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Die Römische Sötte, welche mit Britannischen hülfs-völckernausgelauffen war, griffe» sie so tapfer an, daß sie die meistenschiffe eroberten, oder in gründ bohrten, schlugen auch die Ner-vier, welche auf der Röiner fetten waren, von Buna», I. c.p. r-i. Masco», l. L. IV. 54. Nach diesem kriege wird derCanninesatcn nicht uiehr gedacht, sondern sie sind gemei-niglich unter den Balaviern begriffen.
* Tannins, oder Rannluo, (Nicolaus) war von Amster dam gebürtig, und zu ansang des XVI. sseculi Probst desNonnen-klosters St. Ursulä zu Amsterdam . Man siehet aus ei-nem von Erasmo an. 1527. an ihn geschriebenen priese / daßer sich eine zeitlang bey Erasmo aufgehalten, und ihm in ad-schreidung Griechischer Codicum gedienet. Man hat auch Epx-xrammaca von ihm. Lenthemü Holland, kirchen-staat.
Tano oder Lhano, eine Afticanische stadt und Königreichin Nigritia, welches den fluß Nigcr gegen mittag , Cassena ge-gen morgen, die Agadcs gegen abend , und die wüste gegenMitternacht hat. Cano ist die haupt-stadl im gantzen lande,die andern stadte sind Tassara, Germa, rc. Cano liegt beyeinem see, und ist mit einer mauer aus holtz und erde umge-ben. Die darinnen befindliche Häuser sind von gleicher Ma-terie. Die einwohner des landes sind meistenlheils schaferoder arbeits-leukhe. Der König war vorzeiten sehr mächtig,und hielt eine grosse armee, um die Königreiche Zeqzea undCassena sich zinsbar zu machen. Allein der Konig Mchialieß sie unter dem vorwand den vornehmen Herren des König-reichs Cano wider ihren König beyzustehen, durch verrathercyuns den: wege räumen , bekriegte auch nach drey jähren denKönig von Cano selbst, und zwang ihn nach einer langwie-rigen belagerung, eine von seinen töchtern zu heurathen, undihm das dritte theil seiner einkünfte zu geben. Sanut. Mar-mal. lib. III. c. 10. Joh. Leom &c.
<£arto oder Lanus, (Melchior) ein Dominicaner-Mönchund hernach Bisthoff in den Canarifchen insuln, war einSpanier, gebürtig aus dem flecken Taracon in dem Ertz-Biß-thnm von Toledo . Er begab sich in den orden zu Salaman-ca, und studirte unter dem berühmten Francisco Victoria.Nebst der Philosophie und Theologie legte er sich auf die Hi-storie, Literas eleganteres und sprachen, Nach absterben desVictor» wurde er an. 1546. an seine stelle, die Theologie zudociren, erwehlet, und erlangte wegen seiner gelehrsamkettund lehr-art einen grossen rühm. Weil aber zu gleicher zeitBartholomäus Caranza aus seinem orden, und hernach Ertz-Bisthoff zu Toledo , mit grossem applausu dockte, so wur-de Melchior Cano eifersüchtig, und entstunden gleichsam zweyparteyen. Es waren aber ihrer beyder Neigungen sehr un-terschieden , denn Caranza war gelinde und freundlich, Canohingegen eines lebhafften Verstandes, heftig im reden, em,pfindlich, ehrgeitzig und ungestüm, und sagt man, daß erviel darzu geholssen, daß Caranza in Ungnade gekommen.Unter Paulo IN. wrirde er auf das Concilium nach Tridentgeschicket. Er kam auch bey dem Printz Carl von Spanien,und hernach bey dessen vatter Philipps II. in ansehen, welchemer in allem flaltkrte, und unter andern weiß machte, daß eralle Potentaten rechtmäßiger weise bekriegm könnte. Alleinweil dieses vornemlich den Papst angieng , so stunde diesemeynung dem Römischen Hose gar nicht an, ward auchvon der Universität zu Salamanca verworffen. Doch Phi-lippus II. gab ihm das Bißthum in den Canarifchen imulnzur belohnung, allein Cano verzog seinen abzug immer, wur-de Provincial von Castilien , und starb zu Toledo an. 1560.Er hinterließ Locos Theologicos , welche nach seinem tobegedruckt sind, und daraus Cornelius einen auszug gemacht,wie auch Relectionem de Poenitentia ; de Sacramentis, &c.Sixt. Sitten]', bibl. S. lib. IV. Galdi , de script. non eccl.Pofsevin. appar. Baratt, not. ad Mart. ad d. 22. dec. Razzi,script. Domin. Anton. bibl. Naudaui, bibliogr. polit. Scha-tus. Fernandez, &c.
(Cano , (Sebastian) aus Biscaya gebürtig, gieng mitMagellano zu schisse, welcher den 10. aug. an. 1519. vonSpanien absegelte, und nachdem er die von ihm sogenannteMagellanische meer-enge paßiret, in einer Philippinischen in-sul, mit nahmen Malana, starb. Nach dessen tobe kamCano in die insul de l» Sonde, und von bannen um dasvorgebürg der guten Hoffnung herum, wieder zurück nachSevilien , den 8. sept. an. 1^22. nachdem er die gantze weit in-nerhalb drey jähren und vier Wochen umsegelt hatte. KayserCarl der V. gab ihm zu seinem wapen eine erd - kugel mitdieser bcyschrist: Primus me circumdedisti. Choijy , hist. deSalomon.
, (Canobin, ein Maroniten-kloster auf dem berge Libanon,welches fast gantz in einen felsen gehauen, und der Verkündi-gung der H. Mariä gewicdmet ist. Es wohnet daselbst derPatriarch der Maroniten, welcher aus dem dazu gehörigen, undan wein fruchtbaren gebiethe jährlich 8000. thaler einkünfte he-bet, davon er dem Bassa zu Tripoli in Syrien 300. pjasterstribut zu bezahlen hat. Es befindet sich auch daselbst der er-ste von den 7. Maronitischen Bischöffen, welche unter demPatriarchen stehen. Die heilige Marine soll in diesem klosterden Nonnen-Habit angeleget haben. De la Crai #, de eccleCJilaron.
Histok. Lmcon IL Theil.
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(Canobbio , ein schöner flecken, in der MayländischenGrafschaffl Anghiera, auf der rechten feite des Lago maggio-re, nicht weit von den Schweitzerischen grentzen. Die ein-wohner treiben starcke Handlung, sonderlich mit leder, undsollen mehrentheils von guten Mitteln seyn. Sie haben vonden Teutschen Kaysern unterschiedene privilcgia und bey den-selben sich ziemlicher Massen erhalten. Schauplatz des kriegsin Italien , p. 288.
CANON , ist ein Griechisches Wort, welches so viel alseine regul oder richtschnur, ober auch das zünglein an derwaag bedeutet, und deswegen in verblümtem verstände vonunterschiedenen fachen gebraucht wird: also saget man CanonScripturse, Canonische bücher, das sind diejenigen, die fürgöttlich gehalten werden, und daher zu einer völligen richt-schnur des glaubens und lebens dienen. In der Catholischenkirche nennet man Canonem Miss« dasjenige gebat, welchesder Priester vor dem altar heimlich vor sich batet, und dassich ansänget: Te igitur, und heisset deswegen ein Canon,weil diese worte bey ihnen eine regul der eonsecration sind.In, den Conciliis werden die decisiones oder gemachtenschlusse auch Canones genennek. *
CANONES APOSTOLICI oder Apoftolorum, werdengenennet 84. kurtze regeln, die kirchen-verfassung betreffend,welche dem Corpori Juris Canonici beygefügt sind. SvWvlwegen ihres Ursprungs, als wegen ihrer autorität, werdensehr unterschiedene meynungen geführet. Einige haben be-haupten wollen, daß die Apostel selbst davon Urheber wä-ren. Andere, unter welchen sich Baronius mit befindet, hal-ten davor, daß sie der heilige Clemens um das jähr 102. ausder mündlichen lehre oder tradition der Apostel zuerst aufgesetzthabe. Andere machen sie fast um 100. jähr jünger. Vielaber stehen gar in den gedancken, daß erst zu ausgange desV. soculi ein unbekannter Grieche diese Canones aus allerhandConciliis und kirchen - gebräuchen zusammen getragen, undhernach, damit er ihnen ein grösser ansehen zuwege bringenmöchte, sie vor Apostolisch ausgegeben; worauf sie JohannesScholasticus feinem Nomocanoni einverleibt, der Kaystr Ju-stinianus aber in seiner sechsten Novella an den Constantino-politanischen Patriarchen, Epiphanium, sehr gerühmt undbestätiget hat. Der Papst Gclasius I. hat sie gleich anfangsauf einem zu Rom gehaltenen Synode , nebst 70. andern Bi-schöffen, vor apocryphisch erklärt, und Dionysius Exiguus ,welcher um eben dieselbige zeit gelebt, gesteht, daß sie beyvielen gar schwerlich beyfall gefunden, wie dann in derthat verschiedenes darinnen ist, so die Christliche kirche schonvon langer zeit her verwirffet. So sagt auch Jsidorus von Se,vilien, welcher in dem Vll.feculo gelebt, ausdrücklich, daß sie vondem Apostolischen stuhl nicht angenommen, noch von denheiligen Vättern avprobirt wären. Indessen ist gewiß, daßdie Orientalische kirche länger als 1000. jähr diese 84. Cano-nes vor richtig und Apostolisch gehalten. Etliche scheinendißfalls die Mittel-strasse zu erwehlen; indem sie zwar denersten $0., nicht aber auch den letzter«, eine autorität beyle-gen. Turrianus hat die zahl dieser so genannten CanonumApostolicorum mit 9. gantz neuen vermehren wollen, von wel-chen er vorgegeben, daß sie von den Aposteln zu Antiochia gemacht worden. Allein Dalläus und andere haben ihn diß-salls widerlegt. Guil. Beperegius hat sie zu London an. 167s.mit allen andern Canonibus der alten kirchen unter dem ti,tul: Codex Canonum Eccleii-e primitive vindicatus & illustra-tus mit anmerckungen heraus gegeben , und wider Joh. Dal-lälim behauptet, daß sie von Elemente Alexandrino zusammenaesetzel worden. Die Abyßinier haben selbige auch in ihrerspräche, so aber von den unserigen in vielen abgehen. Sixtus
Senens. in bibl. Baratt, annal. ad an. 102. Canon. II. Sy-nttd. Trullan. Albaspinam , observ. lib. I. cap. xj. Car. duFresne , in glossar. Gerb. van Maflricht , in hist. Jur. Eccl.n. 122. seq. Turrian. c. 1. pro Canon. Apost. contra Magde burg . DalLsus , in Pscudepigraph. Apoftol. lib. III. c. 22. seq.Marca , de conc. Sacerd. & Imp. lib. III. c. 2. Z egf. deorig. Jur. Canon. §. 8· seq. Richerius , hist. Conc. gen. c. ir.
5. U· *
(Canontcaltfche Episteln hiessen in der ersten Christlichen kirche gewisse briefe, welche denjenigen, so von einem ort zu demandern reiseten, mitgegeben wurden. Man findet davon dreycr-ley arten: 1.) Eiteras , oder recommendations-
und lob-briefe, welche nicht allein denen Geistlichen, sondernauch allen reisenden von dem Bisthoff mitgegeben worden, umdadurch anzuzeigen, daß sie an lehr und leben untadelhafst,und also ohne bedencken möchten aufgenommen werden.2.) Eiteras aVoiunWc, erlaß - oder absthieds-briefe, vermö-ge deren die noch nicht ordinirten geistlichen Personen, vondem Bisthoff des orts, wo sie hinkamen , sich konnten ordi »niren, oder wo solches schon geschehen, der Geistlichkeit sei,biger kirchen einverleiben lassen. ;.) Eiteras irenicas, fthde-und ftiedens-briefe, womit der Bisthoff die arme nothleiden-de sowol als alle andere, st> zu einer gemeinde ihre zufluchtnahmen, absonderlich aber die Geistlichen, versähe, und dar-innen von ihrem zustande Nachricht gab, damit sie ohne einzi-gen argwohn mochten angenommen , und mithin aller un,friede vermieden werben. Caupiut, in glossario. Cave erstesChristenthum.
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