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vestcn lande hinfleusset, von ivelchem eine drucke indaS schloß-ehet: es lieget ins gevierte, und hat auf jeder ecke einen klei-nen thurn, und in der mitten einen grossen hohen platz, woraufoben eine molquee, oder wacht-thurn stehet, es ist rings herummit felsen umgeben, und dannenhero ist kein Wasser da, son-dern man muß alles aus einem weit darvon gelegenen brun-nen holen; vormals bekamen sie ihr waffer durch einen canalaus einer quelle bey dem alten Hafen zu Alexandria , welcherauch noch zu sehen, aber gantz eingegangen ist. Es liegt einMuteferaca allda in garnifon, und das schloß ist mit einigenschlechten canonen versehen, unter welchen 2. sind, darvon ei-ne das Französische, die andere aber das Marsilianische wapenführet, welche der H. Ludovicus ehemals zu Mansour bey Dä-mmte soll hinterlassen haben. Thevenots Morgenl. reise. k. I.üb. II. c. & 85.
Boulai, ( Cäsar Egasse du ) lat. Bulseus, Gerichts-schrei,der und Ilistoriographus der Universität zu Paris , lehrte unter-schiedene jähre die Rhetoric in dem Navarrischen Collegio zuParis . Er gab einen tractal heraus unter dem titnl: Specu-lum Eloquentix, der wohl aufgenommen wurde i üigleichen istThesaurus der Römischen antiquitäten, den er zu Paris an.i6?o. in Französischer spräche in fol. drucken lassen, bekannt.Sonderlich aber hat er sich durch die Historie der ParisischenUniversität , welche er in 6. vol. in fol, in Französischer sprächeherausgegeben, berühmt gemacht; wie denn solche eine grossemenge öriginal-stücke in sich enthaltet, so zwar nicht alle vongleichem werth, aber doch viele darunter sehr bequem, vielentheilen sowol der gelehrten Historie, als denen kirchen-geschich-ten der mittlern und spätesten zelten ein sonderbares licht zugeben. Man machte zwar anfänglich einige schwerigkeiten,dieselbe drucken zu lassen, doch erhielt er es endlich, und starbden 16. oct. an. 1678. Baiüet, jugemens des Savans tom. II.p. 170. Bayle. *
* Boulamvillers, (Heinrich, Graf von) ward gebüh-ren zu St. Saire in Franckreich den 21. oct. i6;8. Er studierezu Jeilli, und legte sich hauptsächlich auf die Historie und Astro-logie. Er starb an. 1720. und hinterließ verschiedene schriften,welche man an. 1726. in 4. in 6 . theilen im Haag angefangen hatzudrücken, auch zu Londen an. 1727. 2. volumina, und an.1728. das dritte, alle in fol. heraus gekommen. Die ersten bey-den führen diese Überschrift: Btat de la France, dans lequelen voit tout ce qui regarde le Gouvernement Eccleiiastique,le Militaire, la Justice , les Finances, le Commerce, les Manu-factures , le Nombre des Habitans, & en general tout ce quipeut faire connoitre ä fond cette Monarchie ; Extrait clesMemoires, dresses par les Intendans du Royaume , par ordredu Roi, Louis XIV. ä la sollicitation du Duc de Bourgogne,Pere de Louis XV. ä present regnant; avec des MemoiresHistoriques für l’ancien Gouvernement de cette Monarchiejufqu’ä Hugues Capet . Besonders kam heraus: Memoires prä-sentes a M enteign. le Duc d’Orleans dans le commencementde sa Regence, Amsterdam 1727, Hiitoire de l’ancien Gou-vernement de France jusq’a Louis XL Amsterdam 1727.Lettres für 1 es Etats-Generaux & les Parlemens vol. II. Am-sterdam 1727. in 8. La Vie de Mahomed, Voltten 1750. in8. welches darauf nebst einem kurtzen begriff von denen iebenS-jahren Mahomeds, die der Graf von Boulainvilliers nicht be-schrieben, zu Amsterdam in eben demselben jähre gedruckt, und zuLonden in das Englische übersetzt worden. Es wird ihm auch eintheil des werckS , welches unter dem titul Ilefutation deserreursde Benoit Spinofa &c. JU Brüssel an. I7;i. in 12. herausgekommen, zugeeignet. Er hatte sich vcrheurathet mit einertochter Caroli Hurault, Graf von Marals rc. von welcher ergezeuget: i.) Heinrich Stephanus, Capital,, der reuterey indem Königlichen regiment, welcher in der schlacht bey Mal-plaquet, den n. sept. an. 1709. umgekommen. 2.) Ovi-dius Heinrich, welcher zu dem geistlichen stand gewiedmet war,aber schon an. 1709. gestorben, ;.) Eine tochter. Nova Ada
Erud. 1752. p. 120.
* Boulanger , (Petrus ) gebürtig von Troyes in Cham pagne , lebte in dem XVI. feculo. Er war in den sprachenund insonderheit in der Griechischen und Lateinischen sehr wohlerfahren, welche er zu Loudun lehrete. Dieser mann war vonso grosser bescheidenheit, daß er auch unter andern eine vonihm in Lateinischer spräche geschriebene Historie von Franck-rcich nicht wollte drucken lassen; dennoch hat man von ihm ei-nige geistliche wercke. Er starb um das jähr 1590. und hin-terließ unterschiedliche kinder, und unter andern Julium Cä-sarem Boulanger einen Jesuiten . Sammarth. in elog. doet.Gall. üb. III.
* Boulay , (Edmund du) auch Duboulay, Wapen-Herold von Lothringen , unter den Hertzogen Anton, Frantz,und Carl III. schrieb verschiedene wercke, welche zur Historievon Lothringen , wie auch seiner zeit insgemein, dienen.Man hat von ihm : Genealogie des Ducs de Lorraine; laVie & le trepas des deux Princes de paix, le bon Duc Un-reine & le sage Duc Franqois : Peroraifon, ou fupplement,ou fönt contenues plusieurs lignes collaterales des Roisd’Austrasie, & Ducs de Lorraine; le tres-excellent enterre-ment de Charles de Lorraine, Duc de Guife , enterre ä Join-ville ; le Blasen de l’ecu de Lorraine &c. Catmet, histoire deLorraine.
Borsten, (Anna) siehe Anna.
* Boulleyn, Boulen, oder Bollen, eine ehemals ansehn-liche familie in Engelland, so von Goltfriedo von Bvulen her-stammt, welcher, nachdem er viel geld bey der Handlung ge-wonnen , an. 1458. Lord-Maire von Londen worden. Seinsöhn, Wilhelm, diente Henrico VII. im kriege, und zeugte Mar-garetham, eine gemahlin Johannis Sackn,üe, und Thomam,der erst Henrico VIII. kriegs - dienste leistete, hernach von ihmin Gesandtschafft nach Franckreich, Engelland und Teutschlandgeschickt ward. Wie sich dieser Herr in dessen tochter Annam,von der unter Anna von Boulen ein besonderer articknl nach-zusehen, verliebt hatte, machte er den vatler an. ,52;. zumVicomte von Rocheford, hernach zum Ritter vom Hoscnbar.deund Grafen von Wiltshire und Ormond, ernennte ihn auchzu seinem Siegel-Bewahrer. Er verließ von Elisabeth Ho-ward , einer tochter Thomä, Hertzogs von Norfolck, ausser dergedachten Anna, Georgium , Vicomte von Rocheford, dem an.i?;6. das Haupt abgeschlagen worden, und der ohne erbenstarb, und Mariam, eine gemahlin des Ritters Wilhelm Catch.Rapin, hist. d’Anglet. tom. V. p. 241.
* Boulenger, (Andreas) ein Augustiner-Mönch, so unterdem nahmen, le petit Pere Andre bekannt ist. Er war aus einerguten familie aus Paris entsprossen, begab sich aber dennochmit hindansetzung derer Vortheile, so er im weltlichen stände zuhoffen gehabt, in den geistlichen und refornurten vrden des H.Augustini. Er hatjähr hinter einander in den ansehnlich-sten städten des Königreichs geprediget, auch solche Verrichtungniemals ausgesetzt. Weil er zuweilen in seinen predigten einigelustige einfalle einzumischen pflegte, so sind ihm daher verschie-dene unanständige poffen und schertz-reden, als ob solche vonihm hergekommen, zugeschrieben worden. Er starb an. 1657.'im 79. jähre. Man hat nichts von ihm, als eme leichen-rede,so er der Aebtißin von Chelles , Mariä Henriette von Bourbon,
gehalten. Memoires du tetns. Menagiana III.
* Boulenger, (Johannes le) Ritter, Herr von Jacque«.viüe en Gatinviü, von Isle und Montigny en Brie, erster Prä-sident in dem Parlement zu Paris , ward unter dem nahmenBoulenger bekannt, obwolen sein familien-nahme Montigny war.Der andere beynahme kam von einem ihrer vorfahren her,dem man solchen, für einen grossen dem Staat geleisteten dienst,da er zur zeit einer grausamen Hungers - noth eine grosse anzahlfrüchten in das Kömgreich dringen ließ, gäbe. Der vatter dic,ses ersten Präsidenten war Raoul von Montigny, Ritter,
t err von Montigny und Jacqueville, Ober - Ausseher über dieönigliche bäckerey, und Hanptmann der garde des Hertzogs vonBurgund , welcher annoch in dem jähr 1442. lebte. Seinsöhn, le Bouicnger genannt, war Rathsherr in dem Par-lement, nachgehends in dem jähr 14^6. Präsident, und wur-'de in dieser wurde von seiner gesellschafft in das schloß vonBeaute abgesandt, um sich zu unterreden mit dcnt Hrrtzogevon Berri, nachgehends Hertzoge von Guyennc, einem eini-gen bruder Königs Ludovici XI. welcher sich samt dem Gra-fen von Charolois und andern verbundenen Printzen einen an-hang machte > und unter dem vorwand des gemeinen besten,die stadt Paris belagerte. Diese uutcrreduug gab anlaS zudem in dem jähr 146?. zu Cvnflans errichteten frieden. Erwurde derowegcn zur delohnung seiner geleisteten dicnsten den8. christmonak an. 1471. zum ersten Präsidenten ernannt. Erpräsidtrte samt dem Cantzier von Oriole in dem proccß desReichs-Feld-Herrn von St. Pol in dem iahr 147;. wie auchJacobi von Armagnac, Hertzogs von Nemours , in dem iahr,477. Er verlohr seine gemahlin Philippotam von Cothcrcauin dem jähr 147;. worauf der Hos ein decret ergehe» ließ,krafft dessen Herr Johannes Boulenger, erster Prasident,ohngeacht er für leine gemahlin levd trage, seine amts-kleider, nemlich den Chaperon und den mit Hermelin ge-filterten rock, wann er in dem parlement sitze, tragensollte. Er starb den 24. hornung an. 148,. Seine Nach-kömmlinge trugen den nahmen Boulenger bis in das >ahri?9,. da sie eine erklärung von dem König erhielte», so vondem Parlement den ersten augstmvnat an. 159?. bestätigetwurde, krafft deren sie diesen beynahmen fahren lassen, undden allen nahmen von Montigny wiederum annehmen sollten.Diese familie bestehet annoch 1» der Person des solms Ludovicivon Montigny, Marques von Congis, General-Lieutenants derKöniglichen armeen, Gudernalorn von Bapaume , Hanptmam,des schlosses des Tullleries, Ritter von St. Ludwig rc. BUm-cbard, hilf des premiers Prelidens. ^
* Bouljanus soll nach der meynung des P. Longueval einegotthcit gewesen seyn, welche ehemals zu Nantes i» Bretagne verehret'worden. Er gründet sich auf eine daselbst gefundeneinscription , welche also ausstehet : Numini Augultor. DeoBouljano M. Gemel. Secundus & C. Sedat. Horus Ador. vi-carior. Portenf. Tribunal. C. AI. locis ex stipe conlata posue-runt. Er glaubet, Bouljanus sey nichts anders als der Ia-nus, vor dessen nahmen man das wörtlein Boul, welches Or-bis bedeutet, gesetzet. Es haben aber andere zeigen wollen , daganstatt Deo Bouljano, müsse gelesen werden ; Deo Vol. üno:welches sie lesen Deo volente Jano; daß also dieser Bonlianusgantz hinweg fällt. Longueval, hist. de l’Eglife Galhcane,tom. I. p. 19;. Desmolets , memoires de htterat.
Loullieau, lat. Bullialdus, (Jsmaei) ein berühmter^ Aiira-