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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Odoardi von Bournonville, Graftns von Henin-Lietart, denihm seine gemahlin , Maria Christinn vonEgmond , an.i;8e.den 14. sept. zu Brüssel gebohren hatte. Nachdem er bey derJnfantin von Spanien , Jsabella Clara Eugenia, Souverainevon Bradant und Flandern , erzogen worden , that er eine reisenach Italien , und hielt sich an. 1602. an dem Hofe zu Flo-rentzauf; an. 1606. aber befand er sich an dem KaystrlichenHofe zu Wien . Nach seiner zurückkunft in Flandern ernennteihn der Ertz-Hertzog Albertus von Oesterreich, damaliger Gou-verneur der Niederlande , zum Cammer-Iuncker, und schickteihn an.i6i2. als Ambassador »ach Franckreich, woselbst er aber,weil sich wegen des ceremoniels einige irrungen hervorthaten,nicht zur audientz kam. An. 1619. führte er ein regiment Wa-lonen von ;c>oo. köpfen und ein regiment von 1000. Pferden nachBöhmen , mit welche» er dem Grafen von Buquoy in Budweis luft machte, und der belagerung von Gratz beywohnte, abervor Piseck, als er selbiges recognosciren wollte, so unglücklichwar, daß ihm von den feinden einmalig ausgeschossen wurde.Das folgende jähr muste er dem Spanifchen General , Gon-salvo von Cordua, welchem der Graf von Mannsfeld in deneisen lag , zu hülffe gehen, und hielt sich an. 162;. in der schlachtbey Fleüry, bey der belagerung von Breda, bey dem entfatzvon Hcrtzogenbnsch und bey vielen andern gelegenheiten unge-mein wohl. Immittelst schickte ihn der Ertz-Hertzog Albertusan. 1627. als Ambassador nach Wien , und an. 1650. an denKönig Ludovicum XIII. erklärte ihn auch zum Obersten überein sehr altes Walonisches regiment, und trug ihm an. >s;i.das Gouvernement von Rössel und über das Walonische Flan­ dern auf. Allein da die obgedachte Jnfantin an. 16;das zeit-liche gesegnet hakte, sahe er sich genöthiget, nach Franckreichzu entweichen, da er sich denn an. 1654. zu Lyon niederließ,und an. 16;6. den 22. mertz mit tode abgieng. Er hat demConvent der Minimen zu Brüssel viel gutes gethan, und an.1620. daS Hospital zu Tamise in Flandern aufgebauet, auchzugleich ein kloster vor Spital-Nonnen gestiftet. Von seiner ge-mahlin und kindern siehe den geschlechts-artickul. Anjelme ,hist. geneal. tom. V. p. 857- seq.

* bournonville, (Alexander HippolytusBalthasarvon)Hertzog unoFurit von Bournonville, Graf von Henin , Baronpon Caumont, Herr von Ranchicourt, Divio», Mesnil, Fur-nes, Bondu, Wafqueshal, Tamise rc. Kayserlicher und Kö-niglich-Spanischer General-Feld-Marschall, Vice-König vonCätalonien und Navarra , Ritter des güldenen Vliesses , wardes vorherstehenden Alexandri, Hertzogö von Bournonville^ undAnna von Mclun, anderer söhn. In seiner zarten iugend wurdeer zu Brüssel bey der Jnfantin Jsabella Clara Eugenia erzo-en; an. 16;;. aber von seinem vatter nach Paris geschickt, umie exercitia zu erlernen. Von hier begab er sich an. 16)7.an den Savovischen Hof, gieng von dar nach Teutfchland, undbekam an. l6;8. bey dem regiment des Grafen von Ost-Frieß-land die stelle eines Rittmeisters. Nachdem er sich nun bey un-terschiedlichen gelegenheiten wohl verhallen, erlangte er an.1641. ein regiment Infanterie, und an. 164;. das Gouverne-ment von Hamm in der Grafschafft Marck, welche stadt erwohl bevestigte, damit den Hessen und Schweden unter demGeneral Könisgmarck die Inst vergehen möchte, ihn daselbst an-zugreissen. Das folgende jähr wurde er zum Commendantenin Meppen bestellet, begab sich aber nach geendigtem feldzugewieder nach Hamm . An. 1645. that er in der andern schlachtbey Nördlingen , woselbst er die trouppen des Westphälifthenkreiscs commandirte, alles, was er konnte, und führte den rcstder armee zurück, indem die beyden commandirenden Generals,der Graf von Gelen , und der Hertzog von Holstein , bey wäh-rendem treffen gefangen worden. An. 1646. und 1647. wen-dete er alle kräffte an, die in Ost-Fricßland gelegene Plätze widerden Grasen von Königsmarck zu beschützen, nöthigte auch den-selben an. 1648. die belagerungcn von Meppen und Paderborn aufzuheben. In diesem letzt-gedachten jähre kam er dem Ge­ neral Lambay zweymal, nemlich bey Neus und Rhenen, zuhülffe, und wurde zum General-Maior ernennet. An. 1649.machte ihn der Kayftr Ferdinandus lll. zum Cammer-Iuncker,und der König von Spanien gab ihm die güther seines Hauseswieder, welche die Finantzien-Cammer von Flandern eingezo-gen , alS sich sein vatter nach Franckreich gewendet hatte. Nachgeschlossenem Münsterischen friede» begab er sich nach Hause,und richtete ein Teutsches regiment infanterie auf, welches erseinem bruder, Wolfgang Wilhelm, Vicomte von Barlin,schenckte. An. i6zo. gieng er mit dem Hertzoqe von Wurtcmbergnach Franckreich, um dem Printzen von Conde beyzustehen, beydessen armee er das commandö über die artillerie, und überdie Spanische infanterie führte, auch den belagerungen von Rhe-tcl und Rocroy beywohnte, bey welcher letzter» er durch einenmufqucten-schuß an einem ohre gestrcifet wurde. An. 1654. litteer bey der belagerung von Arras grosse gefahr, und war, da dieFranzosen die linien angriffen, der letzte in den lauf - grüben,ausweichen er sich sodann in guter ordnung nach Cambray re«twirte. An. i6zz. vertheidigte er die stadt Conde gantze4. Mo-nate, und übergab dieselbe nicht eher, als bis der Ertz-HertzogLeopoldus ihm solches befahl. Er beschützte auch die stadt Va-lenciennes ;i. tage, und gab dadurch dem Don Iohanni vonOesterreich und dem Printzen von Conde zeit, daß sie ihm zuhulsse kommen konnten. An. 1658. erhub ihn der König vonSpanien zum Fürsten von Bournonville, und legte diesen titul

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der in Brabant gelegenen Herrschafft Bughenhout bey; erklärteihn auch an. 1666. zum General - Capitain von Artois, da erdenn den Franzosen hin und wieder abbruch that. An. 1672.muste er sich nach Brüssel begeben, um bey den bcvesiigungen,so man daselbst anlegte, zu seyn, und die allda befindlichetrouppen zu commandiren; allein gleich hernach empfieng er or-dre, nach Teutschland zu gehen, woselbst er zum Keneral-Feld-Marschall der Reichs-armee bestellet wurde, und dieselbe,nebst dem Churfürsten von Brandenburg , in Westphalen com-mandirte. An. 167;. half ernichtwenig zu der eroberung vonBonn , zu deren belagerung er, in abwesenheit des Generalis-simi , Graftns von Montecuculi, hauptsächlich gerathen halte.In eben diesem jähre wurde er von dem Kayftr Leopoldo zumCammer-Iuncker, und zuin Ritter des güldenen Vliesses ernen-net, empfieng aber das ordens-dand erst an. 167;. aus den Hän-den des Grafen von Montecuculi. An. 1674. hatte man es ihmzu dancken, daß die Franzosen die belagerung von Limbnrgnicht unternehmen konnten, worauf er nach der Pfaltz gehenmuste, da er denn den rest von der durch den Marschall vonTurenne bey Sintzhcim geschlagenen Kayftrlichcn armee zusam,wen sammlete, mid nachdem er bey Straßburg über den Rhein egangen, den treffen bey Ladenburg , Ensisheim und Türck-eun beywohnte. An. 1676. berief ihn der König von Spa,nien nach Calalonien, um daselbst als General-Feld-Marschallund oberster Kriegö-Rath zu dienen. Das folgende jabr abermuste er nach Sicilien gehen , um daselbst die armee zu com.mandiren, da er denn die um Meßina gelegenen veste» platzeeroberte, und dadurch diese Haupt-stadt des Königreichs nöthigte,sich wieder zuin zwecke zu legen. Nach diesem wurde er zumVice-König von Catalonie» und zum General-Capitain überalle in dieser provintz befindliche trouppen, zuletzt aber zum Vice-König und General-Capitain von Navarra erkläret, worauf eran. 1690. den zo. ang. zu Pampclvna das zeitliche qesegnere.«Lein Hertz wurde allhicr in Carmcliter-kirche begraben, seincörpdr aber nach Brüssel geführet, und in dem erb - bcgräbnisder Hertzoge von Bournonville, welches sich daselbst in der kircheder Carmeliter-Barfüsser befindet, beygesetzet. Er war in derMathematic, in der Historie und in der wissenschafft von mün-tzcn rc ungemein erfahren, und hinterließ einen söhn, von deinder folgende artickul handelt. Avßlme , hist. geneal. tom. V.p. 859. seq.

* Bournonville, (Alexander Albertus Franciscus Bartho-lomäus, Hertzog und Fürst von) Grafvon Henin, Marquis vonRisbourg, Vicomte und Baron von Barlin, Baron von Cau-mont, Herr von Tamise, Lt. Gilles, Bcgles, Haravesne,Lezin, clu Bois-Bernard, Hacheville, Suewick, St. Amand ,Basserode, Divio» , Ranchicourt, Mesnil, Noyelles, Rouy,Gouy, Rebreuves, Bodu, WasqneShal und Furnes, war einsöhn des vorherstehenden, und wurde von Johanna ErnestinaFrancisca, einer tochler Philippi Carolr, Furftcns von Arcm,berg und Hertzogs von Arschot, an. 1662. den iS. apr. zu Brüs­ sel gebohren. In dem 9. jähre seines alters wurde er nachFranckreich geschickt, und daselbst bey seinem veltcr, Amdro«sio Francisco, Hertzoge von Bournonville, erzogen An. 1682.war er Fühndrich bey den Gendarmcs von der Königl. garde,bey welche» er nachgehendS Unter-Lieutenant, und 'Marechalde camp bey den armeen wurde. An. -685. befand er sich alsVolontair bey der belagcrnng von Courtray, und an. ,688.bey der von Philippsburg . An. 1691. half er Mons belagern,und hielt sich «n dem treffen bey Leuze besonders wohl. An.1692. wohnte er der belagerung von Namur und dem treffenohnftrn Oteenkerken bey. An. 169;. verlohr er in der schlachtbey Neerwinden ein pftrd unter dem leibe, und bekam zweyschüsse, davon der eine durch die Hand, der andere aber durch denleib gieng. In dem kriege, der an. 1701. den ansang nahm,wohnte er bis an. 170z. allen ftldzügen bey; bis er in dem lagerzwischen Genav und Soignics kranck wurde, und sich nach Brüs­ sel dringen ließ, woselbst er 6. tage hernach an. 1705. den 5 .sept. seinen gcist aufgab, und in seinem erb-begräbnis seine ruhc-stätte fand. Er hatte sich in den müntzen und antiquitäten wohlumgesehen, und führte ein frommes erbauliches leben. Vonseiner gemahlin und kindern siehe den geschlechts-artickul. An.seltne , hist. geneal. tom. V. p. 841 .

* Bournonville, (Ambrosius Franciscus von ) Hertzogvon Bournonville, Pair von Franckreich, Herr von Fampoukund Roeux, in Artois, wie anch von la Motte-Tilly in der Dioe-ces von Sens rc. war der dritte söhn Alexandri I. Hertzogs vonBournonville und Annä von Melun . Er trat in Französischekriegs-dienste, und nachdem er sich als Rittmeister in Piciiwlitwohl verhalten, auch dem treffen bey Honnecourt in Flandern an. 1642. bcygewohnet hatte, wurde er nach und nach Mare-chal de bataille, Oberster von der infanterie und stlaix'chal decamp. Ihm zu ehren machte der König Lubovlcus XIV. an.iüz2. im sept. das Hertzoglhum Bournonvillc zu einer Pairic,wiewol das hierüber ertheilte patent nicht registrirt worden. An.-14. stellte er bey der crönung letzt-besagten Königs die pcrfondes Grafen von Champagne vor, wurde hernach bey der Köni-gin Maria Theresia von Oesterreich Chevalier d'hormein , undan. 166c. Gouverneur von Paris . Allein da der Cardinal M!»>zarini an. 1661. starb , und IMr. Fvnquet in Ungnade fiel, jäheer sich gezwungen, den Hof zu verlassen, und seine bedienungcnnieder z»i iegm. Er trat hierauf in den geistliche» stand, wurde