4i2 can
can
Friedrich von Canitz auf Großburg, Ratschutz, Zuchen undBlumenau , Königlicher Tfchensa und Landrichter den demKönigl. Zauden-Gerichte in dem Gurautschen kreis Glogaui-tÜien'Fürstenthums, wie auch im Rütznischen kreis Wolaui-schen Fürstenthums Landes-Aeltester. 2.) Ferdinand von Canitzauf Gugelwitz und Zobell, des Lignitzischen Fürstenthums imLübnischen weichbilde Landes-Deputirter. ;.) Friedrich Wil,Helm von Canitz auf Eilgut, des Oelsnischen FürstenthumsLandes-Deputirter. In Preussen hat stch dieses geschlecht umdas jähr 1414. begeben , und stehet daselbst noch in grossem an-sehen. Carp'zov. antiq. Lusat. p. 148. Secken&orff. Luther.
Grosser, Lausitz , merckw. Lucä Schles. chron. Schles.curios.
ssanitz, (Friedrich Rudolph Ludwig, Freyherr von) des Io-hanniter - ordens - Ritter , Chur - Brandenburgischer würckli-cher geheimer Staats - Rath, Erbherr auf Blumberg, Dale-witz,Eiche und Helmsdorff, war den 27. nov. an. 1654. geboh-ren. Sein vatter war Ludwig, Churfürst!. BrandenburgifcherHof - Cammer - Gerichts - Rath , auch Preußischer Land-Rathund Hauptmann zu Balge . Sein groß - vatter Salomon,Chur - Brandenburgischer Hauptmann aufParthen. Als er17. jähr alt war, wurde er nach Leiden und nachmals nachLeipzig auf die Universität verschicket; worauf er nach Franck-reich , Italien , Engelland und Holland reisete. Nach seinerzurückkunft machte ihn der Churfürst zu Brandenburg , Frie-drich Wilhelm, anfänglich zum Cammer - Iuncker, kurtz dar-auf zum Legations - Rath, auch zum Hauptmann der ämterZossen und Trebbin . An. isgi. verschickte er ihn nach Franck-furt am Mayn , den angestellten tractaten beyzuwohnen,und das folgende iahr an Chur - Mayntz , desgleichen an.1684. an Chur - Cöln. Hierauf wurde ihm in gewissen ne-gotiationen nach Hamburg , und von dar nach Zelle zu gehenaufgetragen. An. 1686. wurde er nach Wien gesandt , umdem Kayfer wegen eroberung der vestung Ofen zu gratuliren;und weil bey feinem anwesen der damalige Chur -Brandenbur-gische Resident von «Lchmettau mit tobe abgieng, muste ersich bis in den may 1687. allda aufhalten. Weil aberan. 1688. der Churfürst starb, muste er dessen tod zu Wien motificiren, und die Chur - Brandenburgifche affairen 4. monatin acht nehmen. An. 1689. befand er sich bey den Dänischen und Holsteinischen tractaten; wurde auch den folgenden monatsept. nach absterben des letzten HertzogS von Sachsen - Lauen-burq, in regard des Fürsten von Anhalt, sowol nach solchenlanden» als zu dem Hertzoge zu Zelle abgefertiget. An. 1691.muste er auf einige wocheu die Verschickung an den Hertzog von Zeitz , und an. 1692. nach absterben des Hertzogs Christianivon Mecklenburg Schwerin , eben dergleichen über sich neh-men. Nach erfolgtem tode des Hertzogs Gustav Adolphs zuGüstrow -Mecklenburg an. 169$. wurde er zweymal dahin ab-geschickt , zugleich aber in verschiedenen Verrichtungen bey demHertzoge zu Holstein - Gottorss gebraucht. Endlich ernennteihn der Churfürst zu seinem Plenipotentiario nach dem veran-laßten congreß im Haag, wohin er im ansang des 1693.jahrs gieng, und auf der Hinreise über das absterben des Chur-fürsten zu Braunfchweig die condolentz zu Hannover ablegte.Obbesagter Verstümmlung hat er über ein iahr beygewohnet,auch bey Herauskunft des Königs von Groß - Britannien,jn wichtigen angelegenheiten zu verschiedenen malen audientzgehabt. Bey zunehmender leides - schwachheit gieng er, aufzulassung seines Principalen , an. 1699. im früyling vomHaag wieder nach Berlin zurücke, aüwo er eben dieses jähr ge-storben , und feine gülher dessen nächsten erben, dem Frey-herr» von Canstein , hinterlassen. Man hat von diesem Herrnvon Canitz eine anzahl sehr netter und geistreicher Teutschergetichten. Er hat sich zweymal verehlichet, an. 1688. mitDorotheen Emerentia von Arnimb, welche ihm einen söhnFriedrich Philipp gebvhren, so aber an. 1699. den 26. sept.verstorben; und an. 1696. mit Dorothea Maria Freyin vonSchwerin . *
Camus Rufus, ein Lateinischer Poet, von Cadix gebür-tig , lebte unter der regierung des Kaysers Domitiani, undwar ein guter freund des Martialis, welcher meldet, daß ervon sehr lustigem aufgeweckten gemüth gewesen , und auch an-dere immer lustig machen können. Er hat ein weib geheura,thet nahmens Theophila,deren qeschicklichkeit in der Philosophie,und kunst verse zu schreiben Martialis nicht genug loben kan.Aber fast lächerlich ist, daß Mvreri, und nach selbigem auchdie bisherige ausgaben des Fritschifchen Lexici melden, Ca-nius hätte noch eine andere frau gehabt nahmens Sappho , diezwar nicht so gelehrt, als Theophila, aber hingegen um soviel keuscher gewesen , welche lügend jener gemangelt. Dadoch wer nur wenig Latein verstehet, unschwer sehen kan, r.daß Martialis Canio kein ander weib gebe, als die einige Theo-philam. 2. Daß er dieser zugleich kunst und keuschheit in höch-stem grad zuschreibe. z. Daß, da er sie zuletzt mit der Sap pho von Lesbos vergleichet, wie dann alle Poeterinnen mitselbiger jeweilen^vcrglichen worden, er nur so schliesse, Theo-phila sey der sappho keuschheit halben weit vorzuziehen,aber ohne daß darum sie hinwieder von der Sappho an kunstund geschicklichkeit üdertroffen werde : Castior h*c; sed nondoctior illa fuit. Martiat. üb. III. epigr. ao. & 6z. üb. VII.epigr. 68· *
Canna, eine kleine ruinirte stadt in Apulien , so anjetzo Can-ttft üistrutta heisset. Sie ist wegen des sieges berühmt, welchenHannibal daselbst Λ. R. 43z. 01 ymp t . CXLI. A. C. 216. erhalten,da 40000. Römer, so von den Bürgermeistern Paulo Aemi-jio und M. Terentio Varrone angeführet wurden, aus demplatze geblieben. Paulus Aemilius blieb auf der wahlstatt , undHannibal sandte nach Carthago drey scheffel voll ringe, welcheden erschlagenen Römischen Rittern abgezogen waren. Livim,üb. XXII. Florui , lib. II. c. 6. Polybius , lib. 1 Y. &c.
Cannares oder Lanarins, sind wilde leuthe in der provintzQuito in Peru , im südlichen America. Sie haben eine gute ge-stalt , sind sehr arbeitsam und tragen lange haare, welche sie aberals eine crone um ihr Haupt flechten, wodurch sie von andernwilden unterschieden werden. Ihre kleider sind aus schaaf-oderbaum-wolle gemacht, an welchen sie sehr artig zugerichtete knöpfetragen. Ihre weiber sind schön, pflegen sich aber sehr in dieSpanier und ausländer zu verlieben. Sie sind gemeiniglich aufden feldern, und bauen das land, da inzwischen ihre Männerzu Haufe sind und alle häusliche geschäffte verrichten, als wollespinnen und weben u. d. g. Das land hatte viel reiche gold-adern, die aber anjetzo von den Spaniern gantz erschöpft worden.Es tragt jetzt auch guten weitzen, gersten und wein. lDer präch-tige pallast Thomebamba war in dem lande dieser Cannaren.
Laetii hiitor. novi mundi.
Cannes , ein schöner flecken in Provence , liegt an der scein der Dioeces von Graste, den Leninschen insuln gegen über.Cluverlis hält dafür, daß es des Strabonis Oxibius Portus,so von ihm Agyptiana genennet wird, sey, worinnen er aberirret, weil dieser flecken ein gantz niedrig ufer und keinen haftnhat. So war auch der Orybier landschafft jenseit des flusses Bar.
* Canneti, (Petr.) von Cremona gebürtig , war Generaldes Camaldulenser-ordens, und starb an. 1731. zu Faenza . Erließ sich angelegen seyn, seinen orden auf alle weift berühmt zumachen, welches dadurch geschahe, daß er theils die leben dergelehrten leuthe gedachten ordens in briefen, die noch nichtgedruckt, beschrieb, als auch Ambrosii briefe an einen seinervorfahren sammlete. Er gab auch Compilazione de i privi-legi, facolta e giurisdizioni alla nobile famiglia Meniconi diPerugia conceduti dalla Santa Sede Apostolica &c. Perugia 1719. ist fol, wiewol ohne Versetzung scrnes nahmens heraus;ingleiche» Helle Iodi di S. Francesco di Paula, detto nellaChiesa di S. Spirito , Perugia 1716. in 4. Gioma'.e de Lette-ratid’Icaliit, tom. XXX 11 I. n. 6. Gelehrte ZeitUNg. 1751.p. J9?·
Cannibales oder Laraibes, ein volck, welches die Antik-lischest insuln bewohnte, anjetzo aber nur einige von denenselbcninne hat. Sie hatten im brauch, die gefangenen, welche sieim kriege bekommen, zu fressen, nachdem sie dicselbigen dreytage zuvor hungern lassen, wie sie denn auch allenthalben dietodten cörper ihrer feinde auf der wahlstatt auffrassen. Siehatten keine religion , waren aber doch dem geitze sehr zuwider.Nachdem sie mit den Europäern und insonderheit mit den Fran-zosen umgegangen, haben sie etwas von ihrer wilden art abge-lassen. Rockesort, relat. des Antil. voyage. D’Oviedo . D’Herrt·ra , %?e.
* CANNINEFATES, CANNANEFATES, CANNENUFA-TES, CANNUNEFATES, wie Berlins will, so viel als La-nmchen-fresser, ein aus Teutschland entsprungenes volck inGallia Belgica, welches von den Catten durch innerliche Un-ruhe sowol, als die Batavi, und zu gleicher zeit ausgetriebenworden. Diese völcker waren unter einander blutsverwandtevon gleicher spräche, tapferkeit und sitten. Weil sie nun beydeihr vatterland mit dem rücken ansehen und vor neue Wohnun-gen sorgen musten, giengen sie mit einander über den Rhein ,und nahmen die leere insul, welche nach der zeit Inscla Bata-vorum genennt worden, ein. Sie lebten auch nach der zeitals gute fteunde und Hunds - genossen auf dieser insul, undtheilten sie unter sich, also daß sie den untern theil behielten,und von den Batavis durch die Jssel adgesöndert wurden,da hingegen einige ein besonderes von der Wohnung der Ba-taver abgesondertes eyland zu derselben lande angeben. 1 a-
eitus , hist. IV. 14. 32. Vellejus , hilft II. 104. Pantut, hilft IV.14. Junius , Batav. hilft Altingius , not. Germ. infer. p. 27.üithmur. ad Todt. Germ. 30. p. 177, Hameroiitus , Batav.descriptio p. 9. CeOartus , not. orb. ant. II. z. §. 146. scq.ClUOtriut , Germ. II. zz. ;6. AurAius , Bat. I. 4. Ymtanus , dcRhen. Divort. 20. Zei'Jer. itiner. Germ. 1 . 1. p· 17· IlUNckerSanleitung zur mittl. Geogr. II. i. p. 8;· Heraus , not. vet.Germ. popul. Π. i. §. 4. Von Bünau , P. I. der Reichs-histor. I. p. 19. 20. Augustus hat diese nation durch seinenstief-sohn Tiberium zuerst im jähr Christi ;. unter die Römi-sche botmäßigkeit gebracht, PeUejus , II. 104. VON BUNstU,I. C. P . 166. Mascou, geschlchte der Teutschen , III. 22. dochwurde sie nicht mit schwerer schatzung belegt, sondern als freun-de und bunds-genvssen gehalten, und als brave foldatcn ent-weder zum kriege oder zur leib-wache des Kaysers gebraucht.Also ward die reuterey der Cannincfatcn wider die Friesen an.28. von Apronio ausgeschickt; allein sie wurden zurück ge-trieben, und von Aprvnio nicht gehörig secundirt. Tacitus ,annal. IV. 7;. VonBünau, 1 . c. p. 2,4. 234. Unter Caligu-Ιβ empörten sie sich nebst den benachbarten völckern widerdie Römer. Taäm , hilftIV. 14. Von Bunau, 1 . c. p. 264.
Die