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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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* Busque, (Herrenvon) ein berühmtes geschlecht in Sa-voyen, welches von Antonio, einem natürlichen söhne Jacobi,Fürsten von Achaja und Morea, Grafen von Piemont , ab-gestammet. Derselbe nahm den zunahmen von Morea an,bekam Busque zu seiner appanage, und lebte um das jähr1390. Von seinen söhnen huldigte Martinus von Morea we-gen Busque an. 146;. dem Hertzog von Savoyen, Amadeo IX. und hinterließ unter andern 2. söhne: i.) Der jüngste,Antonius von Morea, Herr von Busque, hatte eine einzigetochter Magdalenam, Andreä von Jmola zu Pignerol gemah-tin, deren nachkominen noch jetzo den beynahmen von Moreaführen. 2.) Der älteste, Godofredus von Morea, Herr vonBusque, so um das jähr 1480. am leben gewesen, zeugteMartinum, welcher3. söhne nach sich ließ. Die beyden älte-sten, Ludovicus und Wilhelmus, stürben ohnbeerbet; derjüngste Laurentius aber, so noch an. 1540. lebte, war einvatter Godofredi, welcher an. 1580. Capitain bey der Sa-voyischen garde war. Desselben söhn, Wilhelmus von Morea,Herr von Busque, starb an. 1610. ohne kinder, und endigtesein geschlecht. Guichenon, Kilt. de Savoye.

* Bussäus, (Andreas) Bürgermeister zu Helsingör , warin Norwegen den ;i. mertz an. 1679. gebohren. Er ward frühezu den studien angehalten. An. 1694. ward er in die schulezu Bergen gesendet. An. 1696. gieng er nach Coppenhagen,und ward ihm bald die erste Laurea in bet Philosophie beyge-leget. Das Studium Theologicum war anfangs sein Haupt-zweck. Er ließ sich zu dem ende mehrmals auf der cantzel hö-ren , ließ sich auch von den Theologen examiniren. Nachheroaber änderte er seinen sinn, und legte sich am meisten auf phi-lologische und historische wissenschafften. Hierauf ergäbe er sichdem Studio Juris Natur® & Gentium auch Publico German.Insonderheit aber beflisse er sich, die Rechte seines vatterlandszu erlernen. An. 1710. wurde er als Advocat bey dein höch-sten Gericht angenommen. An. 1718. ward er zum Bürger-meister von Helsingör ernannt. Seine übrige zeit wandte erauf lesung juristischer und historischer bücher, von welchen,sonderlich denen, die zu den Nordischen alterthümmern undHistorie gehören, er sich eine auserlesene bibliotheck gesam-melt hatte. Er starb den 4. jan. an. 1735. Seine gedruckteschriftcn sind : Introductio in Dialectologiam N. T. ; de PoeliEpica Differtatio; Not® & Indices ad Olai Borrichii Con-spectum Scriptorum ling. Lat. Grammatic® Lat. Pratcepta;Amuffis Quantitatum; Arngrimi Jon® Groenlandia , in ling.Danicam translata; Arii Froda, Polyhistoris , Sched® live Li-bellus de Islandia e veteri Islandica in Lat. ling. translat.& notis illustrat. beneben Vielen curieusen manuscripten.Einige briefe des Grafen von Plelo an Bussänm findet manin der Dänischen bibliotheck th. II. wo auch dessen lebenenthalten.

Bussenberg, Mons Bulsws, ein berg in Schwaben , zwi-schen den klöstern Offenbach und Zweyfalten gelegen. Es habendie alten Hertzoge in Schwaben allda ein residentz-schloß gehabt,dessen Überbleibsel an der östlichen ecke des bergs noch beobach-tet werden. An der westlichen ecke des bergs stehet eine schönekirche, dahin eine wallfahrt gehet, wovon die kirche reich wird.

Bruscb. de monast. Germ. p. 299.

Busseret, oder Buisseret, (Franciscus) Ertz-BischoffvonCambray, war von Mons im Hennegau . Er studirte zu Ryssel,und als er ein Canonicat in der kirche zu Cambray erhalten, thater eine reise nach Rom , und bey seiner zurückknnft wurde erDoctor der Rechten zu Bonvnien. In seiner kirche aber wurdeer hierauf Official, hernach Archidiaconus, endlich Dechantund Groß-Vicarius. An. 1602. erhielt er das Bischoffthum zuNamur , welchem er bis an. 1614. vorstund, da er zum Ertz-Bi-schoff zu Cambray erhoben wurde; an. 1613. aber den 2. mayzu Valeneiennes im 66. jähre seines alters starb. An. 1603. hater Ordinationes Synodales zu Namur heraus gegeben, aucheine Historie von einer besessenen Nonne zu Mons geschrieben.

Andr. bibl. Gazct. histoir. eccles. du Pai's - Bas. Carpmtier,bistoir. de Cambr. &c.

Bußi, (Ludovicus Herr von) siehe Amboise .

Bußieres, (Johannes de) Cardinal, Abt von Cisteaux undClairvaux , war aus Burgund . Er begab sich in seiner jugend inden Eistercienser-orden, und da er nach Paris gekommen, wurdeer Doctor Theologi®. Er that sich durch seine frömmigkeit lindgelehrsamkeil dermassen hervor, daß er zum General des gantzenvrdens als Abt von Cisteaux und Clairvaur erwehlet, und vonGregorio XI. an. 137?. den 20. dec. zum Cardinal gemacht wur-de, wiewol er bald hernach den 4. stpt. an. 1376. zu Avignon starb. Es ist noch jetzo eine ansehnliche familie von Bußieres inNieder-Burgund und Beaujolois, daraus Johannes de Bußie-res ein Jefutt entsprossen, welcher sich durch seine schristen be-rühmt gemacht, als da sind: Eine Historie von Franckreich inLateinischer spräche; Flosculi Histonarum, t welche er unter demtitul Parterre Historique ins Französische übersetzt; ein vortreff-lich getichte von dem Scanderbeg, und verschiedene andere wer-cke in gebundener und ungebundener rede. Ughei. Ital. secra.Sammartb. Galt. Aubery , Card. Frizon. Gall. Ciacconius.Onuphr. D« Cbene. Henriquez &c.

* Bußnang , oder Bußznang, Bußzlingen, ein fleckenund ehemaliges schloß im Thurgöw zur lincken der Tur , Wyn-

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selben gegen über. Das schloß wurde an. 1403. von denAppenzellern zerstöret. Vor diesem hatte sie ihre eigene Frey-herren. Berchthold, Freyherr von Bußnang , der 33. Bischoffzu Costnitz, welcher an. 1179. stürbe, wird zu diesem ge-schlecht gezehlet, wiewol andre ihn einen von Küßnach , undwiederum andre vor einen Hertzog in Zähringen halten. Inden Epbemeridibus Monast. S. Gall. ap. Gotdaß. rer. Alem.scriptor. tom. I. v. 94. & 97. stehet den 4. Id. Maji der tvdAdelheid von Bußnang und 13. Cai. Jan. des Conradi, welcheran. 1266. Abt zu St. Gallen gewesen. Stumpf. Schweitz.chron. V. 23. p. 373. Elisabeth war Aebtißin zu Seckingen, undwurde an. 1307. von Kayser Alberto zu einer Reichs-Fürstinerkläret. Anna, welche eine Gräfin von Bußnang genennetwird, stürbe an. 1404. als Aebtißin zu Fraucnmünster. Cru-ßus, annal. Suev. P. II. üb. II. c. 7. Conradus wurde an.1439. zum Bischoff zu Straßburg erwehlet, weil aber andreJohannem von Ochsenstein haben wollten, so trat er sein rechtRoberto, Printzen von Bayern ab, und stürbe den 22. martiian. 1471. IVimpbeling. catal. Episc. Argent. p. 106. seq.Buceiinui, Germ. sacr. welcher auch stemmatogr. P. IV. einenAlbertum anführender Veronicam von Bodmann zur ehe gehabt.

Busson, (Franciscus) ein Piemonteser, und der beste un-ter denen vier seiner zeit berühmten Generalen, welche nebst ihmwaren Braccio, Sforza und Piccinino. Sein vatter war einbauet und vieh-hirt um die gegend Carmagnoka, dem er durchdie soldaten entzogen, und zum kriegs-wesen angeführet ward.Es thäte sich da an ihm nebst einer schönen und ansehnlichen lei-bes-gestalt auch alsobald Herfür ein fertiger und kluger verstand,eine unvergleichliche tapferkeit, eine grosse gedult alles ungemachzu tragen, wie auch eine verwunderliche geschwindigkeil in voll,ziehung dessen, so ihm anbefohlen ward; deshalben er auch staf-fel-weise gar bald bis zu der ehren-stelle eines Generals gelangte,ja das glück führte ihn so hoch, und brachte ihn bey dem Viscontiin solche gewogenheit, daß er eine seiner baasen zur gemahlin er-hielte. Allein es stunde nicht lange an, so hatte auch Bussonsglückseligkeit den neidhart zum geleitS-mann; Massen er von ei-nigen bey Hertzog Philippo Maria dergestalt verkleinert ward,daß er bey selbigem in ungnade fiel, und dieser ihm hier und daetwas zu entziehen anhube, bis er ihn endlich gar zwang de»Mayländischen Staat völlig zu verlassen. Er begäbe sich von barnach Hause, aüwo er seinen alten vatter annoch imlleben fände,und denselben mit seinen erworbenen Mitteln bereicherte. Vonbannen gieng er nach Venedig , und ward daselbst zum Capitain-General angenommen, in welcher qualität er auch die herrschafftdieses Dtaates treflich erweitert hat. Endlich aber gab ihm dasglück auch allhier seine bittcrkeit zu kosten, indem der Rath einenargwohn auf ihn warf,als wann er mit dem ftind jn heimlichemVerständnis lebte, und der Venetianischen armee unter Cremona nicht habe wollen zu hülffe kommen, als wodurch dieser impor-tanle ort, welchen die Republick so sehnlich verlangt, ihro auSden Händen gegangen; derohalben als er nach verlauf 8. monatnach Venedig gekommen, ward er auf der Riesen-stege despallasts gesanglich angehalten, folgends grausam gefoltert- undnachdem er feine begangene untreu bekannt, durch des henckerSHand auf dem St. Marx - platz öffentlich hingerichtet. Manhat an seinem leibe 200. wunden gezehlet, die er im kriege em-pfangen , und dennoch hatte sein schicksal ihn zu diesem schmäh-lichen tod aufgesparet. Heut. zustand Sav. und piein.pag- 133. *

Bussus , siehe Clerc, (Joh. le)

Bustamantius, ( Johannes) de la Camara, war in sei-nem vatterlanke zu Alcala oberster Prokellbr Philosophi® undMedicin®, und hat 6. dl'lcher de Animantibus Scriptur®sacr®geschrieben. Nie. Anton. bibl. Hiip. Bayle,

BUSTUM, war bey den Römern derjenige ort, da man dietodten zu verbrennen, und hernach die asche zu begraben pflegte,dergleichen sich Augustus mitten auf dem Campe Martin gebauet,in welchem er und seine nachkommen verbrannt worden. Wennjemand sich um eine stadt übel verdient hatte, so warf man bestsei, grab, wenn man vorbey gieng, mit steinen. Kirchmannus,de fun. Rom . Gutberius , de jure man.

Bußwetler, Buschweiler, eine kleine stadt und Herrschafftnebst einem schlösse, zwischen Lichtenberg und Zabcrn im Nie-der-Elsaß, gelegen, und den Grafen von Hanau gehörig. An.1638. plünderten die Croaten diesen ort rein aus, ungeachtet derGraf zu Hanau , Philipp Wolfgang , den Pragischen friedenangenommen hatte. Zeil.

Butacides, oder Philippus, ein söhn des Butacides vonCroton in Italien , wurde zu seiner zeit für den schönsten men-schen gehalten, und war in den leibS-übuirgen so geschickt, daßer etliche mal in den Olympischen spielen den preis davon trug.Er heurathete die tochter des Svdaritifchen Königs Telvs. AISer aber von Croton, unwissend aus welcher ursach,ins elend wan-dern muste, und gen Cyrene in Africa zöge, verlvhr er diesesweid. Hernach schlug er sich zu Dorieo dem söhn Anarandridädes Lacedämonischen Königs, welcher eine pflantz-stadt in Sici-lien anzulegen suchte, kam aber darin» samt Dörieo durch dieWaffen der Egestaner ums leben. Wegen seiner schönheit lies-sen ihm auch selbst seine feinde ein grabmahl aufrichten, undbrachten ihm nach seinem tobe opfer. Herodot . Hb. V. c . 47.& üb. VII. c. i;6. *

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