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reutet in squadronen ju stellen , und die pfetde wohl abzurich-ten. Desgleichen waren sie die ersten, welche ihre gesetzt inschriften verfasseten, und wie einige wollen , sind sie auch erfin-der der musie gewesen. Diese insul war weiland unterschiedli-cher dingen halben sehr bekannt, als erstlich wegen Minois laby-rinth oder irrgarten, so von Dädalo erfunden worden; fernerwegen eines gewissen schiffes, mit nahmen Taurus, woraufEuropa weggeführet wurde; und endlich wegen Jupiters ge-burt , welchem auch um deswillen diese insul gewiedmel worden.Heut zu tage wird sie in 4. gebiethe eingetheilet, welche nach dendarinnen befindlichen haupt-städten genennet werden, als dasind: Candia, Canea, Retimv und Setia. Die Alten zehltenüber 100. städte in dieser insul, weswegen sie auch Hecatompo-lis genennet wurde. Derselben einwohnet sind allezeit übel be-schriehen gewesen, daß sie lügner und see-räuber wären. Zuersthatten sie Könige, und darauf lebten sie unter gewissen Haupt-leuthen , als w einer Republick. Die Laeedämonier nahmenunter ihres Königs Agis anführung A. R. 422. in Darii nahmenCandia ein, behielten es auch so lange, bis A. Cäcilms Metel-lus , welcher A. R. 686. Römischer Bürgermeister war , sich die-ser insul 68. jähr vor Christi geburt bemächtigte. Nachgehendswar sie den Römischen, und darauf den Constantinopolitani-' scheu Kaysern unterthänig, bis an. 8 -;. da sie von den Sara-cenen eingenommen wurde, welche die stadt Candia erbaueten,wornach sodann die gantze insul genennet worden. NicephorusPhocas eroberte sie darauf wiederum an. 962. und Nicon brach-te aufs neue den Christlichen glauben darinnen recht zu stände.Als Bonifaeius , der Marggraf von Montferrat, Herr darüberwar, und Constantinopel von den Franzosen und Venetianerneingenommen worden, verkaufte er selbige den letzter« an. 1204.Darauf bevestigten die Venetianer darinnen einige örter, weildie einwohner sehr geneigt zum aufruhr waren, wie sie denn an.*364. vorhatten die Genueser hinem zu bringen, aber durch derRepublick Wachsamkeit hieran verhindert wurden. An. 1645.geschahe es, daß die Turcken , unter dem vorwand Malta zubelagern , eigentlich aber um sich zu rächen wegen des verlustsihrer schiffe, welche die Maltheser-Ritter an. 1644. unter Bois-Baudrans commando, und zwar, wie man insgemein vor-giebt, samt einer Sultanin und einem Ottomannischen Pcin-tzen erobert, und in einen Candiotischen Hafen gebracht hatten,in Candia einfielen, und solchen krieg bis an. 1669. fortsetzten.An. 1645. machten sie sich Meister von Canea , und belagertendarauf die stadt Candia. Die Päpste, und insonderheit Cle mens IX. bemüheten sich sehr, der insul hülffe zu schaffen, wel-ches auch von dem Könige in Frankreich und einigen andernChristlichen Potentaten geschahe. Allein nachdem der krieg 24.jähr lang gewähret, muffe sich endlich Candia doch an die Tür-cken, wiewol mit billigen bedingnngen, ergeben. Einige sagen,daß Gvrtyna ,m that Mesarea vor zeilcn die Haupt-stadt gewe-sen. Dieses thal liegt südwärts in der insul, allwo die ebenenselber List, Lascito-Campo und Omal-Campo zu finden. Dis-seit aber längst dem ufer sind die städte Gierapeira, Antropoli,Estramatali, Girotela, Sfaeia, Fenice. Die nordwärts lie-gende städte find: Setia, Mirabel, Candia , Retimo , Canea.Die städte aufdem vesten lande sind: Certonest, Cinosa , Gor-tyna, Olerno re. Man berichtet, daß gegen dem quell desbachö Lene zu, welcher gegen die nord-ftite des berges Ida oder^siloriti fliestet, eine im fels gehauene grotte zu finden, welchefür Minois labyrinth gehalten wird. Die vornehmsten städteund vestungen, so die Türcken haben, sind: Candia , Canea,Retimo und Setia. Den Venetianern wurden in dem friedens-schlusse an. 1669. die vestungen Garabusa , Suda und Spin«Louga überlassen, davon aber an. 1692. die vestung Garabusadurch verrätherey, Suda und Sp.ina Longa aber in dem letztenkrieg durch aceord wieder in Türckische Hände gerathen find.Die darin« wohnende Venetianer sind Catholisch, die anderneinwohner aber der Griechischen religion zugethan. Pimius ,Üb. IV. c. 12. So/i», c. 16. Strubo , üb. X. Mela , lib. II.Cedrenus. Zinnrau Jußiniani hist. Venet. lib. II. III. IV. seq.Sabeüicus , lib. II. Btllor. lib. II. observ. c. 4. sq. Du Cange ,hist. Constant. &c.
Candia , eine stadt in der insul Candia, nach welcher dasgantze Königreich genennet worden, lieget im nördlichen theile,gegen der insul Stanvia über, und ist sehr veffe. Vor zeitenwar hier ein Ertz-Bischvfflicher sitz, worunter 9. Bißthümmergehörten. An. 164;. belägerten sie die Türcken nach der beyCarvaca gehaltenen schlacht, muffen aber die belagerung wie-der aufheben, nachdem sie den besten theil ihrer armee eingebüs-stt. Worauf sie den ort sehr enge bloquirten bis an. 1667. dasie im may die belagerung wieder anfiengen» und endlich an.1669. ihn mit aceord einbekamen. Man glaubet insgemein ,daß die Türcken bis 600000. mann in solcher ervedition ver-lohren haben,, welches dann in ihrem regimente die empörun-gen, die sich öfters in der stadt Constantinopel entsponnen, ver-ursachet. Von dieser belagerung sind besondere beschreibungenausgegangen. Siehe auch la Vie de S. Andre Monbrun. r
* Candia, ein flecken oder städtgen in dem HertzogthumMayland, in Lomellina,Meilen von Verteil, und 2. von demfluß Po gelegen. Der nähme dieses orts , wo Alexander V. gebohren lst, hat einigen anlas gegeben zu irren , wenn sie sa-gen , daß er aus der lnsul Candia gebürtig gewesen. Maty.Martinis) e.
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. .* Candich, oder Landis, Candv, eine prvvintz in In dien , welche von mittag gegen Malva lieget. Sre ist groß, mitvielen volkreichen städten, worunter Brampour das Haupt, undangefüllt. Es wird in dieser landschafft eine un-glaubliche menge von feinem cattun gemacht, und nach Per-sien , der Turcken, Moscau, Polen , Arabien, Alcair, undandere orte verführet , weil in diesem lande mehr als in einemvon gantz Indien baumwolle, wie auch reis und indigo wächst.Weil nun dieses land sowvl wegen seiner fruchte, als auchherrlichen manufacturen so viel einträget, so wird es von demMogol so hoch geschätzt, daß niemand , als sein söhn oderVetter das Gouvernement darüber erlanget, welcher zu Bram,ponr residiret. sshevenots Ost-Jndif. reif. I. 42. p. 139. s eqq .
* Candida, aus China gebürtig, eines reichen von Adelde Hm wittive, war eine zu dem Christlichen glauben bekehrte,fromme, freygebige, gottselige, und in der Christlichen reli-gion wohl erfahrne und unterrichtete frau ; sie pflantzte aus an-dacht die Christliche religion fleißig fort, und wandte zu derenerweiterung viele Unkosten auf. Darneben hielt sie viel aufge-lehrsamkeit, wie sie denn solches öffentlich erwiese, da sie aufihre Unkosten 400. Sinefische bücher kaufte, und selbige nachRom in die Vaticanische bibliotheck fchenckte. Sie starb end.lich an. 1680. in dem 72. jähre ihres alters. t’aulhm gelehrtesfrauenzimmer. Caroli , mem. eccl. siec. XVII. tom. II. P. II.lib. IX. c. 2. p. 251.
* CANDIDATI , wurden bey den alten Römern diejenigegenennet, welche sich um einige ehren-stelle bewarben, und zudessen anzeigung einen hellen und weissen rock trugen. DerRath muste allervorderst untersuchen, ob sie alters oder ande-rer umständen halber des amts, dafür sie sich angaben, fähigseyen. Wann dieses geschehen, war es ihnen erlaubt, auf al-le weise der bürgern, welche insgesamt ihre stimmen zu gebenhatten, gunst zu erwerben. Antiq. Roman*.
* Candidiano, ein kleiner fluß in der Italiänischen vro-vintz Romagna , im Kirchen-Staate, welcher in den Golfo diVenetia sich ergeußt. Untverjul-Lexicon.
Candidianus, ein Comes Domefticorum bey dem KayferTheodosio Juniore , welches eine gewisse bedienung an dem Ho-fe der Constantinopolitanischen Kayser war. Er befand sichan. 4; 1. auf befehl des Kaysers bey dem Loncilio zu Ephesus ,ordnung und friede dastlbst zu erhalten. Weil er sich aber vonNestorio hatte geivinnen lassen, trieb er den Kayser an widerdie rechtgläubigen Bischöffe , insonderheit wider Cyrillum.Theodosius aber wurde endlich von den Bischöffen dieses Con-cilii eines bessern berichtet, daher er diesen Candidianum zu ge-bührender strafe zog. Concilior. tom. II. Baron , ad A. C. 4? t.
* Candido, (Petrus ) von München in Bayerland, ein sehreschlckter mahlet, war in des Churfürsten MaximilianiPlen-en, und hat fast feinen gantzen pallast gemahlet. Er hat die
risse der Einsiedlern in Bayern gemacht, welche Raphael undJohannes Sadeler nebst vielen andern seiner rissen in kupfe»gestochen haben. Man siehet noch vier Kirchen-Lehrer von seinerarbeit, welche Aegidius Sadeler gestochen. De Files , abregede la vife des Peintres.
Candidus, ist der nähme eines Märtyrers von Agaunum,heutiges lages St. Maurice en Chablais genannt, welcher un-ter dem Kayser Diocletiano ums jähr 286. gelitten. Die de-schreibung seines leidens , so St. Eucherius, Bischoffzu Lyon ,verfertiget, befindet sich bey den actis slnceris Ruinarti. Auchist noch ein anderer Märtyrer dieses nahmens von Sebaste mArmenien, welcher unter dem Licinio an.z ao. die Märtyrer-ero-ne erlanget. Baßlius, tom. I. homil. 20.
Candidus von Fulda , ein Benedictiner-Mönch, lebte umdaöjahr 822. Er wird Fuldensis genennet, weil er in demklo-ster zu Fulda gelebet, sonst ist sein rechter nähme Brunn gewe-sen. Er hat das leben Aegilis, eines Abts zu Fulda , den erzum Prasceptor gehabt, in 2. düchern geschrieben; das eine ingebundener, das andere in ungebundener rede. ChristophorusBrvwerus hat solche zuerst in seinen Sanctis oder Sideribus Ger mania heraus gegeben, nachmals auch Johannes Mabillouiusin steculo Lenedifet. IV. p. 1. Auch soll er das leben Baugolfi ei-nes Abts zu Fulda verzeichnet haben. Browrui , in pries, advitam iEgilis. Voßius , de Hist . Lat . Mir aus, in auct. Cate.
Candidus ein Cardinal, siehe Blanc(Hugo)
Candidus, ( Pantalevn ) war in Oesterreich den 7. oct. an.r^4o. gebohren. Seine studia hat er zu Wittenberg tractirt,woselbst er aufeinrathen Melanchthonis nach der damaligen ge.wohnheit den nahmen Candidi angenommen, da er sonst weißhiesse. Er wurde an. 1,65. Rector der schule in Zweybrucken,hernach hat er an unterschiedenen orten als Prediger gestanden,bis er endlich an. iz?i. Pastor und General-Superintendent zuZweybrücken wurde. Sonderlich ist merckwurdig, daß er an.1?8z. den Churfürsten zu Cöln, Gedhard Truchseß, nachdemsich derselbige zu der Lutherischen religion bekannt, mit Agnes,Gräfin von Mansfeld, getrauet hat. Er ist den ;. sebr. an.1608. gestorben, und hat unterschiedene schriften hinterlassen,als : Fibrös VI. Austriacorum ; Tabulas Chronologicas ä con-dito Mundo ad A. C. 1602.; Rerum Belgicarum epitomen aban. 1570. ad deditionem Ostendx , Und andere. Adanii vit.Germ. Theol. Fuber. tbeatr.
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