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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ims Hcrcnleus befohlen, ihn zu tödten , gieng er mit seinerunterhabenden flotte nach Britannien, warf sich allda zumKayscr auf, und vertheidigte sich wider seine feinde so wohl,daß die Kayser einen frieden init ihm fchliessen, und ihm denangenommenen litul lassen musten, wie man dann noch heut zutage eine müntze hat, die daher die aufschrift: Pax trium Augu-Itorum , führet. Euseb. in chron. Hißoire lit. de la France ,tom. I.

* Carazole , (Joannin) welchen Poggius Octinum Caraz-zolum nennet, war aus Umbria in Italien , von einer gerin-gen familie entsprossen, und muste ein trauriges exempel dermenschlichen Unbeständigkeit abgeben. Er war Geheim-Schrci-bcr der Königin Johannä ll. von Neapolis , welche ihn nebstvielen andern sehr lieble, und das Hertzogthum Melfi , wieauch daS aml eines Groß-Connctabels ihm übergab. Er wur,de aber kurv hernach von eben dieser Konigin auf das grausam-ste umgebracht. Fulg. lib. VI. Pogg. Florent. de variet. fortu-n;e, lib. III.

* Carbanda , oder Larbaganda , Eassans bruder, Königder Tartarn; er folgte diesem bruder an. i304. und seine mut-ier war eine Christin. Sein taufnahme war Nicolaus, undbey lebzeiten der mutter hielte er sich zum Christlichen glau-ben ; nach ihrem tob aber ward er ein Mahometaner, undlhare den Christen in Orient viel gemalt und schaden. Haiton

UNd Sanut.

Farben, eine uralte adeliche familie an dem Rheine , vonwelcher Ruprecht, Ritter, an. 1217. verstorben. Dessen po-sterikat hat sich in etliche linien vertheilet, die aber alle verloschen,bis auf die zu Staden, von welcher Emmerich als Regiments-Burgmann und Baumeister zu Friedderg nach anfange desXVIl. feculi gelebet. Dessen söhn Wolf Adolph , oessen-Darmstädlischer Rath und Präsident zu Marpurg , Burggrafzu Friedberg und General-Director der Schwäbischen Ritter -schafft, starb an. 1671. Seine föhne waren i.) Johann Adolph,Chur -Pfältzischer Cammer-Herr, Regiments - Burgmann zuFriedberg und der Rheinischen Ritterschafft Rath. 2.) PhilippEmmerich, dessen enekel Frantz Emmerich Lotharius Burck-hard Adolph , gebohren an. 1694. der einzige stammhalterseines geschlechts worden. Humbrecht vom Rheinischen Adel,

tab. 10;.

Carbilius, oder Larvilius Ruga, mit dem vornahmenSpuriuS, war der erste unter den Römern, welcher der Un-fruchtbarkeit wegen fein weib von sich that, A. R. 327. unterder Bürgermeisterlichen regierung M. Altilii und P. ValeriiMessalä, A. L. 227. A. M. 3757. wiewol andere der zeit etwasanders sehen. Andere nennen ihn Carvilium Maximum, wel-cher zugleich mit L. Posthumo Albino A. R. 320. Bürgermeisterwar. Hui. Gellius , lib. IV. e. 3. Dion. Halte. Val. Max. Plin.Flut. Serv. Sulfit, in L. de dotibus. *

Carbo, ein berühmter Redner vor den Zeiten Ciceronis, wel-cher scmer gedencket; aber auch meldet, daß er das gemeinevolck immer wider den Rath aufgehetzet, und sich dadurch denUntergang zugezogen , so daß, als er wegen seiner schlimmenHandlungen verklagt wurde, er sich selbsten getodtet, ohne dascnd-urtheil zu erwarten. Er scheinet einer zu seyn mit Cajo Car-bone, welcher zugleich mit Graccho und Flacco A. R. 633.Triumvir war, und sich mit ihm wegen austheilung der fclderveruneinigte. Ein anderer war dreymal Bürgermeister, hieltes an. ÜS7. mit Marii und Sertorii partey , und wurde aufPompeji beschl in Sicilien umgebracht. Endlich war noch einanderer Redner dieses nahmens, des obgemeldten Cardonis bru-der , welcher , da er sich bemühete, die unter den soldaten ein-gerissene Unordnungen abzuschaffen, und die strenge kriegs-disci-plin wieder aufzurichten , ermordet lvurde. Ck. paffim. Val.

Max. Flor. Veü. Paterc. Oros. *

Carbon, (Ludwig ) hat viel in der Rethoric , Philosophieund Theologie zu ende des XVI. feculi geschrieben. Könighält ihn vor einen Juristen, er ist aber ein Theologus, undso gar ein Professor dieser wissenschafft zu Perusia gewesen.

Bayle.

Carbon , ein ffuß, siehe Alpheus.

* Carbon, eine kleine Afticanifche stadt, auf den Algieri-fchen knsten , zwischen Algier der stadt und einer andern Bü-gle genannt. Man haltet sie für das alte Rufazus, eine stadtm Mauritania Tingitana. Maty , Dictionnaire .

* Carbonara , Capo Carbonara oder Capo Ferrato, ehedestjen Hevculis portus genannt. Es ist ein vorgebürg und Hafen»n Sardinien, am eingang des meer-busens von Eagliari,nordwärts ; es° bekommt seinen nahmen von einem kleinennahe gelegenen ort Carbonara genannt, wie auch von dem al-ten Ferraria, welches da herum soll gelegen haben. Maty ,

Dictionnaire .

* Carbonei, (Johann von) Königl. Französischer Secreta-rius, hatte ein sehr gutes naturell zu der Französischen ticht-kunst, und zeigte solches bey verschiedenen gelegenheiten. Erwar zu Cae» den 13. dcc. 1622. gebohren , und kam nachge-hends in die Academie dieser stadt, weil er aber der Reformirtenreligion zugethan war, muste er sich zur zeit der Verfolgung inHolland begeben, allwo er auch den 24. febr. 1702. verstarb.

Huet , origine de Caen.

Histor. Lexicon II. Theil.

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* Carbonell, (Petrus Michael) ein Catalonier, war zuBarcellona Notarius, und Königl. Archivarius im ansang desXVI. feculi, und schrieb: Chroniques de Efpagna , welchevon an. 1493. bis 1313. gehen, und zu Barcellona 1336. ge-druckt , hernach 1347. in fol. wieder aufgeleget sind. Ausserdem soll er auch , wie Hier. Pnjades meldet, un Catalogodes Bisbes de la Civitat. de Barcellona , und ein werck un-ter dem titul: Memorables, in manuscript hinterlassen haben.Anton. bibl. Hifp.

Carbonne, (Franciscus) Cardinal-Bischoff von Mono-poli, war von Neapolis. Urbanus VI. machte ihn an. 1385.zum Cardinal , worauf er zu der wähl Bonifacii IX. eingrosses beygetragen, der ihm das Bifchoffthum Sabina undunterschiedene Gouvernements in dem Kirchen-Staale gab.Theodoricns von Niem beschuldigte ihn der Simonie. Erstarb schleunig den 18. tun. an. 1403. De Niem, üb. I. & III.Ciac. Garimbert. &c.

* Carbonnel, (Bertrand) ein Poete, welcher in der Pro-vengalischen spräche geschrieben, lebte in dem XIII. faeculo, un-gefehr im jähr Christi 1223. Er war aus Marseille gebürtig,und schrieb verschiedene wercke. La Croix du Mume , und duVerdier Vuufrivas , biblioth. Franc.

Carbury , ist eine stadt und Baronie in der Grafschaffl Kil-dare in Jrrland; auch führet diesen nahmen noch ein anderestadt in der Grafschaffl Corck.

* Carcamo, (Laureanus de) ein Spanischer Augustiner-Mönch aus Valladolid, starb zu Palermo in Sicilien , wo erdie Theologie gelehret, an. 1637. Nachdem er in eben demjähre 8ermones varios in seiner Muttersprache heraus gegeben.Anton. bibl. Hifp.

* Carcano, lat. Carcanum, ein schloß im Maylandischen,an dem Comer-see, bey welchem an. 1160. den 9. aug. zwi-schen Kayser Friderico Barbarossa und den Mayländern eintreffen vorgieng. Dann kurtz zuvor hatten die Mayländerdieses schloß belagert, weil es auf Kayserl. feite war, alleinder Kayser kam dem schloß zu hülffe, umringte die Maylän-der, also daß sie gar keine zuführe von Proviant haben konn-ten , daher sie sich zur schlacht entschlossen , in welcher erst dieKayserl. hernach die Mayländischen den sieg davon trugen.

Mourena res Laudens. apud. Leibniz. script Brunsuic. tom. I.p. 830. 831. Urfp. chron. n. 291. Radev. adp. arm. 1160.von ZZünaus leben Friedrichs I. p. 124.

* Carcano , (Archelaus) ein Artzt, in Mayland gebohren,und i rofessor in der Universität zu Paris , lebte im 16. jahr-hundert, und erwarbe sich grossen rühm und ansehen; er hatverschiedenes über die Apborismos Hippocratis und andere fchrif-ten dieses grossen manns heraus gegeben. Er starb den 22.julii an. 1388. Ghilim theatr. dhuom. letterat. Van derLinden, de script. Medic.

Carcanoßi, siehe Anoßi.

* Carcanus (Landulphus ) Ertz - Bischofs zu Mayland,wurde vom Kayser Ottone an. 978. darzu befördert, abernicht lange darnach von den bürgern, mit denen er und seinvatter Ämbrosius übel gehauset, aus der stadt verjaget,nachdem sie ihn zuvor in seiner Ertz - Bischöfflichen residentzbelagert gehalten. Er suchte zwar solchen schimpf zu rächen,und brachte deswegen einige mannschafft zusammen, zog aberin dem darauf gehaltenen treffen den kürtzern, dahero er beyobgedachtcm Kayser um hülff bat, der' ihn auch mit demvolcke wieder aussöhnte, und auf seinen sitz restituirte. Al-lein er hat nach der zeit nicht zum besten Haus gehalten , son,dern sehr vieles von den kirchen-güthern vcrällssert, welchesUrsache gewesen, daß über seinen an. 997. erfolgten tob keinsonderliches mitleiden verspüret worden. UgbeU. Ital. iacr. tom.IV. p. 98.

Carcassonne , eine grosse, beste und wohlgebauete stadt inNieder-Languedoc , an dem fluß Aude, welcher mitten hin-durch fliesset. Bey den Alten heisset sie Carcasso , LarcassumVolcarum oder Tectofagum, und wird von Plinio , Eäsare,Ptolemäo und andern alten ftribenten angeführet. Sie hat einPräsidial, ein unter den Ertz-Bischoff von Narbonne gehörigesBißthum, und ein castell , worinnen noch sehr alte acten mitgantz sonderbaren buchstaben auf bäum - rinden und lein,wand verzeichnet aufgehoben werden, welche durch die West,Gothcn nach Plünderung der stadt Rom sollen hieher ge»bracht worden seyn. Etliche halten dafür, daß die Gothenselbige schon fortificiret, und das castell daselbst erbauet haben,um alldar ihren raub, den sie mit von Rom gebracht, zu ver-wahren. Gewiß ist , daß solch castell wegen seiner läge treftlich veste war, so daß die Franzosen , als sie es nach Alarici Nie-derlage an. ,07. belagerten, genothiget wurden, davon wiederabzuziehen. Der König Gonlran machte sich nachgehendsabcrmal davor, aber vergeblich; jedoch bekam er es eine zeitlangdaraufdurch verrächerey ein, wurde aber vom Könige der Gv,then, Rccaredo, ohnqcfehr an. 387. geschlagen. Nachgehends fielder ort den Franzosen zu, die einen Grafen zum Gouverneurdarüber setzten. Der erste unter diesen, so viel bekannt, warBernhard II. Graf von Toulouse , welcher an. 871. lebcte.An. 974. war Arnaldus, Graf von Carcassone, welchem

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