b o u
gelegt, sondern auch von theils der übrigen sehr verächtlichgeschrieben, weswegen nicht allein Johann Friedrich Cramer,Preußischer Regierungs - Rath im Hertzogthmn Magdeburg,Vindicias nominis Germanici contra Übtrectatores quosdamGallos, an. 1694. heraus gegeben; sondern es hat auch der au-tor des sentimens de Cleanthe iur les entretiens d’Ariste &d’Eugene; Chcvreau in seinen pensees; Johannes Brauniusin seinen seleÄi's tacriz lib. V. und andere ihr Mißvergnügen antag qeleget. Da man denn gestehen muß, daß obschon Bou-hours ohne einige sattsame erkänntnis per fache, und also gewißfalsch qeurlheilet, dennoch nicht alle diese authores, am wenig-sten aber der letztere, ihm recht geantwortet. Dann da Bou-hours das solide den verletzten »ationen gelassen, und nureine gewisse artigkeit und feuer, so die Franzosen brillant nen-nen, denselben hat streitig machen wollen; so hatte man denselbengantz aus andern gründen bestreilen sollen t als durch vorwerf«fung allerhand künstlicher erfindungen, rühmlicher thaten, rc.In Franckreich beschuldigte man ihn auch, als ob er dieHeyd-nischen autborss mit grösserm eifer als die Bibel lese, dawiderer sich aber vertheidiget, und hat er in den letzten 19. jährenseines ledens an einer Französischen Übersetzung des neuen Testa-ments gearbeitet. Er starb zu Paris den 27. man an. 1702. im7?. iahre seines alters. Sonst hat man von ihm über bisher cr-zeylte sthriften , noch 1 a Vie de S. Ignace; de S. FranqoisXavier; de Madame de Beilefons; Pensees ingenieuses desanciens & dös modernes; la Maniere de bien penscr dans lesouvrages d’Esprit; Recueil deVers choilis. &c. Bernhard ,nouvelles dela republ. deslettres an. 1702. mois d’Aoiit. J£c-cards monatl. auszug , 1700. p. 259. *
* Bouillart, (Jacob) von Meulent in der Diaeces vonChartres , gebohren an. 1669. gienge in den Benedictiner-ordenvon der Cvngregation St. Mauri, an. 1687. und starb in derAbtey zu St. Germain des Pres den n. dec. an. 1726. Ergab an. 17,8. heraus, das wahrhaffte Martyrologium Usuardi,eines Benedictiner-Mönchs zu der zeit Caroli Galvi, aus demoriginal Usuardi selbst, welches man zu St. Gcrmain des Presaufbehaltet. In der vorrede widerleget er den Jesuiten P.Solier, welcher an. 1714. das Martyrologium Usuardi her-aus gegeben, und behauptet hat, das manuscript zu St. Ger-main des Pres sey nicht das original. Bouillart schrieb aucheine Historie gedachter Abtey , welche zu Paris 172;. fol. gedrucktworden. Le Cerf, biblioth. des aut. de la Congr. de S. Maur.
* Bouillius, ( Petrus ) ein Niederländischer Jesuit ausDinant , welcher an. 1641. gestorben, und Historiam inventio-nis & miraculorum B. Virginis Foyenlis Lateinisch und Franzö-sisch zu Douay 1620. in 8. ingleichen eine Pindarische ode inGriechischer und Lateinischer spräche de Justitia & Jure, auchanders mehr, aber ohne beysetzung seines nahmens, herausgegeben. Hendreich.
Bouillon, tat. Bullonium, ein flecken lnnd schloß in demLütticher lande mit dem titul eines Hertzogthums. Das schloßist sehr veste und liegt auf einem jähen berge, an dessen fusseein grosser flecken , ohngefehr 16. meilen von der stadt Lüttich ,und 4. von Jvoy. Von diefem schloß hat der berühmte Gott fried von Bouillon den nahmen, welcher König zu Jerusalem worden. Als er den zug in das heilige land vornahm, versetzteer Bouillon an Oberrum, Bischoff von Lüttich , mit dem be-ding , daß, wenn er zurück käme, er es wieder einlösen möchte.Nachgehends kam es an. 148°. an das Haus von der Marck, undzwar an die Arembergische iinie, siehe Aremberg. Zu ans-aange des XVI. feculi bekam Henricus de la Tour d'Auvergne,Dicomte de Turenne, und Marschall von Franckreich, mitseiner gemahlin Charlotten, des letzten Printzen Henrici Robertivon Sedan und Hertzogs von Bouillon tochter, dieses Hertzog-thum, und nennten sich seine nachkommen Hertzoge von Bouil-lon; allein an. 1702. zog es der König von Franckreich aN sich.siehe^ Tour d'Auvergne.
Bouillon , ( Gottfried von ) siehe Gottfried von Bouillon .
* Bouillus, (Carolus) aus Vermandois gebürtig, hat umdas jähr 1910. gelebt, und Introductionem in Geometriam;de Constitudone & udlitate ardum humanarum; Quadratu-ram Circuit; Dialogos; Rudimenta Musicae figuratte; Quse-stiones in utrumque Teitamentum; Introductorium Metaphy-sicum ; Elementa Phyiica; Chronicon; Epistolas, wie auchAdagia &c. verfertiget. Es sind seine theologische wercke zuParis an. 1913. die philosophischen aber ib. 1910. zusammengedruckt. La Croix du Maine. Hendreich. Gesner.
Bovin, siehe Bouhin.
Bovines, oder Bovignes, lat. BovinX, Boviniacum, einestadt in der Grafschafft Namur, zur lincken feite der Maase.Sie ist an. 117;. durch Henricum den blinden, Grafen vonNamur, mit mauren umgeben worden. Hernach hat sie von derGräfin Iolanta das stadt-recht bekommen. An. 1594. wnrde sievon den Franzosen erobert, welche sehr übel darinnen hauseten.In Flandern ist auch ein Dorf, Bovines, nahe bey Tournay ,welches wegen des sieqes berühmt ist, den König Philippus Au-gustus an.1212. wider den Kayser Ottonem IV. und seine AUiirtenbefochcen, und darinnen Ferrandus, Graf von Flandern , Re-naldus, Graf vonBoulognerc. gefangen worden.
b 0 u 15z
Bovino, eine stadt in dem Königreich Neapolis, nebst ei-nem Bißthum nach Bencvento gehörig. Sie liegt in der provintzCapitanata , nicht weit von dem fluß Cervaro, an dem fuß desApenninischen gebürges.
* Boulou , (Jacobus) gebohren in demjahr 1919. zu Cha-teauneuf in Anjou, wurde wegen der scharfsinnigkcit seines gei-stcs, seinem gedächtnis, und seiner ersahrenheit in den Rechtenund der Philosophie sehr berühmt, und schriebe Lateinische undFranzösische bücher. Margaretha, Königin von Navarra, eineschwester Francisci l. wollte ihn in ihrem Hause haben, undtrug ihm derowegen unterschiedliche wichtige ämter, unter an-dern die stelle eines Präsidenten in dein Parlement zu Rennes inBretagne auf. Erstarb zu Angers in dem jähr 1978. in dem63. jähre seines alters. La Croix du Maine, bibliothequeFranqoite. Sainte Marthe, liv. III. elog. &c.
* Bovius , (Cäsar) stammte aus einer adelichen familiczu Bologna , war aber zu Ärindisi gebohren, und ein söhn An-dreä, ein bruder des alldasigen Ertz-Bischoffs Johannis Caroli,und guter freund des Cardinals und Ertz-Bischoffs zu MaylandCaroli Bvrromäi. Er hatte sich beyderley Rechte wohl bekanntgemacht, und stets eines tugendhafften Wandels beflissen, wel-ches auch Gregorium XIII. bewog, daß er ihm den 19. apr.an. 1977. das Bißthum Nardo gab. Er verwaltete solches mitgrosser Wachsamkeit und treue, hielt einen Synodum , brachtedie kirchen-disciplin in Verbesserung, bauete die kirche St. Ma-riä, und machte gar heilsame Constitutiones vor den Clerum.Er starb hierauf zu Nardo den 16. jan. an. 198;. Ugheiim ,Ital. sacr. tom. I. p. 1094.
* Bovius, (Carolus) ein berühmter Doctor Juris und Pres.byter aus Bononien, war ein befreundter Gregorii XV. unddessen Vicadus, als er noch zu Bononien das Ertz-Bischoff»thum verwaltete; ward hernach von ihm den 22. jan. an. 1622.zum Bischoff von Bagnarea gemacht. An. 16,9. den 29. jan.versetzte ihn Urbanus VIII. in das Bißthum Sarsina. Er starbzu Bologna den 24. .may an. 1646. und hat ihm CamillusRodengus eine leichen-rede gehalten, welche daselbst in gedach-tem jähre gedruckt. Barthol. a Puteo, in hist. ord. S. Hierosol.XI. p. 718. meldet , er sey auch Inquisitor aufMaltha gewesen.Ughelius , Ital. sacr. tom. 1 . p. 918. II. p. 676.
* Bovius , (Joh. Antonius) ein berühmter Tbeologus undPolyhistor aus Novara Carmeliter-ordens , wurde von PauloV. in ansehung, daß er die kirchen-freyheit wider die Venetia-ner scharf vertheidiget , den 19. ftdr. an. 1606. zum Bischoffvon Molfetta gemacht. Er starb mit wohlverdientem rühm,daß er seiner kirche treulich vorgestanden, den u. aug. an.1622. und ließ Historia della chiesa de S. Maria de martiridiMolfetta, welche Jos. de Luca zu Neapolis an. 16)9. in4. ediret, nebst andern Italiänischen tractaten mehr. iHdnea.Athen , liter. Milan. p. 262. Erytbrai pinac. I. imag. 63.Coda, Mus. Novar. p. 148. Toppi, bibl. Nap. p. 316. VgheLIm, Ital. sacr. tom. I. p. 919. Hendreich.
* Bovius, (Joh. Carolus ) Ertz-Bischoff zu Brindisi , einsöhn Andreä, und enckel Petri Bovii, war in der Griechi-schen und Lateinischen spräche sehr erfahren. Er besaß schondas Bißthum zu Ostuni , und hatte sich auf dem Tridentini-schen Concilio sehr hervor gethan , als ihn Pins IV. an. 1964.den 21. jun. zur obgedachten würde erhub. Er nahm die Ca-puciner und Minoriten in die stadt, bauete den Ertz-Bischöff-lichen pallast, und starb zu Ostuni im 49. jähre seines alters,im monat octobris an. 1970. Er hat Clementis Constitutio-nes Apostolicas zuerst in die Lateinische spräche übersetzet , undsolche an. 1963. mit seinen anmerckungen heraus gegeben.
Toppi , bibl. Napol. Ughetius , Ital. sacr. tom. IX. p. 43. &50. Dominiern de Angelis , vite de letterati Salentini tom. II.Hendreich.
* Bovius, (Thomas) war aus einem edlen geschlechte zuVerona gebohren, und machte sich durch seine adentheuerlichezufälle und einbildungen zu anfange des XVII. fec. bekannt.Nachdem er sich einige jähre zu Padua in de» studien, beson-ders der Artzney-kunst, umgesehen, wurde er endlich derselbenüberdrüßig, und bekam lust der trommel nachzufolgen. Erhielt auch bey dem kriege gantze 27. jähre aus, und dienteKayser Carolo V. und verschiedenen Reichs-Fürsten. Da eraber hernach wieder in sein vatterland zurück gekommen, fienger an die Medicin umsonst zu practiciren, und fuhr damit einegeraume zeit fort, obgleich seine euren mehrenthcils sehr un-glücklich abliefen. Das lächerlichste war: daß er sich bey demMagistrat die freyheit ausbat, seinen bisherigen nahmen, miteinem andern, Zephyriel, zu verwechseln , als von welchemer glaubte, daß es der nähme seines ihm von KOtt besonderszugegebenen schütz - engels sey; auch darvon einen besonderntraclal an Papst Gregorium XIII. schrieb. Er starb an. 1609.Er hat auch verschiedene medicinische und theologische schriftenaufgesetzet, welche insgesamt ein zeugnis von seiner nicht allzu-ordentlichen einbildungs - krafft abgeben können. Papadopolihist. Gymn. Patav. tom. II. p. 269.
* Bouker, vder Bouquer, ein schloß nebst einigen Häusernin Egypten» zwanzig meilen von Alexandria , auf der spitze ei,nes vorgebürges, welche ein wenig über das meer heraus gehet,gelegen. Es ist wie eine halbe insul, indem etwas wasservon dem meer 2. schritt breit zwischen dem schlöffe, und dem
vesteu