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Butas / ein alter Griechischer Poet, der in elegischen ver-sen von den Ursachen der Heydnischen ceremonien, sonderlichder ältesten Römischen geschrieben. Auch Arnodius führet seineCausolia an, woraus viele Gelehrten, die nicht gewußt, daßein Butas in der well gewesen, Plutarchus gemacht haben.
Bayle.
Butcher, (Johanna) oder auch Johanna von Kent ge-nannt. Sie schlug sich nicht nur zu den Wiedertäufern in En-aelland, sondern gieng auch mit einigen derselben so weit, daßsie ungescheuet wider das geheimniß der Dreyfaltigkeit und widerdie Gottheit Christi redete, und dabey diese unverständliche lehrebehauptete, daß ein wiedergebohrner mensch zwar wohl äusser-lich , aber nicht innerlich, sündigen könnte. Des KomgsEduardi VI. Räthe verdammten sie als eine gotteslasterin zu demfeuer: allein jetztgedachter König wollte das urtheil nicht un-terzeichnen. Der Ertz - Bischofs von Canterbury , Cranmer ,kam endlich selbst deswegen zu ihm; doch Eduardus sagte, ersahe diese unglückliche person an alö eine wahnsinnige, die manmit gefängnis oder sonst auf eine solche art, die sie wieder aufden rechten weg bringen könnte, züchtigen muste, und er em-pfinde bey sich ein grausen, dergleichen urtheil zu, unterschrei-ben , wodurch sich dieses elende mensch in die Holle stürtzenwürde. Nichts destoweniger drang der Ertz - Bischoff endlichdurch, nachdem der König vorher zu ihm gesagt, daß er (derErtz-Bischoff) vor dem richter-ftuhl GOttes wegen solcher ere-cutwn alle Verantwortung übernehmen sollte. Dieser Prälatließ hierauf die verurthoilte in seinen pallast bringen, allwo ernebst dem Bischoff, von London , Ridley, allen fleiß anwendete,sie von ihren irrthümmern abzuziehen; es war aber vergeblich.Ja sie trieb nur ihren spott mit ihnen, und eben dergleichen thatsie dem Bischoff von Chichester, welcher noch auf dem richt-platzeine lange und bewegliche rede an sie that. Sie wurde demnachwürcklich verbrannt und zwar in dem jähr 1549. De Larrey,hist. d’Anglet , tom. L p. z6o. 632.
Buteo, ( Johannes de) siehe Boteon.
BUTEONES. Mit diesem beynahmen distinguirte sich eingeschlechte aus der so angesehenen Römischen familte der Fabio-rum. Buteo aber soll ein Habicht heissen von besonderer aat,tung, und weil ein solcher vogel sich auf die galeere eines Fa-bii gesetzet, so man vor eine gute Vorbedeutung gehalten, solldieser zunahine dessen nachkommen geblieben seyn. Von den-selben warNumerius Fabius Buteo A. ü. $07. A. M. 3737.A. C. 247. Römischer Bürgermeister, und A. U. s38. A. M.3768. A. C. 216. nach der Niederlage bey Cannas, Diäator,und zwar ohne Magistro Equitum, welches niemals geschehenwar. Dessen drudcr erlangte ebenfalls die Bürgermeisters-würde. Plin. Ant. Auguß. de famil. Rom. p. 1202. *
Butera , eine kleine stadt auf einem berge in Sicilien mitdem kitul eines Fürstenthums im Val di Noto.
Butes, wird von den Poeten vor einen söhn des Bebrici-schen Königs Amyci ausgegeben, welchen die Argonauten we-gen seiner gegen die fremde ankömmlinge bezeigten grausamkeitumgebracht. Butes flöhe deshalben auf einem kleinen schiff nachSicilien, und ward daselbst von einem unzüchtigen aber sehrschönen und vornehmen weibs - bilde, nahmens Lycaste, nichtnur aufgenommen , sondern auch in ansehung seiner guten ge-stalt dermaffen geliebt, daß sie einen söhn, nahmens Eryx, vonihm gebühr. Weil nun Lycaste wegen ihrer schönheit von vielenVenus genennet ward, so gab solches anlas zu der fabel, daßButes den Eryx mit der göttin Venus gezeugt habe. Er selbstsoll bey dem grabe des Hecloris vor der stadt Troja erschlagenworden seyn. VirgU. iEneid. üb. V. v. 371. Ein andrer Bu-tes war ein söhn des Atheniensischen Königs Erechthei, undward nach seinem tode als ein gott verehrt. Tzet2.es, c hil. £hist. 19. Paufan. in Atticis. Vojs. de idolol. üb. I. c. 13. Unterden Argonauten wird gleichfalls ein Butes von dem Orpheo er-wehnt, und Virgilius Üb. XI.V 690. gedenckt eines grossenTrojaners, welcher Butes geheissen, und von der tapfern Kö-nigin Camilla getödtet worden. Butes, war auch der nähmeeines Priesters. Cal. Rhodigin. üb. XIV. c. 13. Niceph. inSynes. de insomniis. Jngleichen soll bey den Scythen ein fluß,welcher sich in der nachbarsihaffl der Agathyrsen und der Sar-maten befinden, den nahmen Butes geführt haben. Torteiiius.
Buthus , ein berühmter fechter» welcher auf einen tag einengantzen ochsen auffressen konnte. Dahero von ihm diejenigen,so ebener Massen durch ihre fresserey sich bekannt machten, dennahmen Buthus bekamen.
BUTICULARIUS (»on Buta, Buticula, welches ein trinck-geschirr bedeutet) war eine von den 4. vornehmsten stellen andem Hofe der Fränckischen Könige, so viel als Mund-oder Ertz,schenck, welcher bey allen expeditionibus seyn und die briefeunterschreiben muste. Der Französische nähme Bouteiller, soebenfalls das Mnndschencken-amt dieses Hofs bedeutet, hat ohnezweifel hievon seinen Ursprung. Du Frefxe. Fauchet, originedes dignit. de France. *
Butter, ein berühmtes geschlecht in Engelland, welches mitdem Hertzoglichen titul von Ormond beehret worden. Es füh-ret seinen Ursprung her von Hervey Walter, welcher in demXII. feculo unter Henrici II. regierung, einer von den vor-nehmsten Englischen Baronen gewesen, und 5. söhne gehabt,
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nahmens Hubert, Theobald, Walter, Roger und HamomHubert ward Ertz-Bischoff von Canterbury, wie auch Groß-Cantzler und Oder-Richter von Engelland. Theobald aber thatsich in dem weltlichen stände hervor, und zeugte Mit seiner ge,mahlin, Mathildis, einen söhn gleiches nahmens. Diesenmachte der König Richardus l. zum Chief-Butler oder Ober-lchencken von Jrrland, welches anlas gab, daß der beynahmeButler von der gantzen familte angenommen ward. Aus der,selben war entsprossen Jacobus Butler, dessen gemahlin Elisa-beth Humvhredum de Bohun, Grafen vonHereförd und Essex,Lord von Brecknock und Constadle von Engelland zum vatter,Elisabetham aber, eine von den töchtern des Königs Eduardi I.zur mutter hatte. Dieser ward von Eduardo III. zum Grafenvon Ormond in Jrrland gemacht, und ward ein stamm-vatterJacobi, Marggrafen von Ormond und Grafen von Ossory,von dem in einem eigenen artickul mit mehrerm. Er starb den21. jul. an. 1688. nachdem er mit Elisabeth Preston, einertochter Richardi, Lords Dingwell und Grafen von Desmondi» Jrrland, folgende kinder gezeugt: t.) Thomam, von demmeinem eignen artickul. 2.) Richardum, Grafen von Arran,welcher nicht nur die rebellen in Jrrland ben Carickfergus ineiner schlacht erlegte, sondern auch unter dem Hertzoge von Jorcksich sehr tapfer erwies, und dannenhero an. 1673. zum Pair vonEngelland, mit dem titul eines Lords Butler von Weston creirtward. Von seiner ersten gemahlin, Maria, einer tochter Ja-cobi , Hertzogs von Rtchmond, hatte er kein kind; von der an-dern aber, welche eine tochter Johann Ferrers von Tamworth-Castle war, hinterließ er nur eine tochter, Charlotten, welcheCarvlum, Lord Cvrnwallis, heurathete. r.) Johannem.4.) Elisabetham, eine gemahlin Philippi, Grasen von Chester-field. ;.) Mariam, eine gemahlin Wilhelmi, Lords Caven-dish, nachmaligen HertzogS von Devonshire. Mit seiner ge-mahlin , Amalia, einer tochter Ludovici von Nassau, Herrnvon Beverwert, hatte Thomas, der älteste söhn Jacobi, 3. söhneund 6. töchter gezeugt, von welchen folgende völlig erwachsen,r.) Jacobus, von dem unten. 2.) Carotus, welcher den 23.jen. an. 1693. zum Pair von Engelland, mit dem titul einesLords Butler von Weston, gemacht ward, auch dabey in Jrr-land Baron von Clochream, Vice-Graf Tullo und Graf vonArran war, zur gemahlin aber Elisabetham, Thomä LordsCrew von Stene jüngste tochter hatte. 3.) Elisabeth, ver-mählt an Wilhelmum, Grafen von Derby. 4.) Amalia. 5.)
t enrielta, vermählt an Henricum von Nassau, Grafen vonrantham. Der älteste söhn Jacobus ward an. 1688. nach demtode seines groß-vatters, Hcrtzog von Ormond. In eben dem,selben jähre erklärte er sich vor den Printzen Wilhelmum vonOranien, und ward, nach dessen erhebung auf den Englischen thron^ Königlicher Cammer-Herr, Hauptmann von dem anderntrop der Königlichen garde und Ritter des Hosenbandes. Erbegleitete diesen König bey seinen feldzügen in Jrrland und inden Niederlanden , warb auch an. 1693. in der schlacht beyLanden von den Franzosen gefangen, doch bald wieder ausfreyen fuß gestellt. Die Königin Anna gab ihm an. 1702. diestelle eines Generalissimi über die nach Spanien bestimmtetrouppen, da er denn auf dem rückwege an der glücklichen actiottbey Vigos nicht geringen antheil hatte. Nachgehends war eretliche >ahr Königlicher Statthalter in Jrrland, und an. 1712.bekam er das oder-commando über die in den Niederlanden ste-hende Englische armer. Von dem König Georgio I. aber warder aller seiner chargen entsetzet, weil er auf die anklag des Unter-Hauses vom Parlement wegen seiner eben in dem an. 1712. ge-führten commando gehabten conduite ohne sich zu verantwor-ten das Königreich verlassen. Zuerst heurathete er Annam, Lau.rentii Hyde, Grafen vonRochester , älteste tochter, und nach-dem dieselbe in dem kind-bethe ohne leibes-erben gestorben, nahmer zur andern gemahlin Mariam Sommerset, Henrici, Her-tzogs von Beaufort, älteste tochter. Diese qebahr ihm an. 1686.Thomam, Grafen von Ossory, der aber an. 1694. wieder starb,auch hiernächst etliche töchter, von welchen nur Elisabeth undMaria erwachsen. Peerage of Engeüand, P. I. p. 6 ;. P. II.p. 133. Heylyns, help to Engl. history. The compleat bist. ofEngl. vol. III. Mercure biftorique. Rieh. Cox , HiberniaAnglicana.
* Butter, (Jacobus) Marggraf von Ormond, und Grafvon Ossory, verwaltete unter Caroli I. regierung die stelle ei-nes Statthalters in Jrrland, ohngeachtet er an. 1643. widerdie, so sich gegen den König aufgelehnet hatten, bey Roß ei-nen grossen sieg erhalten, so schloß er doch mit denselbenbald hernach auf befehl des Königs einen stillstand, und an.1646. einen frieden, in Hoffnung, durch deren beyhülffe dietrouppen des Englifchen Parlemenks und die Schotten ausdem Reiche zu verjagen. Weil aber der Päpstliche Nuntiusmerckte, daß durch diesen frieden, der sonst vor die Catholi-schen einwohner sehr vortheilhafft war, sein ansehen gar ge-ring werden wurde, indem trafst desselben Ormond als Statt-halter wieder in dem Reiche verbleiben sollte, so bewegte erdas volck dahin, daß es denselben nicht allein verliesse) son-dern ihn auch dergestalt in die enge trieb, daß er nach Du blin entweichen muste, und weil er mit nichts, was zu sei-ner oder der stadt beschützung gehörte, versehen war, dieselbenebst Drogheda lieber an des Parlements völcker, als an dierebellen übergab, auch darauf nach Engelland übergieng, woihm oft erlaubt ward, den gefangenen König zu besuchen.
Endlich