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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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r;rl. aber erneuert wurde, bis endlich Paulus III. eS an. iz;4.gar aufhob. Ludovicus de Gorrevod ein Cardinal lind JohannPhilibert von Cbales, Bischöffe zu St. Jean de Maurienne ,haben dieses Bißthum verwaltet. Tman. lib. XIX. Guicbe-non, Kill. de Brelie. &c.

Bourg für Mer , eine kleine stadt in Guienne, an der Dor-dogne ein wenig unter Bec d'Ambez, wo die Dordogne undGaronne, zwischen Blaye und Fronsac, zusammen fliessen.

Bourg , (Annas du) oder Burgius, geistlicher Rath imParlement zu Paris , war von Riom in Äuvergne ein söhnStephani du Bourg , Herrn von Silloux, Contröleur-Gene-neral der finantzen in Lanquedoc. Er wurde zum geistlichenstand gewiedmet , und darinnen Priester ; hielt es aber mitder Protestirenden religion, welche ihm durch die cvrrespondentzmit den Gelehrten in Tenlschland näher war bekannt worden. Erwar von grossem verstände und gelehrt/ sonderlich in der Rechts-gelehrsamkeit , welche er zu Orleans mit gutem rühm dociret.Er wurde an. 1^7. geistlicher Rath im Parlement zu Paris ,da er denn der Protestirenden sich sonderlich annahm, und je-derzeit zu behaupten suchte,daß man die strengigkeit der Richter inder rcligions-sach lindern sollte, worinnen einige vornehme obrig-keitliche Personen mit ihm einstimmten. Mein andere, undsonderlich die Präsidenten Gilles ie Maitre, Johannes de St.Andre und Antonius Minart, hatten Henrico II. beygebracht,daß es nöthig wäre die Protestirenden gäntzlich auszurotten,wozu man mit bestrafung der Richter, so ihre partcy hielten,den ansang machen müste. Es sollte also der König einmal un-verhofft ins Parlement kommen, wenn es wegen der Mercuria-lium versammlet wäre, als mit welchem nahmen eine jährlichecenfur aller in dem Parlement dienenden Personen benennet wird,so man seit der zeit Caroli VIII. jährlich vornimmt, und weilsie auf einen gewissen Mittwochen verlegt ist, also hcisset. Alsnun der König diesem Rath zufolg an. in die Versamm-lung kam, da schon zuvor die frag, wie ferners mit den Refor-mirten zu verfahren wäre, auf die bahn gebracht worden ,er auch nach einer kurtzen anrede befahl in der berathschlaqungfortzufahren, redten zwar viel vornehme Raths - glieder widerdie schärfe, so man in glaudens-sachen gebrauchte, und riethenzur mildigkeil. Aber Loms Ie Fevre und Annas du Bourg ent-rüsteten den König ain allermeisten wider sich , indein der er-ste vermeldete, man hätte vor allen dingen zu sehen, wer ei-gentlich die Haupt - ursach der gegenwärtigen religions - zwistig-keiten sey, und ob man nicht denen, so am meisten deswe-gen schreyeten, und andere anklagten , also zll antworten be-fugt wäre, wie Elias in einem gleichen fall gegen Ahab ge-than hätte; der andere aber, nemiich du Bourg sagte, daßes zu bedauren, da so viel schwere Missethaten, greuliche stäche,und meinende, ehebrüche rc. auch sogar am Hof öffentlich imschwang giengen, dennoch niemand gegen solchen einigen ei-fer begehrte zu erzeigen , und man alles nur mit bestrafungund Verfolgung der Reformirten gut machen wollte, auf wel-che man in allen den genauesten Nachforschungen kein den ge-

S ' en zuwider lauffendes verbrechen hätte dringen können rc.

eil dann Henricus II. beyde diese reden schlechter dingenauf sich deutete, und sonderlich die letztere, aus ursach derDianä de Poitiers , mit deren er in öffentlichem ehedruch leb-te ; so ließ er beyde zur stunde durch den Connetable von Mont-morenci gefangen nehmen, und in die Bastille setzen, auchgleich darauf noch mehr andere. Wenig tage darauf wurdenden gefangenen Lornmillaires gegeben, aus den ärgstenfeindest der religion, und wider das klare Vorrecht der Par-lements-gliedcrn, als welche nicht änderst, dann bey Versamm-lung aller Caminern dieses Raths sollen gerichtet werden. Alssich nun du Bourg hierauf berufte, und vor denen Gommillarüsnicht antworten wollte, beraubte ihn der König dieses Vorrechts,und befahl denselben als einen rebellen zu lractiren, wo er nichtohne Verzug seine entschuldigung eingäbe. Dieser gehorchtehierauf aus respect vor den König, und bekannte sich uner-schrocken fast durchgehends zur lehre der Protestirenden; wel-ches den Richtern beweis genug war, daß sie ihn verdamm-ten , und nachdem er von dem Bischoff zu Paris entweyhetworden, dem weltlichen arm zu übergeben beschlossen, wovonjedoch du Bourg erstlich zwar an das Parlement zu Paris , weilnemlich der geistliche gewalthierinnen mißbrauchet wurde, oder,wie es die Franzosen nennen comme dabus; und als dieses ver-worffen ward , an den Ertz-Bischoff zu Sens, unter welchemer als ein Geistlicher, sowol als der Parisische Bischoff selbst ,stunde, appellirte. Indessen wurde der König nach wenig ta-gen , unfern der Bastille, wo diese Herren wegen der rellgiongefangen waren, auf die bekannte weife tödtlich verwundet; daer dann , als man ihn wegtrug, dieses schloß traurig soll an-gesehen , und zu verschiedenen malen gesagt haben, er beförchtesehr, selbigen unschuldigen Personen unrecht gethan zu haben,wiewol dieses von andern in zweifel gezogen wird. Durchsolchen zufall hatte sich der proceß verzögert bis in decembr.Als aber damals desselben apvellation aus Parlement verworffenwurde, und gleich der Ertz-Bischoff zu Sens, ja nach ihmnoch zum Überfluß der Cardinal von Tournon als Ertz-Bischoffvon Lyon , und daher Primas Gallig das urtheil des ParisischenBischoffs bestätigten , auch das Parlement den neu-cingeworsse-nen appel comme dabus wiederum nicht annehmen wollte,schritte man endlich zu Vollstreckung des Urtheils; wobey sich die»

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ser mann über alle Massen hertzhafft und gegenwärtig erzeigthat; wie er dann bey abnehmung des in der Catholischen kir«che so genannten geistlichen characteris , so etwas zeit vor sei-ner Hinrichtung geschehen, sagte: er wäre froh, daß an ihmdas zeichen, des thiers , davon die hohe Offenbarung meldete,mit so qrojjen solennitäken ausgelöschet wurde , und er also fer-ner nichts mehr von dem Antichrist an sich haben sollte. Dabald hernach briefe vom Churfürst Friderico zu Pfaltz anlangten,darin» er ftir du Bourg bäte, und als eine sonderbare gmthatbegehrete, der König möchte denselben ihm zusenden ; schienees fast, daß man diesem Fürsten willfahren wollte. Allein nebendem, daß der Cardinal von Lothringen sonst schon sehr darwiderwar, so erfolgte eben zu selbiger zeit den 18. dec. die ermordnngdes Präsidenten Minart, von deren man nicht zweifelte, daß sienicht von Hugenotten herkommen wäre, und die einige noch garauf den duBourg schieben wollten,wiewol ohne einigen kraffligenbeweis. Da gebrauchte dann obiger Cardinal die gclcgenheit,den König aufs heftigste zu erbittern; so daß das endliche rodes-urtheil dem du Bourg den 21. daraufgesprochen , und ererst-lich gehanget, und hernach todt verbrannt wurde. Sein endwar sehr erbaulich, massen er sonderlich den Richtern gernverziehen, und gestünde, sie hätten da nach ihrem gewissen,aber nicht nach rechtem wissen und Verständnis der fache, ge«urtheilet. Er that auch eiferige und durchdringende vcrmah-nuiigen an jedermann , und seine letzten Worte, da man ihn amstrick in die höhe zog , waren diese : Herr, verlaß mich nicht,auf daß ich dich auch nicht verlasse. Sein alter war mehrnicht als ; 8 . jähr. Beze , hist. des Egl. de Fr. DAub^ne,S'tiUauui , de statu rel. & Reip. Tbuanus, hist. lib. XXII.& XXIII. Spond. ad au. 1^9. La Crox du Muine bibl. *

Bourg, ( Antonius du ) Cantzler von Franckreich, gebürtigvon Fangonnet in Äuvergne, ivar ein söhn Annä du Bourg,und Ännä de 1 a Mercy genannt de la Marcousse, des vorher-gedachten Annas du Bourg vatters bruder. Seine gelehrsam-keit, crfahrung und aufrichriakeit brachten ihm die stelle einesMitglieds in dem grossen Rath, und hernach eines Regneten»Meisters zuwege. FraaciscuS I. gebrauchte ihn in verschiedenengelchäfften, und machte ihn an. 15 54. zum Präsidenten im Par»lement zu Paris . Im folgenden jähr erhielt er auch die Cantz»ler-würde, welche er bis an sein ende besessen. Nachgehends alser an. 15)8. dem Könige in die Picardie gefvlgec, fiel er von sei-nem manlthier zu Laon , und ward von den pferden übelbeschädigt, daran er in wenig tagen starb. Er hatte dreysöhne und drey töchter, unter welchen erstem war Anlo-nius , Baron de Sailhans und Sencschall von Lyon , der eineeinzige rochier nachgelassen ; Franciscus, welcher anfangs Re-quetenmeister und von an. i$;o. bis 1564. Bischoff zu Ricuxwar, da sein bruder, Johannes Baptist«, ihm hierinnen nach.folgte, welcher gleichfalls Rcquetcnmeister gewesen, und ei,nige sinnreiche verse verfertiget hat. hlanchard , hist. des Pres.du Pari. de Paris , & hist. des Maitres des requetes. Sanumarth. Godefroy, &c.

* Bourg , (Moyses du ) ein gelehrter Jesuit und Pre-diger in Franckreich, war an. 1598. zu Saintes gebohrcn, undstarb den z. mertz an. 1663, Er gab heraus: Jauseuisiuwnfulmine ictum ab Innocent. X. & Historiam Janlenismi. AU ·gambe . bibl. script. S. J.

Bourganeuf, eine kleine stadt in der provintz la Marche,an dem kleinen fluß Taurion, 6. weilen von Limogeü.Bourge de Tosa, siehe Alesa.

Bourges , lat. Biturix, Biturigum , Avaricum Biturigum ,Avaricum Cuborum , die Haupt-stadt in der landschaffr Berry,liegt an einem morastigen ort, wo die Eure und Auron zustim-men komincn, und ist mit einem Ertz-B'ßthum, Baillage, Prä-sidial und einer Universität versehen. Das daselbst befindlicheschloß , la graude Tour genannt, soll Philippus Allgujllis an.n88. haben erbauen lassen; die Universität aber Ludovicusgestiftet Haben , worauf sie Carolus , Hertzog von Berry, einbruder Ludovici XI. an. 1464. wieder in gute» stand gesetzet,und ihr von dem Papste viele freyheiten verschaffet. Sie isteine der schönsten und ansehnlichsten städte in Franckreich, undbereits 590. jähr vor Christi geburt der sitz des Celtischc» Reichs,darüber damals Ambiqarus herrschkc, gewesen. Unter demKayser Augusto ward ,sie die Haupt-stadt in Aquitania prima,nachdem sie Julius Cäsar vorher, nemlich 2;. jähr vor Chri-sti geburt, erobert und von 40000. einwohncr» kaum 800.leben lassen. In dem V. feculo muste sie von den Wcst-Gothcnviel ausstehen , und nachdem der Francken König Clodovausgantz Aquitanien denselben abgenommen, kam sie in der rhci-lung an Clodomirum und hernach an Gontramum, Königvon Orleanö, weswegen sie Desidcrius, des Königs ChilvericiGeneral, an. 58$. einnahm und fast gantz abbrannte. Nach-qehends wurde sie zu verschiedenen zeiten , insonderheit unterCa«rolo AI. wiederum angedauct, und kam in grosses aufnehmen,hatte auch eigene Grafen, wie unter Berry angemcrcket wor-den. A». 1412. in währender unruhe der Häuser Burgund unvOrleans, versicherte sich der .Hertzog von Burgund der Persondes Königs Caroli VI. und führte ihn vor Bourges , woselbstdie Hertzoge von Berry und Bourbon, nebst vielen Her-ren in verhafft waren , und wurde den 15. julii daselbst einvergleich geschlossen. Carolus VII. pflegte in den ersten iah.reit seiner regierung in dieser stadt zu residkren, deswegen er