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Manbeim, und von dar nach Franckenthal und Sandhosen,um einiqe qedäu zu besichtigen; als er aber kaum an dem letztenort angelanget, überfiel ihn wider vermuthen eine so heftigekranckhett , daß bald darauf und zwar den ir. eben dieses mo-nats stin wd erfolget, von dar er gleich nach Heidelberg , undden folgenden tag als den 14. febr. bey einem gar ansehnlichenleich - geleit in die Peters - kirche allda gebracht, mit einer leich-prcdigt, die ihm der damalige Hof - Prediger Abraham Scul-tetus auf hohen befehl hielte, beehret, und in besagte kirche be-graben wurde. Doppelmayr. Sandrart.
* Carl, ( Johann ) ein söhn des vorhergehenden PeterCarls , gebohren den ij. jan. 1587. war gleichfalls ein Bau-nieister und Ingenieur. In seiner ersten jugend hatte er schoneine besondre Neigung zur Civil - und Militär - Architectur, undübte sich zu Hause in dem zeichnen und radieren, wie auch inder Perspecliv - kunst. An. 1609. begab er sich nach Ulm , undlegte sich da ferners auf die Perspecliv - und Feldmeß - kunst un-ter der anführung Johann Faulhabern, eines in Per Mathema-tic sehr erfahrnen mannes. Hierauf gieng er nach Holland ,wendete seine zeit in der Architectur nützlich an , und machte sichabsonderlich die artillerie bestens bekannt, welches ihm nach dembey seiner zurückkunst nach Nürnberg zu vieler recommendationdtenete, indem ihm, als an. 1618. verschiedene Stände desReichs beschlossen, daß die artillerie gäntzlich nach Holländischerart eingerichtet werden sollte, er auch dieses werck fast alleinin einen guten stand setzte, und eine gründliche anweisunghierüber mit vielen rissen gäbe, das artillerie - wesen von je-nen anvertrauet, denn auch in ansehung seiner Verdienstenan. 16; i. das amt eines Nürnbergischen Zeugmeisters aufge-tragen wurde. Seine erfahrenheit in der bau - kunst wiese erbey vielen geleaenheiten, wie denn vornemlich zu Regenspurgdie kirche zur H. Dreyfaltigkeit, die er , nachdem man den 4.jul. 1627. den ersten stein dazu geleget, ohne jaulen künstlichaufgeft'ihret, und den 5. dec. 16;,. im bauen völlig zu ende ge-bracht , annoch ein fattsames zeugnis hiervongiebet. An. iSzo.inventirte er auf befehl des dazumal in Nürnberg sich befinden-den Schwedischen Generalißimi, Caroli Gnstavi, einen Mu-fenberg von;4. schuhen breit, 4°. lang und 42. hoch; diesenließ er mit tuch überziehen, felsen-jarbig, auch darauf unter-schiedliche tbiere mahlen, alsdenn besteckte inan selbigen mit le-bendigen bäumen, und versähe ihn oben an vier orten mitDringenden wassern, zu der anschauenden grossem vergnügen.Dieses werck wurde nach dem gantz zerleget, und mit aller zu-gehör nach Stockholm verschicket, "allda man solches wiedrumzusammen gerichtet, und in dem aufzug, da dieser Herr her-nach zum König gccrönet worden , weil man es verborgenerweise leicht fortwältzen konnte, mit herum geführet. Er starbden 14. jun. 166;. Doppelmayr.
Carlac, ist der nähme eines kleinen orts in der Französischen lanbschafft Foix , an den grentzen von Ober - Langueboc undConserans , nicht weit von Rieux.
Carlat , ist eine kleine stadt in der Französischen lanbschafftOder - Auvergne , an dem fluß Sere, zwischen Orilhac undden grentzen von Rovergue.
* Carlat , (Franciscus Carlat de la Queille) aus einemder vornehmsten geschlechtern in der insul Jourdain. Franci-scus Carlat studirte auf der Universität zu Toulouse die Theolo-gie , hernach legte er sich unter anführung des Herrn Caulets,Bifchoffen zu Pamiers , auf die Übungen des kirchen - dicn-stes, und der practischen Gottsgelehrtheit. Dieser Prälatmachte ihn zum Dom-Herrn in seiner Haupt- oder Cathedral-kirche, und Carlat war der erste, welcher der Verbesserungder Geistlichkeit, so man damalen in vielen Capituln inFranckreich triebe, beygepflichtet. Er bezeugte einen grosseneifer für die gerechtigkeit, und war sehr geschickt sowol inweltlichen als geistlichen Händeln, davon er bey fünszehenjähr lang verschiedene beweislhümmer gab , als so lange erdie Cathedral - kirche zu Pamiers bedienet hat. Er war demBischoff dieses orts in mancherley wichtigen gelegenheitcn sehrbehülflich, wo dieser Prälat, als geböhrner Präsident deslandes Foix , sich dem unternehinen der Gouverneur» da-selbst in vielen fällen zu widersetzen hatte. Er war sehr ei-frig die von fremden unternommene Neuerungen in der Graf -schafft Foix abzutreiben, und dieselbe auch zu Pamiers niemandals dem Bischoff zuzulassen, und fließ sich bey wiederbauungder Cathedral - kirche zu Pamiers gebrauchen, und stiftete dasCarmelitische Nonnen - kloster. In dem streit über die Rega-tten war der P. Carlat Ertz - Priester, und Prior Claustralisder Canonicorum Regularium. Er machte an. 1677. den 20.jun. einen gerichtlichen aufsah, worinnen er behauptete, daßsein Capital von den Regalien eximiret sey. Nach der Handunterzeichnete er eine protestations - schrift, worinnen sich dasCapitul wider die lieferung der Regalien gesetzet, da die beschü-tzet derselben fast alle Capitul - einkünften mit arrest belegenfassen; es folgte aber bald darauf ein Königlicher brief widerihn, krafft dessen er naher Gergeau sich in das elend begebenmuste. Da er aber durch eine gliedcr - kranckheit verhindertworden, an den bestimmten ort des exilü sich zu verfügen, soward er in das schloß Pequat gebracht, welches an dem uferdes meeres gelegen, allda starb er an. 1680. gegen dem endedes Herbstmonats, als er über 7;. jähr auf ihm hatte. Memoiresdu tarn.
Histdr. Ltxkon II. Theil.
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Carlath, ein schloß in der freyen Standes - HerrschasstBeuchen in Nieder - Schlesien im Fürstenthum Glogau,nicht weit von der stadt Beuthen . Es gehöret dem Grafenvon Schönaich .
* Carleby, lat. Carlopolis , ist der nähme zweyer städtein der Schwedischen provintz Cajanien, in Finnland , auf ei-ner insul, und an der vst - feite des Bothnischen meer - busens.Sie liegen so weit von einander, daß Jacobs - .stadt dazwi-schen liegt , und heisset das eine Alt - und das andere Neu-Carleby. Sie sind beyde von König Gustave Adolpho erbauetworden, daher man den vers gemacht: Utraque CarlopolisGustavi condita jussu.
* Carlentint, eine kleine stadt in demckhal Noch, in Sici-lien; sie liegt auf einem guten nnd wohlbevestigten Hügel, undführet ihren nahmen von Carl V. welcher sie gebauet , und vonder bey einer Meilen davon gelegenen stadt Leontini. Maty ,Diction.
Carles , (Lancelottus de ) Bischoff zu Riez in Provence ,war von Bourdeaux, und kam an. 1550. zur BischöffUchenwurde, nachdem er vorher an. 1547. von Henrico ll. nachRom geschickt worden, und sich daselbst wohl aufgeführet halte.Er schrieb Lateinische und Französische »erst, und war auch inder Griechischen spräche erfahren. Daher er mit den Gelehrtenzu seiner zeit, dem Cantzler Hospitalio , Ronsard , du Bellay,und andern in guter freundschafft stand. Man hat von ihmin Französischer spräche eine in verse gefaßte paraphrasin überdas Prediger-buch und hohe Lied Salomvnis; eine Übersetzungvon der Odyilea JJomeri ; Epistolam ad Regem de FranciiciLotharingii, Ducis Guisii postremis dictis & factis. La CroixVauprivas, bibl. Franc. Tbuan. üb.III. Lurbee,de illuit. Aquit.Hospital, lib. I. ep. Ronsard, lib. I. hym. 7. Sammartb. Gall.Bertei. hist. prses. Reg.
* Carleton, (Dudley ) ein berühmter Englischer staatS«mann, ward den io. martii an. 1^73. in Oxfordshire gedoh-ren, wurde unter Jacobo I. und Carolo I. öfters in wichti-gen Gesandtschafften nach Venedig , Savoyen , Holland undFranckreich gebraucht, und starb den 1;. febr. an. i6;r. Esstehen von ihm etliche briefe und reden in dem Englischen bucheGabala , oder Scrinia sacra genannt, gedruckt, gleichwie erauch unterschiedene Alemoires in manuscripto hinterlassen.Wood.
* Carleton, (Georgius ) Bischoff zu Chichester in Engel-land , starb an. 1628. und hinterließ : Consenium EcclesiasCatholicas contra Tridentinos ; de Scripturis , Ecclesia, Fide& Gratia ; de Jurisdictione Legali, Episcopali & Papali; VitaraGuil. Gilpini , welches in Batesii Vitis stehet. Wüte , biogr.
* Carletti, (Franciscus) ein Florentiner, welcher, nachdemer binnen 1;. jähren fast die gantze weit durchgereiset, auchOst-und West-Indien besehen, an. 1606. in sein vatterland zu-rück gekommen. Er hat, was er hie und da merckwürdigesangetroffen, aufgezeichnet in manuscript hinterlassen, worausnachgehends Laurentius Magalloti die Nachricht von dem cacaound der rhocolade, welche Carletti zuerst aus Mexico nachItalien gebracht, nach seinem tobe zum druck beförderet. NegriIcrittori Fiorentini, p. 189.
* Carleval , (Thomas) war aus einer adelichen familie imMayländischen, die sich aber zu Bacca in Andalusien niederge-lassen hatte, um das jähr 1574. gebohren. Er lehrte an. 1,94.die Humaniora in seiner vatter - stadt, und rühmet sich, daßer schon damals vortrefliche schüler gezogen, welche sich nach-gehends auf den Universitäten Alcala und Salamanca vorvielen andern hervor gethan. Hierauf begab er sich nachSalamanca , machte sich die Rechte unter den beruhmtestmSpanischen Lehrern wohl bekannt , und nahm darmn den.titul eines Doctoris an, trieb aber auch zugleich die Huma-niora und Theologie, als auf die er sich in seiner ersten ju-gend geleget hatte. Nachdem er nun mittlerweile auch ineinigen Rechtshändeln bedient gewesen, erhielt er endlich diestelle eines Raths bey der obersten Justitz - Cammer im Kö-nigreich Neapolis, wobey er sich doch beschweret, daß ihmdas glück nicht günstig gewesen. Seine Diiputationes Ju-ris varia; de judiciis, mit welchem werck er grosse ehre ein.gelegt , sind an. 1729. zu Genf in zwey fol. wieder aufge-leget worden, dabey man auch eine Nachricht von seinem le-ben findet.
Carlile, lat. Garleokim, die Haupt - stadt in der Engel-ländischen landschafft Cumberland, an dem flusse Eden, miteinem Bsschoffthum unter Yorck gehörig. Sie liegt auf denSchottländischen grentzen, vier oder fünf Englijche meilen vondem Schottländischen meere , und führet den titul einer Graf-schafft. Die Dänen haben sie um das jähr 900. zerstöret, aberum das jähr 109;. ließ sie Wilhelmus II. König von Engelland,da er durch Cumberland reifete, und ihre situation sahe, wie-derum erbauen. Es ist darauf vor die Ganonicos Reguläres all-hier eine fundalion geschehen , und an. n;;. ein Bischöfflichersie angeleget worden, darinnen Adelwald der erste Bischoff ge-wesen. Sie hat auch ein vestes schloß, welches von Henri-co VIII. erbauet ist. Die alten Römer und Britten nennetendiese stadt Fugu - Vallum und Lugu - Ballium , und soll siePtolemäi Eeucopitia seyn. Cnmbden. in descr. Brit. Godtvin.de Episc. Britann. &c.
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