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stiftet, eine sehr schöne capelle. Trinity Colledge ist ebenfallsein vortsefliches gebäude , worinnen zugleich eine sehr gute
bibliotheck. Rutaerus Hermannides & Camdenus , m ßritan-
nia magna. Benthem, in Engclland. kirchen - und schulen-
^Cambridgeshire , eine Graffchafft in Engelland, flösset ge-gen morgen an Norfolk und Suffolk , und gegen abend anDedforv und Huntington , gegen Mitternacht an Lincoln undNorfolk, gegen inittag an Essex und Hertford . Die luft istwegen der sumpfe, moräste und Pfützen ungesund, das selbaber allenthalben sehr fruchtbar. Der erste Graf war Wil-helm , des Cestrifchen Grafen Panulphi bruder. Hernach hatdie Schottische familie von Huntington diefe Graffchafft über-kommen. Nachgehends sind einige ausländische Herren damitbelehnet worden; als aber auch dieselbe abgestorben, hat sieder König zu sich genommen. Camdenw.
Cambrilla , oder Cambrileo von den Franzosen Cambnelgenannt, eine kleine mit hohen maurcn umgebene stadt in Ca-talonien, an dem ufer des meers, zwischen Tarragona undden qrentzen des Königreichs Valencia gelegen. In dieser ge-genb nahm an. 170«. der Englische Admiral Leake den Fran-zosen über 100. transport-schisse hinweg. Colmmm , delic. del’Esp. p. ?9?·
* Cambry , (Johanna von) unter dem nahmen Jeanne Ma-rie de la Präsentation bekannt, gebohren von Tournay , warMichaels von Cambry tochter. Sie war eine Nonne ausdem orden des H. Augusttni, und nach der Hand Reclusc zuLilie, wo sie den 19. iulii an. 16,9. starb. Sie hat verschie-denes geschrieben, unter andcrm : La Ruine de l’Amour propre,und le Bätiment dc l’Amour divin. Louis Jacob , bibliothe-
que des femmes illustr.
Camburg , eine kleine stadt und amt in Thüringen an derSaale in dem Osterlande, eine meile oberhalb Naumburg ,theils auf einem hohen berge , theils in einem tiefen gründegelegen. Sie gehört zu der Sachsen-Eisinbergischen landes-portion, und ist vor zeiten eine Graffchafft gewesen, davon sichetliche nachkommen Wittekindi des Königs der Sachsen ge-schrieben haben. Es ist auch hier ehemals ein vestes schloß ge-wesen , davon noch die rudera zu sehen, nachdem es in demkriege Hertzogs Wilhclmi zu Sachsen wider Apoüonium vonVitzthum, der es inne hatte, an. 1448. zerstöret worden. Reyerigeogr. Jen. Fahrte, üb. V. orig. Sax. ZeiL topogr. Sax. sup.
Cambyses , der nähme eines flusses in Hyrcanien, welcherseinen Ursprung in dem gcbürge Caucasus hat, und nach demCaspischen meer zufleußt. PH». bist. nat. üb. VI. c.
Cambyses, I. war ein Persianer von mittelmäßigem stän-de , an welchen Astyages , König der Meder, seine tochter Man-dane vermählte, weil ihm geträumt hakte, daß aus derselbenein weinstock gewachsen wäre, welcher mit seinen zweigen gantzAsien bedeckte. Indem er sich nun einbildete, daß dieses eineallzu grosse und ihm selbst gefährliche macht seines künftigenrnckels bedeutete, so vermeynte er die erfüüung dieses traumsdurch eine so ungleiche Vermählung zu vermeiden. Allein derberühmte Monarche Cyrus ward dennoch aus dieser ehe geboh-ren, und durch denselben Olymp. LV. 2. U. C. 19;. A. M. 342$.A. C. s<;9. dasjenige vollzogen , was Astyages gefürchtet. He-
rodot. Üb. I. JuJUn. üb. I. c. 4.
Cambyses II. Konig der Perser , ein enckel des vorhergehenden, und ein söhn des ersten Persischen Königs Cyri, welcheiihn mit Cassandane/ einer tochter Pharnaspis, Fürsten der Achemenier, gezeugt hatte. Seine auferziehung geschahe in dem Königlichen fralten-zimmer und war nicht die beste. Sein vatter,aber wider die Scythen zu selbe zog, ließ ihm den Königl. titul beylegen, und noch bey seinem leben ihn vor seinen unfehlbaren nachfolger erklären. Hernach da Cyrus in der gedachten erpeditio,sein leben verlohren, welches A. M. 3455. A. C. 929 u-C 229Olymp. LX 11 . 4. geschehen seyn soll , trat Cambyses die regterung völlig an. Ein gewisser Egyptischer Medicus , welchewider seinen willen sich an Cyri Hof hatte müssen schicken laisen, und mit guter Manier wieder in sein vatterland zu kommen suchte, bewog Cambysen , daß er um des Eqyptische,Königs Amasis tochter anhalten ließ. Weil nun dieser besorgte, daß dieselbe nur die stelle einer concubine würde vertrete,müssen, gleichwol aber dabey nicht vor dienlich fand, eine abschlägige antwort zu ertheilen, so schickte er Nitetin, eine lochter des durch ihn von dem Egyptischcn throne verstossene,Königs Apriis, als wenn es seine tochter gewesen wäre, denCambysi. Dieser erfuhr durch Nitetin selbst den vorgegangene,betrug, und zog deswegen wider die Egyptier mit einer starckcn armee zu selbe. Amasis war zwar indessen gestorbenallein sein söhn und nachfolaer, Psammenitus, müste es enlgellen. Anfänglich zwar stellete er sich zur wehr, und wollte dem Cambysi bey Pelusium den einganq in Eqvpten vcrsperren. Aber als es zur schlacht kam, lag er unten, unwüste nach Memphis fliehen , da ihn Cambyses im 10. tagzur übergab zwange. Polyänus beschreibt eine artige krieqsllst, durch welchen Cambyses sich die einnahm von Pelusinnso» erleichtert haben. Weil die Eavptier bekannter Massen fü• gewisse thicre, als storckcn, ochsen, Hunde, kämm, äffenfthaafe,rc. eine sonderbare ehrerbietung hatten, so will erCambyses habe deren eine grosse menge zusammen gebracht
und da er stürmen wollen, solche an die spitzen seines vvlckSgestellt; welches bey den Pclusiern so viel gewurcket, daß sie ihrgeschoß, dessen sie einen grossen vorrath zum stürm gerüstet hat-ten , nicht gebrauchten, und also ohne grosse mühe von den Pcr-ftrn ab ihren mauren gejagt worden. Mit Memphis kamPsammenitus selbst in Camdysis gewalt. (stehe psammenitus.)Nach dem ergaben sich die nächst an Egypten grentzende Libner,sowol als Cyrene und Barce ohne schwerdt-streich. Den cörperdes Amasis, welcher in der stadt Sais begraben lag, ließ Cam-byses sehr mißhandeln, indem er solchen aus seinem begräbnishervorziehen, mit schlägen übel tractiren, mit spitzigen eisenallenthalben zerstechen, und endlich auf öffentlichem marckteverbrennen ließ. Nachgehends wollte er mit den Carthaginen-sern, ingleichen mir den Ammoniern krieg anfangen. Aberdas erste unterblieb alsobald , weil die Phönicier, in denen sei-ne beste see-macht bestünde, sich weigerten gegen eine stadt zudienen , welcher sie vormalen den Ursprung gegeben, da imübrigen Cambyses genügsame ursach hatte, diese leulhe in gun-sten zu behalten, welche sich noch kurtz vorher freywillig andie Perser ergeben. Wider die Ammonier, allwo er den be-rühmten tempel Ivvis Hammonis zu plündern und zu zerstörengedachte, war er noch unglücklicher; Massen bey die 50000.mann, welche er dahin geschickt, zwischen Oasis und dem tem-pel Hammonis selbsten durch einen heftigen sud-wind mit fandsollen seyn bedeckt worden, so daß keiner zurück kommen. Seinletzter krieg war wider die Aethiopier; allein weil seine armeeeine lange zeit durch gantz wüste gegenden zu marfchiren hat-te , so ward sie durch Hungersnot!), ehe sie einmal einen seindzu sehen bekommen, fast gäntzlich ruiniret. Von den übrigenthaten des Cambysis, welche man aufgezeichnet findet, sindfolgende die vornehmsten. Er heurathete feine leibliche schwe-ster Atossam, und mit der andern, nahmens Meroe , trieber gleichfalls blutschande, oder nach andern , nahm er siegleichfalls zur ehe , tödtete aber endlich die letztere, eben dasie schwanger von ihm gieng, weil sie sich traurig bezeu-get , daß er aus neid und regicr-sucht seinen und ihren bru-der, Smerdin, hatte hinrichten lassen. Wiewol jedoch Stra-bo erzehlet, sie wäre in Ober-Egyptcn durch kranckheit gestor-ben , und Cambyses hätte eben zu ihrem angedencken der stadtund insul Meroe von dem an ihren nahmen gegeben. Demtrnnck war er sehr ergeben, und da einer von seinen vertrau-testen , nahmens Prexaspcs, ihn davon abmahnte, ließ ereins-mals, da er sehr viel wein zu sich genommen, dessen söhnvor sich bringen , und schoß demselben einen pseil mitten indas Hertz, um zu zeigen, daß er auch trunckner weise seine äu-gen und Hände wohl zn gebrauchen wüste. Zwölf vornehm«Persir ließ, er ohne alle Ursache lebendig begraben, oder miterde verschütten, und zwar so, daß er eines jeden köpf zu Un-terst stecken ließ; und da Crösus , als sein geheimer Rath,ihn darum strafte, befahl er ihn gleichfalls zu tobten; die be-dienten aber schonten seiner, weil sie des Cambysis liebe zuihm wüsten; worauf er zwar die rrhaltung des Crösi über-aus gern sahe, hingegen die bedienten wegen ihres Ungehor-sams hinrichten ließ. Den lempel-bau zu Jerusalem , welchenCyrus befohlen, hinderte er auf anstiften derienigen, welcheden Iüden seind waren. Er zerstörte in Egypten fast alle tem-pel, darunter viele überaus prächtige gebäüde waren, weil eres, nach der Perser mcynungen von der Gottheit, diesemhöchsten wesen vor schimpflich achtele, zwischen mauren unddach eingeschlossen zu werden. Noch mehr aber ärgerte er dieEgyptier, als er ihren gott Apis mit eigener Hand erstäche. Über-haupt ist gewiß, daß Cambyses nicht allezeit recht bey Vernunftgewesen; wie er dann auch würcklich die fallende sucht gehabt.Fast die einzige that, so man von ihm rühmt, ist diese, daß ereinen ungerechten Richter, nahmens Sisamnem, welcher ge-schencke genommen hatte, zu schinden, dessen haut über denrichterstuhl zu spannen, und dessen söhn, Otanem, als desvatters 5 ueeessorem in der richterlichen würde, darauf zu sitzenbefohlen. Zuletzt bekam Cambyses, da er sich in Egypten auf-hielt , die unvermuthete Nachricht, daß die Mag! oder die Gros-sen in Persen, einen menschen, den sie vor seinen entleibtenbruder Smerdis ausgaben, zum Könige aufgeworssen hätten.Da er nun wider diese rebellcn eine armee zu selbe fuhren, undzu pferde steigen wollte, fuhr ihm ungefehr der Lolchen aus derscheide, wodurch er sich selbst nnversihens eine so gefährliche wun-de in die feite stäche, daß er wenig tage hernach zu Ecdakana inSyrien Olvmp.LXlV.*. U. C. 252. A. M. ,462. A.C. 522. daransterben muste. Etliche siribenten melden, daß er 6. jähr, andere,daß er 7. jähr und 9. monate,wiederum andere, daß er 8. iahr re-gieret habe. Er ließ keine kinder nach sich, und seiner drittenfchwester Artystona mann, Darins Hnsiaspis, kam nacl> ei-nem kurtzen Interregno auf die bekannte weise an die Persiani -sche Monarchie.Im übrigen wird Camdysis eben für dcnienigengehalten, welcher Esdr. IV. 6 . Ahasverus genennct wird. Someynet man auch , daß ihm der „ahme Ärtarcrxes oder Arta-silstha beygelegt werde, l /ato, üb. III. de legibus. Haodot. üb.III. 9. Sabekic. üb. IX. C. 7. V'der. Max. üb. VI. c. ;. Julii*.üb. I. Joseph, antiqu. Jud. üb. XI. Melanchth. chronoi. Üb. ILp. 118. Buchnh. in indice Chronolog, p. 51. *
Camdenus , (Wilbelmus) einer der berühmtesten und ge-schicktesten leuthe in Enqelland, wurde zu Londen den 2. may an.1991. von geringen eitern gebohren. Im 19. jähre seines altcrswurde er nach Oxford geschickt, woselbst er 9. jahr studirte,
und