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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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A. M. s8io. geschehen. Sie wurde auch Nicostrata ingleichenCarmenta genennet, und dieses letztere von dein LateinischenWorte carmen , weil sie in Versen prophezeyete. Die RömischenMatronen erbaueten ihr zu ehren einen tempel, und hielten ge-wisse fest-tage, die sie Larrnentalia nennelen, auch nach eini-gen alten Römischen calendern Larrnentaria , und Die? Car-mentariorum. Dieses fest wurde den II. jan. gefeyert, undden 15. wiederholet; wiewol andere diese letzter» Carmentaliavon den erstem unterscheiden, und daß selbige aus andernUrsachen gefeyert worden, vorgeben. Die Ursache, warumdas fest der Carmentä von den Römischen Matronen gefeyertworden , war die grosse Weisheit dieses weibs, und daß sieviele zukünftige dinge, sonderlich was sich in der gegend, wohernach Rom gebauet worden, begeben sollte, längst vorherverkündiget. Ovid. üb. I, fastorum. Roßn. antiq. lib. IV. c.;. *

* Carmichael, ein ansehnliches geschlecht in Schottland ,welches von seinem in der Grafschasst Lanark gelegenen sitzeCarmichael den nahmen angenommen. Johannes Carnn-chael, Ritter, diente dem Konig von Franckreich, Carolo VI.wider die Engelländer, und hielt sich an. 1422. in dem treffenbey Bauge »«gemein wohl. Desselben enckel, Johannes,bekam von dem König Jacobo III. unterschiedene güther inSchottland , und hinterließ wilhelmum, dessen enckel, Jo-hannes, an. 1588. als Ambassador nach Dänemarck gesen-det wurde, um die Vermählung zwischen Jacobo VI. und derDänischen Printzeßin Anna in richtigkeit zu bringen. Nachseiner zurückkunft ward er Capikain der Königlichen garde,und als Abgesandter an die Königin Elisabeth geschickt, wor-auf er an. 1600. starb, und Hugonem nach sich ließ. Die-ser war bey Jacobo VI. geheimer Rath und Ober-Stallmeister,wie auch Ambassador m Engelland, und hatte einen einigensöhn, Johannem, welcher ohnbeerbt mit tobe abgieng. Hier-auf siel dessen verlassenschafft an eine neben-linie, von welcherJacobus Carmichael von Hynford von Carolo I. zum Baro-net, von Carolo II. aber, bey dem er die stelle eines gehei-men Raths bekleidete, an. 1646. den 27. dec. zum Baron vonCarmichael gemacht wurde. Desselben ältester söhn, wilhel-MUS, diente dem König Ludovico XIV. von Franckreich un-ter den Gendarmes, und starb bey des vatters leben, hinterließaber von Griffel, einer tochter Wilhelmi, Marquis von Dou-glaß, Johannem, welcher seinem groß-valter succedirte, undeiner von den Schottischen Pairs war, so gleich anfangs Wil-helmi III. partey ergriffen, weswegen ihn dieser Köntg nichtnur zum geheimen Rath und Obersten über ein regiment dra-goner, sondern auch an. 1701. den 2;. jun. zum Grafen vonHynford erklärte. Er blieb auch unter der Königin Annageheimer Rath, und hinterließ bey seinem an. 1710. erfolgtentode von Beatrice, einer tochter Davids Lord Maderty, un-ter andern Jacobum Carmichael, Grafen von Hynford, LordCarmichael und Baronct, welcher noch an. 1728. lebte. Erhat mit Elisabetha, einer tochter Johannis Maltland, Gra,sens von Lanterdale, zwey töchter und fünf söhne gezeuget, vonwelchen Johannes an. 1721. bey der granadier-garde zu Pfer-de Lieutenant, und an. 1728. unter des Brigadiers Tyrrets re-giment zu fuß Oberst - Wachtmeister war. The Brit. comp.10m. II. p. ;6;.

Carmides, oder, wie ihn andere nennen, Charmadas,war ein Grieche, welcher ein so vortreflich gedächtnis soll ge-habt haben, daß, wann er ein buch nur einmal durchlesen, eres alsofort auswendig hersagen können. Jedoch weil Cicerolib. II. äs Oral. und quaest. Tusc. lib. I. auch' Quintilianuslib. XI. c. 2. ein gleiches von Carneade berichten, mags woldieser seyn. Plmius , lib. VII. c. 24. *

Carmilianus, (Petrus ) ein Engelländer von nation, undein Lateinischer Poet, welcher ein epitapbium des Schottländi-schen Königs ediret hat, der an. 151;. in einer schlacht widerdie Engellander geblieben, das aber Erasmus und AndreasAmmonius in ihren briefen nicht loben wollen. Bayie.

* Carminach, eine Asiatische ftadt in der grossen Tartarey,sie liegt in der Bucharey, so ein theil der landschafft Zagathayist; hart darbey ist ein see, welchen der fluß Sog sormiret,zwischen den städten Samarcand und Bochara. Maty , Dict.

. * Earminius, ein Lateinischer geschicht-schreiber, welcherüber Italien geschrieben, und von Macrobio angezogen wird;man q>eiß nicht, zu welcher zeit er gelebet hat. Voßius glau-bet , es sey der nemliche, welchen Servius über das fünfte undsschste buch der Lneis anführet, und welcher ein buch äs Elo-cutione geschrieben hat. Maerob. Saturn, lib. V. c. 19. Voßius ,deHist.Lat.lib.III. p. 699.

Carmona, vor alters Carmo genannt, ist eine kleine stadin Andalusien , zwischen Sevilien und Ecija , auf einer Hohebey einem kleinen fluß, gelegen. Zu Julii Cäfaris zeiten ist sider vesteste ort von der gantzen provintz gewesen. Allein iiden folgenden zeiten hat sie sehr abgenommen. Indessen ist ihgegen ein präsent von 40000. ducaten, von dem Könige Philippo lV. der titul emer rechten stadt beygeleget worden. Diumliegende gegend ist überaus fruchtbar, sonderlich an getreyde. Jul. CaJ. de bello civ. Üb. II. c. 19. Coimen. del. d<lEsp. p. 417·

*Car mon <t, (Gerhardus de) ein Spanischer Medicus,welcher m »orerwebnter stadt gebohren worden, und an. 1461.

gestorben ist. Man hat unter andern eine Lateinische überst«tzung der medicinischen schriften des Avicenna von ihm, wel-che zu Venebig an. 154;. in fol. gedruckt worden, aber keinallzu grosses lob verdienen , indem der Übersetzer sich nicht alleinfehihaffter exemplare des Avicenna bedienet, sondern auch fei-nen authorem nicht sattsam verstanden. Huet. de dar. Inter-pret. 11. Baißet, jugem. tom. III.

* (tarmonne, (Christoph) Präsident in dem Parlemcnt zuParis , hat sich durch seine ausrichtigkeit und gelchrtheit in dievornehmsten civil-ärmer geschwungen. Er war aus dem Bour,donesischen gebürtig, und stenge unter der regtcrung Ludwig XI. an sich vor gertcht als Advocat bekannt zu machen. DieserLudwig beehrte ihn hierauf mit einer Parlements-stelle. An.1489. gab ihm Carl VIII. das amt eines General-Procurators.Endlich stieg er nach und nach, bis er erster Präsident indem Parlemcnt in Burgund , und endlich President ä stlor-tier in dem Parlemcnt zu Paris geworden. Zu welcherwürde Ludovicus XII. ihn zur belohnung für verschiedene dien-6e, die er ihm gethan, erhoben hat. Er starb den 10. ftbruar.

1507, Bla.ncbu.rd , bist. des Pres. ä Mortier, & des Maitresdes requetes.

* Larmons, oder Cormons, lat. Cremona , ist ein fleckenin der Grafschasst Görtz in Friaul , zwischen der stadt PalmaNuova und Gortz.

Carna oder Cardea auch Cardinea, und im GriechischenCrane, eine abgöttin bey den Alten, welche ihrer Meynung nach,sowol die angel an den thüren, als die innerlichen glicder desmenschen, und sonderlich junger kindern, wider die sogenannteStriges, welche ihnen das blut aussaugen und ihr Hertz abfressensollten, beschützte, und sollte sie diese trafst von Jano empfan-gen haben, der sie wider ihren willen beschlafen. Junius Bru­ tus , nachdem er Tarquinium Superbum aus Rom vertrieben,opferte ihr aufdem berge Cälio am ersten tag des 4. monats, sodahero von seinem nahmen Junius genennet wurde. Sieheauch vorher Cardua, wiewol es auch da vielmehr CardeaheisskN sollte. Ovid . fast. lib. VI. Macrob. Saturn, lib. I. c. 2.Augußin. lib. II. de civ. Dei c. 8. Roß», antiq. lib. II. c. 19. *

* (tarnabon, oder Carnubuta, König der Gothen , nahmden Triplolemum gar gütig auf, als er auf der Ccreris be-fehl den menschen die art das getreydc zu bauen weisen mu-ste, hernach aber stellte er ihm listiglich nach dem leben, unddamit er ihm nicht entfliehen möchte, tödtcte er den einen dra»chm, so dessen wagen zog. Allein Ceres gab ihm so fort einenandern, den Carnabvntem aber brachte sie dahin, daß er sichselbst hinrichtete, worauf sie ihn mit samt dem brachen zumandencken seiner bosheit an den Himmel setzte; woselbst erannvch der Opbiucbus , oder wie er auch Lateinisch genanntwird, der Anguiteuxus oder Serpentarius ist. Hygin. Astro-nom. II. 14.

Carnarvan, siehe Caernarvon.

Carne , (Eduard) die Königin Maria von Engelland schick,te ihn an. 1554. als ihren Minister an den Römischen Hof,und ihre Nachfolgerin Elisabeth bestätigte ihn in solcher function.Da aber Paulus IV. auf das erste compliment, so er ihm inderselben nahmen machte, eine sehr harte antwort ertheilte,ward er von ihr zurück beruffen. Allein der Papst verbotihm, von Rom hinweg zu reisen, welchem befchl (den ervielleicht selbst ausgewirckct hatte) er um so viel williger fol-ge leistete, weil er der Catholischen reliaion eifrig zugethan war,und dabey die Hoffnung hatte, daß Engelland dem gehorsamdes Päpstlichen stuhls sich nicht gäntzlich entziehen würde. Erblieb also, doch ohne einen öjstntllchen character in Rom ,und starb daselbst an. i; 6 i. Er war vor sein vatterlandrecht wohl gesinnet, ein geschickter Minister, klug, gelehrt,und sonderlich in den Kayserlichen Rechten treflich erfahren.Der Kayser Carolus V. hatte ihn in ansehung seiner Verdienstezum Ritter gemacht. Nach ihm hat der Englische Hof bisauf die zeiten Jacobi 11 . keinen rechten Minister an dem Rö-schen Hofe gehabt, weil sich die folgende Könige zur Engli­ schen kirche bekannten. De Lemey, bist. dAngl. tom. II.p. 5.

(tarneades, ein berühmter Griechischer Pbilosopbus, vonCyrene gebürtig. Er war der urhebcr der sogenannten drittenÄcademte, welche doch von der andern nicht sonderlich un-terschieden war, ausser daß Carneades zwar acstand, daß inden fachen etwas wahres oder falsches anzutreffen, dabey aberbehauptete, es sey der verstand des menschen von solcherschwachheit, daß er solches nicht erkennen könne, und dannm-hero sey alle erkänntnis nur wahrscheinlich. Im übrigen un-terließ er nicht, auch wider die offenbareste Wahrheit zu di,sputiren. Doch führte er dabey eine sehr gute sitten-lchr. Er hatnach Ciceronis bericht im zweyten buche de finibus gesagt: wenndu wissen solltest, baß irgendswo eine giftige schlänge vcrbor,gen läge, und es wollte einer sich an den ort niederlassen, dcftsen tod dir nützlich wäre, würdest du sehr unredlich handeln,wenn du ihn nicht warnetest, daß er sich dahin nicht nieder-lassen sollte. Ungestraft würdest du bleiben, wenn du esuntcrliessest, denn wer wollte dich deswegen zur rede fttzen.Das klingt in Wahrheit sehr christlich. Den studiis war erdergestalt ergeben, daß er auch zum öftern dev tische das es,sen darüber vergaß, und ihn seine concubine Melissa daran