Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

Studiosas Philosophie war. Von seinen schriften sind uns be-kannt Ephemerides Medie* & Meteorologie* , und nachfol-gende Disputationes : de Diarrhoea & febre ardente, an. 1717.de Apoplexia cüm febre, <111,1717, de Variolis, stn. 1717. deFumaria, an. 1718. de Nitro, stn, 1718. de Lapidum figurato-rum usu medico, sln. 1718, de Balneo Blaliano, stll. 1718, dePyretologia, stn. 1720. de Mixtura simplici, an. 1720. de The-riaca, an. 1720, de Colica Spasmodica, an. 1720. Triga Di-scursuum Medicorum, stn, 1720. de Foetu 46. annorum, stn.1720, de Alvo H*morrhusa, sln. 1721. Dissertatid posthuma deRubo ld*o, welche nach seinem tobe unter dem Pnesidio EliäCamerarii von Theophilo Henrico Sarwey an. 1721. gehaltenworden, pregitzers geistl. Poesie auf das jähr 172:. p. 449.fegst, frogr. fu.net >. in Epbemerid. Acad. Natur. Curtos. vol. I.

inadpend. pag. 166 . segg. Mosers erläutertes Würtemberg,I. 17.

* Camerarius , (Elias) des vorhergehenden RudolphJacobs bruder, wurdest». 1672. den 17. febr. zu Tübingen ge-bohren , allwo er an. 1684. Studiosus worden, und sich nachvollendeter Philosophie der Artzney-kunst ergeben hat. An. 1690.gieng er nach Augspurg , und sahe die crönung des RömischenKönigs Josephi mit ail, machte sich ancb bey diesem anlas mitvielen berühmten Aertzten bekannt. Nach seiner zurückkauftdisputirte ervro Licentia , und that eine reise in Tentschland,Holland , Eugelland. An. 1692. wurde er außerordentlicherÄrtzt bey der stadt Tübingen , und fast zu gleicher zeit auch einMitglied der Societ. Nat. Curios. worauf er an seinem hochzett-tag den Doctor-grslb angenommen. An. 169;. wurde er äusser-ordentlicher Lehrer bey der Universität. An. 1708. reisete erauf Fürstl. befehl mir dem damaligen Erb - Printz FriedrichLudwig, als dessen Leib - Medicus , nach Turin , und als ernach zwey jähren von bannen wieder zurück gekommen, erhielte erdie würde eines Fürstl. Raths und Leib - Artzts, samt der stelleeines ordentlichen Lehrers der Artzney. Er ist auf die letzte neungantze jähr lang nicht mehr aus dem Haus gekommen , und den8 . febr. 17;4. verstorben. Man hat von ihm ein Systema Cau-telarum Medicarum , nebst verschiedenen lessus - würdigen Disssertalionen. Er ist auch der Urheber der kmtzen anmerckungenüber Thomasii versuch vom Wesen des Geistes, welche zn Tübin­ gen 1701. 8. ohne seinen nahmen heraus gekommen. M. Stein.

wieg. manuscript. Ephemerides Natura Curiojbr.

* Camerarius , ( Alexander ) Rudolph Jacobs söhn, wur-de an. 1696. den ;. febr. zu Tübingen gebohren. In dem jähr1710. ward er unter die zahl der stüdirenden aufgenommen,und fieng an. 171;. an der Artzney - kunst obzuliegen. In democtobr. 1716. disputirte er pro Licentia , de Aquis Medicatis,worauf er in dem folgenden jähr den Doctors - Hut aus seineseigenen vatters Hand empfangen. Hiernächst gieng er nach Ulm ,Augspurg rc. nnd andere örter in Ober, Schwaben und Fran-cken. Er wurde indessen zum Prafecto Horti Medici, und Pros.extraord. ernennet. Nach dem tod seines vatters an. 1721. wur-de er ordentlicher Lehrer der Artzney-knnst. Man hat verschie-dene Disputationes Medicas von ihm. Er war auch ein Mit-glied der Natur. Curiosor. starb aber den i;. nvv. I7;6. Pro-gramma U Cone, funebr. M. Stcinmeeg. manuscript.

* Camerarius , (Heinrich) ch-Doctor und Professor derRechten ni Rostock, wie auch Rath der Hertzoge von Lüneburg und Pommern , war nicht aus dem geschlecht der vorhergehen-den. Er war zugleich der Theologie wohl erfahren, und starbden 14. febr. 1601. nachdem et Disputationes Juridicas & Re-sponsa , wie auch Orationem de Gradibus & Promotionib. Aca-demicis in den druck gegeben. Gelehrtes Lexicon.

Camerino , eine stadt in Italien , die vor zeiten zu Umbrien ,tnmmehro aber zu der Anconitanifchen Marck gehöret. Siehat ein Bifchoffthum, welches unmittelbar dem Römischenstuhl unterworffen. Lateinisch wird sie Camerinum wie auchCamarinam, und die einwohner Camertes genennek. Sie liegtzwischen Macerata und Spoleto , und ist sehr alt, inmassenihrer Livius lib. IX. ingleichcn Strabo, Plinius , Ptolemäus ,Cäsar , Silius Italicus &c. gedencken. Von der mitte desNHL saeculi an ist sie unter der Herrschafft der Varani gewe-sen , und 1520. machte sie Papst Leo X . Johanni Mariä Va-rano zu gefallen zum Hcrtzogthum. Durch dessen tock)ter kamsie an Guidobaldum von Rovcrc, Hertzog von Urbino , derdiese Herrschafft den männlichen erben, die noch vom hause Va­ rani da waren,vorenthielt, aber an. 1539. durch den Papst Pau-lum 111. mit gemalt wiederum darum gebracht ward , woraufsie der Papst seinem nepoten Octavio Farnese , oder, wie anderejagen, dessen vatter Petro Ludovico zu lehn gegeben, nachwelches seiner erhebung zum Hcrtzogthum Parma , Camerinorur Päpstlichen Cammer gezogen worden. Sonst sind an die-sem orte zwey Synodi gehalten worden, einer an. 1^84. und derandere 1587. davon die Verordnungen noch vorhanden sind. Esliegt auch in der Campagna di Roma eine stadt dieses nahmens,so aber heutiges tages Camerota heisset. Albern defer, ltal.Sanjevino , kamst. Ital. Guicciardinus. Jovius. Mimoires desCours dltatie.

Camero , (Johannes) war zu Glascow in Schottland ge-bohren , woselbst er auch die Griechische spräche in seiner lü-gend dociret. Hierauf bekam er eine degierde, fremde landerzu sehen , begab sich derowegen an. 1600. nach Bourdeaux , daer nicht viel über zwanzig jähr alt war. Daselbst ließ er sein gu-

tes Ingenium so wohl blicken, daß man ihn in eine schule zrrBergerac setzte, die Lateinische und Griechische spräche zu leh-ren , und es war bey diesem alter zu verwundern, daß er dieGriechische spräche mit der grösten fertigkeit reden konnte. Erblieb aber nicht lange in diesem stände, sinkemal ihm der Her-tzog von Bouillon eine Professionem Philosoph!* zu Sedangab. Diese verwaltete er zwey jähr, nahm darauf seinen ab-schied , und begab sich nach Paris , von bannen nach Bour-deaux, woselbst er an. 1604. anlangete. Die kirche an diesemorte entschlösse sich , ihn vier jähr zn unterhalten, daß er dieTheologie, wo es ihm beliebte, studiren könnte, worauf mansich seiner bedienen wollte. Diese vier jähr über war er zugleichInformator bey den söhnen des Cantzlets von Navarra , undbrachte das erste zu Paris , die beyden andern zu Genf , unddas letztere zu Heidelberg zu. Erwürbe hierauf an. 1608. vonder kirche zu Bourdeaux zum Predigamt berussen, und stunddemielben so wohl vor , daß ihm nach verfliessung zehen jähredie Professio Theologica zu Saumur angetragen wurde, wel-chem amte er bis an. 1621. vorstund, da diese Universität durchden religions - krieg verstöret wurde. Er begab sich also mit sei-ner familie nach Engelland, und erhielt die freyheit, die Theo-logie zu London zu lehren,da denn bald darauf der König Jaco-bus ihm die direction eines Collegii nebst einer ProfeffioneTheo-logica zu Glascow anvertrauest. Allein seine begierde, in Franck-reich zu leben, brachte ihn dahin, daß er nach verfliessung ei-nes jahrs sich wieder nach Saumur begab, und daselbst pri-vatim lehrete, weil er solches öffentlich nicht thun dorfte. Einjähr darauf gieng er nach Montauban , die daselbst ihm ange-tragene Professionem Theolog:* anzutreten; West er es aberdaselbst nicht mit denjenigen Halten wollte, welche die leuthezur innerlichen unruhe anstifteten , wurde er von einem meu-chel-Mörder sehr übel zugerichtet, weswegen er sich nachMoissac begab ,' um sich wieder zu curiren. Nachdem er wie-der nach Montauban gekehret, starb er daselbst an. 162;. imsechs und vierzigsten jähre seines allers. Sonst wird ihm bey-gemessen, als wenn er zu allerhand neuen und ungewöhnlichenmeynungen grosse lust gehabt. Insonderheit hak er die lehrede Gratia universal: in der Reformirten kirche aufgebracht, undselbige auf eine besondere art erkläret, welche unter andern seinbeständiger discipul, Moses Amyraldus, und die gantze Univer-sität Saumur angenommen, worüber gar große streitigkeirenentstanden sind. Was seine schriften anlanget, so hat er zwarkeine grosse lust bezeiget, büchcr zu verfertigen , doch hat maneinige von ihm, die von den Gelehrten hochgeschätzt werden,als seine Pr*lectiones Theologicas, welche Ludovicus Capellus,so auch sein discipul gewesen, in drey volum. in 4. heraus ge-geben, wiewol selbige bald darauf zu Genf von Friderico Span-hemio aufs neue in folio cdiret sind, da man denn einige andereschriften des Cameronis unter dem titul Msscellanea hinzuge-füget ; fmter_Myrothecium Evangelicum, u. st. M. Icon. Job.Cameronis , so sich vor seinen operibus befindet. Du Moulin %in judicio de Mosis Amyraldi libro. Caroli memor. fec. XVII.Bayle.

Cameronianer, wurde im XVII. sieculo eine gewisse par-ken der Presbyterianer in Schottland gcnennet, von einemFeld-Prediger Ärchibald Cameron, welcher der erste war, dersich von den andern Presbyrerianern absonderte, weil einige un-ter ihnen eine gewisse indulgentz von Earolo II. angenommen,welche er zu bestätiaung des supremats in kirchen - fachen erthei-let hatte. Diese Cameronianer nun waren hierauf so eifrig,daß sie sich von den andern Presbyterianern gäntzlich trennetcn,und auf verschiedene crtremitäten geriethen. Als sie nun des-wegen von der Königlichen Regierung ziemlich strenge gehaltenwurden, unterstunden sie sich gar auf absetzung nnd excommu-nicirung des Königs zn dringen , welcher haß, gegen des KönigSperfon, auch alle andere Presbyterianer mit einnähme. Dochals Wilhelmus III. in Engelland kam, schlugen sie sich frey-willig zu seiner partey , und leisteten ihm gute dienste. Es sindauch auf dem General -Concilio m Schottland an. 1690. diestreitigkeiten der Cameronianer beygeleget worden. An. 1709.stetigen sie aufs neue unruhe an, und versammleten sich ihrerviele bey Edenbürg , welche aber, ob sie sich gleich mit gewehrversehen hatten, durch regulirte mannschafft bald zerstreuetwurden. Sie hatten einen, nahmens Maximilian, zu ihremOberhaupte, welcher mit seinem anhange auf dem landeherum reiste, unter freyem Himmel predigte, und bey demvolck solchen anhang fand, daß sich dasselbe auch so gar al-ler Obrigkeit zn widersetzen anfieng. Sie sollen einen weitheftigern' haß gegen die Presbyterianer haben, als gegendie Bischöffliche.

Camilla , eine tochter Metabi, welcher der Privernaten, si>eine stadt im Lateinerland , Tyrann gewesen, und als er vondar vertrieben ward, diese seine tochter damalen noch ein kindmit sich genommen, der Diana so fort geheiliget, in Wäldernbey sich auferzogen, mit pferde - milch gcnehret, und zur jagdangehalten. Die Volscier erkannten sie nachmals für ihre Kö-nigin. In dem kriege zwischen Aenea und Turno kam sie demletzter» mit einem trnpp reuterey zu hülffe, worunter sonder-lich viele gleich ihro streitbare jungfrauen waren. Als sie im ge-secht viele von des Aenea feiten getödtet, und nun auf den Chlo-reus, einen Priester der Cybele, los rannte, dessen schöne Waffensie zu erbeuten begierig war, schösse Aruns, der auf solche

Kk 4 gelegen-