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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tot Racine zum lehrmeister hatte, bey dem Hertzog von Vendomedurch eine Opera so beliebt, daß er ihn zu seinem vertrauten, undzum Ge»eral- 8 ecrstsrio der galeeren machte, und nächst diesem«hm ein Marquisat in Italien , und endlich eine Commendcriedes Ritter-ordens St.Iacobi in Spanien zuwege brachte. Nach-dem er den hertzog solcher gestalt eine zeitlang in seinen feldzügenbegleitet, gieng er wegen Unpäßlichkeit in seine vatter-stadt zurück,allwo er zuni Alaimeneur bestätiget wurde, als man die Jeuxfloraux an. 1Ö94. zu einer Academie machte; worauf er auchCapitoul , und an. 1701. ein Mitglied der Academie Franqoiseworden, an. 172t. den 4. may aber gestorben. Er hat die ehreerlanget , daß die Academie des Jeux floraux stin leben in ihresammlung von getichten hat eindrucken lassen. Seine schriften,so meistens aus rragödien bestehen, sind öfters , am besten undvollständigsten aber zu Paris an. 171;. und zu Amsterdam an.1121. zusammen heraus gekommen. Tito» du Titlet , Parnasse Franqois ; biblioth. Franc. tom. III. p. 46.

Campo Lasso, (Nicolaus) war ein Neapolitanischer Graf,wiewol aus einem ursprünglich Französischen hause, und nah-mentlich aus dem von Montfort in Bretagne , welches sich unterden Neapolitanischen Königen von Französischen stammen indiesem Reich niedergelassen,entsprossen. Er muste sein vatterlandverlassen, weil er in währenden kriegen daselbst zwischen dem Kö-nige in Aragonien und Renata aus dem hause Anjvu es mit demletzter» gehalten. Er kam daher an den Hof des gedachten Re-nati, und nachmals zu dem Hertzog Carola Audaci von Bur­ gund , und machte sich bey demselben dergestalt beliebt, daß ihmsolcher einen theil von seiner armee als General vertraute, undihm grosse gnade erwiese. Nichts destoweniger begieng er hernachan ihm die gröstc untreue,welches aber daher soll gekommen seyn,weil der Hertzog ihm einsmals, da er mit ungestüm um seinebesvldung angehalten, eine ohrfeige gegeben. Dem sey wie dawolle, so ist gewiß, daß als er von dem Hertzoge nach Italien ge-schickt worden, volck daselbst zu werben, er ausder durchreise zuLyon dem König in Franckreich Ludovico XI. der der gröste feindCaroli Audacis war, versprochen, den Hertzog ihm entweder todtoder lebendig zu liefern, wann ihm derselbe eine Grafschafft inFranckreich nebst 23000. thaler, und eine Generals- stelle gebenwürde. Cominäus aber spricht, daß der König einen solchen ab-scheu vor diesem anschlag bezeuget, daß er solchen dem Hertzogeselbst offenbaret, der aber solches vor eine» kunst-griffdes Königsgehalten, ihn seines bellen und vertrautesten Generals zu berau-ben , und der fache keinen glauben zustellen wollen ; wiewol an-dere in betrachtung des sonst nicht so gewissenhafften sinnesLudo-vici Xl.diests nicht unbillich in zweifel ziehen,und vielmehr glau-ben, daß derselbe den Grafen zu den folgenden verrälhereyen ver-leitet. Denn als der Hertzog von Burgund an. 147;. Nancy be-lagerte , und dem Grafen das commando dabey anvertrauete,spielte dieser dem Hertzoge von Lothringen und dem Könige inFranckreich zu gefallen die belagerung so in die länge, daß sie fasthätte müssen aufgehoben werden. Nichts destoweniger blieb erdesHertzogsCaroli vertrautester General,war auch in den schlach-ten wider die Schweitzer bey Granson und Murten zugegen. Daaber Carolus an. 1476. Nancy zum andern mal belagerte, fienger seine verrätherische correspondentz mit dem Hertzoge von Lo­ thringen von neuem an, welches aber bey einem haar an tag ge-kommen wäre. Denn als die Burgundischc völcker einen Lothrin-gischen Edelmann, Cifron oder Suffron genannt, durch dessenVermittelung eben der Graf die bisherige correspondentz geführet,gefangen bekommen, und der Hertzog von Burgund denselbenwollte aufhängen lassen, hielt dieser sehr inständig bey dem Her­ tzog um eine geheime audientz an,und versprach ihm sachen zu ent-decken , die sein leoen beträsen. Weil aber der Graf eben selbstbey dem Hertzoge war, da dieser vertrag geschahe, verhinderte ersolches, unter dem verwand, daß Cifron nur suchte durch lügensein leben zu retten,und daCisron zum andern mal an denHertzogdeswegen schickte, wies der Graf die boten mit ungestüm vordem vörgemach zurück, und das urtheil ward schleunig vollzogen.Da iinmittelst der Hertzog von Lothringen zum entsatz mit einerstarcken armee ankam, brach Campo Basso mit seiner verräthereyvöllig an tag. Denn als der Hertzog von Burgund , der nichtmehr als 4000. mann hatte, berathschlagte, ob er sich zurück zie-hen sollte, rieth er ihm stand zu halten, und gleich den folgendentag gieng er mit einem theil der armee zu dem Hertzog von Lo­ thringen über. Die Teutschen aber unter der Lothringischen ar-mee, wollten ihn, als einen verräther, nicht annehmen, daher ersich nach einer kleinen stadt Conde an der Mosel retirirte, woselbstdie Burgundische armee nach verlohnter schlacht sich allein reliri-ren konnte, um derselben allda aufzupassen. Er ließ auch einentheil der conspiranten in der Burgundifchen armee zurück, mitdem befehl, den Hertzog in der Hitze des treffens uinzubringen,oder aber gefangen zu nehmen ; nuewol man alle ursach hat zulaubcn, daß dieser Printz dennoch vielmehr durch feindlicheand, als durch jemand dieser verräthern umkommen sey. Da-her auch nicht so gar gewiß, was einige ferner melden , daß diemeiste flüchtige von der Burgundischen armee von Campo Bassoentweder umgebracht oder gefangen genommen worden, und daniemand von dem Hertzoge von Burgund wüste, er der erste ge-wesen , der den ort und die umstände seiner entleibung entdeckethabe. Nach der zeit hat man von Campo Basso nichts mehr ge-hört, weil er wegen seiner verrätherey von jedweden gehasset wor-den , und vermuthlich im elenden leben in der irre herum gegan-gen. Comines, memoires. C^ronique Scundaleuje, Meyer, hist,Histor. Lexkon II. Theil.

cam 401

Flandr. "Daniel , hist. de France tom. II. col. 1382. 1402. Kieler.diss. 2. de Carolo Bellicoso §. 14. p. 27. seq. Du ßouchet.

* (Ccttnpo di St. pietro, eine kleine stadt, in dem Venetiani-schen gelegen. Sie gehöret unter Padua , und ist an einem klei-nen fluß zwischen Trevigni und Vicenza gebauet. Ato?,Diction.

Campodolcino, ein schöner flecken in der Graubündtneri-schen Grafschafft Eleven, oben am Lira-fluß gelegen , ist mit vie,len Wirthshäusern versehen, weilen eine land - straß dadurch ge-het. Das that empfängt feinen nahmen davon. Gultr. Rha»t.lib. XIII. p. iy;. *

CAMPO MERLINO . siehe Amelsfeld.

Campoli, lat. Camplum , eine kleine Bischöffliche stadt inAbruzzo oltra in Neapolis an den grentzen der AnconitanifchenMarck ohnweit Ascolt gelegen. Sie bestehet in 3. etwas voneinander abgesonderten theilen, deren nahmen Camplo, Nucellaund Castro nuova.

Campomajor, eine vestung in Portugall in der vrovintzAlenlejo , an den Spanischen grentzen , an dem kleinen fluffeCaya. Sie wurde an. 171». von dem Marquis de Bay verge-bens belagert. Colmenar , delic. p. 790.

Campovico , ist ein ansehnlicher alter flecken, im unternVeltlin an dem ungestümen berg - wasser Tovake unten in derebene gelegen. *

Campredon , lat. Campus Rotundus , eine kleine befestigtestadt in Catalonien an den grentzen der Grafschafft Roußillon,zwischen Girona und Puicerda gelegen.

* Camps, (Francifcus des) war zu Amiens in der Picar-die von armen und geringen eitern gebohren. An. 1683. wur-de er zum Bischoff von Glandeve ernennet, konnte aber die dazunöthigen bullen von Rom niemals erhalten, davon die Ursachenin den Lettres de Mr. Arnauld tom. VII. befindlich sind ; wes-wegen ihm hernach der Ertz - Bischoff von Alby die Abtey vonSigny zuwege brachte.

Campson-Gauri, Sultan von Egypten, gebürtig aus Cir-caßien. Er hatte vormals in der sclaverey gelebehwar darauf un-ter die Mammclucken gerathen, hatte bey den Sultanen die vor-nehmsten ehren-stellen bedienet,und wurde von denMammeluckenan. 1304. gar auf den thron erhoben , welches er anfangs in be-trachtung der bisherigen factionen deprecirte. Er regierte mitgrosser klugheit, und nachdem er die unruhigen köpfe aus demwegc geräumet, brachte er das Reich in ruhe. Nachgehends sand-te er eine armee in Indien , die Portugiesen von dar heraus zutreiben, weil durch dieselbe,nachdem sie einmal den weg um Afri-ca herum in Orient gefunden , dem Egyptischen Sultan seine 'reiche zölle, welche er aus denen Indianischen durch sein land inEuropa gehenden waaren zu ziehen pflegte, auf einmal abge-schnitten wurden. Es glückte ihm zwar nicht nach wünsch, weildie Portugiesen seine flotte den z. febr. an. 1509. schlugen; den-noch aber wurde er vor einen sehr mächtigen Regenten angese-hen , der Jsmael dem Könige von Persien , und Selim dem Tür,ckischen Kayser die wage halten konnte. Er wurde aber endlichvon dem letzter» durch des Gouverneurs von Aleppo und Coma-ene, mit nahmen Cajerbey , verrätherey unterdrücket; welcherurch solches mittet den tod seines bruders, den Campson wegenangestifteter unruhe hatte hinrichten lassen, zu rächen suchte. Se-lim stellte sich , als ob er wider Jsmael zu selbe ziehen wollte,und kam inzwischen an. 1316. wider Campson anmarschiret ,welcher ihn mit seiner armee erwartete. Beyde stiessen in Co-magene zusammen, in dem sogenannten Calderanischen selb, aneben dem orte,woselbst im nächst vorhergehenden jähre diePersia-ner von den Türcken geschlagen worden. Als nun Cajerbey znSelim übergegangen, und die Mammelucken, wiewol nach einerungemein tapfern gegenwehr, und nachdem sie die schlacht-ord-nung der Türcken an verschiedenen orten durchbrochen, nur we-geit der grossen menge des feinds, dem abfall des Cajerbeys, unddem vielen geschütz der Türcken, wodurch ihre pferde gantz scheuworden, und sich nicht mehr regieren liessen, geschlagen worden,geschahe es, daß Campson, welcher mtt dem corps de reserveden fliehenden zu hülffe kommen wollte, und dazumal schon 7a.jähr alt war, wegen seines bruchö und dicken leides vom pferdeherab fiel, und todt getreten wurde. Leunciavius , lib. XVII. jo,vius, lib. XVII. Baudier , hist. des Turcs. *

* CAMPUS MARTIUS , ein etwas grosser platz ausser derstadt Rom , nahe bey dem thor, so man Flumentana hieß. Mansagt, derselbe sey von Caja Tarratia, einer Vestalischen Jungfer,dem Römischen volck geschcncket, oder wie andere wollen, vonAcca Laurentia. Der Romulus soll ihn schon dezn Marti ge-heiliget haben. Unter Servio Tullio ward der Census auf dem-*selben gehalten , wie auch die erste Comitia Centuriata. Er istaber bald hernach von Tarquinio Superbo zu eigenthümlichemgebrauch verwendet, und mit früchten bejaet worden. Doch dader König samt seiner familie vertrieben worden, wurde dieserplatz wieder geweyhet, die darauf stehende früchte abgeschnitten,und in die Tiber geworffen, weil man sich ein gewissen machte,solche zu geniessen ; es soll auch aus dem stroh, welches bey die-sem anlas in das damals eiwas kleine wasser geschmissen wurde,und hier und dort hangen blieb , die bekannte insnl in der Tiber ,welche auch Sacra , oder Iniula iEsculapii genennet wird, ent-standen seyn. Doch meldet Livius , daß dieses feld des Tarqui.nii, welches zwischen der stadt und dem fluß gelegen, erst nachdessen Vertreibung dem Marti geheiliget, und Campus Martius

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