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langet. Was aber die Konigin Candace anlanget, so gedencketStrabo, daß zu den reiten Augusti, da der Römische GeneralPetronius in Africa viel siege erhalten, die Königin Candacein Aethiopia regieret, die er rühmet, baß sie von männlichertapferkeit gewesen, ob sie gleich nur ein äuge gehabt, auchdem Petroniv mit 30000. mann tapfern widerstand gethan,doch so, daß sie, weilen ihr volck ungeübt und zum krieg schlechtgerüstet war, die stadte Pselcha , Premnis und Nepata ver-jähr , und letztlich Gesandte zum Kayser zu schicken gezwungenward. Daß nun diese Königin diejenige sey, deren in der Apo-stelgeschichten gedacht wird,wollen einige, insonderheit Marmo-lius und Johann deBanos, behaupten, denen aber Casaubo-nus und andere widersprechen , weil die zeit nicht wohl überein
kommt. Irenaus , üb. 111 . c. 12. Hieron. inEsai. LI. Cy-rillus HierasoL cath. Eusebius , üb. II. c. i. Dorotbeus, in Sy.nopsi. Strabo , üb. XVII. Plinius , hist. nat. lib. VI. c. 29.Marmol. üb. XX. c. 23. Job. deBanos, lib. III. c. 2. Ligbtfoot.in Act. VIII. Basnage , in exercit. hist. critic. ad an. 83. n. 29. *
Candahar , eine stadt und provintz in Asien an dem flußGanges , welche gegen abend , mittag und Mitternacht vonPersien, gleichwie von Haiacan gegen morgen umgeben ist, undunter dem schütz der Ottomannischen Pforte stehet. Man sagt,daß diese provintz zwar noch fruchtbar genug sey, sonderlich indem mittäglichen theile, jedoch an gutem wasser Mangel leide,indem dasjenige, welches darinnen zu finden, entweder saltzigoder gar stinckend sey. Die Pattans, Aguans und Coulis,welche beschriehene räuber sind, thun viele einfülle in diese pro-vintz, um den Caravanen aufzupassen, welche gemeiniglich ausIndien nach Persien gehen, und hierdurch paßiren, welchervurchzug eben Candahar confiderabel macht, weil die kaufleuthedaselbst ihren roll erlegen müssen. Sonst ist die stadt nicht groß,jedoch sehr veste und vvrlheilhafftig gebauet. Sie verursachetoftcrmals krieg zwischen den Persianern und dem grossen Mogol.An. 1709. wurde sie von den räubern, so sich Belutcn nennen,überfallen, erobert, und darin» der Gouverneur mit aller seinermannschafft getödtet. t Diese stadt soll an. 1739. nebst Cabulvon dem sogenannten Schach Nadir, oder Thamas Kulikhanerobert worden seyn. Einleitung zur heutigen Historie,V. XXII. p. 1975. Taverniers Peruanische reise, üb. V. c. I.
Bernier , hist. de Mogol. Lernet Hijioriques.
Candale. Das geschlecht von Candale ist eine linie vondem von Foix . Archamdald, Herr von Greilli, rc. wurdedurch seine gemahlin Isabclla, eine schwester und erbin Mat-thäi, Grafen von Foix , Herr von dieser Grafschafft, und starban. 1412. Seine nachkommen führten den titul von Foir, unddessen anderer söhn, Gasto von Foix , heurathete an. 1410. Mar-garetham von Aldret, mit welcher er Iohannem I. von Foix
S igete, so Margaretham von Suffolck, die erbin der Graf-afft Candale in Engelland zu seiner gemahlin nahm. Daherodiese linie der Grafen von Foix auch den titul von Candale ge-führet. Sein söhn Johannes de Foix Candale hinterließ unter-schiedene linder, unter welchen sonderlich merckwürdig Gasto II.der Martham von Estarac, die älteste tochter und erbin Johan-nis , gehcurathet, und Johannes, so Ertz-Bischoff zu Bour-deaux gewesen , und an. 1527. oder 28. gestorben. JngleichenAnna de Foix Candale, welche Uladislaum, König in Ungarn und Böhmen , geheurathet, und mit demselben Ludovicum undAnnam , die gemahlin des Kaysers Ferdinandi I. gezeuget.Henricus de Foix Candale, ein schwieger-svhn des CönnetäbleAnnä von Montmorenci , war an. 1368. Gouverneur zuBourdeaux, und wurde an. 1373. in der belagerung vor Som-mieres in Languedoc getödtet. Dessen einzige tochter , Mar-aaretha de Foix Candale, wurde an. 1387. an IohannemLudovicum de la Valette, Admiral von Franckreich , vermäh-let , und zeugte mit ihm Iohannem de la Valette genannt deFoix , Hcrtzog von Candale, welcher ohne erben an. 1639. zuCasal gestorben; Ludovicum, so Cardinal worden, und Bern -harduin, der das geschlechte fortgepflantzet. Dieftr führte dentitul eines Hertzogs d'Espernon, de Candale rc. und vermähltesich an. 1622. mit Gabriele Anqelica, einer natürlichen tochterHenrici IV. mit welcher er nebst Anna Christin», die sich in denCarmeliter-orden begeben, Carolum Gastonem gezeuget, derunter dem nahmen des Hertzogs von Candale bekannt, und zuLyon an. 1638. den 28. jan. gestorben ist.
Candale, (Franciscus de Foix de) siehe Foix .
* Candalor, eine Türckische stadt in Asien gelegen, und zwaran der mittägigen feiten Natoliens, r 3. stunden von Santalienostwärts. Candator ist das alte Sida,chie ehedessen in Pamphi-lien lag , und eine ansehnliche Bischöffliche stadt war, heu-tiges tags aber will sie wenig bedeuten. Maty , Dict.
Candaules, welchen die Griechen, wie Herodotus meldet,Myrsilum nannten, war ein söhn Myrsi, stammte her von Al-cäo, einem söhne Herculis, und war der letzte König in Lydien ,aus dem geschlechte der Heracliden. Der ansang seiner regie-rung wird in A. M. 3323. gesetzet. Er hatte eine so ungereimteliebe gegen seine gemahlin', daß er sie vor die schönste in dergantzen weit hielte, ließ sie auch dermaleins einem seiner freun-de , nahmens Gyges, der sich jedoch dessen, so viel ihm inög-lich, gegen den König soll gewehret haben, nackend sehen.Solches verdroß die Königin dergestalt, daß sie den Gygemanstiftete, ihren gemäht aus dem wege zu räumen, mit bedro-
hen , wie es sonsten ihn selbst das leben kosten wurde; welchesauch A. M. 3340. geschahe. Worauf Gyges die Konigin heu-rathete , und das Königreich auf einen neuen stamm der Me»mnadarum brachte, worinnen seine nachkommen bis auf Crö-sum regieret haben. Des Candaules regierung hat 18. jähr ge-währet. Das einige, so noch von demjelben merckwürdig, kandieses seyn, daß er schon zu seiner zeit die Mahlerey sehr hochgeschähet, und ein gemählde des mahlers Bularchi, so eineNiederlage der Magnesiern vorstellete, mit gleichem gewichtevon gold bezahlet. vi'm. üb. Vll. c. 38. & üb. XXXV. c. 8.Herodot. lib. I. Justin, üb. I. Eufeb. in chron. *
* Candax, ein Alanischer Fürst, unter welchem auch dieSciri und Satagarii stunden , erhielt nach denen auf Attilätod erfolgten, und an. 434. geendigten Hunnischen Unruhen,in welchen die Gepiden unter ihrem Könige Ardarico sich desgrösten theils der Hunnischen lande angemaffet, Klein-Scy-thien und Nieder-Mösien vom Kayser zu besitzen, jomandes ,Get. 30. Von Buna», P. I. der Reichs-Historie III. 191. Mas-co» , geschichte der Teutschen.
Cande oder (Landes , lat. Candaeum , und Candenfis Vicus,ein flecken in Touraine an den grentzen von Anjou am fluffe Loi re , woselbst die Vienne hinein fällt. Es wird dieses orts vonSulpilio Severo und Gregorio Turonensi gedacht , wegen desheiligen Martini, so an. 400. den n. növ. allda gestorben»Lande ist auch der nähme eines flusses in Languedoc , welchersich in den fluß Aveiron ergeußt.
Candea, oder Candt, eine stadt und Königreich in Indien ,auf der insul Ceilon. Das Königreich liegt mitten darinnen,und ist das wichtigste in dieser insul. Die stadt, welche am flusise Trinquemale stehet, ist sehr groß und volckreich. Batdei be-schreibung von Ceilon.
CANDEI, ein gewiß alt volck am Arabischen meer-bustn,so von einigen Ophiophagi genennet worden , weil sie schlangenzu essen pflegten. ?lm. üb. VI. c. 29. Pomp. Mela , lib. VI.
* Candela, (Joh. Dominicus) war zu Philadelphi in Sici-lien an. 1341. gebohren , und begab sich an. 1363. in die Gesell«schafft der Jesuiten . Er hat den Collegiis zu Palermo ,Meßina und Syracusa mit vielem rühm vorgestanden, undist an. 1606. den 24. aug. zu Catana gestorben. Sdine schrif«ten sind : Del bene della Virginitä; Dello stato dello Virgi-nitü; de Costumi delle Virgin!. Mongitor. biblioth. Sicula.Alegambe , bibl. script. S. J.
Candelaro, ein fluß im Königreich Neapolis, welcher aufdem Apenninischen gebürqe in der landschasft Capitanata ent-springet, und sich unweit Manfredonia ins Adriatische meer er-gießt. Man muß ihn aber nicht mit Candelora confundiren,welches eine stadt und Fürstenthum von Anatolia in Cara-manien ist.
Candelburgius, (Jacobus) ist nebst seinem bruder Conra-do bekannt, weil sie beyderseits zu derjenigen religions-ände-rung, die Johann Huß in Böhmen vorgenommen, kein geringesbeygetragen. Sie sind alle beyde an. 1404. aus Engclland nachPrag gekommen, ihre studia daselbst fortzusetzen , und wieHagetius meldet, sollen sie den nahmen von der stadt Cantel-berg geführet haben. Der ältere Jacobus war BaccalaureusTheoiogiie. So bald sie in Prag angekommen, erschienen siezum öfter» in dem Auditorio , und disputirten von der machtund autorität des Papsts , da denn ihrer viele, sonderlich Jo hann Huß , ihnen beygepflichtet. Nachdem ihnen aber solches wei-ter zu thlin verboten worden, liessen sie mit einwilligung ihreswirths auf ihrem saal ein gemählde verfertigen, da aufder ei-nen feite Christi einzog zu Jerusalem und leiden, aufder an-dern feite aber das verderben und der pracht der Catholischenkirche vorgestellet wurde. Dieses anzuschauen liessen ihrer vielezu, und Johann Huß nahm daher gelegenheit, dem volckefeine meynung desto nachdrücklicher vorzustellen. Wie denndiese Candelburgii nebst Johanne Huß und Hieronymo Pragensthernach beständig zusammen gehalten. Dennoch wollen ande-re , daß vielmehr Huß selbst das gemählde in seiner stube ha-be verfertigen lassen. Hagecius , in chron. Hohem. Theobald.Hußitcn-krieg, c. 3. Historia persec. eccl. Hohem. c. 8. Arnoldsketzer-historie , P. I. üb. XV. c. 3. Observ. feiest, ad rem. liter.tom. IV. obf. io. *
de CANDELIS , aufHungarifch Lhaunitz oder Schau-nig, vor zeiten ein Cistercienfer-kloster in Hunaarn, von derPontigniacenfer-linie, so an. 1216. in der Graffchasst ScepuSim Graner-Bißthum fundiret worden.
Candia , oder Creta , eine insul und Königreich auf demMittelländischen meere , lieget am eingange des Archipelagi,und breitet sich von osten gegen westen aus, so daß ein theil ge-gen Asien , das andere gegen Africa stehet. Das Aegeische meerhat es gegen norden, und das Cretische oder Candianifche ge-gen mittag. Beydes sind theile von dem Mittelländischen niee-re. Die gröste länge von Gapo Salomonis bis an Capo Cornicoträget 70.' Teutsche meilen aus, da es hingegen in der breite nur13. meilen hat. Das land ist sehr fruchtbar, und hat unter-schiedliche ffüsse und berge, worunter der berg Jda, so anjetzoPsiloriti heisset, der höchste ist, aufdessen spitze man beyde mee-re sehen kan. Die einwohner dieser insul waren die ersten, wel-che sich zu wasser dlirch die schiff-fahrt, und zu lande durch dengebrauch der bogen berühmt machten. Sie wüsten auch die
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