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phie und Theologie unter anführung der Jesuiten zu NeapoliSbis ins 18. jähr, wendete sich hierauf zu der Rechtsgelehrsamkeit,die er aber gar bald mit der Medicin verwechselte. Bey diesenumständen fand er vor nöthig, sich in der Griechischen sprächeumzusehen, damit er Galenum, Hippocratem und andere Altendesto besser verstehen möchte. Er gieng hierauf im 22. jährwieder in seine vatter-stadt, in dem absehen feinen köpf aufzu-räumen , gerieth aber mit der Obrigkeit selbigen orts m grosseverdrüßlichkeit, und gab man ihm schuld, daß er an einem ge-wissen Meuchelmord mit theil genommen, daher er der gefahr zuentgehen, wiederum nach Neapolis zurücke kehrte. Allhierstand ihm sonderlich Thomas Cornelius , ein tiefsinniger Me-dicus, wohl an,bey welchem er die wercke der neuern Medicorumund Philosophen, als der Lelmontiorum, Gassendi , Cartesti,Hobbesii, Boylii, Wallisii und anderer zu lesen bekam, und weiler zuvor schon bey der bisher in Italien eingeführten lehr-artallerhand scrupel bekommen, welche ihm seine gute känntniS inder Mathematic und Anatomie täglich gehäuffet hatten, soschüttelte er das jvch der alten meynungen desto freymüthiger ab,und bemühete sich ein neues Systema zu erfinden. Er stiftete zudem ende die Academiam investigantium , welche zu gewissenzeiten in dem pallast des Marquis d'Arena sich verfammlete,und linker sich dasjenige, was zedwcder in der Medicin und Phi-losophie angemerckct, inittheilte. Er selbst behauptete in 2. un-terschiedenen wercken die Ungewißheit der Medicin und der medi-camenten, wodurch er sich aber die Medicos zu feinden machte.Die Königin Christina hielt ihn sehr hoch, und die Academie derArcadum nahm ihn in ihre gesellschafft auf , in welcher er dennahmen Alcesti Cillenii bekam. Er starb den 17. jan. an. 1695.Seine schriften sind Parete divisato in otto ragionamenti, ne’quali partitamente narrandosi l’origine ed il progresso della Me-dicina; Ragionamenti intorno all’ incertezza de medicamenti;Lectiones de Mephitium natura ; Vita Andres Cantelmi Du-cis Popolitani , und einige streit-schriften. Vita di Rionardodi Capua da Xiecola Amenta vol. 2. dclle vite degl’ Arcadi il-lustri. AHa Ertul. suppl. tom. I. §. ia. de an. 1713. p. 501.
(fctpuct, (Petrus de) ein Cardinal, gebürtig von Amalfi , ei-ner stadt in dem Königreiche Neapolis. Cölestinus 111 . machteihn an. 1193. zum Cardinal-viacono, und trug ihm hinter ein-ander 3. wichtige Legationen auf, die erste in das KönigreichNeapolis, die andere in die Lombardie, die dritte aber und be-rühmteste in das Königreich Polen, woselbst er viel mißbräucheabschaffte. Als er eben dergleichen, in dem Königreiche Böh men vorgenommen, gerieth er darüber in lebens-gefahr. Erkam auch in nicht geringere gefahr bey Piacenza , als er dadurchauf Rom zu reisete, und von etlichen soldaten gefangen wurde,bey welchen er feine freyhcit für gelb erkauffen muffe. DemPapste gieng solches so nahe, daß er Piacenza in bann that, weildie bürger diese boshafftige leuthe nicht abgestraft hatten, undmachte den Bifchoss von Piacenza dem Ertz-Stifte zu Ravenna unterwürfig. Jnnocentius 111. schickte ihn als Legaten inFranckreich, einen stillstand der waffen zwischen Frankreich undEngeUand zu vermitteln. Als ihm solches glücklich von stat-ten gegangen, predigte er eine creutzfahrt, und stellte wegen derehe-schcidung Königs Philippi Augusti von seiner gemahlin En-aelberge eine zusammenkunft der Prälaten zu Dijon an, wo-selbst er dieses Reich in den bann that, womit er aber nichtsausrichtete, weil der König an den Päpstlichen stuhl appellirte.Als er wieder nach Rom gekommen, setzte ihm JnnocentiusIII. den Cardinals-Hut auf, und committirte ihm die wichtigeLegation nach Orient, woselbst die Lateiner den Griechen dasConstantinopolitanifche Kayscrthum abgenommen hatten. Erhielt sich auch etliche jähre im Orient auf, und als er zu-rücke nach Rom kam, starb er an. 1208. Ciacon. Crome-rus , hist. Poion. Rogtr. Hoveden. Dupleix , hist. de France.Aubery,' Card.
* cfapua, (Bartholomäus von) ein Neapolitanischer Rechts-gelehrtcr, welcher die vornehmsten ehren-stellen in dem König-reich Neapolis besessen, und an. 1300. starb. Er hat über diePandecten, über den Codex, und über die gewohnheiten des Kö-nigreichs Neapolis geschrieben. Di»»yf. Simonis bibliothequehistorique des auteurs du Droit Civil, Canonique &c. qui ontvecu depuis Imerius, &c. Paris 1692. 12.
* Capuci, oder Capucio, (Antonius) von Spoleto gebür-tig , hat im ansang des XVII. soculi gelebt. Er war ein jün-ger Marci Antonii Mureti, unter welchem er das Griechischeund andre schöne wissen,chafften gelernet; dieses lehrte er her-nach selbsten mit grossem rühm. Man sagt, daß er übrigensein sehr unordentliches leben gefuhret, und die zeichen desselbenauf dem gesicht getragen habe; die pest nahm ihn an. 1631.ru Padua weg, welches schicksal auch seine frau und kinderbetroffen. Seine schriften sind verlohren gegangen. Jacob.Phil. Thomaßni vit. illustr. virorum.
CAPUCIATI, wurde eine gewisse art der Wiclefiten ge-nennet, welche einem Augustiner-Mönche, Peter Pareschul, derdas kloster verlassen hatte, nachfolgeten, und sich in Engellandhervorthaten. Sie bekamen an. 1387. diesen nahmen deswe-gen, weil sie vor dem Sacramente ihr Haupt nicht entblößten.
Spondan. ad an. 1387. n. 9.
Capuciner, werden die Mönche einer gewissen Congrega-tion des Franciscaner-ordens von ihren grossen spitzigen cappenHtstsr. Lsmon II. Tl-til.
genennet. Ihre kleidung ist von groben grauen tnche, nebst ei-nem mantel von gleicher färbe. Sie tragen holtz-schuhe und ei-nen härenen gürtet über ihren röcken, aber keine Hemden. Mat-thäus de Bafci, ein Minorit aus dem Hertzogthum Spoleto und Mönch in dem convent zu Montefaiconi, nahm sich an.1529. vor, in einer noch grösser» armuth zu leben, als bis dahinin seinem orden war gebräuchlich gewesen, und begab sich aufzulassuna des Papsts in die einfamkcit, worauf sich einige auSeben dieser absicht zu ihm gcstlleten, daß die zahl auf 12. an-wuchs. Der Groß-Hertzog von Florentz gab ihnen hierauf ei-ne Eremitage in seinem lande, und Clemens VII. approbirte die-se Congregation. Paulus III. bestätigte sie an. 1 ? 3 3 . mit zu lasssung selbige allenthalben aufzurichten, gab ihr auch einen Vica-rium generalem und andere Supetiores. Das erste kloster die-ses ordens soll zu Camerino von der Hertzogin Catharina vonCido seyn erbauet worden. Unter Caroli IX. regierung hatman die Capuciner in Franckreich aufgenommen, da ihnen daserste kloster zu Meudon von dem Cardinal von Lothringen auf-gebauet wurde. Bernhardinus Ochinus ist unter den erstenund bekanntesten dieses ordens, auch desselbigen General , keinesweges aber stifter davon gewesen, wie etliche vorgeben. Gra-tian. vita commend. Card. IVading. & Zacbar. Boverius.Spondan. an. 15$$. ieq.
* Eapuqnano, (Zuanino, oder Johannes de) ward alsogenennet, weil er von Capugnano, einem dorf bey Bononien,gebürtig rbar. Er war zwar ein mahler; aber seine kunst er-streckte sich nicht weit» also daß, wann er etwas von einigerWichtigkeit sich zu mahlen vornähme, solches sogleich von allenverlachet wurde. Er beklagte sich einsmals bey den Carra-ches, daß sich niemand bey ihm anmeldete, die mahler-kunstzu lernen. Sie gaben ihm hieraufdm bekannten Leonello zumlchrjünger , welcher damals schon sehr geschickt war, und denCapugnano zu spotten nach wenig tagen dergleichen that, alshätte er alles von ihm gelernet. Jener glaubte dieses aus ein-fall, bis man ihm endlich die Wahrheit zu verstehen gab. Abce-dario Pittorico.
* C«puIo, eine kleine insul in der Orientalischen see, ausder zahl der Philippinischen . Sie liegt zwischen Tendayo undMasdato. Maty, Dict.
* CAPURI, ein volck in dem mittägigen America, undzwar in dem Königreich Guyana gelegen; sie wohnen an demufer des Orenokes, und die meisten unter ihnen sindzimmer-leuthe; sie machen aller gattung höltzernes geschirr und Haus-rath, welches sie in Guyana um gold, und in der insul der Drey-faltigkeit für taback vertauschen. Die Capuri sind groß von leib,starck, der trunckenheit sehr ergeben, und höchst eiferssichlig ; sieessen hartes fleisch. Wann ihre Statthalter oder obersten Haupt-leuthe sterben, so begraben und beweinen sie dieselben, wann sieaber nach der Hand glauben, daß ihr fleisch nunmehr» durch diefeuchte der erden schon verzehret sey, graben sie den leichnamwieder heraus, zieren das Haupt mit allerhand kostbaren federnvon verschiedenen färben, und hengen also die todten in demhaus, wo sie bey lebzeiten gewohnt haben, zur schaue auf. Andie übrigen gebeine hencken sie alle ihre güldenen gefässe, die sienur aufbringen können. Raieigb. beschreib. Guyana . Corneille ,Dictionnaire .
* Caputuö, (Petrus Paulus) ein söhn Paschalis, Marg-arafens zu Petrella im Neapolitanischen, und brudcr Gon,salvus, hatte sowol in den Rechten als auch in der Theologiepromoviret , wurde darauf V. 8 . Referendarius, und Audi-tor confidentiarum zu Rom , nachgehenbs Abt in dem k/osterSt. Maria Maggiore zu Neapolis, auch unter Urbano Vlll.an verschiedenen orten des Kirchen-Staats Gouverneur, end-lich an. 1628. len 3. apr. Bischofs zu Larino , starb aber nochin diesem jähr den 29. julii. Car. de MA, de fam. Neap. P. II.p. 264. Ugbell. Ital. sacr. tom, VIII. p. zog.
(Tapycniö , oder Lapece, (Scipio) war aus einem altengefchlechte zu Neapolis, und machte sich im XVI. fecula durchseine schriften berühmt. Er war bey der Isabella, Viüamarinides Fürsten von Salerno gemahlin, in grossem ansehen. Seinewercke bestehen meistens aus getichten, darunter die vornehmstensind de Prinripiis rerunt , tu welchem er die tust zum Ursprüngealler dinge setzet, und de Vate maximo, welche Paulus Ma-nutius an. 1346. zu Venedig hat drucken lassen. In ungebun-dener rede hak er geschrieben Magistratuum Regni Neapolitanicum Romanorum Magiftratibus comparationem; Super Tit,de acquirenda possellionc , &c. Girald. de Poet. Crajso,elog. tom. II. p. 176. Toppi , bibl. Neapol. Nicodemo, addiz.alla bibl. Bayle.
* apyciu«, (Vincentius) ein Neapolitaner von Adel,ward ein Clericus Regularis zu Chicti, und setzte sich durch sei-ne klugheit und fröinmigkeit in so grossen ruf, daß ihn KönigPhilippus II. an. 1595. zum Bischoff von Gallipoli vorschlug,und Clemens VIII. in solcher dignität den 8. jan. confirmirte.Er führte sich auch dabey sehr rühmlich aus, und starb an.1620. Campanilis impresse di Nobili p. 38. Jo. Baptijl. delTufo, hist. Rel. Cler. Reg. p. 139. Ugbell. Ital. sacr. tom.IX. p. 107.
(fctpys, mit dem zunahmen Svlvius, war der siebende Kö-nig der Lateiner, aus Aencä gefchlechte, und folgte nach einigermeynung Capeto A. M. 3090. in der regierung, welche er 28.
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