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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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brr, war Gouverneur von Oleron , und zeugte mit Gildertaäu Puy-clu-Fou Hieronymuin du Cambout, Herrn von Be-cay, Königl. Lieutenant in dem Gouvernement von Brest,welcher sich an. 1619. mit Maria, Frau von Karheil, Ville-«euve und Cacsden, verehlichte. Dieselbe gebahr ihm unterandern Renatum du Cambout, Grafen von Karheil, Gou-verneur der insul Rhuis , welcher von Johanna Raoul undLouise Francisca de Lauriere unterschiedliche kinder nachgelas-ftn, davon aber nur der einzige Jacobus, Marquis duCambout, Graf von Karheil und Herr von Villeneuve, seinenstammen fortgepflantzet hat. Derselbe war gleichfalls Gou-verneur der insul Rhuis, und blieb an. 1701. den 9. tul. inder Wacht bey Carvi als Brigadier der Königl. armem, nach-dem er mit Renata Maria le Marchand folgende 2. söhne ge-zeuget hatte: i.) Der jüngste, Anna Franciscus wilhel-mus du Cambout, Oobtor ssheologiL von der Facultat zu Pa­ ris , ward an. 1719. Bischoff zu Tarbes , und gesegnete an.1728. das zeitliche. 2.) Der älteste, Petrus Ludovicus,Marquis du Cambout, Gouverneur der insul Rhuis, vereh-lichte sich an. 1704. mit Magdalena Beatrix le Brun de Troa-dio, welche ihm nebst einigen töchtern, petrum Armandumdu Cambout , Grasen von Karheik, gebohren. Anfilme , bist.geneal. tom. IV. p. 801. 81°· tom. IX. p. 171. 2;;. 251. & 451.

Cambout Loislin, (Petrus Armand von), ein Cardinal,aus der jetztgcdachten familie. In seinen lungen jähren studir-te er mit grossem fleiß in der Sorbonne, ward auch darinnenDoctor, und erlangte eine grosse wissenschafft in der Theologie,in der kirchen-historie, in den canonischen Rechten und in derMorale. Hierbey führte er von jugend auf ein sehr exemplari-sches leben, welches alles zuwege brachte, daß ihm der Königunterschiedene wichtige Ableben, unter andern aber die vonSt. Victor zu Paris , hicrnächst die stelle eines ersten Almose-niers, und an. i66z. das Bißthum von Orleans gab. An.1689. ward er Commandeur von den Königlichen orden, undals Franciscus Harlay, Ertz-Bischoff von Paris , welchen derKönig zu der Cardinals-würde nominirt hatte, mit kode abge-gangen war, bekam er vor seine person solche nomination, wel-cher zu folge er den 22. jul. an. 1697. von Jnnc-centio XII. würck-lich unter die Cardinäle aufgenommen ward. Den 12. sept. an.1700. ertheilte ihm der König die dem Cardinal von Bouillongenommene würde eines Groß - Almoseniers von Franckreich.Endlich starb er zu Versailles an. 1706. des nachts zwischendem 4. und 4. febr. in dem 67. jähre seines alters, und zwarmit dem rühm eines von den würdigsten und unsträflichsten Prä-laten , welcher alle pflichten eines rechtschaffenen Bischoffs, zu-gleich aber alles, waS ohne Nachtheil des Christenthums , voneinem politen und magmfiquen Hofmann kan erfordert werden,in acht genommen. The prefixt ftate of the court of Romepag. 26z. Mercure bißorique Fevrier 1706.

* Cambra, mit dem zunahmen die schöne, war die tochterVelin, des Königs der alten Brillen , welche ehedessen dasheutige Engelland bewohnten. Diese Printzeßin befasse so vielgeist und klugheit, daß sowol der König als seine Rath gleichals von einem Oracul rath bey derselben einholten, und ihmnachkarnen. Von dieser Cainbra bekamen die Sicambrier (einvolck) den nahmen, über welche sie bey 40. jähren geherrschet,und ihnen gesetze gegeben hat. Sie erfand eine neue art diecitadellen zu bevestigen, und starb mit grossem rühm im jährder Welt 3590, Pitseus , de illustr. Angl.

Cambray oder Lammerich, lat. Cameracum , die Haupt-stadt der landjchafft Cambresis in den Französischen Niederlan-den , 4. Französische Meilen von Douay, und 7. von Valencien-nes, auch so viel von St. Quintin an der Scheide gelegen.Sie ist groß, schön, wohl gebauet und wohl bevestiget, über dißauch mit 2. citadellen und einem Ertz-Bißthum versehen. Ei-nige berichten, daß sie Camber, der Sicambrier König zuerstgebauet; und Ado meldet, daß sie von Clodione, Könige vonFranckreich, an. 44z. erobert worden. Nachgehends fiel sie an.84;. Carolo Calvo in der theilung zu. Folgends ward zwischenden Kaysern , Königen von Franckreich und den Grafen vonFlandern krieg deswegen geführet. Balduinus I. Graf vonFlandern nahm sie ei», und gab sie seinem söhne Rudolpho.Die Kayscr declarirten sie zu einer sreystadt ; die Franzofenaber wollten sich niemals ihrer prätension darauf begeben. An.1542. willigte Franciscus I. darein, daß sie sollte neutral bleiben.Allein Carolus V. eroberte sie das jähr darauf, vermittelst desVerständnisses, so er mit dem Bischoff hatte, legte besatzungdarein, und hielt die einwohner durch eine auf ihre eigene Un-kosten erbauete citadelle im zäume. Als aber an. 1582. der Her-tzog von Alengon, Königs Henrici III. bruder, Graf von Flan­ dern wurde, ward er auch Herr von Camdray, allwo er in demvorhergehenden jähre Johannen» von Monluc, Herrn von Ba-lagny, zum Gouverneur gemacht hatte. Dieser schlug sich nachdem tod des Hertzogs von Alengvn zu der Ligue, machte aberhernach mit Henrico IV. friede, und bekam an. 1594. den ti-tul als Priny von Cambray, und den Marschall-stab von Franck-reich. Doch die Spanier nahmen ihm bald diese stadt ab, undzwungen ihn, ihnen auch die citadelle den 9. oct. an. i$9s. ein-zuräumen. Die einwohner huldigten Philipps II. von Spa­ nien , allein der Ertz-Bischoff beklagte sich hierüber, und erwiese,daß er Herr von Cambray sey, welches er auch in so weit er.hielte, daß ihm ein gewisses eigenthmn in der stadt und dem lan-

de Cambresis gelassen wurde, die Spanier aber damit ver-gnügt waren, daß sie die protection darüber und die citadellenbehielten. Darauf bevestigten sie diese stadt wohl, und besetztensie so starck, daß man sie im XVII. feculo vor unüberwindlichhielte. Nichts desto weniger, als der König von Franckreich an.1677. Valenciennes eingenommen , und darauf Cambray be-lagerte , wurde er in kurtzer zeit davon Meister, und bald dar-auf bezwäng er auch die citadell. Diese grössere citadelle liegtauf einer höhe und commandtret die gantze stadt. Der grabenist rn einem seifen cingehauen, woraus auch die mauren aufge-führet worden. Die wälle der stadt sind gleichfalls mit tiefengraben umgeben, sonderlich gegen morgen zu, und haben gu-te pasteyen. Sie reichet bis an den fluß Scheide, und hat nochein ander fort, damit sie sich auf diefcr feite defendiren kan,welches aber sehr niedrig liegt, und dahero bald unter Wasserkan gesetzt werden. Die straffen sind sehr weit und zierlich.Es sind auch treftiche manufacturen allhier, sonderlich in lei-nen zeugen , und ward vormals starcke Handlung daselbst getrie-ben. Das Dom-Capitul ist eines der vornehmsten in den Nie­ derlanden , und bestehet aus 28. Canonicis und 9z. Ecclesia-fticis , welche in unser lieben Frauen kirche ihres amts pflegen.Diogenes , ein Grieche, soll der erste Bischoff zu Cambray ge-Wesen, und von dem Papst Siricio ums jähr 408. in Franck-reich gesandt worden seyn. Nachgehends wurde dieses Bißthummit dem zu Arras bis aufs jähr 109;. vereiniget. An. 15*9.aber eximrrte es Paulus II. von dem Ertz-Stifte zu Rheims,machte es selbst auf anhalten des Königs in Spanien , Philip-pi II. zu einem Ertz-Bißthum, und untergab demfelben dieBiß-thümmer Arras , Tournay , St. Omcr und Namur . DieErtz-Bischöffe führen den tirul: Hertzvge von Cambray, Gra-fen von Cambresis und Fürsten des H. Röm. Reichs. Essind auch unter den Bischöffen von Cambray viel berühmte Män-ner gewesen, als ö. Odo oder Odoardus, Nicolaus de Chic,vrcs, Petrus de Corbeit , Robertus von Geneve, der unterdem nahmen Clementis VII. wider Urbanum VI. zum Papsterwehlct worden ; Petrus de Alliaco Cardinal, Robert deCrvy oder Croici, gleichfalls Cardinal, Maximilian von Ber-ghes, der erste Ertz - Bischoff, und andere mehr. Insonder-heit hat sich Franciscus Salignac de Fenelon zu ende desXVII. feculi berühmt gemacht. An. 156;. und 67. hieltMaximilian von Berghes einen 8ynodum allhier, Und an.i;86. sein Nachfolger Ludovicus de Berlaimont ein Concilium,auf welchem Johann Franciscus Bonhemio , Bischoff undGraf von Verceil und Legatus ä Latere , nebst ihm präsidir-te. Man setzt auch in das jähr 1398. einen Synoduni, denPetrus de Alliaco allhier gehalten , wie auch einen ins jähr1550, den Robert de Croici angestellet, einen an. 1300. in wel-chem man Lonlliruriones synodales pnbliciret, und einige an-dere. .Allhier ward auch an. 1529. zwischen Kayser Carolo V.und König Francisco l. friede geschlossen, und an. 1724. wardtn dieser stadt wiederum ein friedens-congreß gehalten, welcheraber in dein folgenden jähr wiederum aufgehoben ward. Guic-

ciardin. descr. Belgii. Scbrieckius , orig. Belg. Gazey, hiit. eccl.Belg. Am. Reff. Duuc. Belg. Sammareb. Gall. Carpentier, hiit.dc Cambr. Mnteus. Valerius Andreas . Zeilerus , topogr. circ.Burgund. &c. *

Cambresis , eine landfchafft zwischen der Picardie, Artoisund Hcnnegau, fast 10. Französische weilen lang von den dör-fern Or lind Chatillon bis an die stadt Arlcux zri rechnen. Die-ses ländgen ist sehr fruchtbar, und darinnen ein schloß, Cha-teau en Cambresis genannt, allwo an. 1559. zwischen Spa­ nien und Franckreich friede geschlossen ward; welcher aber demletztem Reiche gar nachtheilig war, indem selbiges darinnenunter anderm gantz Piemont und Savoyen , so es lange zeitinne gehabt , und überhaupt 198. considerable platze vor St.Quintin, Ham und Chatelet abtrat. Carpentier, hiit. deCambray. *

Cambria, ein theil des Hertzogthums Walles in Engel-land , in dein westlichen theile gegen Jrrland zu. Bisweilenwird auch das gantze land Walles also genennet. Es ist allhierum das jähr 46 z. wie Matihaus Weitmonaiterienlis berichtet,ein Concilium gehalten worden.

Cambridge , lat. Cantabrigia , und vor alters Camboritumoder Camboricum , und von Gervasio Tilberienü Vandelbiricigenannt, ist die Haupt-stadt der Grafschafft dieses nahmens inEngelland an dem fluß Cam, nebst einer berühmten Univer-sität , welche sowol als die stadt ihre Dcputirte in das Parle-ment schicken darf. Die Collegia sind zu ende der stadt ge-bauet, welches verurfachet, daß desto-bessere und lustigere spa-tzier-gänge um selbige herum anzutreffen sind. Sie hat 14.kirchfviele in sich, 12. Collegia und 4. hallen. Es ist wahr-scheinlich , daß Cambridge eine Römische cvlonie gewesen, undseine schulen gehabt, darinnen die Römische und Britannischejugend unterrichtet worden. Doch soll sie an. z;o. zu grün-de gegangen, und an. 690. wieder aufgebauet seyn. Ais an.1010. die Dänen alles mit feuer allhier verheerten, ist sie auchin solchen» schlechten zustande liegen blt'-.n, bis um die zeitHenrici I. da die guten kunste daselbst ivieder empor zu kom-men angefangen, und bey regierung Eduardi I. ist allda eineUniversität angeleget worden , auf welcher an. 161;. bey die2200. studcnten und stipcndiaten sollen gewesen seyn. Es ist auchin dem Königlichen Colkgio , so Henricus IV. an. 1441. ge-stiftet ,

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