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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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43S cap car

jähr verwaltete: nach anderer meynung aber, als Livii, Ovi-dii, Eusebii, rc. ist Capetus des Capys söhn und Nachfolger ge-wesen. Einige halten dafür, daß er die stadt Capua erbauenlassen. Suetonius berichtet, daß man eben dasselbige ,ahr,als Julius Cäsar ermordet worden, in des Capys begrabnlsseeherne bleche gefunden, worauf mit Griechischen Worten ge-schrieben gestanden, daß wenn des Capys gebeine gefundenwürden, einer von Julii nachkommen durch seine eigene par-rey würde umgebracht werden. Vionyf Haik. ant. Rom .Suetox. in Jul. Eufib. in chron. *

* Capys, ein Trojaner, und naher anverwandter desAeneä. ad Virg. iEn. X. 14?. Er gieng mit demselbennach Italien , und erbauete daselbst die stadt Capuam, VhgU.

JE n. X. 14;. Stepbanus , v. Kanruct, Livius , IV. 37. oder

wie Strabo , XIII. p. 90?. will, eine stadt in Arcadien, welcheauch nach ihm Capua genennet worden. Er rieth sonst demPriamo das höltzerne Pferd der Griechen in die see stürtzen zulassen, weil er vermuthete, daß ein betrug der Griechen dar-hinter stecke, fand aber kein gehör. Vhgu. iEn. II. und ister übrigens mit andern nicht zu confundiren. Serv. ad Vir-gil. l. c.

* Capys, (Elifeus) wird von einigen Cajis genennet, dadoch alle editiones des Tridenlinisthen Concilii den nahmenCapys haben, war ein Dominicaner-Mönch aus Venedig , undin der Theologie so treflich erfahren, daß ihn Antonius deMuglitio, Ertz-Bischoffzu Prag , an. i;6i. mit auf das Lon-cilinm zu Trident nahm, wo er sich dann mit seiner gelehr-samkeit sehr hervor gethan. Er hat zwey tractate de keccatooriginali nemlich, und de Gratia geschrieben. Ecbard , de script.O. P. tom. II. p. 179.

Car, Phvrvnei söhn, König von Argos, regierte zu Mega-ra, und nennete diese stadt und provintz nach seinem nahmenCaria. Er soll Lydum und Mysum zu brüdern gehabt haben,von welchen Lydien und Mysien benennet sind. Er bauete ei-nen tempel der göttin Ceres, und soll die kunst aus dem fingeund geschrey der vögel zu weissagen erfunden haben. Herodet.lib. I. c. 171. *

Car, (Robert) siehe Sommerset, (Robert Car, Grafvon)

* Cara, ein schöner flecken an einem fluß in Asien , auf demWege zwischen Damast» und Aleppo . Man siehet sehr vieleeingefallme mauren, welche zeugen, daß vorher eine grosse stadtmüsse da gestanden haben, welches auch die einwohner bekräff-tigen. Anjetzo,halten sich noch viele Christen hierauf. Cheve-nots Morgenländifche reise. P. II. üb. I. c. 6.

* C<rra-Ilug-Ochman , Carlubegs söhn, der dritte Printzder Turcomannen, aus der Dynastie des weissen Schafes. Erbegäbe sich in Tamerlans dtenste, und begleitete ihn in sei-nem zng nach Natolien , und wurde auch, nachdem dieser denBaiazet geschlagen hatte, Cara für seine getreue dienste wohlbelohnet. Dann Tamerlan gab ihm die stadte Sivas inNatolien, Arzengian in Armenien , Edessa und Mardin inMesopotamien ; Cara-Ilug, welcher auf diese weise aus Ta­ merlans freygebigkeit mächtig geworden, fieng an die Printzenseines vvlcks, welche in ihrem zeichen das schwache Schaf fuh-reten, zu bekriegen; so glücklich er aber im ansang wider siewar, so wurde er doch endlich auch geschlagen, und von Escan-der, dem söhne Cara-Joseph, einem Printzen aus der nemlichenDynastie , umgebracht, in dem jähr 809. der Hegira , d. i. an.Christi »406. Er hat doch über 90. jähr gelebt, und einensöhn Hamzabeg hinterlassen, welcher in seiner Herrschafft nach-folgest. Er war übrigens ein ur-groß-vatter des unter demnahmen Ussun-Cassan bekannten Turcomannischen Printzen.

jy Herbeint , bibl. Orient.

* Cara-Jostph, oder Issuf, Cara-Mohammeds söhn, dererste Printz aus dem Hause oder aus der Dynastie der Turcoman-nen des schwartzen Schafs. Sein vatter ist eigentlich nurHauptmann über die troupven dieser nation gewesen, welche un-ter dem regiment Sultan Achmed des sohns Avis stunden. Erstetige sein Reich mit der grösten treulosigkeit an, dann er nähmedem Sultan Avis, welcher sein beschützet: und beförderer gewe-sen , die stadt Bagdad hinweg, ohngeacht dieser sein gantzesHaus, wie auch ihn mit gutthaten überschüttet hatte. Er genös-se aber die frucht seiner untreue nicht lange, dann Tamerlan verjagte ihn von Bagdad, und gab es dem Sultan Achmedwieder. Cara-Joseph, der nunmehro seiner güther sich beraubetsahe, entflöhe in Egypten, und Achmed, welcher bald daraufauch aus Bagdad von Miranschab dem söhn Tamerlans ver-jagt worden, begab sich ebenfalls dahin. Farage, welcher da-mals in Egypten herrschete, machte dem Tamerlan zu gefallenbeyde zu gefangenen. Da aber Tamerlan in dem jähr der He-gira 807. d. i. an. Christi 1404. gestorben, wurden beydevon Farage wieder frey gelassen, und sehr wohl gehalten; die-se zwey Printzen haben während der gefangenschafft sich alsoverglichen, daß, so sie wieder sollten in ihren Herrschafften ein-gesetzet werden, sie in guter Verständnis mit einander leben woll-ten. Aber kaum war Cara-Joseph aus Egypten frey herausgekommen, so begab er sich in Chaldäa, und von dar in Mesopo­ tamien , und warf sich zum anführer der Turcomannen auf,welche er unterwegs aller orten so viel möglich aufgebracht hat.Mit dieser zusammen gelesenen schaare nahm er sich vor sein

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glück zu suchen, und dasselbe weit-möglichst zu treiben. Zu demende griff er, ungeacht seiner gethanen Versprechungen und ge-gebenen treue, die kinder Tamerlans in dem lande Adhcrbigianan, er nahm ihnen die stadt Tauris weg, er schlüge die armeeAbubekers des sohns Miranschah, und Abubeker kam selbstenum das leben, nahe bey der stadt Nackhshirvan, und bald dar,auf folgte der tod Miranschah des sohnes Tamerlans, im jähr810. der Hegira ; als er aber diese stadt verlassen, um den kriegin dem lande Gurgistan fortzusetzen , so bemächtigte sich derSultan Achmed derselben, welches einen neuen krieg zwischenihnen beyden absetzete, in welchem dieser Sultan zu gründ giengim 81z. jähr der Hegira , welcher tod dem Priritzen Cara-Joseph eine sehr grosse macht zuwendete, dann er kam da-durch in besitz von Chaldäa, Mesopotamien , Medien, und voneinem grossen theil Armenten und Georgien , und bedroheteschon Syrien und Natolien sich unterwürfig zu machen, daScharok der vierte und letzte söhn Tamerlans , nachdem er zu-erst die meist gegen osten gelegenen provintzen seines Reichs indie ruhe gefetzet, sich an. Christi 1419. in dem 822. iahrder Hegira vorgenommen , den tod feines bruders Miranschahzu rächen, welches er schon seit 12. jähren in dem sinn führele.Dieser Printz war schon in Medien angelangt, und hatte ei-ne sehr starcke armee bey sich, um Cara Joseph aus dem selbezu schlagen. Allein dieser kam ihm hertzhasst mit einer nichtminder starcken macht entgegen, welche schon lang gewöhnet,den sieg davon zu tragen, und in der kriegs-zucht erhärtet war;und wäre es zu einem harten treffen gekommen, wonicht Cara-Joseph unvermuthet eines natürlichen todes plötz-lich gestorben wäre, da seine armee nahe bey Tauris gelagertwar. Dieser todes-fall zerstreuete bald die gantze macht, umso mehr, da der nunmehro gestorbene Cara-Joseph in dem lagerweder söhne noch andre anverwanbte hinterlassen , welche seinepartey nehmen, und das volck beysammen halten hatten kön-nen oder sollen. Ja ein theil derselben fielen zuerst aufdas ge-zelt dieses Printzen, und plünderten es aus. Man schnitte ihmdie ohren ab, die behencke desto leichter abzunehmen, und seinleichnam blieb eine gute zeit unbegraben. Etliche seiner freun-den brachten ihn endlich nach Argis, wo er an. Christi 1420.im 82;. jähr der Hegira , und im 14. seines Reichs zur erdebestattet worden. Cara-Joseph hatte bey lebzeiten 6. kinder ge-zeuget, nemlich den Pir Buda Khan, so vor dem vatter gestor-ben , den Emir Escander, welcher dem vatter nachfolgctc, denMirza Gohan Schab, welcher auf den Escander folgte, denSchab Mohammed , welcher Statthalter in Persien geworden,und endlich den Amir Absal, welcher seines vatters tod nichterlebet, und den Abusaid, welcher von seinem bruder Escanderumgebracht worden. Kbondemir.

Cara Mustapha, siehe Rara Muftapha.

* Carabi , ein kleiner fluß im thal di Mazara in ©teilten,welcher sich unweit Tacca in das meer ergeußt; einige haltenchn mit dem fluß Birgi vor einerley.

Caradusa, siehe Garabusa.

Caracalla, (Marcus Aurelius Antoninus Baßianus) einRömischer Kayser, succedirte seinem vatter Severo an. 211. den2. sehr. Er war zu Lyon gebohren, als sein vatter über dieseprovintz Gouverneur war. AIs er nach Rom zurück gekommen,ließ er die Medieos umbringen, weil sie sinnen vatter nicht hat-ten um das leben gebracht, wie ers verlangte. Seinen brud"Getam ermordete er in seiner mutter armen, tödtete auch denberühmten Rechtsgelehrten Papinianum, weil er seinen bru-der-mord nicht entschuldigen wollte, nebst allen ehemaligen be-dienten seines vatters und seines bruders , so daß die geschicht-schreiber selbiger zeit in die 20000. Personen rechnen, die auf sii-nen defchl ermordet worden. Ferner begieng er blutschande,indem er sich mit Julia, seines vatters Wittwe, vcrheurathete.Darauf rei,ete er in Orient, und erfüllcte die stadt Alerandriamit dem blttte ihrer einwohner,weil selbige nach ihrer bekanntengewohnhcit über ihn sollten gespottet haben. Er suchte bey nie-mand rath als bey den zauberern und sternkundiger», undrühmte sich doch dabey, daß er Alexandro M. nachahmest. Alsihn Abgarus, König von Edessa, cinsmals besuchte, ließ ihnCaracalla gefangen nehmen, und bemächtigte sich seines Reichs.Eden dergleichen that er auch dem Könige der Armenier. DenParthischen Konig Artabanum betrog er ebenfalls gar schänd-lich. (siehe Arladanus IV.) Den nahmen Caracalla soll er des,wegen bekommen haben, weil er eine gewisse art von kleidungmit aus Gallien gebracht, welche er gerne bey dem volckc einfüh-ren wollte.. Er gab sich den beynahmcn Germanicus, nachdemer einige völcker von Teutschland, so revoltirct, wiederum zumgehorsam gebracht, und wollte auch gern den nahmen Parthicusund Arabicus mit in seinem titul haben. Endlich machten siineOfficirer eine conspiration wider ihn, und als er von Charris inMesopotamien zu dem einige meilen davon liegenden tempel desmonds unter einer kleinen bcglcitung reisest, folgte ihm einervon seinen Hauptleuthen , nahmens Martianus,anfbcfchl desMacrini, der hernach dem Caracalla succedirte, und als Cara-caüa von dem Pferde abgestiegen, und ettvas bevscit gegangenwar, machte sich Martianus heimlich von der lcib-wache hin-weg , und tödtete ihn den 8. apr. an. 2-7. nachdem er 6. jähr,2. monat und?, tage regieret, und 29. oder wie Spartianuswill, 4;. gelebet hatte. Spartian. Aurel. Vifior. Diox. Hero·diax. Lujeb. &c.

Larac-