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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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hamiis, Vice-Grafen Chaworth in Irrland, und hinterließ zumNachfolger in der würde eines Lords Byron seinen soh», wel-cher gleichfalls Wilhelm hieß. Dieser heurathete anfangs Ma-riam, eine tochtcr Iohanms, Grafen von Bridgwaker, undnachdem dieselbe an den kinder-pocken wenig Wochen hernachmit tode abgegangen, Franciscam Wilbelminam, die dritte toch-ter Wilhelm Bentincks, Grafen von Portland , welche ihm an.1707. eine» söhn, Georgium , gebohren. Die dritte gemahlinwar Francisca , eine tochter Wilhelmi, Lords Bcrckley vonStratlon. Sie ist an. 1726. noch am lebe» gewesen, undhat ihm einen söhn und eine tochter gebohren. Peerage osEngland, vol. II. p. 84. The Brit. comp. tom. I. p. 429.

Bsrsa, wurde die citadelle der stadt Carthago genennet,da zu öderst ein tempel stunde , welcher dem Äescülapio ge-wiedmet war, und den die gemahlin des Asdrudals nach er-oberunq dieser stadt verbrennen lassen. Die in der Phönici-schen spräche erfahren sind, wollen behaupten, daß dieses schloßnach der Carthaginensischen mund-art nicht Byrsa, sondernBotzra oder Bosra heiffen solle, und dir Griechen durch Ver-setzung der buchstaben, wie sie mit mehrern aus fremden spra-chen entlehnten Wörtern gethan, Byrsa daraus gemachet hät-ten ; woraus denn , weil im Griechischen eine ledernehaut bedeutet, die fabel von dem platz , so mit einer ochsen-haut könnte bedecket lverden , und welchen Dido anfänglich ge-kauft , nicht ohne Wahrscheinlichkeit hergeleitet wird. Wenigstist nicht zu läugnen, daß Bozra oder Bosra in der Phönici-schen spräche, welche Dido und ihre leuthe geredt, ein schloßoder eine vcstung bedeute, und also diesem ort mit bestemfug von ihnen habe mögen gegeben werden. Sirabo, lib. XVII.Marmol. lib. VI. c. i;. *

Bysas, ein berühmter bildhauer, gebürtig aus der infulNaxos in dem Aegeischen meere, lebte vor der LV. Olympia-de. Er erfand die art stücke von marmorsteinen in form derholen riegeln zu schneiden, die tempel und prächtigen gebäudedamit zu bedecken, wie denn Pausanias so gar zwey Griechi-sche verse anziehet, die zu Naxos unter einigen von Byza ver-fertigten bild-säulen stehen sollten , darinnen solches deutlichvermeldet wird. Pausan. Eliac. I. *

BYSSUS. eine art von subtiler und zarter leinwand, wel-che, weil sie sehr kostbar, nur vornehme leuthe trugen. Sie istvon serico oder seiden wohl zu unterscheiden , indem diesevon den würmern gesponnen wird, jene aber, wie etwan derHanf oder flachs aus der erde gelvachsen. Philostratus meldet,wie Apollonius von Tyana auf seiner reise in Indien entdeckthätte, daß aller Byffus, der in Egvpten gebraucht werde, ei-gentlich aus Indien komme; wodurch man bald auf die ge-dancken fallen möchte, Byffus wäre eine art der allerfeinestenbaumwollenen, damals ausser Indien noch wenig bekannten ,und deswegen um so kostbarer geachteten zeugen gewesen. In-dessen ist die gemeine muthmassung, daß nun die art diesezeuge zu verfertigen, verlohren gegangen. Pbiioßr. üb. VIII.c. ;. Pancirollut, de reb. deperd. Ferrartus, de re vest. P.II. lib. lib. IV. c. 12. *

Bsftrzice, lat. Bistridum , der nähme unterschiedener ortein Böhmen , darunter zwey städtc sind, deren eine in demCaurzimer-kreis, fünf meilen von Prag , die andere Neu-Bsftrzice genannt, und denen von Slawata gehörig, an demfluß Lnznice in dem Bechiner - kreis lieget. In dem Chrudi-mer - kreis an den Mährischen grentzen ist gleichfalls einBystrziz oder Bistra, allwo ein gutes eiscn-bergwerck anzutref-

fen. Zolles, topogr. Bohem. p. 12. Balbin. miscel. dec. I.lib. III. c. 7. §. ;. p. 74. vogtens jetzt!. Böhmen , p. 77.BfZantium, siehe Lonstantinopel. .

BYZANTICJS, waren in den mittlern zeiten gewisse mun-tzen, welche von der stadt Byzantium oder Constantinvpel ih-ren nahmen hatten, und auch in Occident , vornemlich beyden Francken und Teutschen im gebrauch waren, allwo ihnenvermuthlich dieser nähme ist gegeben worden, um den ort, dasie geprägt, anzudeuten. Man weiß ihren werth nicht, indemsie beydes von silber und von gold , und dabey noch von unter-schiedener grosse gewesen. Du Frejke. Hacbenbergim , Germ.med. differt. X. §. 7. *

Bzovius , (Abrahamus) war in Polen aus dem geschlechteSczepanowski, daraus auch der H. Stanislaus Bischoff zuCracau hergestammt, entsprossen, wurde aber gar frühzeitig sei-ner eitern beraubet, und also von seiner mütterlichen groß-mutler in der stadt Prvsowitz auftrzogen und zu den studiengehalten. Hierauf nahm ihn eine seiner muhmen zu sich nachSezemin, woselbst er sich der unkerrichtung einiger Franzosen,die der Reformtrten religion zugethan waren, bediente. Er zognachmals nach Cracau, continuirte daselbst seine studien, begabsich in den Dominicaner-orden , und da er nach Italien ge.schickt wurde, lehrte er die Philosophie zuMaylanp, und dieTheologie zu Bononien. Als er von bannen wiederum zurückkam, predigte er mit grossem zulauf zu Posen und Cracau,lehrte auch die Philosophie und Theologie: desgleichen wurdeer Rector eines Collegii in seinem orden, und ließ sich äusserstangelegen seyn, durch allerhand stiftungen und auf andere artund weise den nutzen der kirche, insonderheit aber seines ordens,zu befördern. Solches that er auch durch viele schriften,worunter sonderlich die fortsetzung der Annaüum Baronii be-rühmt ist, die er in XII. romis verfertiget, wiewol nur 9. da-von gedruckt sind. Es hat ihm aber eben dieses werck einigenngelegenheit verursachet. Denn weil er den Kayser Ludovi-cum Bavarum hart darinnen angegriffen, so gar daß er auchdenselben aus der zahl der Kayser heraus stvssen wollte, nahmder Churfürst von Bayern sich dieser fache an , und ließ ihnnicht allein durch Georgium Herwartum von Hohenburg mitgröster Heftigkeit widerlegen, sondern stellte auch zu Röm ei-nen proceß wider ihn an, darinnen Bzovius verdammet wur-de, öffentlich seine meymmg zu widerruffen ; wie dieser wider-ruf würcklich zu Jngolstadt an. 1628. gedruckt ist. Nicht we-niger hat er die Franciscaner beleidiget , indem er bey allergelegenheit die partey der Dominicaner gehalten , und inson-derheit Iohannem Scotum sehr herunter gemacht, weswegeneiner, nahmens Dermicius Thaddäus, an. 1627. des Scottapologie heraus gab, dawider aber Bzovius von einem andernvertheidigt wurde. Es waren auch die Jesuiten auf seine An-nales nicht wohl zu sprechen. Im gegentheil, als er sich wie.der nach Rom begab, wurde er von dem Papste wegen seinermeriten gegen den Päpstlichen stuhl sehr wohl empfangen, undselbst in das Vatican logirt. Doch als sein diener von einemMeuchelmörder daselbst ermordet, und ihm alle sein gelb gestoh-len wurde, begab er sich zu seiner sicherheit in das kloster dellaMinerva, woselbst er auch wenig jähre darauf an. 16,7. ge-storben. Er hat über die bereits gedachte Annales noch vieleandere schriften verfertiget ; als das leben der Päpste in III.volum. und insonderheit das leben Sylvestri II. und Pauli V.

Erytbraus , pinac. I. Staravolscius, elog. Poion. cap. 1000.Leo AOat. in apib. Jacobi bibl. Pontific. Mir aus, de script.ssec. XVII. Hendreicb. Bayle. *

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Aistor. Lexicou II. Theil.