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Mft. natur. III. Hdsienius. Cel!arius i notit. orb. ant. n.j. 19-. 200.
Bles, (Heinrich äs) ein künstlicher mahler, aus dem dorfBovines bey Dinanl gebürtig, der sonderlich in landschafftenvortreflich gewesen, da er doch niemals einigen lehrmeister ge-habt hat. Sandr. Academ. P. II. lib. III. p. 243.
Blesensis, (Petrus ) siehe Petrus von Blois .
BlefiUa, oder besser BläsiUa, eine tochter der H. Paula,lebte zu ansang des V. feculi , und war eine schülerin des Hic-ronymi. Sie verstund die Griechische und Lateinische sprächevollkommen wohl, und war in der Hebräischen auch nicht un-erfahren, wie Hieronymus bezeuget, ep. 25.
* Blesis , oder Blois , (Johannes de) ein Prediger-oder Augustiner-Mönch aus Blois in Franckreich, daher erauch genennet zu werden pfleget, stndirte zu Paris , und lehr-te daselbst um das jähr 1486. die Theologie. Man hat vonihm einen kurven innhalt von jedem Psalm, so Desmoulinsin seiner Französischen Bibel -übersetzung mit eingebracht, auchhat er das Officiiim parvum B. Virginis und anders mehr insFranzösische übersetzt. Ecbard, script. O. P. tom. I. pag. 908.ieq.
Bletterans, eine kleine stadt in der Eranche-Lomte, an dengrentzen des Hertzogthums Burgund. Sie liegt an dem kleinenfluß Seille, ohngefehr neun Französische meilen von Chalons ,an der Saone, und fast eben so weit von Dole. Sie warsonst sehr veste, aber heut zu tage hat sie keine mauer mehr.
* Bletterens, (Avnard von) ein Rarhshetr des Parle-ments von Paris , wurde zum ersten Präsidenten von Toulouse ernannt, als ihm der König Carolus VIII. in dem jähr 144;.die erlaubnis darinn zu sitzen gab. Er wurde, sagt la Fälltenach der chronick Bardim, sur eine der qröste» Magistrats-personm seiner zeit gehalten, er war klug, verständig, eingrosser liebhaber der gerechtigkeit, ernsthaffttg ohne härtigkeit,wurde von seinen gerichls - unterworffenen geförchtet, ohnedennoch von ihnen gehaßt zu werden. Ein jeder, der eine streit-sache hatte, fand bey ihm sehr leichten Zutritt, und war er alle-zeit bereit jedermann anzuhören. Er erhörte sich ins geheim vonder aufführung der untern Richtern Nachricht, damit er sieauch ins geheim, so sie strafwürdig waren, bestrafen konnte.Er war gegen den armen sehr freygebig , und hinterließ nachfeinem absterben keinen grossen reichthum. La Faille sagt, eswäre an diesem grossen mann nichts mehr zu wünschen gewe-sen , als daß er die Römische Rechte besser hätte verstehen sol-len , welche wissenschafft dem ersten bedienten des Parlements,dessen gantzes Gericht von den geschriebenen Rechten regieretwird, unumgänglich nothwendig ist. Bletterens starb den 9.brachmonat an. 1448., und wurde ihm den folgenden 19. no-vemdr. die leich - begängnis bestimmet. L* t'oiUe, annalesde Toulouse .
Bley, siehe pletz.
* Blevello, oder Blavello, oder Blavemo, oder Bla-viaus, oder BIevatx, (Gaufridus de) ein Dominicaner-Mönch aus Burgundien, und, wie es scheinet, aus SenoiSgebürtig , studirte zu Paris , und wurde, nachdem er einigezeit die Theologie daselbst gelehret, an. 1236. Rector amGynmasio Sän Jacobeo. Als Gregorius IX. an. 1239. denDominicanern und Minoriten zu Paris alle Talmudische bü-cher, so viel ihrer nur zu bekommen waren , zur Hand schaffenließ, um solche zu examiniren, ob einige gotteslästerliche fachendarinnen anzutreffen, welchen falls sie verbrannt werden soll-ten , wurde Gaufridus nebst andern dazu gebraucht. Jnno-centius iv. machte ihn an. 124?. zu seinem Caplan, in dessendiensten er sich noch an. 1248. befunden. Er starb an. 1250.zu Lyon den 17. aug. und ließ Postillas in Epillolas Pauli, in-aleichen super Psalmes. Er wird von Steph. de Borbone inseinem wercke de seprem donis hin und wieder gelobet. Authorspeculi moralis. Petr. de PruJ]ia % in vita Alberti M. 6. Ant.Mallet , hommes illustr. du Couvent de S. Jacques. Ecbard ,script. 0 . P. tom. I. p. 127. seqq.
Blies, eine Chur - Trierische stadt im Westerreich , amfluß Bließ , unweit Saarbrücken gelegen.
* Bliffemius, oder Blyssemius, (Henricus) ein Je-suit, gebvhrcn zu Cöln, an. 1337. Als die Jesuiten dasTeutsche Collegium an. 1332. zu Rom aufrichteten, war er un-ter den ersten, die dahin geschickt wurden, und trat auch selbstalsobald in die Societät. An. 1336. ward er indem CollegioRomano Doctor Theologie, und bald darauf nebst noch zweyandern zu anrichtung eines neuen Collegii nach Prag geschickt.Daselbst lehrte er die Theologie, und ward an. 1361. Rector,welche verwaltung er hier neun und zu Grätz fünf jähre gefüh-ret, auch Provincial in gantz Oesterreich worden. Endlich daer zum Rektor der neuen Academie zu Grätz ernennet ward,starb er daselbst den 24. april an. 1386. Er hat de Ecclesiamilitante contra Heerbrandum , und de uno geminoque sa-cr® Synaxeos ritu , geschrieben. Alegambe . Stvertius,Athen . Belg.
Blitildis; Die neuern Genealoqisten geben vor, sie sey einelochtet Clotarii I. und gemahlt« des Rathsherrn Ansberti, wel-cher ein groß-vakter des H. Arnolphi, Bischoffs von Metz ,
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und ein Urheber des geschlechts der Könige von Franckreich desandern stammes, gewesen. Doch hat es noch ernige schwürig-keit, welche Ludovicus Chantercau le Fevre in einem werck;uerörtern getrachtet, so er von dieser Heurath des Ansberti undder Blitildis geschrieben. Es machet die begierde, so einigeFranzösische Gelehrte haben , den andern stamm ihrer Königenvon dem ersten herzuleiten, und also dem Carolingischen ge-schlecht den schandflecken einer unrechtmäßigen eindringung indas Reich abzuwaschen, daß sie gar ungern von dieser Heurathabstehen. Mit der fucceßion des dritten stammes der Capctingerthut man einen gleichen verstich. *
* Blitzen-Jnsul, Portugiesisch, Ilhas de Corisko, eine inssul auf dem Guineischen meer, in Africa , unweit der insul St.Thomas. Sie ist schlecht bewohnt, und sehr sandicht, hat abergutes wasser vor die schiffe; ingleichen wachsen daraufsehr hohebäume, deren holtz noch rother als das Brasilische ist. Siegehöret den Portugiesen, welche sie entdecket, und daher alsobenennet haben, weil es zur selbigen zeit in dieser gegend sehrstarck geblitzet. An. 1724. legten sie eine neue Africanische com-pagnie daselbst an , um die Schwachen von dar nach Brasilien Überzubringen.
Blochingen, eine in demWürtemberger-lande ohnweit Eß«lingen gelegene Herrschafft, welche die Hertzoge von Teck an.1299. sollen besessen haben. Kurtz darauf von an. 1301. bisan. 1381. liefet man hin und wieder viel von den Baronen vonBlochingen, deren der letzte Bischoff zu Aquileja soll gewesenseyn. Einige fuhren ihren stamm von denen von Randeck her,andere aber machen sie zu anverwandten derer von Eberspach.Die meisten kommen darinn überein, daß der letzte, nahmensMarquard, nebst seinen brüdern um gedachte zeit im geistlichenstände verstorben, da denn deren güther an Würtemberg gekom-men , nachdem zuvor die Eßlinger auch etwas davon an sich ge-bracht. Crusius , annal. Suev. P. III. lib. IV. c. 12. & üb. V.c· 7. Paralip. p. 93. Bruscb. Wolkben.
t Heut zu tag ist Blochingen keine gantze Herrschafft mehr,tzndern nur ein feines dorf, bey dem einfluß der Fils in den Ne ckar , zwischen Eßlingen , Schorndorf , Kirchen und Nürtingen ,m das Stuttgarder-Amt gehörig. Vor zeiten hatte es seine ei-gene Baronen, deren der letzte, Marquard, anfangs Probst znBamberg , hernach an. 1341. durch gunst Papsts Clemen-tls VI. Bischoff zu Augspurg, und dann endlich Patriarch zuAqurleja oder Aglar worden. Crujjus, annal. Part. III. lib. IV.C. 12. & lib. V. c. 2. 7.13. M. Stem-voeeg. manuscr.
* Blocius , oderBlotius, (Johannes) ein Magister Phi.losophise aus Soltwedel , schrieb Saturam hiltoriarum memo.rabilia de America continentem » Rostock 1627. in 8vo ; PerRcopen Pentateuchi biblicam trigloffometricam, welche Wil-helm Alardus mit ausarbeiten helffen, Magdeburg 1613. Strup*pum Florum ex Dubravii Übris historiae Bohem. Jena undLeipzig 1624. in 8V0 ; Delicias frutificantes & viridantes Mag»deburgicas , Rostock 1614. 1620. Eusebiam Magdeburgersein ; Gemmulas carbunculi, Magdeburg in 4to ; Orationemde Pane lucrando, Rostock 1616. in 4to. Hendreich.
Blocksberg, oder Brocksberg., Melibocus, Bructerus, derhöchste berg auf dem Hartz in dem Braunschweig - Wolfenbüt-tclischen Furstenthum Blanckenburg , ftmf Meilen von Nord hausen , zwischen Osterwick und Wernigerode , gehört grösten-theils zum Wolfenbüttelischen gebiethe. Er ist oben die meistezeit des jahrs mit schnee bedecket. Bey Hellem wetter kan manvon der spitze des berges nicht allein Magdeburg und Lüneburadeutlich sehen, sondern auch die Ost-see erkennen. Der berg ist.fast über die helfte der höhe sumpfigt, daher man das daraufbefindliche holtz und gras nicht herab bringen oder nutzen kan.Hertzog Heinrich Julius hatte zwar einen fahr-weg von starckendannen-bäumen bis an die helfte des berges machen lassen , deraber wieder gantz verfallen. Oben auf dem berge ist eine ebene,auf welcher zwey grosse viereckigte sümpfe und ein crystallen-klarer brunn, welches gleichsam die cisternen der aus diesemberg entstehenden flüsse, als der Bode, Ocker, Holtzemme undanderer. Wer die sratzen von den prätendirten Versammlungenund Reichs-tägen der hexen, so am Walpurgis - tage auf diesemberge gehalten werden, zu wissen lust hat, findet sie überflüßigbey M. Joh. Prätorio in einem besondern tractat vom Blocks-berge. Von der natürlichen befchaffenheit aber dieses bergeshandelt v. Georg. Henning Behrens in seiner Hercynia cu-riosa c. 6. p. i;ö. seq,
Blocziel, eine kleine bevestigte stadt in der provintz Over-Issel, wo der fluß Aa in dir Suder - see fällt.
* Blodelsheim, war vor diesem ein fein städtlein, vier Mei-len unterhalb Basel , denen von Habsburg gehörig, ist abervon Henrico III. Bischoff von Basel , zerstöret worden , undjetzv nur ein marckt-flecken, welcher denen von Truchseß gehö-ret. Stumpf, ehren. Helvet. XII. 2 6. Zeiler·. itin. Germ. con-tin. I. c. 31. Crufii annal. Suev.
* Bloetus, (Robertus) der zweyte Bischoff zu Lincolns,wurde von dem damals krancken Könige Wilhelms, dessen Cantz-jer er war, an. 1092. darzu vorgeschlagen, welches ihn aber, so-bald er wieder genesen, gereuete, weswegen er den Ertz-Bischoffzu Evora , Thomam, wider ihn aufhetzte, und den streit-handetnicht eher beylegte, bis ihm der neue Bischoff 300. pfund, anderesetzen gar iooa. bis i;oo. pfund, erlegte. Baleus erjehlet, er
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