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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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wegen der pest von Leiden weg. Den ri. oct. bejahe er das lasger zwischen Gertrudenberg und der belagerung Brcda. Den1 dec. trat er aus dem Briel die reise nach Engelland an. An.1623. den 3. ian. kam er nach Londen , den 24.,nach Oxford ,allwo er nach gewöhnlich abgelegtem eyd m dajrge blbliotheckaelassen ward, und den 2. apr. von dort wieder zurück nach Lon­ den kam. Den 29. may gieng er nach Canterbury . Den 9. warder in Londen beym Könige Carolo zum Handkuß gelassen, undbesähe den Parlements - saal und die Königliche schlosser, auchder Königin Heimführung mit an. Den 13. jun. trat er diereise nach Franckreich an; den 29. kam er nach Paris ; den 9.sept. gieng er von dort wieder ab, und langte den iz. zuGenf an. An. 1626. nachdem er daselbst und in der nach-barschafft alles merckwürdige besehen, und die Italiänische sprä-che gelernet hatte, trat er den 24. jun. eine kleine reise nach Sa-voyen an, besähe Chamberi, Anneci und andere orte. Denj 8. aug. dispUtirte er zu Genf cle Principis potestate: Imsept. besähe er Bern . An. 1627. reisete er die Schweiß durch,gieng darauf wieder nach Genf zurück, und durch Dauphin«-,Provence, Languedoc , Guienne, Poitou , nach der Univer-sität Bourges im Orleanischen, allwo er den 7. i»l. zum Vice-Präsidenten der Teutschen nation bestellet ward. Darauf gienger von Bourges über Orleans nach Paris , von dort zu Wassernach Holland , allwo er in dem Haag die Mathefm lernete.An. 1628. gab ihm Printz Heinrich Friedrich von Oranieneine gar gnädige audientz. Darauf reisete er aus dem Haag,um denjenigen theil der grentzen von Holland zu besehen, sosich von Flandern nach Frießland erstrecken. An. 1629. saheer die belagerung von Hertzogenbusch mit an. An. 1631.nahm er von Leiden seinen abschied, und trat seine reift zumKönig in Schweden an, ward den 6. jul. vor den König Gu­ stav Adolph zur audientz gelassen, und gleich von demselbenin dienste genommen. Den 13. ward er von dem Könige nachWürtzburg geschickt, mit dem Englischen Gesandten zu tracti-ren. An. 1632, kehrte er den«,, dec. nach des Königs GustaviRdolphi den 6. novembr. erfolgten tode mit dem Reichs-CantzlerOchftnstirn durch Weimar zur armer. An. 16;;. kam er »achHeilbronn , woselbst der erste vortrag geschahe. Den 2;. apr.muste er auf befehl des Reichs - Cantzlers Pfaltz - Grafen Lud-wig Philipp als Adminlstratorn der Chur - Pfaltz immittiren.Den 18. dec. wurde er vom Reichs-Cantzler zu Heidelberg expe-diret, und ihm die Schwedische Reffdenten-stelle an dem Hfältzi-schen und andern benachbarten Höfen aufgetragen. An. 1634.gieng er nach Franckfurt und Heidelberg , seine charge daselbstanzutreten , bekam beym Fürsten audientz ; gieng mit demReichs - Cantzler und der armee nach Mayntz; und nacherhaltener abfertigung mit dem archiv von Mayntz nachStraßburg . Denn wurde er vom Reichs - Cantzler wieder zu-rück beruften, und muste mit demselben nach Franckreich, undso ferner nach Holland gehen, da er denn nach vier jähren dieseinigen in dem Haag wieder antraf. An. 1637. trat er zumandern mal seine reise nach Schweden an, bekam daselbst den23. aug. seine andere Raths-bestallung, und kam den 2. nov.wieder in dem Haag an. An. 1641. gieng er von Amsterdam zum dritten mal nach Stockholm . An. 1642. kam er aus Schwe,den wieder im Haag an. An. 1643. gieng er als Chur-Pfaltzi-scher Rath und Gesandter nach Munster, zu dasigcn friedcns-tractaten, wozu ihn der Churfürst Carl Ludwig von der Köni-gin Christina und seinem vatter erbäten hatte. An. 1647. kamer von Osnabrück nach Groningen zurück, allwo er wegen seinergut geleisteten dienste vom Churfürsten ein schreiben mit offeri-rung aller erkünntlichkeit empfienge. An. 1648. trat er das vier-te mal die reift nach Schweden an. An. 1649. wurde daselbstder Reichs-tag ausgeschrieben, dem er als ein Reichs-Stand mitbeygewohnet. Hierauf gieng er von dort wieder weg, und nachdem Haag zurücke. An. 1630. begab er sich nach Groningen ,und von dort nach Heidelberg , auch wieder nach Groningen .An. 1631. zog er nebst seinem vatter von Gröningcn nach Hei­ delberg . An. 1632. gieng er von Heidelberg auf feine güther inFransten und von dort wieder zurück nach Heidelberg . An.1633. gieng er von Heidelberg nach Regenspürg, ferner nachAugspürg zur crönung des Römischen Königs, von dannenwieder nach Heidelberg . An. 1633. gieng er wieder auf seinegüther in Fransten, und von dar nach Stettin , hatte bey demdaselbst angekommenen König von Schweden audientz , giengdarauf wieder über Berlin nach Heidelberg , darauf ferner nachFranckfurt, und sahe daselbst die Kayftrwahl und crönung mitan. An. 1667. reiftte er von Heidelberg auf seine güther, undwieder von dort nach Heidelberg . An. 1674. flöhe er desFranzösischen krieges halber mit seiner gantzen familie von Hei­ delberg hinweg nach Aurach auf seine güther. Er starb alsKöniglicher Schwedischer .und Chur - Pfältzischer Rath den 24.uov. 1687. und hinterließ zwey söhne und eine tochter.

* Camerarius , (Barthol.) vonBenevent, gab an. 1336.ein werck wider Calvinum von der allgemeinen gnad und demfreyen willen, und vier gespräche von der gnaden-wahl, von demfasten, von dem gebät, und von dem aümosen heraus, undan. 1337. schrieb er zwey andere, über das ende des fegfeuers,und an. 1332. etwas über die ehe; er starb an. 1364.

* Camerarius , (Wilhelmus) ein Schottländer von geburt,und Doctor tt, der theologischen Facultät zu Paris , behauptetemit grosser heftig-und lebhafftigkeit des P. Gibieufs lehre wi«

der einen, der 'sie angegriffen hatte. Neben diesem hat er vielvermischte philofophsiche und theologische wercke, nebst einersammlung verschiedener stücken der Alt - vättern , so vorhernoch nicht gedruckt waren, heraus gegeben. Es ist von ihmnoch ein werck bekannt, die Promotionem Phyiicam, oder dieauseinander fliessenden würckungen der nakur des menschen zubeweisen, und dieselbe dennoch mit dem freyen willen zu rei-men , welches nach dem Systema des P. Gibieufs eingerichtet,und unter dem titul : Antiquitatis de Novitate victoris, contraEugenium Philadelfuin , zu Paris an. 1634. gedruckt ist. Erantwortet darinnen auf ein buch, so zu Cahvrs wider ihn undbemeldten Gibieus geschrieben worden. Seine sammlung derAlt-vättern enthaltet Fulgentii antwort über die fragen Sca-rilä, von der Menschwerdung Christi; einen tractat von densieben Haupt-lastern, und von den sieben gaaben des H. Geistes;eine erklärung des Symboli ; (welche dem H. Augustino zu-geschrieben wird) Anselmi tractat von der bewachung des in-nerlichen menschen, und einen brief von eben diesem vatter anBernhard den P. Prior, und an die Nonnen von St. Man.Uberdiß hat Camerarius noch eine theologische rede über die fra-ge, ob ein Beicht - vatter sein bricht-kind los sprechenkönne, welches schon keine erkanntnis seiner selbst mehrhat , und keine zeichen der busse geben kan l gewachst,worinnen er die affirmativam behauptet. Diese ist an. 1648.gedruckt. Mr. Du Pin, bibliotheque des auteurs ecclefiasti-ques du XVII. siede tom. II.

* Camerarius , (Dav.) ein Schottländer aus Aberdecn,insgemein Chalmer genannt , hat de Fortitudine, Doctrina& Pietate Scotorum libros IV. Paris 1631. in 4. ingleichmde Statu hominis veteris fimul ac novac ecclesia: & infideliumconversione,ac de Sanctis regni 8coti*,Chalon für Marne 1627.in 4. geschrieben. Hyde, bibl. Bodlej. Barberini bibl.

* Camerarius , (Ellas Rudolph) aus einer berühmtenSchwäbischen familie, welche viel fürtreffiche Aertzte hervorge-bracht, entsprossen. Sein vatter hieß Johann Rudolph, undwar Aledicina: Candidatus , wie auch apvthecker zu Tübingen ,von welchem er an. 1641. den 7. may gezeuget war. Er wurdeschon an. 1632. in dem eilfren jähr feines altcrs in die zahl derCivium Academ. aufgenommen. An. 1638. fieng er an sichauf die Artzney-kunstzubefleissen, also daß er schon an. 1660.die jährliche vration bey der medicinischen Facultät, und ver-schiedene Difputationes halten konnte. An. 166;. ward er anseinem Hochzeit-tag Doctor. Er fienge hierauf an, die Artzncy-kunst hinwiederum andere zu lehren, und an den krancken aus-zuüben. Die Academia Naturas Curiosorum nahm ihn an. 1669.zu einem uutglied an. An. 1672. wurde er Rath und Leib-Artztbey dem Hertzog Eberhard, welche stelle er auch bey den nach-folgenden Hcrtzvgen Wilhelm Ludwig , Friedrich Carln , undEberhard Ludwig behalten. An. 1677. ward er Professor derArtzney-kunst zu Tübingen , worauf er verschiedene würden beydieser Universität bekleidet, und den 7. jun. 16,3. gestorben.Er hat in dieser zeit vier und fünfzig disputationen drucken lassen,welche mit vielem bcyfall aufgenommen worden. M. Stan-voee.

gii manul'cripta.

* Camerarius , (Rudolphus Iacobus) Mediän* Doctorund Professor Ordinarius zu Tübingen , ein söhn Eliä Rudvl-phi Camerarii, Aledicina: Doctoris , und Profefforis Ordinariizu Tübingen , Hochfürstl. Würtembergischen Raths und Leib-Medici , und Reginä Barbara, einer gebohrnen Neufferin,war gebohren an. 1663. den 17. febr. zu Tübingen , woselbster auch an. 1677. inftridirt wurde, und sich auf die sprachenund Philosophie, nach diesen aber auf die Medicin legte. An.1683. suchte er sich in auswärtigen orten in seinen studien zuperfectioniren, that daher erst eine reise durch Schwaben, Fran-cken , und Bayern , machte sich überall bey den gelehrten leuthenbeliebt, und gieng über Mayntz, Cöln, Düffeldorff, Nim-wegen, und Utrecht nach Amsterdam , wo er alle merckwürdig-keiten besähe, und hernach nach Rotterdam , Delft , und Haagreisete. Zu Leiden blieb er eine zeitlang, hörte fleißig Kol-legia , lernte Englisch , und gieng hierauf selbst nach Engel-land , ließ sich alles, was bey der Königlichen Societät derwissenschafften sehens-würdig war, zeigen, und reisete durchFranckreich in Italien , worauf er endlich an. 1687. glücklichzu Hause wieder anlangte, wo ihn sein vatter zum Doctor creir-te. Im folgenden jähre wurde ihm die Profeifio Aledicinaeextraordinaria und die Infpectio Ilorti Aledici aufgetragen, wel-ches er denn mit einer solennen oration de Plantis Vemis an-trat. Um eben dieselbe zeit wurde er als ein mitglicd der Socie-tatis Naturas Curiosorum aufgenommen. Hierauf wurde eran. 1689. Professor Pbysices Ordinarius, und an. 1693. an sei-nes verstorbenen vatters stell Ordinarius Adfessor der mcdicini-schen Facultät. Alle ämter, darinnen cr gestanden, hat er mitgrossem rühm verwaltet, über 60. Difputationes gehalten,Ephemerides Aledicas & Mcteorologicas , die er über 30. jährfortgesetzt, geschrieben, ist vier mal Rector , einmal fupremusDeputartus , etliche mal Decanus in der philosophischen, und23. mal in der medicinischen Facultät gewesen. Er starb end-lich den 11. sept. an. 1721. nachdem er mir Chrislina Magda-lena, gebohrnen Crafflln, zehcn kinder gezeuget, davon bey sei-nem lobe noch vier töchter und zwey söhne lebten, davon damalsder älteste, Alexander Camerarius, Aledicins Doctor und Pro-fessor extraordinarius , der andere aber, Henricus Camerarius,

Studiosus