b o u
bou 167
nach seiner gemahlin tode, so an. 1678. «folgte, ein Priester,und gieng an. 169;. den 12. dec. auf seinem schlösse la Molte-Tilly nahe bey Nogent an der Seine , mit tode ab; woselbst erin dem Bcnedictiner-Nonnenckloster begraben wurde, und zwardergestalt, daß sein leib in der kirche, sein eingeweide im kloster,und sein Hertz im chor der kirche zu liegen kam. Er hinterließvon seiner gemahlin Lucrctia Francisca, Carvli, Hertzoqs vonla Vieuvillc, tochler und «bin, eine einzige lochter, MariamFranciscam, welche an. i6z6. gebohren, und an. >671. mit AnnaJulio, Hertzoge von Noailles, vermählet worden. Anj'eime thiih gen. tom. V. p. 858.
* LournonviUe, (Odoardus von) Graf von Henin-Lie-tard, Vicomte und Baron von Barlin und Houlleford, Herrvon Caprcs, Ranchiconrt, Divio», Bondu, Wasqueshal rc.war ein söhn Guidonis von Bournonvllle, Herrn von Capreö rc.und Annä von Ranchiconrt. Erwürbe an dem Hofe Carvli V.mit dessen söhne, Philippo II. Könige in Spanien , erzogen,undgieng, da« >8. tahr alt war, mit gedachtem Kavser an.
nach Teutschland, allwo er sich vor Metz ungemein wohlhielt, und bald hernach die stelle eines CapitainS bey der leich-ten reuterey bekam. An. i?6o. ernennte ihn Philippus II. zumCammer-Iuncker, und gab ihm hernach ein regiment Walonen,mit welchem er sich an. i $72. bey der belagerung von Mons undValenciennes befand. In eben diesem jähre begleitete er denGrafen von Aremderg, welcher den CatholifchcninFranckreichwider die Reformirtcn zu hiilffe gesendet wurde. Nach seinerzurückkunftin Flandern , ließ er seinen muth unter dem Hertzogevon Alba bey St. Truyen im Stift Lüttich , und in folgendenjähren bey unterstlüedeuen ander» gelegenheiten sehen, wie erden» auch den belagerungen von Middelburg , Hartem undNacrden rc. beywohnte, und dem Hertzoge von Parma, daderselbe Mastricht belagerte, zu hülffe eilte. Zu vergeltung die-ser dicnste erklärte ihn sein König an. 1579. zum Grafen von He-nin; der Printz von Oranien aber trug ihm die stelle eines Admi-rals an, in meynunq, ihn dadurch auf seine feite zu ziehen;allein er weigerte sich solche anzunehmen, und ward nach undnach Gouverneur zu Löven, Mecheln und Arras , wie auch Ge-nerai-Cavilain von Artois, welcher provintz er wohl vorstund,auch die andern Waloiiifchen lande unter Königlichen gehorsamwieder zu bringen eifrigst bemühet war. Nach diesem gab erdie wichtige charge eines General-Cavitains von Artois auf, umdadurch dem Vicomte von Gent, Marquis von Richebourg,gefällig zu feyn, und denselben auf die Spanische partey zu len-kten. Endlich starb er als Königlicher vtaats-Rath, Präsi-dent und Chefber finantze« von Flandern , an. ie8;. den 28.dec. indem zr. jähre seines alters. Von seinen nachkommen,siehe den geschlechts-artickul. Anjbme , hüt. geneal. tom. V.
pag. 857·
* Bournonville, (Wolfgang Wilhelmns von ) Vicomteund Baron von Barlin rc. war der fünfte söhn Alexandri I.Hcrtzvqs von Bournonviüe, und Annä von Melun . Er waran. 1647. unter feines ältern bruders Alexandri Hippolyti Bal-thasaris, Hertzogs von Bournonvllle, regimente Hauptmann,und legte bey unterschiedlichen kriegswerrichtungen in Tentfch-land feine geschicklichkeit an den tag. Nach diesem bekam erselbst ein Teutsches regiment von irao. köpfen , mit welchem«sich an. 1690. bey der eroberung von Mouzon und in der schlachtbey Rcthel befand, in welcher letzter« er gefangen wurde. An.,6zr. gieng er nach Franckreich, föchte auf des Printzen vonCvnde feite bey Paris , und wurde bey dem angriffe der stadtSainle Menehoud verwundet. Hierauf wohnte er der belage-rung von Rocroy und an. i6;4. der von Arras bey; hielt sichfolgends bey dem enlsatze von Valenciennes und 1658. in derbelagerung von Duynkirchen, da er die contrescarpe verthei-digte, ungemein wohl; wurde aber bey der Niederlage des Für-sten von Liane ohnsern Comincs gefangen, und muste bis aufden Pyrenäifchen friebens-schluß sitzen. Hierauf ward er Gene-ral de bataille , commandirte zu Mons in abwesenhelt des Her-tzogs von Arschot, der daselbst Gouverneur war, und bekam her-nach das Gouvernement zu Valenciennes , endlich aber an.167;. das zu Brüssel . Er starb an. 1682. den 22. stpt. auf sei-nem nahe bey Mons gelegenen schlösse Sars, und hinterließvon seiner gemahlin, Maria Bvna von Harchies , «bin vonSara und Fleigny, keine kinder. Anfiime, hüt. geneal. tom.V. p. 8;8. seq.
23 ouro, eine insul in Asien auf dem Indianischen meer,welche einige mit zu den Moluckifchcn rechnen. Sie liegt nahean den insuln Cambcllo und Manipe, welche ihr gegen morgensind, gleichwie etwas weiter das land des Papous. Gegenabend hat sie Cclebes, gegen Mitternacht Gilolo, und gegenmittag die Moluckischen insuln. Man sagt, daß der Königvon Ternate Herr von der insul Bouro sey.
Bouron , eine stadt in Romanien, nahe an dem Archipc-lago , auf der küste von Aperofa. Es ist auch daselbst ein seedieses nahmens, welcher disseits des bcraes Argentaro lieget.Die stadt Bouron war sonst ein Bisthofflicher sitz, und istschon dem Plinio, Ptolcmäo imd Stcphano bekannt gewesen,welche ihrer unter dem nahmenPristonia zum öfter» gedencken.
Boursault, ein bekannter Französischer scribent. stund ingutem ansehen bey dem Hertzoq von Montausier, auf dessen be-seht er an. 1671. vor den Dauphin l’Etude des Souverainsschrieb, und würde er, weil auch der König seine schrift wohl
aufnahm, Untcr-Präceptor bey dem Dauphin worden seyn,wenn es ihm nicht an erkänntnis d« Lateinischen Mache geman-gelt hätte, die er gar nicht verstanden. Er ist an. 1701. imsept. gestorben, nachdem er verschiedene comödien und tragö,dien, die doch fast aste sehr wenig gerühmt worden, und 2.theil briefe, darinnen viel gute «zchlungen, und letztlich denEsope a la Cour, sein letztes werck, verfertiget halte. Boileanund Moliere haben ihn insonderheit verschreyl, und weil siebeyde viel mehr als er galten, mochte seine reputation in derPoesie nie recht aufkommen. Wider den Moliere hatte er einecvmödie unter dem nahmen lo Portrait du Peintre verfertiget.Von seinen lindern ist ein söhn ein Theatiner, der andereHauptmann unter der infanterie, und die locht« eine Nonneworden, üayle. *
t Er hieß mit seinem vornähme Edmund , und ward gedoh-ren zu Mussy-I'Eveqne , einer kleinen stadt in Bourgogne ,zwischen Bar-sur-Seine, und Chatillvn-sur-Sei»e, in demansang des octobr. 1658. Niceron, mem. pour servir ä l’his-toire des hommes illustres, tom. XIV. giebt mehrere Nach-richt von ihm.
* Borrry, oderBovery, ein flecken des Bißthums Lüttich ,an einem wasser, nahe bey der MaaS , und ohngefehr eine meilevon Lüttich gelegen. OrteliuS glaubte, dieser ort sey vor zel-ten eine stadt gewesen, nahmens Ebnronia. Allein Cluvcrius zei-get, daß Eburönia nicht der nähme einer stadt, sondern des gan«tzen landes der Eburonum gewesen sey. Maty , Dict. Geogr.
* Bourzeiö, (Amabilis von) Abt von St.Martin de Co-res, einer dec vierzigen von der Französische » Academie, war zuVolvic , nahe bey Riom in Auvergne , den 6 apr. 1606. geboh,reu. Er war anfänglich vage bey dem Marquis de Chandenier,nichts destowenig« that er so gute progressen in den studien,darunter auch die Griechische spräche war, daß der Aruoul^ein Jesuit, sein verwandter, welcher Königlicher Beicht -vat-ter gewesen war , ihn, da er erst siedenzehcn jähr alt war,mit sich nach Rom führte, und als etwas ausserordentlichesZeigte. Er studirte daselbst die Theologie unter dem i\ Lugo ,einem Jesuiten ; wobey er auch die Morgenländischen sprachen«lernte. Er übte sich in der Griechischen und Lateinischen licht-kunst; und seine Übersetzung des getichts de Partu virginis inGriechische verse erlangte ihm von dem Papst Urbano Vlü. einePriorcy in Bretagne . Der Cardinal Mauritius von Savoyenliebte ihn, und nahm ihn zu sich nach Turin , woselbst er ihnzwey jähr lang behielte. Sobald er hierauf zu Paris ange-langt war, gab ihm der Hertzog von Liancourt , welcher ge-lehrte leuthe hoch hielte, einen platz in seinem paüast, prafen-tirte ihn König Ludwig XIII . vor weichem er bald hernach dieobgemeldte Abtey erhielte. D« Cardinal Richelieu hielte vielvon ihm, und machte ihn znm mitgliede der erst neu-aufgerich-teten Französischen Academie. Kurtz darauf ließ er sich zumPriest« weyhen, und legte sich auf die religions - streitigkriten.Er schrieb einen tractal: de I'Exeellenee de l'Eglife Catholi-que ; welchem, nebst seinem discurs, welchen er an den Pfäl»tzischen Printzen Eduard gerichtet, die bekehrnng dieses Prin-tzen von einigen zugeschrieben wird. D« Cardinal de Riche lieu gebrauchte ihn zu der herausgebung des Traite de Contro-vetCes , so man unter des Cardmals nahmen hat. Da die strei-tigkeiten von der gnade sich erhoben, gäbe dieses dem Abt an-las zu verschiedenen schriste», darunter fücnemlich das buchzu merckcn, so er betitelt: 8. Auguitin victorieux für Calvin &c.Da aber die bekannte Coustitution Innocentii X. an. iü;;. da-zwischen kam, nahm er dasjenige wieder zurück, was derselbennicht gemäß war; mrterschrieb auch an. 1661. das Eormulaire.Mr. Colbert nahm ihn mit zu der Versammlung der Gelehrten,so er in seiner wohnung anstellte, welches man die kleine Aca-demie nennte; daraus nachaehends die Academie der Überschrif-ten und schönen studien entstünde; wie auch zu einer Versamm-lung der berühmtesten Gottsgelehrten; welches wiedrum demAbt gelegenheit zu vielen gelehrten abhandlungen gab. Erar-beitete hierauf an dem bekannten werck; Reeherche des Droitsde la Reine. Er schrieb auch eine beautwortung des buchs:le Bouclier d’Etat & de Juftice betitelt, welche aber wegen demerfolgten frieden nicht gedruckt wurde. An. 1666. wurde er inPortugall geschickt, um den Marschall von Schomberg zu derCatholifchen religion bringen zu helffen. Er richtete aber hier-i,5n nichts aus. Er starb endlich den 2. augstm. an. 1672. Manhat auch einen banb predigten von ihm. Nicerm, memoirestom. XXIV.
Boutan , ein Königreich auf dem vesten lande von Indien ,oder wie andere wollen, in der grossen Tartarey gegen demReich des grpssen MoglilS. Viele halten es vor Barandola.Taverniers reise.
* Boutard, (Franciscus) ein LateiuischerPoet im XVII.sseeulo, war von Troyes in Champagne gebürtig, studirte auchdaselbst bey den Patribus Oratorii, und bildete sich ein, daß erdem Horatio nicht nur in allem, sowol was die gestalt, alsdie Manieren andetrift, vollkommen ähnlich sey, sondern auchvornemlich den gerne desselben in der Poesie qeerbet habe, da-hero er sich auch von seinem aasten jähre an tritt allem eifer aufdie Poesie geleget. Als ihn ohngefehr um diese zeit der BischoffBossuet aus einer ode kennen lernen, recommendirte er ihn demKönige, welch« ihm deswegen >000. livres zur Verehrung gab,damit er zu Meaur seinen cursum absolviren, und Priester wer-den