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«innern muste, damit er nicht Hunger- stürbe. Er hatteaber sonderlich mit den Stoicis viel ju thun, und war sehrbemühet, Chrysippi werck zuwiderlegen/ als welcher die vor-nehmste faule der Stoischen secte war. Da er nebst 2. andernPhilosoph« von Athen nach Rom geschicket ward , und zwarwegen ders°°. talent, welche die Römer den Atheniensern we-gen Zerstörung der stadt Oropus auferleget hatten, setzte erdurch seine beredtsamkeit nicht allein den Rath in die grösteVerwunderung, sondern machte, daß auch Cato dafür hielte,man sollte ihn bald wieder zurücke schicken , weil er geschicktwäre/ die gemüther fi> einzunehmen / daß man das wahre vondem falschen nicht unterscheiden könne. Insonderheit soll er eins-mals zu Rom mit ungemeinem Nachdruck geredet / des an-dern tages aber alles widerleget haben. Einer seiner vor-nehmsten schüler war Mentor, von welchem man glaubte, daß<t sein Nachfolger werden würde. Allein sie zerfielen in grossestreitigkeit , nachdem sich Mentor unterstanden des Carneadisconcubine zu schänden. Er soll 8;. jähr alt worden seyn.Andere aber sagen 90. und wird sein tod am wahrscheinlichsten indas 4. jähr der CLXII. Olymp, gesetzet. Läertius , in Carneade .Cicero , in qusst. acad. lib. II. IV. de Oratorc üb. I. &c. Va-ler. Maxim. lib. VIII. c. 7. Aul. Geblüt , lib. XVII. noct. Attic.c. 15. Vlin. lib. VII. hist. nat. c. 30. AElian. lib. III. hist. var.c. 17. Jonßut, descr. hist. Phil. Vojjfhtf, de fest. Philos. &c.Bayle.
Carneades / ein Philosophie und diftipul Epicuri / wel-cher / wie es scheinet, eben derjenige ist, der in etlichen edi-tionibus des Plutarchi Corniades heißt. Er wird beschriebenals einer der aüerwollüstigsten menschen. Es gedencket seinerCicero de finib. üb. V. Bayle im Worte Arcesilas , Carneadesund Evicurus. Suidas meldet auch von einem Carneade ,so ein discipul des Anaxagorä gewesen.
* (Larneau , (Stephanusi ein Cölestiner-Mönch/ von Char-tres gebürtig ; ehe er den orben angenommen, war er Advo-cat im Parlement zu Paris . Er hat sich durch etliche wercke ,welche er heraus gegeben/ und sonderlich durch Französische undLateinische poesien einigen rühm erworben. Man meidet / daßals die Herren von der Academie einige seiner getichten ablesenlassen/ so habe einer der vornehmsten aus der Versammlung vonCarneau gesagt: Er sey einer von denen , quibus dedit orerotundo, Musa loqui, und diesen lobspruch haben die anwesen-den Mitglieder einhellig gut geheissen. Er starb an. 1671. undhat seine eigene grabschrift verfertigt, und sowol in Lateinisch -als Französischer spräche sich , wie folget / abgemahlet:
Cy git, qui s’occupant & de vers & de prose ,
A pü quelque renom dans le monde acquerir,
II airaa les Beaux Arts, mais für taut autre chose,
11 medita le plus, celui de bien mourir.
*
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Qui jacet bic multum Jcripßt projaque metroque ,
Atque latent spargit , nomen in orbe fitum ,Praclarat artet caluit , sed firmiut unam ,
IBam pracipue , qua heue obire docet.
Bistoire det ctießim Msct. in der Pariser bibliotheck.
* Earnegy / ein vornehmes geschlecht in Schottland / wel-ches vor alten zeiten die güther Äalenherd in der GrafschafftForfar besessen , und den nahmen Carnegy,angenommen, nach-dem Johannes von Balenherd unter Königs Davidis II. re-gierung mit der Herrschafft Carnegy beschencket worden. Vondiesem Johanne stammte Duthacus von Carnegy ab, welcheran. 1401. von Roberto, Hertzoge von Albamen, einen theilvon dem guthe Kinnaird bekam , und den Überrest 8 . jähr her-uach käuflich an sich brachte. Sein söhn/ waltheruö/ hieltes beständig mit dem König Jacobs 11 . starb an. 1479. undhinterließ Johannen,, welcher ihm an. 1308. im tode nach-folgte. Dieses letztem söhn / gleichfalls Johannes genannt/blieb an. 1313. in der schlacht bey Fiodden, und war ein vat-ter Roberti , welcher von Jacobo Hamilton , Regenten vonSchottland / zum Ritter geschlagen, und als Ambassador nachEngelland und Franckreich geschickt wurde, worauf er an.1363. mit tode abgieng. Von seinen sieben söhnen / die ihmMargaretha Guthry gebohren, starb der älteste, Johannes/der bey der Königin Maria sehr viel galt, ohne erben; derandere/ David/ so bey Jacobo VI. geheimer Rath war/ zeugtemit Euphemia / einer tochter Davidis Weems , unterschied-liche kinder / davon David und Johannes zu mercken:
I. Der älteste, David Carnegy/ wurde von Jacobo VI. an.j 6 i 6 . den 24. apr. zum Lord Carnegy von Kinnaird und an.1633. den rr. jun. von Carolo I. zum Grafen von Southeskin der Grafschafft Forfar erhoben. Sein söhn und Nachfolger/Jacobus/ den er mit Margaretha/ einer tochter Davidis Lind-fay von Edzel, gezeuget hatte , war bey Carolo II. geheimerRath / und hinterließ / da er an. 1669. das zeitliche gesegnete/von Maria , einer tochter Roberti Ker , Grafens von RoxburghRobertum , welcher dem König Ludovico XIV. von Frank reich eine zeitlang/ als Capitain von der Schottischen gardediente / und sich hernach mit Anna , der ältesten tochter Wilhel-mi / Hertzogs von Hamilton, vermählte. Diese gebühr ihmCarolum, welcher mit Maria/ einer tochter Caroli Mait-land/ Grafens von Lauderdale/ Jacobum Carnegy / Grafenvon Southesk und Lord Carnegy/ zeugte. Derselbe büssete an.1713. seine güther ein, weil er an dem durch den Grafen von
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Mar erregten aufruhr theil gehabt, lebte noch an. 1727. undhatte von seiner gemahlin Margaretha, einer tochter JacobiStuark/ Grafens von Galloway/ einen söhn seines nahmens.
11. Johannes Carnegy, des obenerwehnten Davidis, er-sten Grafens von Southesk / druder, nahm seinen sitz zu Ethie/und wurde von Carolo 1 . an. 1639. den 20. apr. zum Lord Lour,an. 1647. den 1 . nov. aber zum Grafen von Ethie gemacht. Erstarb an. 1667. und hinterließ von Magdalen«/einer tochter Ja-cobi Halliburton von Pitcur / unter andern Davidem, wel-cher mit Caroli II. genehmhaltung die obigen tttul veränderte,und sich einen Grafen von Norlhesk und Lord Roschill schrieb.Mit seiner gemahlin Johanna, einer tochter Patritii Maule,Grafens von Panmure , bekam er unterschiedene kinder/ davonihm der älteste söhn/ David/ succedirte / welcher an. 1688. starb/und von Elisabeth«, einer tochter Johannis Lindsay, Grafensvon Crawfurd/ Davidem Carnegy/ Grafen von Northeskund Lord Roschill , nach sich ließ. Dieser war bey der Köni-gin Anna geheimer Rath , und einer von den 16. Pairs / welcheu, dem Groß-Britannischen Parlement sitz nahmen, lebte nochan. 1727. und hatte mit seiner gemahlin Margaretha, einertochter der Gräfin von Weems, einen söhn und funftöchter ge.zeuget. The Bnt. comp. tom. II. p. 312. & 338.
* (tarneiro, (Antonius) ein Portugieft zu Fronteira , inder Diceces Elvas gebohren, war ein Ritter und Procuratordes Calatraver-orbens; nach der Hand wurde er auch Schatz-meister über die gelber der Spanischen armee, so Philippus II. an. 1383. in Flandern hatte. Die beschreibung dieses kriegs,wovon er der Urheber ist, hat zum tilul: Historia de las güer-ras de Flandes, dende el an. 1339. Hasta el de 1609. y laCaufa della rebelüon, di dichos Eltados, Brüssel 1623. fol.Memotres de Portugal.
* Earnellt, eine kleine stadt im Hertzogthum Montferrat ander grentze von Savoyen zwischen Nizza und Alba am fluß Bel-bo, welcher unweit Alexandria in den Tanaro fällt.
Earnero, dieser nähme wird einem meer-busen im Golfo diVenetta beygeleget, der sich von Jstrien bis an die insul Gross«und den Morlackischen küsten hin ausbreitet. Vor zeiten hieß erLinus Liburnicus oder auch Flanaticus.
* Carneseca, (Petrus ) ein Florentiner, von adelichem ge-schlecht , hat in dem XVI. faiculo gelebt, und Franciscum Ro-bortellum einige zeitlang zum lehrmeister gehabt. Er soll aberdenselben an gelehrtheit und insonderheit schöner Lateinischenschreib-art übertroffen haben. Er konnte sich die freundschafftFürstlicher Personen gar wohl zuwegen bringen. Papst Clemens VII. nahm ihn gar zu seinem Geheim-schreiber an. Er soll ihmauch zum öftern den Cardinals-Hut angetragen haben, welchener aber nicht annehmen wollen. An dessen statt aber gab er ihmdie einkünften zweyer Abteyen. Da er aber mit Carolo V. einegeheime Unterredung hatte, muthmassete der König in Franck-reich , er habe demselben einige heimliche anschläge, so er mitdem Papst eingegangen, entdecket; beraubte ihn deswegen dereinten Abtey, welche in dessen land läge. Carneseca bemühtesich vergeblich, solche wieder zu erlangen, und unternahm des- -wegen eine reife, darauf er sich mit vielen gelehrten leuthen be-kannt machte. Er legte sich hierauf zu Venedig auf die lesungder heil. Schrift, und vieler büchern, welche von den religions-streitigkeiten selbiger zeiten handelten ; daher einige anlas nah-men , ihn bey dem Papst Paulo III. in verdacht zu bringen.Allein dieser hielte ihn für unschuldig. Dessen Nachfolger aberverführe ernstlicher, und that ihn in den bann. Pius IV. be-fveyte ihn wieder.davon, und erklärte ihn für unschuldig. Des-sen Nachfolger aber Pius V. hebte diesen schluß wieder auf,begehrte ihn von dem Hertzog von Florentz, bey dem er ebenzu tisch saß, als des Papsts brief gebracht wurde. Dieser lie-ferte ihn ohne anstand, und Carneseca wurde hierauf als einketzer verdammet, und vier und dreißig artickul feiner vorgege-benen irrthümmern und Übeln Verhaltens abgefaßt; er selbstaber enthauptet, und sein leichnam verbrannt. Diests ge,schätze an. 1367. da er etwan 38. jähr alt war. Tbuuvm , an.1366. Scbelhornii amnenit. litter. tom. X. 6. & amoenit. hist.ecclef. & litter. tom. II. allwo M. Antonii Flaminii brief anCarnesecam, und dessen antwort darauf zu finden. Ladercbiut ,annal. ecclestast. tom. XXII.
Earneval oder Carnaval , wird genennet die zeit, wel-che vor der faste oder zu nächst vor der sogenannten ascher-mittwoche hergehet, und welche an den meisten orten, son-derlich wo Catholische sind, mit allerhand lustbarkeiten zuge-bracht wird. Unter allen Carnavals ist das zu Venedig ammeisten berühmt. Es fängt sich alles ordentlich den andernWevhnacht-feyertag daselbst an (es wäre denn, daß die Häupterdes Consigüo di Dieci vor rathsam fänden, es langer zu verfchie-ben) anstatt daß es anderswo insgemein erst nach den heil. dreyKönigen angehet. Alsdenn siehet man überall, vornemlich aberauf dem St. Marcus-platz, eine unzehliche menge von masquir-ten Personen von beyderley geschlecht, und von allerley gat-tungen zusammen kommen, welche allerley possen machen ,oder andern, die solches thun, wie auch denen häufig allda be-findlichen seil - täntzern , Marionetten - oder laschen - spielern,Wahrsagern und andern dergleichen leuthen, zusehen. Zugleicher zeit öfnet man an unterschiedenen orten theatra, aufwelchen opern und comödim vorgestellet werden. Fast das vor-nehmste bey diesem Venetianischen Carneval sind die sogenannteQ <l 4 ridotti,