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auch von seinen feinden |u,n spott der Röntg von Bourges genennet worden. In den innerlichen kriegen im XVI. fecuso,als der Printz de Conde zu Orleans war, schickte er den Gra-fen Montgvmery ab, welcher den ay.may an. i; 6 r. Bourges vordie Hugenotten einnahm; allein der Hertzog von Gnise dela,gerke und eroberte eS vor Carolum IX. den i. ftpt. besagtenjahrS. NachgchendS hielt sie es mit der Ligue, an. 1394- aberuntergab sie sich Henrico IV. Die Ertz-Bischöffliche viwces ist ei-ne der grösten im gantzen Königreiche. Unter den Prälaten die-ser kirche werden - 8 . vor Heilige gehalten , darunter der ersteUrsinus, welcher von den Jüngern der Apostel soll seyn abgeschi-cket worden. Im IX. feculo nahmen die Ertz - Bischoffe zuBourgeS den titul eines Patriarchen und Primatis von Aquita-nien an, und soll Aigulfus der erste gewesen seyn, der ihn ge-sühret. Er lebte an. 8 ;c>. undsucccdirke ihmNudolphus, wel-chen der Papst Ntcolaus I. als Primärem von Aqnitanien er-kannte. Endlich als die Engelländer meister von Guienne wor-den , wollten die Ertz-Bischöffe von Bourdcaux das Primat vonBourgeS nicht erkennen ; worüber sich König Philippus Au-gnstus bey Innocentio III. beklagte; allein diese fache wurdeallererst unter Gregorio IX. ausgemacht, welcher vor Bourges einen ausspruch that; jedoch Clemens V. gab der kirche zu Bour-deaur das Primat, als woselbst er Ertz - Bischvff war. Essind zu Bourges verschiedene Concilia und geistliche Zusammen-künfte gehalten worden, als an. 1031. 1145'. irr?, irr-;, oderir-ü. 127S. 1286. rc. An. 1418. unter dem König Carolo VII.war die Französische Geistlichkeit allhier beysammen, erkanntedas Baselische Concilium vor recht, und machte die berühmteeonstitution, 8anct>0 pragmatica genannt , welche das Con-cilium billigte, als die m der that lediglich auf die schlüssedieses Concilii gegründet war, und die bis an. 1416. währte, dasie durch die zwischen Leone X. und Francisco I. aufgerichteteConcorclata untergedrucket wurde. Gedachter CarvluS VII.stellte auch noch a.zusammenkünfte der Geistlichen in dieser stadtan , welche Eugenium IV. vor einen rechtmäßigen Papst erken-neten. An. >3,6. 1584. und 164;. hielten die Ertz-Bischöffeallhier Synodos. Die kirche zu St. Stephan, so das Ertz-Stift,soll an. 254. seyn erbauet worden. Über diß findet man daselbstnoch 7. Stifts-oder Collegial-kirchen, 17. Pfarr-kirchen, 3. Ad-teyen und viel klöster, nebst der heiligen capelle, welche unmittel-bar unter den Päpstlichen stuhl gehöret. Strabo , üb. IV. pim.lib. IV. C. 17. Ptolenutus , üb. II. c. 7. Jul. Caesar, üb. VII.Liviiu, lib. V. Greg. Turon. lib. I. seq. Gratian. decr. lib.IV. ep. 6;. & 236. Ivo Carnot. lib. IV. decr. lib. IV. ep.12. Otto t'rißng. chron. lib. VI. c. 13. De Marca, de prim.Lugd. Chenu , bitt. eccl. Bitur. & antiq. de Bourg. Cbäu-me nu , bitt. de Berry. Labbe , bitt. de Berry. Maßn. flum.Da Cbene , des villes de Fr. Robert. & Sammarth. Gallia .Baron. & Spondan. in. annal. Bini. Sirmond. 6t Labbe, inedit. Concil. &c.
* Bourgeois, (Johannes ) ein Abt von Merci-Dicu,und Doctor Theologfe der Facultät zu Paris , liesse sich durchseinen etfer für die Ianfenisten sehen. Er wurde in dem jähr1Ü43. von den Prälaten aus Franckreich , welche das buch vonder öfter» Lommunion gebilliget hatten , naher Rom zudem Papst Innocentio X. gesandt, um dieses buch zu verthä-digen. Er ward von dem Papst und allen Cardinälen sehrhoch angesehen, und machte das vorhaben und geheime Un-terhandlungen derjenigen , welche besagtes buch zu verdammentrachteten, zu nicht. Er wollte sich auch lieber mit dem be-rühmten Antonio Arnaud aus der Sorbonne verstossen lassen,als die in dem jähr 1636. wider diesen Lehrer ergangene cen-sur unterschreiben. Als die unrnhen in dem jähr 1669. ge-stiftet wurden, begab er sich naher Porc-Royal des Champs ,allwo er in der einsamkeit lebte. Einige jähr hernach warder gcnöthiget mit denen andern Geistlichen aus diesem ort sichhinweg zu begeben. Er gieng in seine Abtey , gab sein amtauf, und starb den 29. oct. an. 1687. in gedultiger ertragungunsäglicher schmcrtzcn. Mem. du tems.
* Bourgestus, oder Bourgeois, (Jac.) ein Provincial desordens der H. Dreyfaltigkeit zu Dvuay, aus Artois gebür-tig, starb an. 1600. den 1. aug. Er schrieb in Lateinischer spräche von den reguln und gesctzen seines ordens: FormamReformationis ad pnescriptum Concilii Tridentini , Donay1386. Seine Französische schriften aber sind: Inttitutio acFundatio ordinis sui, Arras 1600. Miracula Euchariitfe , ib.Harmonia Cythara: Davidicse; Mortificatio perturbationumomnium ; Meditationes in 7. Psalmos poenitentiales , Dvuay1579. Promptuarium orationum ad Sanctos, ibid. 1396.Föns compunctionis ; Vitse Patrum veterum. Witte , diar.Sweertti Athen . Belg. Hendreich.
Bourget , ein stecken in Savoyen , 2. Französische Meilenvon Chambery , liegt an einem grossen fischreichen see, welchersich mit der Rhone vereiniget. Dieser see ist 3. weilen langund anderthalde breit. Er ist berühmt wegen des sehr altenPriorats von Bourget aus dem orden von Clugni, so GrafAmadäus I. an. 1030. gestiftet, und hernach Graf Humbertan. 1097. noch mehrers beschencket hat. Sie ist nun mitdein Iesuiter-Collegio zu Chambery vereiniget. An diesemsee liegt auch die berühmte Abteo Hautecombe. *
* Bourgoing de villcfort, (Joseph) war zu Paris in derPfarr St. Germain gedohren. Sein vatter war Juge-Gardebey dem muntzwesen daselbst. Er selbst hatte jederzeit einsehe
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stilles und eingezogenes leben geführet: seine schriften aber ha-ben ihn an das licht gebracht. Unter anderm hat er die brie-fe St. Bernhardt, item die reden Ciceronis übersetzet, unddiese letztere in acht duodez-bänden ausgegeben. Er hat auchdas leben der H. Theresiä beschrieben. Starb an. 1737. den2. dec. Gel. Zeitungen 1738. num. 23.
Bourgoigne, eine familie in Brabant, welche von Bau-duin, Hertzogs Philippi des gütigen in Burgund natürlichemsöhne, herstammet. Siehe Bauduin.
Bourgoing, (Edmundus) Prior bey den Iacobiten zuParis , wurde zu den zelten der Ligue bey bestürmung der Vor-städte zu Paris gefangen , woselbst er sich mit als ein svldatgewaffnet befand. Er wurde darauf nach Tours gebracht, wosich an. 1389. das Parlement befand, und nachdem er öffent-lich in feinen predigte» den Jacob Clemens, einen Mönch ausstimm kloster, gelobet, daß er Henricum III. umgebracht,und ihn mit der Judith verglichen, die den Holosernem getöd-tet, wurde er vernrtheilt, daß er mit 4. Pferden sollte zerrissenwerden, welches auch zu Tours den 26. jan. an. 1390. gescha-he. Cailliere , bitt. de Matignon .
Bourgoing , (Franciscns) der dritte General der Congre-gation der Priester des Oratorii in Franckreich, wurde zu PariS den 18. mertz an. 1383. gebohren. Seine familie ivar ausderprovintz Nivernois, und hakte sich zu Paris niedergelassen. Ertractirte die Theologie in der Sorbonne, und erlangte den rühmeiner sonderbaren frömmigkeit, worauf er einer von den erstensechs Presbyteris vorgedachter Congregation ward, und sich der-stlbigen ausbreitung in den Niederlanden und sonst sehr angele-gen seyn ließ. An. >641. wurde er zum General dieser Con-gregation crwehlt, und starb den 26. sept. an. 1662. nach.dem er des Cardinais Berulli schriften ans licht gestellet, undeinige andere schriften verfertiget. Sein vatter, Jacobus, Kö-niglicher Steuer - Rath, war in sprachen und der LateinischenPoesie wohl erfahren, und verfertigte ein Lateinisches werck vondem Ursprung und gebrauch der Wörter, deren man sich in derFra»zösifch-Jtaliänisch-und Spanischen spräche bedient. Sonstist noch ein anderer, nahmens Franciscus Bourgoing von Re-vers, der sich nach Genfbegeben, und daselbst an. 1370. gelebet,auch eine Kirchen-Historie, ««gleichen eine Übersetzung Iostphi rc.
heraus gegeben. La Crorx du Maine & Vaupnvas, bibl. Franq.Sammartb. Gallia , tom. IV. &c.
Bourgouin, eine kleine stadt in Dauphine, in dem gebiethvon Vienne , gehörte vorher zu der Baronie de 1 a Tour du Pin,und ist wegen ihres Handels mit Hanf berühmt. In den inner-lichen kriegen des XVI. feculi hat sie viel erlitten. Chorier .bitt. de Dauph. Thuan. bitt. lib. XXL
Bourgveuil, mit dein beynahmen en Vallee, tat. Bur-golium, ist eine kleine stadt in der Französifchen landfchafftAnjou, an den grentzen von Touraine , allwo sich ein schloß,nebst einer Abtey Benedictiner - ordens, befindet.
* Bouricius, (Jac.) ein FricßländifcherfCtus, lebte zuanfang des XVII. feculi, und schrieb : de Officio Advocati,Löwarden 1630. in 12. Captivum seu Enchiridion defensio-num, ib. 1644. in 12. Panegyricum ad Pandectas Juris Civi-lis earumque auctores & pracipue ad Ulpianum, Amsterdam und Löwarden 1613. in 4. Seine fachen sind nunmehro zu-saminen gedruckt. Hmdreicb.
Bourignon t (Antonietta) wurde den 13. jan. an. 1616.zu Rvffel >n Flandern von einem kaufinann, Johann Bou-rignon und Margaretha Beckwart gebohren. Sie war in ih-rer kindheit sehr üngestalt, doch ereignete sich in derselben einsonderbarer geist, so daß sie bereits in ihrer zartesten kindheitzum öslern fragte: wo doch das land der Christen wäre? weilsie nicht glaubte unter Christen zu leben. Als ihre eitern sieverhenralhen wollten, gab sie vor, daß sie durch einen höhernzug davon abgehalten würde; worzu wol dieses noch kommenmochte, daß sie an dem erempel ihrer Mutter, welche ihr vat-ter nicht gar zu wohl hielt, die beschwerlichkeiten des ehestandeSvor äugen sahe. Nichts dcstoweniger versprach man sie aneinen Französischen kaufmann, allein als der zur Hochzeit be«stiinmte tag heran nabele, ergriff sie an dem Oster-tage an.1636. die flucht, und kain auf ein dorf,Bassek genannt; all.wo sie von einigen reutern zwar angesprenget, aber doch wiedererlöset wurde. Der Pfarrer dieses dorfs nahm sich ihrer son-derlich an, that die fache auch dem Ertz-Bischoff von Cam.bray kund. Dannenhero als ihre eitern sie ausgekundschafftet,rieth ihr zwar gedachter Ertz-Bischoff wieder zu denselben zukehren, redete aber auch den eitern zu, daß sie derselben dievöllige freyheit ihres gewissens lassen möchten. Da aber ihrvatter sein versprechen nicht hielt, trachtete sie sich wiederumlos zu machen, worüber sie mit ihrem Beicht-vatter unterschie-dene schreiben wechselte, welche hernach unter dem titul: Be,ruffung GOtteo und Verweigerung des menschen, sindgedrucker worden. Also verließ tle an. 1639. abermal ihres vat.ters Haus, und begab sich nach Mons , erhielt auch von dem Ertz-Bischoff die freyheit, sich nebst einigen andern jnngfrauen auf demdorf Blatton aufzuhalten. Doch nachdem der Ertz-Bischoff,auf anstiften der Geistlichen, welche init ihr nicht ivohl zufrieden waren , diese freyheit ihr wieder genommen, kain sie end-lich zurück nach Ryssel, woselbst sie den tod ihrer mutter abwar-tete, nachgehrnds eine zeitlang bey ihrem vatter blieb, und darauf
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