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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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cheS für diejenigen, die sich auf die Philosophie gelegt, wur-de glücklich seyn. Sie thaten hinzu, daß die zufalle diesesmenschlichen lebeus weder gut noch dose wären. Ihre wissen-schafft von natürlichen dingen war nicht weit her, kam aberdoch in vielem mit den meymmgen der Griechischen Philoso-phorum üderein. Sie erkannten , daß die weit einen aiifangund ein end hätte, auch von GOtt gemacht wäre, und regie-ret würde; daß die seelc unsterblich wäre, und nach dem todedes menschc» strafe oder delohnung empfahen würde rc. Sonstercolirten sie nebst der Physic auch die Astronomie. Clemens Alexandrinus hält die Brachmanen vor eine art der Gymnoso-phlsten , sintemal er selbige in Brachmanes und Germanesoder Sermancs eintheilt , welches aber nid)t schlechterdingsanzunehmen ist, weil es noch nicht ausgemacht, daß die Brach-manen, so wie diese, nackend einher gegangen seyen. Sonstsind noch heutiges tags im Orient solche Philosoph; anzutref-fen , die man Brachmanen nennet. Denn es befindet sich beyden Chinescrn eine gewisse secte , die Brachmanes oder Brame-nes genennet werden , welche drey stuck, als den gotl Fo, des-sen gcsetz und ihre büchcr, darinnen ihre lebens-reguln enthal-ten sind, sehr hoch verehren; im übrigen aber ein sehr strengesleben führen. Welches letztere auch von den Brachmanen oderBraminen in Bengala berichtet wird, baß sie mit blossem Hauptund blossen füssen anf dem brennenden fände gehen, und nurvon kräutern leben. Die Brachmanen in Indostan haben sehralte bücher, die sie vor heilig halten, und von denen sie sagen,daß GOtt selbige ihrem grossen Propheten Brama gegeben.Der sprachen, darinnen diese bücher geschrieben, gebrauchensie sich in ihrer Theologie und Philosophie, um dadurch dengemeinen mann von der erkanntms dieser geheimnisse abzuhal-ten. (Siehe Denares) Sie glauben die metempsycholm ,und essen kein fleisch ; sie geben auch für, paß die Hervorbrin-gung aller dinge darinnen bestünde, daß alles aus dem wesenGOttes hervor gegangen, und alsdenn würde die weit wiederuntergehen, wenn alles in seinen vorigen Ursprung wieder ein-gehen würde, welches alles sie unter dem bilde einer spinnenvorstellen. Die Brachmanen von Siam glauben, daß die er-sten menschen grösser gewesen, als sie heut zu tage sind, unddaß sie viel joo. ,ahr ohne kranckheit gelebet; daß unsere erdeeimnal durch das seuer untergehen, und aus derselben aschewiederum eine andere entstehen werde, darinnen em immerwäh-render frühling zu erwarten. Die Brachmanen von Coroman-del sagen, daß mehr als eine welk sey, und daß eine jede weitin ihrer bestimmten zeit unkergienge, und wiederum erneuertwürde , re. Strabo , üb. XV. Phn. üb. VII. cap. 2. Diodor .Siculut, üb. II. Ciem. Alex. ström. üb. I. Palladiui, de gentib.Indiae. Phi/oßrat. in vita Apollon . Kircher. in China illustr.Gobien , pref. de lhist. de ledict. de lEmp. de Chine. Ta.cba.rd . >voyage de Siam üv. IV. ßemier, mem. du graiid MogoL Bur-net, in append. ad Archseol. Philosoph. Bay/e.

* Brachmann , (Ioh.) war eines schönfärbers söhn vonLiegnitz, gebohren an. 1571. legte sich sonderlich zu Leipzig undWiltenberg auf die Philosophie und Medicin, hierauf richteteer zn Croman in Böhmen eine Lutherische schule anf, welcheaber bald wieder zugeschlossen wurde. Nach diesem bekam erdas Rectorat zu Fraustadt , und ferner zu Iauer, müsse aberwieder in das elend gehen, und wurde lnspector der schulezu Fraustadt , worauf er an. 16; 1. den -8. aug. gestorben.Seine schriften sind: De parvulorum ante Baptilmum extin-ctorum statu Apologia; Dilectionis in gratiae templo adum-bratio; de matutini Temporis utilitate; de Dilectionis im-mortalitate; de trito Terentii verbo , quot capita, tot scn-tentis; de Qusstione an cruentae pluviarum gutte inanes ?Tabula in III. libb. Ciceronis de Oratore &c. Lautcrbacbiivita Herbergeri.

t Dackel, oder Brack!, Brack, ein dorf, schloß und amtrn der Graftchafft Lippe, etwa eine viertel stunde von Lemgo ,zur lincken der Pega, von welchen sich eine linie derer Grafenvon der Lippe genennet, welche Graf Otto gestiftet, und Ln-dovicus Franciscus durch seinen an. 1709. den 21. febr. er-folgten tod geendiget hat. Da denn der regierende Graf zuLippe VI juris primogeniturae posseßion von den erledigtengurhern, und also auch von diesem orte genommen. SieheLippe. Schneiders befchreidung des alten Sachsenlandes,

p. 124.

Bracke!, eine kleine Paderbornische stadt am fluß Nette,fast an den grentzen des Stifts Corbey gelegen.

* Bracke!, oder Brake !, eine kleine stadt im Stift Hil-desheim. Ist sonder zwcifel das siamm-haus der alten adeli-chen familie, deren stamm-reihe Bucellinus geneal. Germ. not.P. 11 . 3. mit Cornelio anfanget, welcher mit Margaretha vonBockop Iohannein zeugete. Iohannis gemahlin Calharina vonLefdael gebahr ihm einen söhn gleiches nahmens anf Kärmen,stem, welcher mit Johanna von Merkten Theodericum gleich-falls auf Kärmenstein zeugete. Dieser hinterließ von Petronel»la Vcyah in Solen eine tochter, nahmens Hedwig, so Johan-ni Melchior! von Bodeck auf Elckau ehelich beygeleget worden.Ausser diesen ist an. 12;?. oder 1261. Johannes von Bracke!als Bischoff zu Hildesheim gestorben, und um diese zeit befandsich auch Hermann in kriegs-dienstcn. Aus dieser familie issauch wohl Theodoricus, von welchem ein besonderer artickulhandelt, gebohren. Chronk. Hiidesb. ap. Leibnit. rer. Brun-

suic. script. tom. I. p. 7 ? 4 > Catal. Episcop. Hildesh. ap. eund.

*0*'Brackel"'(Theodor, von) war von Catholischen elternaus Brabant entsprossen. Er ward an. 1608. zu Enckhuvsengebohren. Nachdem er die sprachen mit ziemlichem flciß er,lernet hatte, begab er sich nach Franccker, und machte sich inwenig jähren zum predig-aint geschickt. Er war zwar sehrforchtsam, und konnte sich kaum entschliessen, öffentlich zu re-den; doch nahm er endlich an. 1633. eine Prediger-stelle zuBeers und Jellum in dem Westergow an. Im jähr 1652.wurde er nach Burch auf der insul Tercl, und das jähr daraufnach Makkvm beruffe». Er hatte eine gute leides-qestalt, undseine frommkeit machte ihn noch ansehnlicher. Er starb an.1S69. und hinterließ zwey bücher in Holländischer spräche, de-ren das einte von dem geistlichen leben, und das andere vonden ssaffeln des geistlichen lebens handelt. Groß allgem.Holl. Lericon.

* Bracke!, (Wilhelm von) einiger söhn des vorhergehen-den, warb zn Lenwarden den 10. jenner an. 163;. gebohren.Nachdein er seine studien zu Leuwarden angefangen hatte, wur-de er nach Franecker und Utrecht geschickt. An. 1662. bekamer einen beruf nach Ermorra in Frießland, in dem Westergow.An. 1663. verheurathete er sich, und zeugete verschiedene kin-der, welche alle vor ihm gestorben, ausgenommen eine einigetochter. An. 1663. wurde er nach Skavern, an. 1670. nachHarlingen , und an. 167;. nach Leuwarden beruffen. Endlichgieng er fünf jähr darauf nach zweymaliger beruffnng nachRotterdam , allwo er auch den 30. oct. an. 1711. verstorben.Man hat in Holländischer sprach einige schriften von ihm.Groß aUgem. Holl. Lexicon.

* Bracke!, (Johann von) Contre-Admiral von Holland und West-Frießland, ist in den kriegen der Holländern widerdie Könige von Franckreich und Groß-Britannic» eine sehr merck-würdige person gewesen. Er war aus einer adelichen familieentsprössen, und hatte von jugend auf grosse neignnq zu demkrieg, also daß er schon in dem 22. jähr seines alters anfdemmeer zu dienen ansieng. Im jähr 1663. commandirte er ei-nen brander von der flotte des Admiral Ruyters, welche derje-nigen entgegen führe, die aus Ost-Indien zurück käme. An.1666. in der schlackst mit den Engelländern, welche vier tage,nemlich den 11. 12. iz. und 14. jun. währete, commandirteer gleichfalls einen brander, Rotterdam genannt. Den vier-ten augstmonat eben dessclbigen jahrs stunde er einem andernbrander vor, und fände sich an demjenigen ort, da es am hef-tigsten zugienge, in der schlacht zwischen dem Admiral Runterund Monck, da sein schiff solcher Massen durchschossen wurde,daß es zu boden sanck. Er sprang mit den seinigen in diechaloupe, und gieng gerades wegs auf einen Englischen bran-der los, welcher unfehlbar das schiff des Admirals von Gentwurde angezunden haben, wo nicht derselbe durch die frechheitdieser Holländischen chaloupe erschrecket, und die Engelländerihr eigen schiff in brand gestecket, und sich in ihren nachen sal-virt hätten. Diese tapfere that wurde sogleich das jähr dar-auf an. 1667. belohnet, indem man ihn) das kriegs-schiff, derfriede genannt, welches 40. stuck geschütz, und 13?. mann auf-halte, und zu der escadre des Admirals von Gent gehörete,übergab. Einige zeit hernach wurde er nebst einigen andernschiffen geschickt, eine gewisse Unternehmung wider die Engli­ sche schiffe, welche sich in der Themse befanden, auszuführen.Er hatte auch hierinn guten fortgang, also daß unter seinemimmerwährenden seuer die Holländer zu land stiegen, und dieEngelländer von dein kort Sheernesse vertrieben, welches ge-plündert , und zu weiterer beschützung unnütz gemacher wurde.Doch hatte Bracke! den folgenden tag einen empfindlichen Ver-druß auszustehen. Cornelius de Witt , welcher hiezu von denStaaten bevollmächtiget war, ließ ihn arrestiren, weil er denvorherigen tag, wider empfangene ordre, einige Matrosen in ei.nem nachen hatte an land gehen lassen. Allein er verbessertediesen kleinen fehler noch denselbigen lag. Da der Admiralvon Gent vier meilc» die Themse hinauf gefahren war, erblick-te er viele grosse Englische schiffe nahe bey Chattam, wie auch 4.brander und 6. andere schiffe vom ersten rang vor ancker unten andem schloß Upnor. Diese schiffe waren mit einer grossen eiser-nen ketten bewahret, welche von einem gestad an das andere ae-spannet war, allwo sich auch auf jeder feite eine batterie be,fände, deren jede mit 8. stücken versehen war. Diese Mache-ten ein immerwährendes feuer. Die Holländer thaten einigeschüsse auf die Englische schiffe. Doch wollten solche nicht ausihrem Vortheil, weil der fluß an diesem ort nicht zuliesse, daßzwey schiffe neben einander fahren könnten. Bracke! versprä-che von freyem dem Admiral, den feind mit seiner leichtenfregatten anzugreiffen, und ettvas gutes auszurichten, wo manihn des arrests entlassen wollte. De Witt nahm dieses an,und ließ ihn fortrücken. Er fuhr also voller hertzhafftigkeit überdie ketten hinweg, ohne einen schuß zu thun, offwolen von bey-den ufern ein erschreckliches feuer über ihn her gieim. Da ernoch einen musqucten-schuß von den Englischen fthjsftn entfer-net war, schösse er mit aller niacht auf den Jonathan, einEnglisches schiff, welches 44. canonen und 130. mann am bordhatte, hierauf gieng er ungesäumt auf dasselbe los, und mach-te sich nur mit Verlust drey oder vier mann davon meister.Die übrige Holländische schiffe folgten ihm nach, und ver-

brann»