittelst einer gewissensumma gelds in diese lectiones zugelassen. Blegny mischtesich auch in die Artzney-kunst, und legte sich endlich folgenden ti-rui bey. Er nennte sich ordentlichen Rath und Runst-Aryt des Rönigs und seines Herrn bruders, und vonseiner Majestät verordneten zu Untersuchung und Be-währung aller neuen entdeckungen in der Artzney-kunst.An. rü7?. unterfieng er eine art eines neuen Journals unterdem titul: Nouvelles Dccouvertes dans toutes les parties dela Medecine, welches er monatlich ausgab ; Herr TheophilusBonnet von Genf übersetzte solches ins Lateinische, und ließ es
S Genf unter dem titul: Zodiacus Medico.Gallicus drucken.
ie anzüglichen reden, welche Blegny in dieser schritt widerviele wohlverdiente manner gebrauchte, zogen ihm endlich einverbot zu, krafft dessen er an. 1682. diese arbeit unterlassenmuste, nachdem er vier jähr in derselben fortgefahren hatte.Nichts destoweniger sahe man an. 168;. noch einen fünften jahr-gang erscheinen, welcher auch von Herrn Bonnet ist übersetzetworden; allein der nähme Blegny war auf diesem jahrgangnicht anzutreffen. Da ihm nun in Franckreich diese schrifternstlich verboten war, wandte er sich zu dem Herrn Gautier, ei-nem vonNiort gebürtigen und zu Amsterdam wohnhafften Artzt,welchen er als einen gemeinder annahm, und dem er seine Me-moires zusandte. Hieraus entstund nun der Mercure Savant,welcher in dem febr. 1684. zum erstenmal erschienen ist, beyHeinrich Desbordes zu Amsterdam . Es sind aber hievon nurdie Monate jenner und hornung gedruckt worden. Sie ent-hielten viele kleine über die Artzney-kunst verfaßte schritten, samtliebern, und poetischen stückgen. Übrigens regierten schmählicheredens-arten darinnen noch mehr als in dem erster» Journal.Nichts destoweniger ist dieses werckgen der anlas gewesen, beywelchem der berühmte Bayle den schon ehemals gefaßten ent-schluß, ein Journal zu schreiben, erneuerte, wie er dann den an-sang damit gemacht hat in dem mertz an. 1684. da der erste theilseiner Nouvelles de la Republique des lettres an das licht trat.Zu der gleichen zeit gab Blegny eine kleine schrift aus unter demtitul: Dicouverte du verkable remede Anglois , in welcher eraber das versprochene keineswegs entdeckte; daher dann Mr.Devaux, ein bekannter Wund-Artzt von Paris , in eben diesemjähr 1684. wider ihn schrieb unter dem titul: Dekuverte sensdecouverte. Übrigens hat Blegny auch noch folgende stücke ge-schrieben : La Doctrine des rapports de Chirurgie, an. 1685. in12. LyVN; Le bon ufagc du The , du Caffe & du Chocolat,pour la preservation & pour la guerison des maladies , Paris 1687. iN 12. Supplement de Paris .
* Bleicheroda, oder Bleichroda, eine kleine stadt in derGraffchafft Hohenstein, in Thüringen , zwischen dem ffuß Bodeund der Wipper, welche nebst Sachsen zu der regierung vonElrich gehöret. Es ist allhier ein Superintendent, welcher imConsdtorio zu Halberstadt , nachdem selbiges von Elrich dahinverleget worden, seßion hat. Rnauth ad Schneiders beschrei-bung des alten Sachsenlandes, p. 227. Iunckers anleitungzur mittlern Geographie, II. r;.v. 589. Zeilers Reichs-Gev-graphie, V. p. z 8 o. Topogr. N^eltphal. Bucelinus, in Oerm.jacr. gedencket auch eines sehr berühmten und fürnehmen jung-frauen-klosters.
* Bleidenstadt , oder Blexdenstadt, Blidenftadt, einsehr berühmtes Benedictiner-kloster in der Mayntzischen Dioeces,zwey meilen von Mayntz über dem Rhein gelegen, in welchemehemals berühmte Pradules und Ascetas floriret haben. Es istsehr mächtig gewesen,und die Königliche Abtey genennet worden.Ertz-Bischoff Richulfus oder Rndolphus von Mayntz hat esan. 812. eingeweichet. Wer aber der stiftcr gewesen, kan mannicht eigentlich sagen; einige meynen, es sey St. Bonifacius ,andre St. Sturmio gewesen, am gewissesten ist,, daß es St.Lullus zuerst erbauet, und aus der damals sehr berühinten stadtEastell den cörper des H. Ferrutii dahin gebracht, und zu dessenehren solches aufgeführet habe. Unter dem Ertz - Bischoff Ber-tholdo, gefürsteten Grafen von Henneberg , ist dieses kloster inein Collegium der regulirten Chor - Herren mit bewilligung desPapsts verwandelt worden. Bucelin. Germ. sacr. P. II. p. 16.Latomi catal. Archiepisc. Mogunt. in Menkenii script. rer.Germ. tom. III. p. 4??. seq.
Bleiderstadt, eine kleine stadt im Fürstenthum Dietz, andem Ursprung der Aar, zwey meilen von Wißbaden gelegen.
Bleinheim, oder Blindheit», ist ein dorf, unweit Hoch-städt in Schwaben , an den grentzen des Marggrafthums Bur-gau, welches dadurch berühmt worden, daß daselbst an. 1704.den 13. aug. nach der vollkommenen victorie, so der PrintzEugenius von Savoyen, nebst dem Englischen Hertzoge vonMarlborough, wider die Französische und Bayerische armee de-sochten, der Marschall von Tallard, nebst 13. bis 14000.Franzosen , in der überwinder Hände gefallen. Als nachmalsbesagter Hertzog von Marlborough die bey Oxford liegendeHerrfchafft Äoodstock, nebst Wootu-Hundred, von seiner na-tion zu vergeltung der geleisteten dienste verehrt bekommen, hatrr einen überaus prächtigen pallast allda aufführen, und dem-
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selben zum andencken des erwehnten siegS, den nahmen Blein-heim beylegen lassen.
* Blekers, (N.) ein von Hartem gebürtiger historien-mah-ler, welcher es in seiner kunst sehr hoch gebracht hatte. Vvndelgedencket in seinen getichten zweyer unvergleichlich schöner stü-cken, die Blekers verfertiget hat, deren eines die triumphiren-de Venus , das andre aber die Danae vorstellet. Das erstehatte er für den Printzen von Oranien, das andre aber für denHerrn van Halseren von Kennemerland gemahlet. Houbrakex ,tom. II. Gr. allgem. Hock. Lexicon.
Bleking, eine Schwedische landschafft an der Ost-see in Sü-der-Gothland, welche gegen norden an Gothland und gegen We-sten an Schonen grentzet. Sie führte sonst den titul eines Her-tzogthums, und gehörte zu Dänemarck, an. iü?8. aber wardsie durch den Rothschildischen frieden an Schweden abgetreten.Die vornehmsten stadte darinnen sind Rothenbye, Christiano-pel, Christianstadt, rc.
* Blemur, (Johanna de) eine gelehrte Priorin, aus demkloster des H. Sacraments, Benedictiner-ordens zu Caen , welchean. 1696. im 78. jähr ihres alters gestorben. Sie hat die lebender Heiligen aus den alten und neuen kirchen - scribenten zusam-men getragen, und zu Lyon in Französischer spräche in 3. vol.in fol. an. 1689. heraus gegeben. An. 1727- ist gedachteswerck zu Venedig in 4. in sechs theilen, deren jeder die Heiligenvon zwey monaten in sich hält, ins Italiänische übersetzt unterfolgendem titul heraus gekommen : Anno Benedettino, overovite de’ Santi delT ordine di S. Benedetto, distribuite perciaschedun giorno dell’ anno ; Opera tradotta dal Francesenell’ Italiano. Mabiüon , in prsef. llendreicb. Gelehrte Zei-tung. 1728. p. 548. seq.
BLEMYiE , BLEMIiE , BLENJE oder BLEPTiE , warenalte völcker in Mvhrenland, oder Aethiopien oberhalb Egypten,gegen Syene, sollen von Blemyc, einem der dreyen Kriegs-Obersten des Deriadä, den nahmen haben, welche diesem in demkrieg wider Bacchum gedienet, welche Florus überwunden, dervon dem Kayser Martiano an. 45°. dahin geschickt worden.Plinius und St. Augustinus geben vor, daß es geschienen, alshätten diese völcker keine köpfe gehabt, weil sie gewohnt gewesen,den köpf zwischen den schultern einzuziehen, und daß es das an-sehen gehabt, als ob das gesicht auf der brüst gestanden. Pim.lib. V. c. 5. Augußinus, serm. XXXV. Strabo , Üb. XVII.~Nonnus Steph. de urb. E'ymol. M. *
* Blendn, ist eine kleine insul des Archipelagi, ohnftrn demgestad von Morea, in dem Golfo von Aegina , der insul diesesnahmens gegen morgen, und der stadt Athen gegen mittag gele-gen , welche einige Geograph! für die alte Beldina Halten.
Maty , Diction.
* Blcndeck, oder Blandech, ein flecken nebst einem Cister-cienser-jungfrauen - kloster der rege! des H. Benedicti, in derGraffchafft Artois , in der vioeces von St. Omer , welches un-ter der regierung Philippi, Grafen von Flandern , der Bischoffzu St. Omer , Desiderius , an. 1186. der H. Columbä zu eh-ren gestiftet. Mirai supplemcnt. diplom. P. III. c. 79. Bucelin .Germ. sacr. P. II. p. 154.
* Bleneau, ist eine kleine stadt in der provintz Orleans andem fluß Loing, in der Election von Gien , vier meilen von derstadt dieses nahmens gegen morgen gelegen , welche dem Prin-tzen von Courtenay zugehöret. Maty , Diction.
* Ölenno, (Faustinus) war zu Stettin den 8. febr. an.r;82. gebohren, studirte zu Straßburg und Wittenberg , legtesich auf die Linguas Orientales, tpk auch auf die Polnische sprä-che, wurde Ober-PaKor an der kirche zu St. Nicolai in. Stettin ,und starb daselbst den?. N 0 V. an. 1641. Freberi theatr.
* Blenod , ist ein flecken des Bißthums und Ertz-Diaconeyvon Tüll, der Haupt - ort einer Castellaney , wovon der BischoffOber-Herr ist, und welcher unter das Präsidial von Tüll unddas Parlement von Metz gehöret. Hugo des Hazards, Bi-schoff von Tüll, so zu Blenod gebohren worden, ließ allda indem jähr 1509. eine sehr schöne Pfarr-kirche bauen, und nach-dem er den spittal gestiftet, ober doch zum wenigsten verbesserthatte, so wiedmete er solchen sehr ansehnliche einkünfte zu Un-terhaltung der armen. Voumu de Tout.
* Blera , oder Blerä, oder, wie man bey dem Ptolemäoliefet, Plera , denn des Strabonis V. p. 143. Plerati ist nachdes Casauboni ausspruch ein schreib-fehler, deswegen er an dieserstelle Plera setzet. In den Tabulis itinerar. stehet Olera,welches Clliverus anmercket, daß es müsse Blera hcissen. Eswar ehemals eine stadt in Tuscia, zwischen Sutrio und Tusca-ma, welche sonderlich zu den ersten Christlichen zciten sehrberühmt war, zumal weil der Papst Sabinianus von da ge-bürtig war, in dessen lebens-dcschreibung nach der damaligenzeit 58 . anstatt B. geschrieben stehet, und also Ulera hctsset, wiees Cluvcrus anqemercket; weswegen Baronius dafür gehalten,daß es solle Volaterra heissen, ob es wol benm Luttprandound Abbone in vit. Sabinian. ausdrücklich Blera gcuennckwird. Es hatte vor diestm sein eigen Bißthum , in wcl,chcm die Bischöffe bis über das jähr 1093. gesessen haben.Nach diestm ist dieses Bißthum eingegangen, und zu demBißthum zu Vilerbo geschlagen worden. Anjetzo soll andem orte t wo Blera gestanden, das städtgcn Blkda zu se-hen seyn. Ugbtilus , Ital. sacr. tom. X. pag. jv. Plinius ,