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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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wandte er sich an. 1*2?. in gcsellschafft eines von FuchS nachPreussen, ward aber weg«; seiner gelehrsamkeit im folgendenjähre von dem Rath zu Nürnberg ersucht, ihre neu-aufgcrichte-te schule, und wie die Griechische spräche am besten darinnen ge-lchret werden könnte, zu weisen und anordnen zu helffen. An.15,6. sollte er nach seiner Wiederkunft von dem Reichs-tage zuSveycr, mit dem Grafen von Mansfeld dem Kayser Carolo V.nach Spanien entgegen gehen, sie kamen aber nicht weiter alsbis an die grentzen von Teutschland. An. 1527. ward er gleichseinem brüder Hieronymo bey BischoffWiganden zu Bamberg ,wegen der befrcyung feiner schwester aus dem kloster, und daß ersich zur neuen lehre bekannte, in Übeln verdacht gebracht, weswe-gen er sich bey etlichen von Adel gantz in geheim aufhielt. An.15,9. gieng er auf den andern Reichs-tag nach Speyer , und an.1530. tn gesellschafft eines Kressen auf den Reichs-tag nach Aug-spurg, dann an. 1532. zu den sriedens-handlungen wieder zurücknach Nürnberg . An. 1515. ließ er sich durch den Hertzog Ulrichvon Würlemderg bewegen, die neue Universität Tübingen einzu-richten, allwo er wegen seiner schwachen gesundheit bis an. 1540.um sich daselbst eines ruhigern lebens zu bedienen, zugebracht.An. 15 z 6. besuchte ihn daselbst Melanchthon. An. 15; 8. reifereer nach Nürnberg , und von dort nach Wurtzburg, zrr seinemalten guten freund, Daniel Stibarn, welcher Dom-Probst da-selbst war. Hierauf gieng er wieder nach Witlenberg. An.i5?9. hiclt er sich der schmertzen halber, so er an füssen halte,eine zeitlang im Blöser-bade auf, last daselbst die GriechischenMedicos , und schickte das buch, so von geburt der wallfischehandelt, und von ihm zum zeitvertreib war übersehen worden,in die druckerey nach Basel . An. 1640. begab er sich wegendes Übeln Zustandes feiner fnsse zu einem berühmten wund-artztnach Königshofe» in Francken, auf welcher reise er mit lebens-gefahr voin pferde stürtzete. Hierauf verfügte er sich in die Lo-thringische bley-bergwercke, deren beschrcibung er in Lateinischenverse» mit kupfern heraus gegeben. An. 1541. gieng er wiederins Wildbad; ferner nach Regenspurg und endlich nach Leip­ zig , wohin er anfänglich durch Hertzog Heinrichen von Sach-sen , dasige Universität in bessern stand zu sitzen, beruffen, undhernach von dessen söhn und Nachfolger, Churfürst Mauritio,jederzeit sehr iverth gehalten worden. An. 154;. hat er sich aufseiner reise nach Nürnberg , etwas zu Dreßden aufgehalten, all-wo abermal von Verbesserung der Universität Leipzig rath gehal-ten ward. An. 1544. ward er zum Eeetsre der hohen schulezu Leipzig erwehret. An. 1546. da er in der belagerung Leipzig a« seinem verniögen einen ziemlichen Verlust erlitten hatte, be-ab er sich zuerst zu Fürst Georgen von Anhalt nach Merseburg ,arnach an. 1547. z»m Slidar nach Würtzburg, ruhete zuNürnberg ein wenig aus, und kehrte endlich zu ende des jahrswieder nach Leipzig . An. 15?;. reisete er mit seinem ältestensöhn nach Augspurg, auch an. 1555. wiederum auf dasiqenReichs-tag, allwo er von steinschmertzen vieles erlitten, kehrtedarauf zurück nach Nürnberg . Dann gieng ev über Bamberg nach Leipzig und Wittenberg . An. 1556. fand er sich auf demReichs-tage zu Regenspurg ein. An.1557. gieng er nach Worms aufdas Colloquium , von dort wieder nach Leipzig und Witten­ berg mit seinem söhn Philippo ; an. 156;. auf seine güther inFrancken, und zu seinem söhn Joachim , von diesem aber wie-der zurück nach Leipzig . An. 1564. that er eine reist nach Nürn­ berg , und nach seiner Heimkunft, samt seinem söhn Joachimnach Wittenberg . An. 1568. den 28. jul. berufte ihn der Kay-ser Marimilianus II. unterschiedlicher wichtiger dinge halbernach Wien , von welcher expedition.mnter ander» in Goldasti po-litic. imperial. annoch dasjenige Consilium zu finden ist , wel-ches er damals nebst Christophen von Carlowitz aufgesetzet, unddem Kayser übergeben hat; der Kayser wollte ihn auch zu Ge-simdtschafflen gebrauchen , und unter die zahl seiner vorderstenRäthe annehmen, er entschuldigte sich aber mit seiner schwachengesundheit. An. >571. gieng er von Nürnberg aus feine gü-ther, und starb endlich den 17. april an. 1574. zu Leipzig . Erhinterließ sehr viele schriften in der Philosophie, Mathematik,Theologie und allen theilen der gelehrsamkeit, nebst einer grossenanzahl aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzter bücher.Unter seinen eigenen wercken sind die vornehmsten : CatalogusEpiscoporum in praxipuis Ecclesiis ; Notatio Figurarum Ser-monis in IV. libr. Evangeliorum; Historia: Jesu Christi FiliiDei summatim relatae expositio; Itemque eorum, quae de Apo-stolis Jesu Christi sigillatim commemorari posse , recte & uti-liter visa sunt; Historica Enarratio de Fratrum orthodoxorumEcclesiis in Bohemia, Moravia & Polonia; Narratio de vitaPhilippi Melanchthonis ; de Georgici Principe Anhaltino ; deHelio Eobano Hesso; Vita Mauritii Electoris; de Bello Schmal-caldico Graece; de Cometarum Nominibus, Natura , Causis,Significatione cum historiarum exemplis; de Divinationumgeneribus; de Numismatibus Graecorum & Latinorum ; Pro-verbia Historica ; Opuscula quaedam Moralia ; Commentariusde Theriacis & Mithridaticis remediis; Consilia Medica; No-ta: in Aristotelis Ethica , Politica & Oeconomica, in Homerum&c. Commentarii in Ciceronis Quaestiones Tusculanas & inOrationes; In Caesaris lib. I. II. & III. de bello Gallico & I. &III. de bello civili; In Pythagorae aurea Carmina ; ln Sopho-clem, in Phadrum, in Plautum, in Terentium, in Lucani lib.I.Epistolae, Epitaphia & Carmina ipsius atque aliorum doctorumvirorum ab ipso publicata & dedicata Principi Georgio Anhalti-no, &c. Unter feinen Übersetzungen aus dem Griechischen sindHistar. Ltxicon //.Theil.

Homerus; Herodotus ; Sophoclis Tragoedise; Galenus de The-riaca, de Antidotis; Xenophon ; Aphthonii Progymnasinata ;Euclidis Elementorum; Nysseni, de Filii & Spiritus Sancti di-vinitate ; de Paschate; de Nativitate Jesu Christi; AdamantiiPhyiiognomia &c. Es hat auch Camerarius , als er zu Leipzig studirte, gantze Griechische bücher, weil sie damals noch rar wa-ren, abgeschrieben. Übrigens hatte er in seiner jugend alle ade-liche exerdtia getrieben, dazu er sehr geschickt und wohl gewach-sen war, insonderheit gab er nach Thuani zeugnis einen gutenreuter ab ; wie dann würcklich sein Hippocomicon, oder von derart die pferde aufzuziehen auch mit eines seiner guten wercken ist.Von seinen kindern siehe den artickul Camerarii. So mm , devita Joachimi Camerarii. Jovius,e log. c. 146. Thuanus, 7 eis-ßer, addit. tit. I. p. 412. seq. Adam. in vit. Philosoph, de quovsd. tarnen le Dictionnaire de Baile, tom I. pag. 82. F JJius,de Mathemat. c. 65. §. 14. Simleri bibl. Freheri theatr. Sechen -darf. Lutheranism.

Camerarius , (Joachimus II.) ein berühmter Medicus, desvorgedachten Joachimi I. anderer söhn, ward zu Nürnberg den6 . nov. an. 15)4. gebohren. An. 1552. studirte er zu Witten­ berg und an. 155z. zu Leipzig , reisete an. 155z. mit seinem vat,ter auf den Reichs-tag nach Augspurg, von bannen im rückwegenach Nürnberg , Bamberg , Leipzig , Wittenberg , und mitPeucero nach Franckfurt, von dort wieder nach Leipzig , ferneran. 1556. nach Cüstrin, von dort in die Meißnische schule, undan. i 5 S 7 - wieder nach Wittenberg . Dann gieng er mit demberühmten Cratone nach Breßlau. Den 14. oct. desselbigenjahrs gieng er mit seinem vatter aufs Colloquium nach Worms ,von dort aber wieder nach Leipzig und Wittenberg . An. 155 9.trat er seine erste reise nach Italien an, kam anfänglich nach Pa-dua , an. 1562. von Neapel und Rom , im rückwege nach Bo-nonien, woselbst er in Doctorem promovirte, auch viele ge-lehrte leuthe, als Falopium, Aquapendentem, Capivaccrum rc.hörete, insonderheit aber sich Ulyßis Aldrovandi unterrichtungbediente. Zu ende desselbigen jahrs kehrte er wieder nach Leip­ zig . An. 156;. wandte er sich über Torgau nach Bamberg ,und auf die güther, wohin ihm sein vatter und bruder folgeren,ferner nach Würtzburg zur lehn-empfängnis, daraus wiederzum Cratone nach Breßlau, auch mit diesem nach Posen, undendlich gar in Ungarn , von bannen wieder zurück über Wien nach Lerpzig. Er hat alle Kayserliche, Chur , und Fürstlichevocationes , sowol aus liebe zur freyheit, als auch seines standesund güther halber ausgeschlagen, sich aber dennoch nicht gäntz-lich hoher Häupter gemeinschafft entziehen können, sondern istsowol denenselben von hause aus, als auch sonsten jedermann,der ihn darum gebären, mit gutem rath, ohne gesuchte beloh-nung, beygesprüngen. An. 1564. setzte er sich auf zurathen sei-nes vatters , indem er die ruhe und seine studien allen anderndingen vorzog, zu Nürnberg , stiftete daselbst das Collegium Me-dicorum , so von dem Rath dieser Republick bestätiget worden.An. 1566. gieng er einem gewissen Fürsten zu liebe, mit dem-selben auf den Reichs-convent. An. 1569. besuchte er seine ei-tern in Leipzig , von wannen er bald wieder nach Hause kam undeinen garten kaufte, welchen er mit ausländischen lind vortrefli-chen artzney-kräutern versähe, und ihn unter dem titul, Hortus Medicus & Philosophicus beschrieb. An. 1571. begleitete erseine eltern bis Bamberg , welche ihn das jähr vorher besuchethatten. An. 15 72. that er nebst seinem bruder Philippo eine rei,fe, nach Leipzig , desgleichen auch an. 1572. da sie ihren rückwegdurch Böhmen genommen. An. 1574. reisete er nach Franck-furt. An. 1575. wohnte er der inauguration der neuen hohenschule zu Altorff bey, sahe des Römischen Königs Rudolphi crö-nung zu Regenspurg mit an, und reisete darauf an. 1577. «achMünchen und Augspurg. An. 1578. gieng er nach Franckfurtüber Cassel, allwo sich der Landgraf Wilhelm seiner hulffe in an-legung eines gartens bedienet, weiter gieng er auch nach Hei­ delberg zum Churfürsten. An. 1580. reisete er wieder zum Land-grafen nach Cassel, und an. 1581. zum Hertzog von Bayern ,nach München , weiter zum Churfürsten von Mayntz nachAschaffenburg , endlich nach Franckfurt und ins Schwalbacher-bad; in diesem jähre brachte er auch Gesneri bibliotheck an sich.An. 1582. wurde er von dem Churfürsten wieder nach Aschaffen­ burg beruffen, fand aber denselben nicht mehr im leben. Hieraufgieng er auf den Reichs-tag nach Augspurg, ferner an. 158;.nach Onvltzbach. An. 1584. ward er zum Churfürsten vonSachsen nach Dreßden beruffen. An. 1588. that er mit demBifchoff von Bamberg, Ernesto von Mengersdorff, eine reisenach Kärndten, und begab sich von Villach nach Venedig ; vonbannen nach Padua , und ward von Jacobo Contareno, einemVenetianischen Rathsherrn,und von Johann Vincentio Pinelloin Italien sehr wohl empfangen, wiewol zu gleicher zeit das ge-rächte auskam, als wenn er wegen der reliqion gefänglich nachRom geführet wäre, so aber daher mag entstanden seyn, weil seinbruder Philippus zu Rom von der Inquisition einige jähr vorherwar eingezogen gewesen. Im übrigen , nachdem er wieder zuHause gekommen, und nach einiger zeit vom Churfürsteil zuSachsen wieder zurück gekehret, verfiel er in eine Unpäßlichkeit,die eine lange zeit beständig anhielt, bis er endlich den n. oct.an. 1598. starb. Unter seinen schriften sind sonderlich ElectaGeorgica seu Opuscula de re rustica, quibus prater alia cata-logus rei botanic* & rusticae scriptorum veterum & recentio-rum insertus est; de Piantis Ejpitome Petri Andreae Mathioli

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