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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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sey genennt worden. (T. Livius , üb. II. c. Dieser Platzsoll aber nach einiger meynung von Kayser Aureliano mit »n diestadt-mauer eingeschlossen worden seyn. Er war mit gras be-wachsen , und dienete zu den immerwährenden kriegs - Übungender Römischen jugend, wie auch denen Comitiis , oder staats-ver-sammlungen des volcks, welche meistentheils allhier, obwol auchoft auf demjenigen theil des marckts, welcher Comitium genenntwar, gehalten wurden. Alex. Donati Roma vetus & nova, lib. I.cap. 8.

CAMPUS PIORUM, ein berühmter ort in Sicilien un-weit Catanea, allwo die beyden brüder Amphinomus und Ana-pus ihren vatter und mutter auf ihren rücken aus den flammen,welche der berg Aetna ausgeworffen, zogen. Valerius Maximus ,lib. V. c. ;.

CAMPUS STRIGONIENSIS , vor zelten ein Cistercien-ser-kloster in Hungarn, fo an. 1269. fundiret worden.

* Campuzano, (Balthasar) ein Augustiner-Mönch aus Li­ ma , einer stadt in Peru , ward aber hernach zu Rom General-Procurator und Aßistent seines ordens wegen der Spanischen provintzien, und starb daselbst den 5. april an. 1666. am schlage.Er ließ unterschiedliche tractate in Spanischer spräche , als: deJurelndiarum ; de Summo Sacerdote ; de Reginas SueciieConversione; Antiquitates Guadalaxarse &c. Anton. bibl. Hisp.

Camtzen, eine von den ältesten und ansehnlichsten familien inPommern . Sie führt ihren Ursprung aus Frankreich her; dennals sich Levin Camtze, Königlicher Französischer Rath, in einerGesandtschafft an dem Mecklenburgischen Hofe bekannt gemacht,hat er seinen söhn Curt Camtzen,dem Hertzoge hernach zugesandt,welcher ihn hierauf mit dem Ritter-guthe Gartow belehnet.Vondessen nachkommen hat Levin dieses nahmens der dritte, Hansenssöhn, sich in Pommern gesetzet, und das lehn-guth Pentin an sichgebracht. Micml. Pommerl. lib. VI.

* Camul, eine Asiatische stadt in der grossen Tartarey, in demKönigreich Tanjou gelegen. Sanson nennet sie auch Xamo,und setzt sie in die wüste dieses nahmens, aber nach Witsens be-richt liegt sie mehr westwärts.

* Camulus , eines Heydnischen gbtzen nahmen. Gruteri In-leriptiones machen ihn bekannt. Die erste heisset, p. XL. n. 9.Ardoine Camulo, Jovi, Mercurio, Herculi. Unter jedem diesernahmen stehet der gott , so denselben trägt, unter Camulo ist einMars mit feinem schild und lantzen. Eme andere Überschrift k.LVI. n. 11. heißt, Camulo. Sanc. fortiss. Sac. &c. und ist diese indem lande der Sabtner gefunden worden. Eine dritte, so manvhnfern Eleven gefunden, sägt, Marti Camulo, ob salutem Tibe-riClaudi Ca:s. Cives Romani Templum constituerunt. Aus wel-chem allem erhellet, daß Camulus der Mars sey, welcher dernemliche mit Sangus ist. Es erscheinet auch daraus, daß dieSabiner den Mars, Camulus genennet haben. Gruter. Struvius,antiq. Rom. syntagm. c. 1. p. 96. Ißdorus, orig. lib. XX. c. 16.

* Camulogenus, ein Capitain der Pariser und umliegendervölckern, welcher seiner grossen erfahrung wegen , obschon sehrall, von denselben ist ausgesehen worden, sich Labieni, des Statt-halters Cäsaris, welcher mit vier legionen auf Paris anzöge, vor-nehmen zu widersetzen; er stritte mit grosser tapferkeit wider dieRömer, und kam in der schlacht, worinnen er die Gallier anführ-te, um; diese schlacht ist eine deren, da sich die Gallier am heftig-sten widersetzet, und die den Römern am härtesten ankommen ,wie aus Cäsare selbsten zu schliessen ist. Comment, de bello Gal-ileo, lib. VII. Er giebet ihm den zunahmen Aulercus. Camu-

Ö enus mag wol Märte genitus übersetzet werden, wie andereDiogenes , d. t. Jove genitos genennet, und hernach dieFrancken und Gallier sich andere dergleichen kriegerische nahmengegeben haben. Siehe Camulus den artickul oben.

* le Camus , ein Französisches geschlecht, welches, wieman sagt, aus Poitou entsprossen , und daselbst die Herr-schafft la Borde - Popeliniere besessen. Antonius le Camus,von dem ein besondrer Artickul, starb an. 1619. ohne männ-liche erben. Nicolaus le Camus, so au. 1618. KöniglicherSeeretarius ttnb sltt. 1620. Staats - Rath worden , gieng an.»648. in dem 80. jähre seines alters mit tode ab, und hinter-ließ von Maria Colbert, ausser vier töchtern, sechs söhne. Die-se waren i.) Nicolaus le Camus , von dem hernach. 2.)Antonius le Camus, Herr von Hemery, welcher an. 1687. indem 84. jähre seines alters, als General-Controleur der Finan-

i |m, gestorben, und von Elisabeth Feydeau drey söhne nachgelas-en: (a) Dionysium le Camus, Herrn von Hemery, der an.«*688. als Präsident von der Rent - cammer, zu Paris im ledigenstände mit tode abgegangen. (b) Andream le Camus, Herrnvon Hemery, der als Parlements - Rath an. 169?. gleichfalls imledigen stände gestorben. ( e ) Stephanum le Camus, Canoni-cum zu St. Genevieve. ) Eduardus le Camus war Gene-ral-Procuraror bey der Rent-cammer zu Paris , trat aber in dengeistlichen stand, und gesegnete an. 1674. in dem 70. jähre seinesalters das zeitliche. 4,) Stephanus le Camus war erstlich Mai-ire des comptes , hernach aber Ober - Aufseher der Königlichengebaube, und hinterließ, da er an. 167;. starb, von MagdalenaColbert keine kindcr. 5.) Andreas Kirard le Camus starb an.1698. in ftmem 88. jähre als Staats-Rath, und hinterließ vonCharlotte Melson gleichfalls keine erben. 6.) Johannes le Ca-mus gieng an. 1680. als Maitre des requdtes und Intendantvon Champagne, vhnverehlicht mit tode ab. Der älteste von die-

sen sechs brudern,abgedachter Nicolaus le Camus, war an. i 6 zr.Staats - Rath und Intendant der armeen in Italien und Lan-guedoc. Seine 5. söhne, die ihm Maria von la Barre geboh-ren, waren i.) Nicolaus le Camus, von dem hernach. 2. > Ca-rolus le Camus, Herr von Montaudier und Puypin, so Gou-verneur von Meuillon in Provence gewesen, und von Angelicavon Pontevez kinder nachgelassen. ) Stephanus le Camus,ein Cardinal und Bischoff von Grenoblc, von dem ein eigner ar-tickul folget. 4.) Girard le Camus, der an. 1717. als Maitredes comptes, gestorben, und von Maria de CreU keine erben ge-lassen. 5. ) Johannes le Camus, welcher an. 1710. in dem 7;.jähre seines alters, als Maitre des requetes und Lieutenant-Ci-vil bey dem Chatelet zu Paris , verschieden, nachdem er mir Ma,ria Catharina du Jardin nur eine tochter, die ihm an. 1696. imtode vorangegangen, gezeuget hatte. Oberwehnter Nicolaus leCamus, Herr von la Grange, Bligny rc. wurde an. 1672. ersterPräsident bey der Rent-cammer, und stund dieser bedienung bisan. 171?. da er in dem 90. jähre seines alters das zeitliche geseg-net, rühmlich vor. Mit seiner gemahlin, Maria Larcher, hatteer fünf kinder gezeuget, die waren r.) Nicolaus, von dem her-nach. 2. ) Franciscus le Camus, Marquis von Bligny, Mare-chal de camp , der sich an. 1716. mit X. de Barillon verheura-thet. ;. ) Petrus le Camus , Prior zu Bere. 4. ) Claudius ,so der Ritter le Camus genennet worden, und an. 1676. alsSchiffs-Lieutenant, zu Messing gestorben. 5.) Leo Stephanusle Camus , Herr von la Grange, der an. 1710. als Intendantvon Pau,mit tode abgegangen,und von Catharina Susann« Au-bert kinder nachgelassen. Vorerwehnter Nicolaus le Camus,Herr von la Grange, Bligny rc. war Maitre des requetes , undbekam an. 1707. die anwartschafft auf die bedienung seines vat-ters, starb aber vor demselben an. 1712. und hinterließ von Ma-ria Elisabeth l'Anglois zwey söhne: 1.) Der jüngere, IacobusCarvlus le Camus, gieng an. 171;. als Baccalaureus Theolo-logias , mit tode ab. 2.) Der ältere, Nicolaus le Camus, Herrvon la Grange, so an. 1688. gebohren, wurde an. 171z. nachseines vatters tode erster Präsident bey der Rent-cammer und ei-nige tage hernach Prevöt und Ober - Ceremonienmeister der Kö-niglichen orden.- Er hat sich an. 1714. mit Magdalena Charlvt.te Baugier / und an. 1722. mit Maria Anna le Maitre, Frauvon Persac, verheurathet. UEtat de la France , tom. IV. An.sehne , hist. gen. tom. IX. p. ;i8.

Camus, (Antonius le) Ritter, Herr von Iambeville, Mar-quis von Millebois, rc. Präsident im Parlemcnt zu Paris , warein söhn Martini le Camus, Raths in eben diesem Parlc-mente, welcher an. 1564. gestorben, und ein enckel Caroli,der unter Francisco I. ein Mitglied des Raths zu Maylandwar. Antonius nun, dessen hier gedacht» verlohr seinen vat-ter, als er nur 12. jähr alt war; wüste sich aber so wohlhervor zu thun, daß er im 22. jähre seines alters von Caro-lo lX. an. 157z. die stelle eines mitglieds im grossen Ratheerlangte, wozu ihn an. 1585. Henricus III. noch mit demamte eines Requetenmeisters beehrcte. Henricus IV. brauchteihn in unterschiedenen Verrichtungen, und machte ihn an. 1590.zum Ober - Gerichts - Aufseher in der Normandie . Bev dereroberung von Ponteau de mer wurde er von dem Hertzogevon Mayenne zum kriegs - gefangenen gemacht, wobey er,etnecquipage verlohr, und 12000. pfund zu seiner rantzion gebenmuste, die der König erlegte, ihn auch zu seinem Staats - undgeheimen Rath, und darauf an. 1595. zum Präsidenten machte.Er diente hernach dem Könige in Limosin , und nach seinerWiederkunft wurde er Präsident im Parlemente, welches amter von an. 1602. bis an. 1619. in welchem jähr er starb, ver-waltete. Blanchard Presid. du Pariern.

Camus , (Stephanus) ein Cardinal - Priester, gebohren inFranckrcich den iz. oct. an. 16;2. aus odgedachter ansehn-lichen familie. Er gericth in seiner jugend in solche gcsell-

S en, welche nicht die besten waren, und ward zu einigenn, worunter sonderlich die beschreyte debaucbe de Roisliviel Wesens gemacht, verleitet, welche dem Cardinal Mazari,ni (der ohnedem seinen sonderbaren verstand mit mißgünsti-gen äugen soll angesehen haben) anlas gaben, ihn von demHofe zu entfernen. Wiewol jedoch auch nicht zu verschweigen,daß die, so von der fach am meisten hätten wissen können, diestndamaligen Abbe le Camifls entschuldiget haben, und einige allesaeschrey, so dieser wegen ergangen, für einen Staats-strcich desCardinals Mazarini gehalten, welcher dabey seine sonderbare ab-sichten gehabt. Wie dem allem,so gieng hlcraufle Camus zu demPrintzen von Conti in Languedocmnd fleug so ein ereinplarischesleben an, daß auf deS jetzterwehnten Printzen ernstache recom-mendation, der obgedachte Cardinal ihm das Bißthum vonGrenoble zuwege brachte. In solcher function contmuirte erbis an sein ende die angefangene lcbcns - art. unter seiner ge-wöhnlichen kleidung trug er den Habit eines Carthaujers; nie,mals er etwas anders als krauter und wurtzcln ; ,eme or-dentliche schlaf-stätte waren blosse breter; er predigte sehr oft,und stellte mit seinen untergebenen gewisse zusammenkunftc an,worinnen er von allerley geistlichen Materien sich mit ihnen un-terredete : an unterschiedenen orten stiftete er jchulen und 8 emi-naria , ließ auch einige geistreiche bücher drucken ,. welche sehrhoch geschähet wurden ; gegen die armen war er überaus gut-thätig - die Hospitäler, die armen pilgrim , und sonderlich diesterbende besuchte er überaus fleißig; wo er leuthe von einem