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ges Ertz-Bißthum, welches zwar der Papst schon an den Or-fordischen Cantzler/ Roderlum Halain vergeben hatte, der abermit dem Bißthum Salisbury zufrieden seyn muste, in welchesihn der Papst König Henrico zu gefallen einsetzte. Als hernachan. 1417. unter Henrico V. welcher mit Franckreich in kriegverwickelt war, die Schottlander mit einer grossen macht insland eindrangen, und verschiedene delagernngen, unter andernauch mit der stadt Barwick vornahmen, ließ sich der Ertz-Bi-schoff, weil er schwachheit und alters wegen, weder fahren nochreuten vertragen konnte, ins Königl. lager tragen, und halfdurch sein fleißiges ermuntern an die soldaten, welches er so garauf einem drehe-stuhl verrichtete, indem er vor Mattigkeit nichteinmal zu stehen vermochte, den sieg guten theils befördern.Er starb zu Cawod, woselbst er sich im schlösse eine prächtigeresidentz hatte verfertigen lassen, den 20. ocl. an. 142;. und wur-de in die dasige kirche neben dem altar aller Heiligen genannt,den er ehemals mit kostbarem geräthe beschencket hatte, begra-ben. Nach einiger meynung soll er täglich offene tafet gehaltenhaben, dabey so grosser Überfluß zu verspüren gewesen, daß eres darinnen allen seinen vorfahren zuvor gethan, indem nur al-lein ein jähr über 80. tonnen, oder J20. faß claret aufgangen.
Godyvin , de Praesul. Angl. P. I. p. 4} 1. & P. II. p. 61. Ieqq.
Boxberg, eine stadt nebst einem schloß und amt in Francken,12. Meilen von Heidelberg , nach vsten zu, nahe bey der stadtLanda am Odenwalde, gehört dem Churfürsten von Pfaltz.
Boxhomius, (Marcus Zuerius ) ein sohl, Jacobi Zuerst,Predigers zu Bergen op Zoom , woselbst er im sept. an. 1612.gebohren. Er war nur 6. jähr alt, als sein vatter starb; dan»nenhero ihn sein groß-vatter mütterlicher feite, Henricns Box-hornius, ein Prediger zu Breda , der sich durch einige streit-schriften bekannt gemacht, erzog, auf dessen, begehren er auchden nahmen Borhornius angenommen, weil Henricns keinemännliche erben hatte. Als die Spanier an. 1625. Breda er-obert hatten, führte ihn sein groß-vatter nach Leiden, woselbster die studien mit so gutem fortgang tractirte, daß er an. 1629.ob er gleich nur 17. jähr alt war, öffentliche proben seiner ge-schicklichkeit in der Poesie ablegte. Im 20. jähre seines altersschrieb er sein Theatrum urbium Hollandi*, gab die Scripto-res historiaj Augusts , die Poetas satyricos minores , und Pli-nst Panegyrioum heraus. Hierdurch erlangte er einen solchenrühm, daß ihm an. 16;2. die Profeffio Eloquentste zu Leidenanvertrauet wurde. Die Königin Christina wollte ihn nachSchweden haben, welches er aber ausschlug. Weil er sichauch in der Politica und Historia sonderlich hervor that, wur-de er an die stelle Danielis Heinsii, nachdem man denselben voreinen Emeritum erkläret, gesetzt. Er verfiel mit Valmasio ineinige ftrcitigkeiten, die doch endlich beygeleget wurden. Durchgar zu häufigen gebrauch des tabacks gerieth er endlich in einelangwierige kranckheit, an welcher er den z. oct. an. ,6;;. im41. jähr seines alters starb. Er war sowol von haut als haa-ren ziemlich schwartz; so daß ihn einsmals, da erden auszugder Spanischen besatzung aus Breda , welche stadt Printz Mo-ritz von Nassaii zum andern mal erobert hatte, davon auchBorhorn die belagernng absonderlich beschrieben, mit andernansähe, ein Holländischer svldat für einen Spanier halten woll-te ; dem er aber artig artwortete: wie schwartz seine haare wä-ren , so weiß wäre dagegen sein Hertz; und wie sehr er äusser-lich einem Spanier glerchte, so gut Niederländisch wäre er inder that. Er hat über das bereits gedachte noch hinterlassen:
Aniinadverlionns in 8uetonium; Apologiam pro navigationi-bus Hollandorum adversus Heuterum ; Grammaticam regiampro Christina Suecorum Regina; Historiam Obsidionis Breda-n<e; de Typographie» Artis inventione; Historiam universa-lem ; Rempublicam Moscovise; de Dea Nehalennia; Notasin Qusst. Rom . Plutarchi; Orationes , Epistolas, Poemata,Origines Gallicas, die Georg Hornius nach seinem tobe ausge-geben, und viele andere. Baseliui , in vita Boxhornii epistolisejus preemissa. Barlai oratio in exceffum M. Z. Boxhornii.Witten , Philos. dec. VI. p. 141. Andr. bibl. Belg. Hankius, descript. Rom . P. I. cap. 91 . Freher. Bayle. *
Boxtehude , eine kleine stadt und vestung im HertzoqthumBremen, zwischen Hamburg und Bremer -vorde am fluß Estefast bey dessen einfluß in die Elbe gelegen. Sie ist durch einjungfrauen-kloster, welches etliche von Adel des geschlcchts vonBoxtehude gestiftet, in die höhe gekommen , und zu des Kay-sers Rudolph« I. zeiten von dem Ertz-Bischoff Giselberto mitstadt-gerechtigkeit begäbet, auch nachgehends in das Hanseati-sche bündnis aufgenommen worden.
Borte!, eine stadt und Herrschafft in Brabant , an demfiusse Dommel , zwey weilen von Hertzogenbusch, gelegen.Sie wurde an. i;87. von den Holländern eingenommen, ge-hörte aber wieder an. 162;. dem Grafen von Horn Beauci-gnies. Allhier ist ein ansehnlich Stift. Guicciard. descr.Belg. Strada , de B. B. P. II. Zeileri topogr. siehe Horn oderHornes.
* Boy , (Nicolas Jansenius) zu Zirikzee in Seeland ge-bohren , war ein geschickter Theologus, welcher zu Antwerpen in de» Dominicaner-orden träte samt seinen dreyen brüdern,Leonhard, Cornelius und Dominicus, unter welchen die zweyletztere durch, schriften bekannt worden. Er wurde durch denPapst in Dänemarck geschickt, damit er sehen sollte, ob nichtdieses Königreich wieder unter den gehorsam des Römischenfiuhls zu bringen sey; er starb auch auf dieser reise. Unter an.
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dern schriften hat er auch hinterlassen: Defensionem Fidei Ca-tholicse& Apostolicie Roman» ; Beneficia FF. Praedicatoribusa D. Virgine collata. Aus dem Spanischen ist von ihm indas Lateinijche uberjetzt worden: Instrulstio 8acerdoturn Anto.nii de Alollna; 8umma Casuum Conscientite P. de Ledesma.Er hat ferner geschrieben: Vitam S. Dominici; Scholia &Animadv. in Apologiam de Vita & morte Joh. Duns. Va!.Andrea bibl. Belg. p. 689.
* Boyer , ( Carl ) war zu Castres in Franckreich ge-bohren , und nachdem er seine studien zu Puylaurens angefan-gen , gieng er wegen der damals ergangenen widerruffung desedicts von Nantes aus Franckreich , und setzte dieselbe anfäng-lich zu Genf , hernach aber zu Franecker fort. An. 1689. kamer nach Engelland, und erlernte die Englische spräche vollkom-men, wie denn solches an feinem Englisch -Französischen , undFranzösisch-Englischen wörter-buch, welches zu Londe» 1Ü99.im Haag 1719.1727. und vermehrter und verbesserter an. 17,0.in 4. zu Londen wieder im druck erschienen, als auch andernschriften zu ersehen , unter welchen vornenilich sind: Historyof King 'William the III. Win. III. Londen 1702. in 8. Thehistory of the Life and Reign of Queen Anne, Londen 1722.in fol. Er hat auch Abregede l'histoire des Vaudois , Haag1691. in 12. geschrieben. Veit 1710. gab er alle monate denpolitische» zustand von Groß-Britannien heraus, welches sehrwohl aufgenommen wurde, und in dem allerhand curieuse stri-cke anzutreffen, die anderwärts vergeblich gesucht werden. Er»berichte auch Epitre dedicatoire du Chevalier Richard Steeleau Pape Clement XI. aus dem Englischen ins Französische.Er starb den ,6. nov. 1729. mit der feber in der Hand, seines al-ters 6;. jähr. Gel. Zeit. 1729. p. 94;. 17,0. p. 47;. ieqq.
* Boyer , ( Claudius) von Alb» gebürtig, einer der vier-zigen der Französischen Academie, darein er "an. i üü6. aufge-nommen ward. Er schrieb verschiedene schauspiele, darinn vielfeuer und geist anzutreffen. Er starb den 22. jul. an. 1698.in einem alter von 8°. jähren, in welchen er allezeit gleichelebhafftigkeit des gemüths besessen. Man hat unter andern vonihm Judith und Iephta in zwey tragödien , die ihm vieles lobzuwege» gebracht; wie auch Paraphrafes des Pfeaumes. Me.moires du tems.
Boyle, ist der nähme eines berühmten und vornehmen ge-schlechis in Groß-Britannien. Roger Boyle, ein Esguire ausder Grafschafft Hertford, lebte unter der regierung der KöniginElisabeth, und zeugte mit Johanna, einer tochtcr Robert Nay-lors von Canterbury , zwey söhne. Der älteste, nahmens Jo-hann , waro Bischoff von Corck, Clune und Roß in Jrrland,und starb an. 1020. worauf der König Iacobus 1 . dessen Vet-ter , nahmens Richard Boyle , mit diesem Bißthum versähe.Der andere söhn, Richard, gebohren an 1566. wurde zu Cam.brldge l» dem Collegio von Bennet auferzoge», und legte sichhernach auf die Rechtsgelehrsamkeit, theils in dem mittlerntemvel zu Londen , theils aber bey dem Ritter Roger Man-woob, Lord-Chlef-Baron von dem Ereguer. An. i?88. gienger nach Irrland, und heurathete daselbst zu Limerick Johan-nam, eine von den zwey töchtern Wilhelm Apslcys, mit wel-cher er ein grosses vermögen bekam. Es starb aber dieselbe an.1599. als sie sich zum erstenmal in dem kind-dethe befand, undeinen todten söhn gebohren hatte. Einige, die sein glück bcnci.beten, verkleinerten ihn bey der Königin Elisabeth, und zwarunter andern, als ob er der Catholifchen religion zugethan wä-re. Da er nun in dem begriff war, sich per, onlich zu rechtfer-tigen , und deswegen nach Engelland überzugehen, brach diegrosse rebellion ln der,Irrländischen landschafft Mounster ans,worinnen alle seine ländereyen verwüstet wurden, und er selbstmit genauer noth in sein vatterland entkommen konnte. Da-selbst stund es darauf, daß er Robcrtum, Grafen von Esser,bey seiner wider die Irriändifche rcbellion vorhabenden erpcdi-tion begleiten sollte. Allein er wurde durch neue Nachrichtenaus Jrrland, sonderlich durch den Ritter, Henrich Wallop,angegossen, und auf befiehl der Königin gefangen gesetzt. Balddarauf erwies er seine Unschuld so klärlich, daß er völlig losge-sprochen , zu dem Königlichen hand-kuß gelassen, und nach Irr-land geschicket ward, allwo er das Secretariat bey dem Rathvon Mounster, «»gleichen die würde eines sogenannten Richtersof the Quorum durch die gantze provintz erhielt. Nachdem ervon einer über die rebelten besochtenen victorie der Königin dieNachricht überdracht, und mit neuen gnaden-bezeugungen vonderselben zurück gekehrt, kaufte er die in Jrrland befindlicheland-güther des Ritters Walter Ralcigh, und heurathete zumandern mal Catharinam, die einzige tochtcr des Ritters Gott-fried Penton, obersten Staats-8eeretarii und geheimen Rathsin Jrrland, wobey ihn der Statthalter desselben Königreichs,George Carey, an dem Hochzeit-tage zum Ritter schlug. An.1606. erklärte ihn der König Iacobus I. zu seinem geheimen Rathvor die provintz Mounster, und nach einiger zeit zu seinem ge,Heimen Staats-Rath vor das gantze Königreich Jrrland. An.1616. wurde er zum Lorb-Bovle, ingleichcn zum Baron vonZonghall gemacht, und vier jähr hernach auch zum Vicc-Gra-fen Dungarvon und Grafen von Corck. Ast. 1629. cmpfienger die würde eines Lord-Richters vor die gefilmte regicmngdes Königreichs Jrrland , zugleich mit dem Lord - CantzlerAdam, Lord Vice-Grafen Loftus, und endlich an. 16;,.nicht lange vor seinem tobe, ernennte ihn der KönigCarvlus I. zum Lord-Schatzmeister von Jrrland. Mit
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